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Idiopathisches

Die idiopathische Hysterie (psychisch aquirierte Hysterie) war eine maßgeblich von Sigmund Freudin seinen Beiträgen zu den Hysteriestudienvon 1895nach ätiogenetischen Kriterien aufgestellte Unterklasse der hysterischenErkrankung. Seinem Konzept gemäß entstehe sie unter dem Einfluß mehrerer, in der Biographieabfolgend auftetender Traumataunter Abspaltungen von Vorstellungsinhalten aus dem primären Bewußtsein.

Eine psychische Erkrankung mit Symptomen, welche keine offensichtliche Ursache haben. Der Patient mache keine oder lediglich rudimentäreAngaben darüber, mit welchen Vorstellungen seine Symptome aufkommen. (siehe auch Idiopathie) Der Zusammenhang mit dem Traumasei daher schwer ersichtlich, doch im Fortgang der Psychotherapiesicher nachzuweisen.

Die unbehandelte Verlaufsform sei phasisch progredient, der sekundäre Krankheitsgewinnkönne erheblich sein, bei eingelebten Erkrankungen ein Hindernis für die Therapie, trete aber bei einer Zerrüttung der Persönlichkeitin den Hintergrund.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptombestand nach Freud
  • 2 Krankheitseinsicht
  • 3 Ätiogenese
  • 4 Quellen

Symptombestand nach Freud

Der Symptombestand sei wesentlich reichhaltiger als jener der traumatischen Hysterie. Man finde:

  • Neuralgien
  • ticartigeAffektionen
  • wiederkehrende Gesichtshalluzinationen
  • Erbrechen
  • Anorexie
  • Pseudoepilepsie
  • psychosomatischeManifestationen (Psychosomatosen)

Diese Symptome müssten sich dabei aber als in ebenso stringentem Zusammenhang mit dem auslösenden Ereignis stehend erweisen, wie die Symptome einer traumatischen Hysterie.

Krankheitseinsicht

Die Krankheitseinsicht sei hier geringer und seltener als bei der traumatischen Hysterie.

Ätiogenese

Bild:Psa hy31.gif
traumatische Hysterie

Freudzufolge entstehe diese Form der Hysterieaufgrund einer Ansammlung kleiner traumatischer Ereignisse, die sich gemeinsam in ein System von hypnoidenVorstellungsgruppen eingliedern, welches vom primären Bewußtsein topischgetrennt sei. Die traumatischen Einzelerlebnisse können zeitlich weit auseinander liegen, entscheidend sei ihre Eignung, überhaupt in das System eingegliedert werden zu können.

Die Verlaufsform wird von ihm als kumulativbeschrieben, wobei aquirierende Phänomene regelmäßig auftreten würden. Es zeichnete sich mit diesem Konzepthistorisch erstmals die Idee ab, daß eine psychische Erkrankung eine sinnhaltige, funktionelle innere Struktur haben muß, die dem Patienten zwar unbekannt bleibt, aber dennoch wirksam mit und in der Umwelt interagiert. Von besonderer Bedeutung war historisch die Erkenntnis, dass es vorkommen kann, dass die Patienten zeitweise Verhaltensweisen zeigen, welche auf erneute Aquirierung von Traumen abzielen, der Patient also das Trauma zu "suchen" scheint. Dies war damals sehr überraschend, gilt aber unabhängig vom historischen Schicksal der Freudschen Psychoanalyseheute als Gemeinplatzder Psychotherapie.

Freud nannte die idiopathische Hysterie deshalb auch psychisch aquirierte Hysterie.

siehe auch Partialtrauma

Quellen

  • Hysteriestudien; Josef Breuer, Sigmund Freud, 1895, geschlossen editiert 1922



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