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Der Begriff geistige Behinderung bezeichnet einen andauernden Zustand deutlich unterdurchschnittlicher kognitiverFähigkeiten eines Menschen sowie damit verbundene Einschränkungen seines affektivenVerhaltens.
Eine eindeutige und allgemein akzeptierte Definition ist jedoch schwierig. Medizinisch orientierte Definitionen sprechen von einer Minderung oder Herabsetzung der maximal erreichbaren Intelligenz. So bezeichnet auch die International Classification of Diseases(ICD-10) dieses Phänomen als Intelligenzminderung (F70-79). Demnach lässt sich - rein auf die Intelligenz bezogen - eine geistige Behinderung quasi als Steigerung und Erweiterung der Lernbehinderungverstehen. In anderen Definitionen rückt statt der Intelligenz eher die Interaktiondes betroffenen Menschen mit seiner Umwelt in den Blick.
Der alters- oder krankheitsbedingte Verlust einmal besessener Fähigkeiten (und damit auch der Intelligenz) wird als Demenzbezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Synonyme und Sprachgebrauch
- 2 Diagnose und Differentialdiagnose
- 3 Symptome
- 4 Ursachen
- 5 Förderung
- 6 Arbeits- und Wohnsituation
- 7 Rechtslage
- 8 Geistige Behinderung und Sexualität
- 9 Anliegen für die Zukunft
- 10 Diskussion um eine Ablösung des Begriffs
- 11 Länderspezifische Situation
- 12 Verwandte Themen
- 13 Literatur
- 13.1 Allgemein
- 13.2 Kinder- und Jugendliteratur
- 14 Weblinks
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Synonyme und Sprachgebrauch
In der veralteten Fachsprache wurden früher für unterschiedliche Ausprägung einer Geistigen Behinderung die Bezeichnungen Schwachsinn, Debilität, Imbezillität und Idiotie verwendet. Diese sind mittlerweile vollständig aus der Fachsprache verschwunden. Allerdings leiten sich aus ihnen heute noch allgemein gebräuchliche Schimpfwörterab. Schwachsinn findet sich außerdem noch im Strafgesetzbuchder Bundesrepublik Deutschland.
Auch der Sprachgebrauch im Umgang mit Menschen, die diese Behinderunghaben, hat sich deutlich gewandelt. So wurde in den 1960erJahren noch von ?geistig Behinderten? oder ?Schwachsinnigen? gesprochen. Da diese Formulierungen jedoch die Behinderung vor dem Menschen betonen und diesen damit stigmatisieren, wurde später vom ?Menschen mit geistiger Behinderung? gesprochen. Damit wird der Mensch in den Vordergrund gestellt und die geistige Behinderung ist eine von vielen Eigenschaften.
Auch Sichtweisen, die eine Behinderungals soziale und weniger als personale Kategorieansehen, haben die Sichtweise von geistiger Behinderung gewandelt. So unterscheidet die Weltgesundheitsorganisation(WHO) 2001 zwischen der ursächlichen Schädigung, der daraus resultierenden Beeinträchtigung der Aktivität, der Beeinträchtigung der Teilhabe in einem Lebensbereich oder einer Lebenssituation, sowie den Umfeldfaktoren in der physikalischen, sozialen und einstellungsbezogenen Umwelt. Damit muss eine Schädigung oder eine Aktivitätsbeeinträchtigung nicht zwingend zu einer sozialen Beeinträchtigung und damit Behinderung führen.
In den Empfehlungen der Kultusministerkonferenzvon 1994und 1998wird vom Förderschwerpunkt geistige Entwicklung als Zielgebiet der Sonderpädagogengesprochen. Als Bezeichnung für entsprechende Schülerwird weiterhin Kinder und Jugendliche mit einer geistigen Behinderung verwendet; es tauchen jedoch vereinzelt schon Bezeichnungen auf wie Kinder und Jugendliche mit dem Förderbedarf geistige Entwicklung oder Kinder und Jugendliche mit besonderem Föderbedarf im Bereich ganzheitliche Entwicklung.
Von einigen Autoren und zunehmend auch Vertretern verschiedener pädagogischer Richtungen wie Sonderpädagogik, Sozialpädagogikoder Heilpädagogikwird der Begriff kognitive Behinderung bevorzugt.
Diagnose und Differentialdiagnose
Eine Diagnose der geistigen Behinderung bezieht sich oft auf die Messung einer deutlichen Intelligenzminderungmit Hilfe standardisierter Intelligenztests. Ein Intelligenzquotient(IQ) im Bereich von 70 bis 85 gilt als unterdurchschnittlich; in diesem Fall spricht man von einer Lernbehinderung. Ein IQ unter 70 bedingt dann die Diagnose der geistigen Behinderung. Eine weitere Unterscheidung dieser Bereiche ist obsolet, da es keine Messverfahren gibt, die hier valide und reliable Ergebnisse mit der nötigen Trennschärfe ergeben.
Ist die Durchführung eines Intelligenztestszum Beispiel wegen einer körperlichen Behinderung oder einer Verhaltensstörung nicht möglich, werden andere Tests durchgeführt (zum Beispiel selbstständiges Essen und Trinken, Arbeitsproben, selbstständiges Ankleiden).
Die Zuschreibung einer geistigen Behinderung anhand einer Intelligenzmessung ist heute sehr umstritten. Mittlerweile ist sie einer individuellen Einzelfallbeschreibung im Rahmen einer systemischen Analyse der Mensch-Umfeld-Verhältnisse gewichen.
Einige Krankheits- oder Behinderungsbilder ähneln oberflächlich der geistigen Behinderung, sind jedoch im Sinne einer Differentialdiagnose von ihr zu unterscheiden. Das ist zum Beispiel der frühkindliche Autismus, die psycho-soziale Deprivation(auch Deprivationssyndrom oder Hospitalismus), die Demenzoder auch hirnorganische Krankheiten. Auch die so genannte Pseudodebilität (auch: Pseudodemenz, beim Erwachsenen Ganser-Syndrom) ist von der geistigen Behinderung zu unterscheiden, denn hier ist der Intelligenzmangelnur vorgetäuscht. Die hauptsächlichen Unterscheidungen bestehen darin, dass die geistige Behinderung von Anfang an besteht, dass keine Wahnsymptomevorhanden sind und dass das Sozialverhaltennicht autistisch ist.
Symptome
Am auffälligsten sind die Lernschwierigkeitenin der Schule, die Verzögerung der kognitiv-intellektuellenEntwicklung im Kindesalter und das herabgesetzte Abstraktionsvermögen(z. B. Hängenbleiben am Detailoder am sinnlich Wahrgenommenen, Leichtgläubigkeit). Nicht nur die durchschnittlich maximal erreichbare Intelligenz, sondern teilweise auch das Anpassungsvermögen und die sozialeund emotionaleReife sind beeinträchtigt.
Eine geistige Behinderung ist häufig mit anderen Besonderheiten verbunden (z.B. Autismus, Fehlbildungendes Gehirns, Lernstörungen, Beeinträchtigung der Motorikund der Sprache). Sie beeinflusst nicht die Fähigkeit, Gefühlezu empfinden wie z. B. Freude, Wutoder Leid (vgl. kognitive Behinderung), jedoch zum Teil die Fähigkeit, mit diesen Gefühlenumzugehen und sie (lautsprachlich) zu kommunizieren.
Die Lebenserwartungvon Menschen mit einer geistigen Behinderung ist in der Regel nicht geringer als die von Menschen ohne eine geistige Behinderung. Bei einigen Syndromengehen geistige Behinderungen jedoch mit zum Teil schwer wiegenden Beeinträchtigungen im körperlich-organischen Bereich einher, die sich teils nur im Einzelfall, teils jedoch auch generell (behinderungsspezifisch) negativ auf die Lebenserwartung auswirken.
Ursachen
Als Ursachen für eine geistige Behinderung gelten zum einen endogene Faktoren, die meist eine erbliche Grundlage (Erbkrankheiten) oder Chromosomen-Besonderheiten wie z. B. Down-Syndrom, Sotos-Syndromoder Rett-Syndromaufweisen.
Unter den exogenen Faktoren werden erworbene cerebralenSchädigungen (z. B. durch Unfall, Sauerstoffmangelwährend der Geburt, Gehirnentzündung/ Hirnhautentzündung, Nikotin- oder Alkoholkonsumwährend der Schwangerschaft, Strahlung) zusammen gefasst.
Eindeutige Ursachenzuschreibungen sind mitunter schwierig, manchmal unmöglich. In vielen Fällen sind sie in Form einer ?Schuldzuschreibung? auch für eine rechtzeitige Förderung eher hinderlich und kontraproduktiv.
Förderung
Um Kinder mit einer geistigen Behinderung in ihrer Entwicklung bestmöglich zu fördern, absolvieren sie oft mit einem möglichst frühen Beginn eine gezielte Frühförderung.
Selbstverständlich stehen ihnen im entsprechenden Alter Kindergärtenoffen; mancherorts gibt es integrative Einrichtungen oder spezielle Sonderkindergärten.
Da in Deutschland das Schulrechteine Pflichtzum Besuch einer Schulefür alle Kinder und Jugendlichen vorsieht, beträgt die Schulpflichtzeit auch bei Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung insgesamt zwölf Jahre (inklusive Berufsschulstufe). Diese Zeit kann jedoch aufgrund besonderer Umstände (z. B. noch zu erwartender Leistungsentfaltungen) um mehrere Jahre verlängert werden.
Sprach man bis zur Mitte des 20. JahrhundertsMenschen mit einer geistigen Behinderung noch weitgehend die Fähigkeit zur Bildung ab, so entstanden im Laufe der Jahre ab etwa 1960 mehr und mehr spezielle Sonderschulen. Die traditionelle Bezeichnung der Sonderschule für geistig Behinderte wird in den einzelnen Bundesländernmittlerweile durch andere Bezeichnungen abgelöst. Spätestens seit den 1990erJahren bemüht man sich um eine schulische Integrationauch von Kindern und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung: sie besuchen Regelschulen.
Im Zuge der Integrationsbewegung ist auch eine Erwachsenenbildung für Menschen mit einer geistigen Behinderung vielerorts Realität geworden.
Im Bereich der Pädagogikkümmert sich die Geistigbehindertenpädagogikals Teilgebiet der Sonderpädagogikoder auch Heilpädagogikwissenschaftlich um die Belange von Menschen mit einer geistigen Behinderung .
Arbeits- und Wohnsituation
Menschen mit einer geistigen Behinderung ein möglichst autonomesund selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, schließt auch die Forderung nach einer angemessenen Arbeits- und Wohnsituation ein.
Mit zunehmendem Schweregrad der Behinderung wächst allerdings der Bedarf an Unterstützung in verschiedenen Lebensbereichen: Mobilität, Kontinenzoder Kommunikationkönnen bis hin zur Pflegebedürftigkeitbeeinträchtigt sein.
Spätestens mit der Gründung von speziellen Werkstätten für behinderte Menschen(WfbM) seit den 1960erJahren gab es flächendeckend in Deutschland entsprechende Arbeitsplätze des zweiten Arbeitsmarktes. Zunehmend arbeiten Menschen mit einer geistigen Behinderung auch in ?normalen? Arbeitsstellen des ersten Arbeitsmarktesoder in Integrationsbetrieben.
Menschen mit geistiger Behinderung werden heute in der Regel nicht mehr in Anstalten oder Krankenhäusern untergebracht, was früher zur Ausgrenzung und regelmäßig zu Hospitalismusführte. Moderne Wohnformen sollen nur die jeweils notwendige Unterstützung bieten und die Autonomiefördern. Die Möglichkeiten umfassen das betreute Wohnen in der eigenen Wohnungoder in einer Wohngemeinschaft, das Wohnheim mit individueller Betreuung und Assistenz, das Wohnen in Pflegefamilien (Beispiel: Geel) oder in integrativen Dörfern (Beispiel: evangelische Stiftung Alsterdorfin Hamburg).
Während die Aufnahme einer Arbeitsstelle in der Regel nach der Schule erfolgt, verbleiben viele junge Erwachsene noch für viele Jahre in ihrer Ursprungsfamilie.
Rechtslage
Auch Menschen mit einer geistigen Behinderung wird das Recht der Teilnahme am öffentlichen Leben nicht abgesprochen. Eine Entmündigung, eine Vormundschaft oder Gebrechlichkeitspflegschaft gibt es in Deutschland seit 1992nicht mehr. Bei Zweifeln an der Fähigkeit zur selbständigen Lebensführung kann das zuständige Amtsgerichtfür die jeweilige Person eine Betreuungdurch andere einrichten.
Eine Schuldfähigkeitim Strafrecht, eine Deliktsfähigkeitim Zivilrechtoder eine Handlungsfähigkeitund Geschäftsfähigkeitim Verwaltungsrecht wird allerdings Menschen mit geistiger Behinderung häufig abgesprochen. Entsprechende Regelungen enthalten §§19-21 StGB, $$104?113 BGBund §§827-832 BGB.
Geistige Behinderung und Sexualität
Sind Menschen mit geistiger Behinderung im rechtlichen Sinne handlungsfähigund geschäftsfähig, so dürfen sie auch durch Heirateine Eheeingehen. Weniger durch rechtliche Regelungen als durch soziale Konventionen und Vorurteile wird die Frage nach einer gelebten Sexualitätund der Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung problematisiert.
Seit 1992sind Zwangs-Sterilisationenvon Menschen mit geistiger Behinderung (wie früher zum Beispiel in der Nazi-Zeitüblich) in Deutschlandverboten. Ohne ihre Zustimmung dürfen Menschen nicht mehr sterilisiert werden. Bei nicht einwilligungsfähigen Menschen darf ihr Betreuernur unter den engen Voraussetzungen des § 1905 BGBeinwilligen.
Anliegen für die Zukunft
Die Anliegen, deren Realisierung ein Ziel von Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Behinderungen und deren Familien und Freunden ist, lassen sich zusammenfassen in den Leitgedanken:
- Soziale Teilhabe statt Pflege
- Überlegte Planung statt Barrierenerrichtung
- Achtung und Respekt statt Diskriminierung
- Integrierte Teilhabe statt vorgeburtlicher Selektion und gesellschaftlich-institutioneller Ausgrenzung
Diskussion um eine Ablösung des Begriffs
Der Begriff kognitive Behinderung (cognitive disability) wird von einer Anzahl von Vertretern aus Literatur und Lehre gegenüber der geistigen Behinderung bevorzugt, da er den qualitativen Unterschied zwischen Geistund Gehirnoder zwischen geistigen Fähigkeiten und kognitivenFähigkeiten herausstelle.
So zählten zu den geistigen Fähigkeiten eines Menschen auch das Vermögen, Gefühle- wie etwa Wut, Trauer, Freude, Glückoder auch Empathie- zu empfinden beziehungsweise auszudrücken. Dieses Fähigkeitsspektrum ist beispielsweise bei Menschen mit Down-Syndrom(Trisomie 21), denen bislang das Attribut einer geistigen Behinderung zugeschrieben wurde, normalerweise gar nicht beeinträchtigt, weshalb die gängige Bezeichnung ihren Kritikern als zu unscharf oder sogar als diskriminierenderscheint.
Zu den von einer Behinderung betroffenen kognitiven Fähigkeiten zählten dagegen Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Erkenntnisfähigkeit, Schlussfolgerung, Urteilsfähigkeit, Erinnerung/Merkfähigkeit, Lernfähigkeit, Abstraktionsvermögenund Rationalität.
Gegner einer alternativen Sprachregelung führen an, dass auch der neue Begriff Unschärfen berge - so konzentriere er sich auf Fähigkeiten der Ratio, decke aber im Gegensatz zur alten NomenklaturAspekte der emotionalen und sozialen Reife nicht ab, die durchaus von einer geistigen Behinderung betroffen sein können. Die diskriminierende Wirkung des alten Begriffs unterliege der Bedeutungsverschlechterung, die auch jede Neuschöpfung nach längerem Gebrauch erfassen würde und ihrerseits eine Ersetzung erfordere.
Der Stand der Verbreitung des neuen Begriffs in Literaturund Lehreist sehr unterschiedlich, je nach Autor und Fakultät. Während er die meiste Verbreitung unter progressiven Vertretern der Sonder- und Sozialpädagogik findet, ist er etwa im Bereich der Medizinund der Psychiatriekaum bekannt. In der Terminologie der Neurologiewürde man unter einer kognitiven Behinderung im Wortsinn dagegen auch den isolierten Ausfall einer kognitiven Funktion, etwa eine starke Störung der Merkfähigkeit, verstehen wie sie etwa durch eine Schädigung des Gehirnshervorgerufen werden kann. In den Alltagssprachgebrauch außerhalb der Fachwelt hat der Begriff kognitive Behinderung noch keinen Einzug gehalten.
So ist die Etablierung einer neuen Begrifflichkeit schwierig, wie auch die Initiative des Netzwerkes People Firstzeigt. Dieses lehnt den Ausdruck ?geistige Behinderung? ebenfalls aufgrund der ihm zugeschriebenen Diskriminierung ab und setzt sich für seine Abschaffung ein. Als Alternative haben sie den Ausdruck ?Lernschwierigkeiten? vorgeschlagen, welcher allerdings wegen seiner ursächlichen anderen Bedeutung (siehe Lernbehinderung) keinen Eingang in die Fachwelt gefunden hat.
Einige Ortsverbände der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderunghaben, aufgrund ihrer Öffnung für anderen Behindertenrichtungen, den Begriff "geistige" aus ihrem Namen gestrichen, während andere bei der alten Bezeichnung geblieben sind. In einer von der Bundesvereinigung Lebenshilfe herausgebrachten Informationsbroschüre (Gemeinsam kommen wir weiter- Lebenshilfe auf dem Weg in die Zukunft / Dezember 2005) wird bereits eingeräumt, dass ?geistige Behinderung .. vielleicht kein Wort für die Zukunft? sei und man es nur solange weiter verwende, bis ein besserer Begriff gefunden wird.
Die Lebenshilfe Österreich hat sich bereits dazu entschlossen, sich auf Bundesebene nunmehr "Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung" zu nennen und auf das ?geistiger? vollständig zu verzichten. Momentan wird über Alternativen nachgedacht; es soll "eine neue Definition und eine Klassifikation gefunden werden, die auf der Beschreibung von kognitivenFähigkeiten" basiert (Quelle: Lebenshilfe-Zeitung, 12/2005, Seite 10)
Länderspezifische Situation
Während u.a. ein hoher medizinischer und pädagogischer Standard und ein verbessertes Wissen um Entwicklungsmöglichkeiten es Menschen mit geistiger Behinderung mittlerweile in vielen Ländern ermöglicht, ein gutes und langes Leben zu führen, sieht es in manchen Regionen dahingehend noch sehr schlecht aus: In Russlandbeispielsweise wird auch heute noch Eltern eines behinderten Kindes geraten, es in ein Heim zu geben. Durch unzureichende personelle und materielle Ausstattung, Mangelernährungund wenig Bewegungsfreiheit und so gut wie keine pädagogische Zuwendung, Förderung und Therapie werden viele Entwicklungsschritte nicht erreicht (z. B. Laufen und Sprechen). Oftmals versterben die Kinder bereits vor dem erreichen der Pubertät, da sie medizinisch kaum oder ungenügend behandelt werden. Eine Schulbildung ist wenn überhaupt nur für leicht beeinträchtigte Kinder und Jugendliche vorgesehen und Arbeitsmöglichkeiten für erwachsenen Menschen mit Behinderung sind nur sporadisch vorhanden. [1]
Verwandte Themen
- Pseudodebilität
- Liste der Syndrome
- Körperbehinderung
- Sinnesbehinderung
- Specialolympics
- Fußball-Weltmeisterschaft 2006 der Menschen mit geistiger Behinderung
Literatur
Allgemein
- Feuser, Georg: Geistigbehinderte gibt es nicht! Projektionen und Artefakte in der Geistigbehindertenpädagogik. (in: Geistige Behinderung, 1/1996, Seite 18 ? 25)
- Speck, Otto: System Heilpädagogik. Eine ökologisch reflexive Grundlegung. München, Basel 1998
Kinder- und Jugendliteratur
- Gilmore, Rachna (1997): Eine Freundin wie Zilla
- Jaeckel, Karin (1990, Jugendalter): Mitleid? Nein danke!
- Laird, Elizabeth (1999, ab 14 Jahre): Ben lacht
- Randsborg-Jenseg, Grete (1997, ab 14 Jahre): Lieber Niemand
- Obermayer, Inge: Georgie
- Welsh, Renate (1992): Drachenflügel. München: dtv.
Weblinks
- Webpräsenz der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V.
- "Lebenshilfe angesagt!": Barrierefreie Seite für Menschen mit geistiger Behinderung
- bidok: Digitale Volltextbibliothek zu Behinderten- und Integrationspädagogik
- Prof. Dr. Georg Feuser: Verschiedene Texte zum Downloaden:Mental retardation
fr:Retard mental
ja:????
pl:Obni?enie poziomu rozwoju intelektualnego
sv:Utvecklingsstörning
tr:Embesil
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| Dieser Artikel stellt die Situation in Deutschlanddar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.
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