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Bild:Imatinib mesylate.png
Imatinib
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4-[(4-Methyl-1-piperazinyl)methyl]-N-[4-methyl-3- [[4-(3-pyridinyl)-2-pyrimidinyl]amino]-phenyl]benzamid
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| Summenformel
| C29H31N7O.CH4SO3
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| CAS-Nummer
| 152459-95-5
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| Molekulargewicht
| 589.7
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| Bioverfügbarkeit
| 98%
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| Plasmaeiweißbindung
| 95%
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| Metabolismus
| Hepatisch, vorwiegend CYP3A4
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| Halbwertzeit
| 18-22 Stunden
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| Ausscheidung
| Hepatisch
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| Verabreichungsform
| Oral
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| Schwangerschaft
| sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung (teratogenim Tierversuch)
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Imatinib ist ein Phenylaminopyrimidin-Derivatund wird zur Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie(CML), von gastrointestinalen Stromatumoren(GIST), sowie weiteren malignenErkrankungen eingesetzt und wird von der Firma Novartisunter dem Handelsnamen Glivec® vertrieben. In der Entwicklungsphase war der Name des Wirkstoffs STI-571.
Erste Beobachtungen scheinen auch Therapieerfolge bei der pulmonalen Hypertoniezu bestätigen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Wirkmechanismus
- 2 Molekularer Wirkmechanismus
- 3 Metabolismus
- 4 Unerwünschte Wirkungen und Gegenanzeigen
- 5 Literatur
- 6 Weblinks
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Wirkmechanismus
Bei über 90 Prozent der Patienten mit einer chronischen myeloischen Leukämie(abgekürzt: CML) findet sich ein Philadelphia-Chromosom. Es handelt sich dabei um ein verkürztes Chromosom22, welches durch Austausch von genetischem Material zwischen Chromosom 9 und 22 entsteht. Diesen Vorgang nennt man Translokation. Dadurch wird ein natürliches Enzym, die Tyrosinkinase ABL von Chromosom 9, mit einem Fragment des BCR-Gens auf Chromosom 22 verschmolzen. Die so mutierten Zellen produzieren ein sogenanntes Fusionsprotein BCR-ABL, eine im Vergleich zum ABL mit verstärkter Aktivität ausgestattete Tyrosinkinase, die zur unkontrollierten Vermehrung von weißen Blutkörperchenführt und eine entscheidende Rolle bei der Entstehung einer CML spielt.
Imatinib ist ein spezifischer Hemmstoff, der die Synthese der Tyrosinkinase ABL in den erkrankten Zellen blockiert und damit die krankhaft gesteigerte Vermehrung der mutierten Blutstammzellen unterdrückt.
Ziel der Behandlung der chronischen myeloischen Leukämie mit Imatinib ist es, eine möglichst weitgehende Reduktion des pathologischen Zellklons zu erreichen. Eine molekulare Remission, bei der BCR-ABL-Transskripte auch mittels sensitiver Verfahren (RT-PCR) nicht mehr nachweisbar sind, erreicht nur eine kleinere Gruppe von Patienten. Etwa 40% erreichen eine deutliche Reduktion von BCR-ABL in der quantitativen PCR (> 3 log-Stufen), bei mindestens 70% sind keine Metaphasen mit dem Philadelphia-Chromosommehr nachweisbar (komplette zytogenetische Reduktion). Eine Normalisierung des Blutbildes (komplette hämatologische Remission) wird unter Imatinib bei über 95% der Patienten erreicht.
Molekularer Wirkmechanismus
Der Wirkmechanismus von Imatinib besteht in der kompetitiven und selektiven Blockade der ATP-Bindungsstelle spezifischer Tyrosinkinasen, wie z. B. Abl, [Bcr-Abl], c-kitund der PDGF-Rezeptor. Durch diese Blockade wird die Übertragung eines Phosphatrestes auf das Substrat verhindert. Imatinib wirkt auch auf das physiologisch vorkommende Abl. Gesunde Zellen besitzen jedoch zusätzliche Signalwege und werden kaum in ihrer Funktion gestört. Krebszellen hingegen sind abhängig von der Aktivität von Bcr-Abl und werden in ihrer Teilungs- und Überlebensfähigkeit stark beeinträchtigt.
Metabolismus
Imatinib wird hauptsächlich von dem CytochromP450 (CYP)-Isoenzym CYP3A4verstoffwechselt, wobei das N-Desmethyl-Piperazin-Derivat als Hauptmetabolit mit Restaktivität entsteht. Inhibitoren dieses Isoenzyms (zum Beispiel Erythromycin, Cimetidinoder Grapefruitsaft) können die Metabolisierung von Imatinib hemmen und somit zu einer Erhöhung der Plasmakonzentrationen und in der Folge zu höherer Toxizität führen. Des Weiteren findet man N-Oxide am Piperazin- und am Pyrimidin-Ring sowie die Oxidationder aromatischen Methylgruppe zum Alkohol. Die Ausscheidung erfolgt größtenteils über die Galle(biliär), zu einem geringeren Teil über die Niere. Unverändert werden 25 % ausgeschieden. Imatinib ist kompetitiver Hemmstoff der Cytochrome CYP2C9, CYP2D6, CYP3A4/5. Der Zeitpunkt der maximalen Plasmakonzentration liegt bei 1 bis 2 Stunden.
Unerwünschte Wirkungen und Gegenanzeigen
Imatinib wird im Allgemeinen gut vertragen. Zu den unerwünschten Wirkungen zählen Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Muskelschmerzen (Myalgie), Muskelkrämpfe, Hautrötungen, erhöhte Leberwerte (Transaminasenanstieg), Schwellungen (Ödeme) und Hautveränderungen. Imatinib ist im Tierversuchteratogenund sollte deshalb während der Schwangerschaftnicht angewendet werden.
Literatur
- Deininger M, Buchdunger E, Druker BJ. The development of imatinib as a therapeutic agent for chronic myeloid leukemia. Blood 2004; [Epub ahead of print]. PMID 15618470.
- O'Brien SG, Guilhot F, Larson RA et al. Imatinib compared with interferon and low-dose cytarabine for newly diagnosed chronic-phase chronic myeloid leukemia. N Engl J Med 2003;348, 994-1004. PMID 12637609.
- Savage DG, Antman KH. Drug Therapy: Imatinib Mesylate ? A New Oral Targeted Therapy. N Engl J Med 2002; 346:683-693. PMID 11870247.
Weblinks
- Patienteninformation der Firma Novartis
- Hemmung der Tyrosinkinase-Aktivität durch Imatinib
- Das Lebenshaus - Gemeinschaft zur Unterstützung von Betroffenen mit GIST
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