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Imipramin

Strukturformel
Bild:Imipramin.png
Allgemeines
Name Imipramin
IUPAC-Name 10,11-Dihydro-N,N-
dimethyl-5H-dibenz-
[b,f]azepine-
5-propanamin
Summenformel C19H24N2
CAS-Nummer 50-49-7
Kurzbeschreibung Psychopharmakon
Eigenschaften
Molmasse 280,40 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Schmelzpunkt - °C
Siedepunkt 160 °C
Löslichkeit -
R- und S-Sätze

R: 22-36/37/38
S: 26-36
als Hydrochlorid

Imipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum. Chemisch strukturell gehört es zur Klasse der Dibenzazepine.


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Wirkung
  • 3 Indikationen
  • 4 Unerwünschte Wirkungen
  • 5 Darreichungsformen, Dosierung

Geschichte

Imipramin war der erste moderne Arzneistoff zur Behandlung von Depressionenüberhaupt und wurde zum Prototypeneiner ganzen Klasse von Psychopharmaka. Entwickler und Hersteller war der SchweizerKonzernGeigy; die Markteinführung erfolgte 1958.

Als Antidepressivumwar es eine Zufallsentdeckung: Es sollte als Neuroleptikumbei Schizophreniekranken eingesetzt werden. Bei der klinischen Erprobung stellte man fest, dass es für diesen Zweck untauglich war, jedoch gegen depressive Symptome gut wirkte. Imipramin ist strukturell ein Analogon des Promazins(verbrückt mit -CH2-CH2- statt -S-).

Wirkung

Imipramin hemmt im ZNSdie Rückaufnahme von Monoaminen aus dem synaptischen Spaltin die präsynaptischen Vesikelund bewirkt so einen Konzentrationsanstieg der NeurotransmitterSerotoninund Noradrenalinim Plasma. Der bei Depressionen beobachtbare relative Mangel dieser Botenstoffewird nun durch die erhöhte Verfügbarkeit ausgeglichen. Die so verbesserte neuronaleÜbertragung führt letztlich zu einer Milderung depressiverSymptome.

Imipramin greift in weitere Übertragungsprozesse im Gehirnein und wirkt z.B. anticholinerg(als Antagonistbestimmter Acetylcholin-Wirkungen) und antihistaminisch. Es entstehen so die charakteristischen Nebenwirkungen der trizyklischen Antidepressiva.

Die aktivierenden und dämpfenden Teilwirkungen halten sich in etwa die Waage. Stimmungsaufhellende Stoffe mit einer ähnlich antriebsneutralen Wirkung werden auch als Antidepressiva vom Imipramin-Typ bezeichnet ? mitunter selbst solche, die nicht zu den Trizyklikagehören.

Die sedierendeWirkkomponente vermindert sich meistens im Laufe der Anwendungsdauer; der stimmungsaufhellende Effekt tritt ebenfalls erst nach einer Einnahmedauer von ca. 2-3 Wochen ein.

Indikationen

Imipramin ist für die Therapiealler Formen von depressivenErkrankungen zugelassen, außerdem zur adjuvanten Therapiechronischer Schmerzen.

Eine Anwendung bei Angstzuständenund Phobienist gängig, geschieht allerdings ohne entsprechende Zulassung und damit Off-Label.

Unerwünschte Wirkungen

Imipramin hat vorwiegend vegetativeNebenwirkungen:

  • Durstgefühl, Mundtrockenheit
  • Hypotonie, Tachykardie, Herzrhythmusstörungen
  • Mydriasis, Akkomodationsstörungen
  • Obstipation, aber auch Diarrhoeu.a. Magen-Darm-Probleme
  • Miktionsstörungenbis zum Harnverhalt
  • Libidoverlust, Impotenz

Weiterhin können auftreten:

  • Schwindelgefühle, Kopfschmerzen
  • Unruhe, Ataxie, Tremor
  • Gewichtszunahme
  • Hautausschlag
  • Blutbildveränderungen, z.B. Leukopenieoder Agranulozytose
  • Erregungsleitungsstörungen am Herzen.

PsychischeStörwirkungen sind Müdigkeit, aber auch aggressivesVerhalten und Verwirrtheit (selten: pharmakogenesDelir). Imipramin kann bei Bipolaren Erkrankungenein Umschlagen einer depressiven in eine manischePhase bewirken.

Darreichungsformen, Dosierung

Imipramin existiert als Generikumund als Originalpräparat TOFRANIL® in Form von Tablettenoder Drageeszur oralenEinnahme.

Die mittlere tägliche Dosisbeträgt 50-150 mg, maximal 300 mg.




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