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Jugendliche

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel behandelt den Lebensabschnitt Jugend. Für die gleichnamige Zeitschrift siehe Die Jugend.

Unter Jugend versteht man in der westeuropäischen Kultur die Zeit zwischen Kindheitund Erwachsensein, also etwa zwischen dem 14. und 20. Lebensjahr. Diese Zeit wird auch als Adoleszenzbezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Zum Begriff
    • 1.1 Begriffsentstehung
    • 1.2 Definitionen der "Jugend "
  • 2 Jugend, ein Lebensabschnitt
  • 3 Jugend-Mythos
  • 4 Zitate
  • 5 Literatur
  • 6 Weblinks

Zum Begriff

Begriffsentstehung

Der Begriff Jugend ist historisch gesehen relativ jung und wurde erst ab den 1880er-Jahren verwendet. Der Begriff stammt aus der Jugendhilfe und bezeichnete ursprünglich eine männliche Person aus der Arbeiterklasse zwischen 13 und 18 Jahren, der Tendenzen zur Verwahrlosung, Kriminalität und eine Empfänglichkeit für sozialistisches Gedankengutunterstellt wurde.

Der Begriff des Jugendlichen war ursprünglich negativ besetzt und diente zur Etikettierung sowie zur Abwehr einer Personengruppe, die als gefährlich definiert wurde. Erst um 1911 wurde der negative Jugendmythos (Jugend als Gefährdung) durch ein positives Bild ersetzt, das dann aber im Rahmen nationalistischer Strömungenund als Folge der Irritationen durch den ersten Weltkriegzu einem positiven Jugendmythos wurde: Jugend als Hoffnung für die Zukunft, als Motor der Geschichte.

Das erste, negative Jugendbild in der Industriegesellschaftwirkte jedoch latent weiter und ist gerade in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche wieder aktualisierbar, wie die Diskussion um Jugendgewalt und Jugendkriminalität in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts zeigte: Jugend(liche) als Gefährdung und Bedrohung.

Definitionen der "Jugend "

Je nach Auffassung kann man zur Eingrenzung der Lebensphaseheute bestimmte Alterswerte oder aber eine Definition anhand von qualitativen Merkmalen vornehmen. Gemäß dieser zweiten Möglichkeit wird als Beginn der Jugendphase meistens die körperliche Geschlechtsreife gewählt, als Ende das Erreichen von finanzieller und emotionaler Autonomie.

Definitionen nach Alter gibt es verschiedene:

  • Nach deutschem Recht ist Jugendlicher, wer vierzehn, aber noch nicht achtzehn Jahre alt ist. Jüngere Personen sind die Kinder. Heranwachsenderist nach dem Jugendgerichtsgesetzjede Person, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat.
  • Soziologisches siehe Jugendsoziologie. In der 14. "Shell-Jugendstudie" ("Jugend 2002") gingen die beteiligten Wissenschaftler bei ihren Untersuchungen von der Personengruppe (den Kohorten) der 12- bis 25-jährigen aus.
  • Die UN-Generalversammlungdefiniert Jugendliche als Personen, die zwischen 15 und 24 Jahre alt sind (inklusive der beiden Grenzjahre). In dieser Kategorie soll aber zwischen den Teenagern(13 bis 19) und den jungen Erwachsenen (20-24) unterschieden werden, da die Probleme auf soziologischer, psychologischer und gesundheitlicher Ebene stark differenzieren. Diese Definition wurde für das Internationale Jahr der Jugend gemacht, das 1985abgehalten wurde. Alle Statistikender UNO über Jugendliche basieren auf dieser Definition. Laut aktuellen Schätzungen waren 1995 18% (oder 1 Milliarde) der Weltbevölkerung Jugendliche, wovon 85% in Entwicklungsländernleben. Die UNO hat den 12. Augustzum Tag der Jugend ernannt.

Eng verwandt mit dem Begriff des Jugendlichen ist der Begriff Teenager.

Jugend, ein Lebensabschnitt

In die Jugendzeit fällt die Pubertät, das Ende der Schulzeit, der Beginn der Berufsausbildung, die Abnabelung vom Elternhaus und die Identitätsfindung. Deswegen wird die Jugendzeit sowohl vom Jugendlichen, der sie durchlebt, als auch von den Eltern als nicht ganz einfach angesehen. So ist sie auch Gegenstand zumal der Dichtungvon Volks-und Studentenliedernbis hin zu einer eigenen Jugend-Literatur.

Der Begriff der Jugend, wie auch der Begriff der Kindheitsind historisch gewachsene Begriffe, die im Zusammenhang mit der jeweiligen Gesellschaftsform gesehen werden müssen. So gab es noch im 17. Jh. in vielen Ständenund vergleichbaren Gruppierungen jenseits der Säuglingszeit weder eine ausgeprägte Kindheitin unserem Sinn noch eine Jugend. Jedoch hatten sich im Adel, dann im Bürgertum das Musterdes Jünglingsbzw. der Jungfrauherausgebildet, im geistlichen Stand der Novize.
Jugend als Lebensphaseist dann ein Produkt der Modernisierung. In vormodernen, agrarisch strukturierten Gesellschaften mit wenig ausgeprägter Arbeitsteilungwurden die notwendigen Fähigkeiten und Kompetenzen von der Elterngeneration vermittelt. Durch die zunehmende Industrialisierungund Technisierung reichte dies aber nicht mehr aus. Vielmehr sollten die Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Schule und der Berufsausbildung erworben werden. Dies bedeutete aber eine längere Freistellung der nachwachsenden Generation vom Arbeitsleben. Ab den 60er-Jahren des 20. Jahrhundertsentwickelte sich Jugend dann als Folge der Bildungsexpansion, veränderter elterlicher Erziehungsziele, einer zunehmenden kulturellen Autonomie der Jugendlichen und dem Wirken einer jugendspezifischen Konsum- und Unterhaltungsindustriezu einer relativ eigenständigen Lebensphase (siehe auch 68er).

Jugend-Mythos

Kritiker werfen manchmal den modernen westlichen Gesellschaften vor, einem Jugendmythos zu unterliegen, so versuchten zunehmend ältere Generationen, jugendliche Mode und Lebensstile (Spontaneität) zu imitieren. Die Jugendlichkeit der Haut und ein junges Aussehen hoffe man durch Kosmetik- und andere Lifestyle-Produkte zu erlangen. Die tatsächlich existierenden Jugendlichen würden dagegen ihrem Verhalten nach immer jünger erwachsen.

Zitate

  • Sagen Sie / Ihm, dass er für die Träume seiner Jugend / Soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird, / Nicht öffnen soll dem tötenden Insekte / Gerühmter besserer Vernunft das Herz / Der zarten Götterblume - dass er nicht / Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit / Begeisterung, die Himmelstochter, lästert. ? Friedrich Schiller(Don Carlos, 4. Akt - vgl. Jüngling)
  • Später sieht man die Dinge zweckentsprechender, im besten Einvernehmen mit der ganzen menschlichen Gesellschaft, die Jugend bleibt aber die einzige Epoche, in der man etwas gelernt hat. ? Marcel Proust(Auf der Suche nach der verlorenen Zeit 2: Im Schatten der jungen Mädchen, ISBN 351857874X, S. 303)

Literatur

  • Benno Hafeneger: Jugendbilder. Opladen 1995.
  • Jürgen Reulecke: Bürgerliche Sozialreformer und Arbeiterjugend im Kaiserreich. In: Archiv für Sozialgeschichte, XXII. Band, Bonn 1982, S. 299-329.
  • Leopold Rosenmayr: Jugendbewegung und Jugendforschung. In: Walter Rüegg (Hrsg.): Kulturkritik und Jugendkult. Frankfurt a. M. 1974, S. 61-85.
  • Lutz Roth: Die Erfindung des Jugendlichen. Weinheim 1983.
  • Frank Trommler: Mission ohne Ziel. Über den Kult der Jugend im modernen Deutschland. In: Thomas Koebner, Rolf-Peter Janz, Frank Trommler: Mit uns zieht die neue Zeit. Der Mythos Jugend. Frankfurt a. M. 1985, S. 14-49.
  • Raoul Vaneigem: Handbuch der Lebenskunst für die jungen Generationen. Verlag Association, Hamburg 1977, ISBN 3-88032-054-3

Weblinks

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Wikiquote: {{{2|Jugend}}} ? Zitate
Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Jugend}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • http://www.un.org/youthen:Youth

eo:Juna?o fr:Jeunesse nl:Jeugd tr:Gençlik

Von "http://de.wikipedia.org/Jugend"



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