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Kammerflimmern ist eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung.
Bild:Kammerflimmern1.JPG Kammerflimmern
Sie kann z. B. als Komplikation eines Herzinfarktesauftreten (siehe auch plötzlicher Herztod).
In der Regel arbeitet die Gesamtheit der unzähligen Muskelzellen des Herzmuskels durch eine gezielte Steuerung über das Erregungsleitungssystem optimal zusammen. Dies führt dazu, dass sich das Herz gezielt zusammenzieht und das in ihm befindliche Blut in die Hauptschlagader (Aorta) presst. Durch eine Störung im Erregungsleitungssystem des Herzenskommt es zu unkoordinierten Kontraktionender einzelnen Herzmuskelzellen. Das Herz führt keine ordnungsgemäßen Schläge mehr durch, die Pumpleistung (Herzminutenvolumen) sinkt auf Null - der Patient erleidet einen Kreislaufstillstand.
Die Therapie des Kammerflimmerns ist die Defibrillation. Dabei werden durch einen gezielten Elektroschock die Herzmuskelzellen depolarisiert, so dass sie wieder auf Signale des Erregungsleitungssystems reagieren. Ohne Therapie tritt innerhalb weniger Minuten der Todein. Jede Minute ohne Defibrillation verringert die Wahrscheinlichkeit eines Therapieerfolges (= Wiederbelebung) um 7 bis 10 %.
Die Zeit bis zur Verfügbarkeit eines Defibrillators (Rettungsdienst, PAD) muss durch Erste-Hilfe-Maßnahmen(Herzdruckmassage und Atemspende) überbrückt werden, um die Sauerstoffversorgung vor allem des Gehirns, der Nieren und des Herzmuskels aufrechtzuerhalten.
Durch die zunehmende Verbreitung von halbautomatischenDefibrillatoren, die an öffentlichen Plätzen bereit gehalten werden (Public Access Defibrillator) und für die Anwendung durch Laien konzipiert sind, kann die Zeitspanne bis zur Defibrillation häufig deutlich verringert werden.
Durch diese Geräte erhöht sich die Überlebenschance um ein Vielfaches. Bei einer frühen Erste-Hilfe-Maßnahmeund Defibrillation durch den Rettungsdienst hat der Patient eine Überlebenschance von ca. 8 bis 10 %. Diese erhöht sich durch den frühen Einsatz eines AED durch Laienhelfer auf bis zu 50 %.
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