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Langnauer Keramik heißen die seit dem 17. Jahrhundertin Langnau im Emmentalhergestellten Töpferwaren.
Bild:Tellerboden.jpg Tellerboden im Langnauer Stil
Die ältesten Langnauer Töpferwaren (berndeutsch: "Chacheli") sind aus der Mitte des 17. Jahrhunderts erhalten geblieben. In der Nähe einer Lehmgrube im Hinterdorf, die 1649der Berner Patrizier Samuel Frischingerworben hatte, entstand damals die erste Töpferei. Der erste "Hafner" war wohl David Herrmann, der anscheinend aus dem badischen Schwarzwaldeingewandert war. Er wurde der Stammvater einer ganzen Hafnerdynastie.
Die schönsten Arbeiten der Langnauer Töpfer stammen aus der Zeit von 1720bis 1760. Auf einen Elfenbeingrundton wurden in kraftvollen Farben Pflanzenornamente aufgetragen, und man bemühte sich, die Farben beim Brennprozess leicht im Hintergrund verfließen zu lassen. Um 1750traten zu den Blumenmotiven Darstellungen von Tieren, Menschen, Schlössern, Kirchen und Szenen aus dem bäuerlichen und handwerklichen Alltag und auch Sprüche wie "Wihr läben so dahin und nämens nicht in acht, das ein Jeder Augenblick das Läben kürzer macht" oder "Lieber will ich Ledig Läben, als der Frau die Hosen Gäben".
Das Töpfergut wurde von sogenannten "Kachelträgern" in einem weiten Umkreis von Haus zu Haus verkauft. Noch heute gibt es in Langnau und Umgebung einige Töpfereien, die Keramikim traditionellen Langnauer Stil herstellen. Eine umfangreiche Sammlung von Alt-Langnauer Geschirr findet sich im Langnauer Heimatmuseum "Chüechlihuus".
Literatur
- Emil Aeschlimann, Alt-Langnau-Töpferei ? ein Beitrag zur Volkskunde, Bern 1928
- Rudolf Zbinden / Max Pfister: Langnau i.E. ? Herz des Oberemmentals, Bern 1977 (= Berner Heimatbücher 89), S. 17-20
Weblinks
- Homepage der Schautöpferei Kohler in Schüpbach(gegründet 1869, älteste Töpferei im Emmental)
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