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Lebertransplantat

Eine Lebertransplantation(LTX) ist die Verpflanzung einer gesunden Lebereines Verstorbenen oder eines Teils einer Leber eines Gesunden in den Körper eines leberkranken Patienten.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Indikationen
  • 2 Durchführung
  • 3 Komplikationen
  • 4 Nachsorge
  • 5 Erfolgsquote
  • 6 Spendermangel / Leberlebendspende / Split-Leber
  • 7 Weblinks

Indikationen

Faktoren, die eine Transplantation erforderlich machen können, sind beispielsweise:

  • Leberzirrhose, hervorgerufen durch
    • HepatitisB
    • Kombinierte Hepatitis B und D
    • Hepatitis C
    • Autoimmunhepatitis
    • AlkoholischeLeberzirrhose bei chronischem Alkoholabusus
    • Primär biliäre Zirrhose(PBC)
    • Primär sklerosierende Cholangitis(PSC)
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Polyzystische Degeneration
  • Budd-Chiari-Syndrom
  • Leberkrebs
  • Fulminantes Leberversagen(Beispiele: Knollenblätterpilzvergiftung, Paracetamolvergiftung, fulminante akute Virushepatitis)

Im Gegensatz zu anderen Organen wie Niere, Herzoder Lungeist eine Ersatztherapie wie Dialyse, Herz-Lungen-Maschineoder ECMOfür die Leber heute noch nicht möglich. Somit bedeutet endgültiges Leberversagenohne Transplantation schnell den Tod des Patienten. Aus diesem Grund können Patienten mit hochakuten Erkrankungen auf der Warteliste vorgezogen werden.
Aufgrund des Spendermangels sterben heute nicht wenige Patienten auf der Warteliste (siehe Organspende, Deutsche Stiftung Organspende, DSO). Aus diesem Grund werden Verfahren wie die Leberlebendspende und Split-Lebern durchgeführt.

Durchführung

Nachdem ein passendes Spenderorgan für den Wartenden gefunden wurde, ist Zeit der wichtigste Faktor. Das Organ muss innerhalb von 16-24 Stunden nach der Entnahme in den Körper des Empfängers verpflanzt werden, da sich die Funktionsfähigkeit schnell verschlechtert. In dieser Zeit wird das Organ auf seine Transplantationsfähigkeit überprüft und in das Transplantationszentrum des Organempfängers gebracht. Sollte der Empfänger nicht vor Ort sein, wird er abgeholt. Dieses Zeitfenster wird zudem durch die Dauer der eigentlichen Operation verkürzt, welche sich oftmals auf über 8 Stunden beläuft.
Im Gegensatz zu anderen Organen wie Niere oder Pankreas handelt es sich bei der Lebertransplantation um eine orthotope Transplantation. Das heißt, daß das neue Organ an der gleichen Stelle im Körper implantiert wird wie das zuvor entnommene alte (engl. Abkürzung OLT = Orthotopic Liver Transplant). Diese kompliziertere Vorgehensweise ist notwendig, da die Gefäßversorgung der Leber mit ihren drei Gefäßen (Hohlvene, Pfortader, Leberarterie) und dem Gallengangnur an dieser Stelle im Körper gewährleistet werden kann.
Durch einen großen Oberbauchschnittwerden zunächst die Blutgefässe offengelegt, die direkt mit der Leber verbunden sind. Oftmals verursacht die zirrhotische Erkrankung eine portale Hypertension, die sich, ebenso wie die bei Lebererkrankung häufig auftretenden Gerinnungsstörungen, erschwerend auf die dann folgende Explantation des alten Organs auswirken kann.
Um das Risiko eines massierten Blutverlustes zu verringern, kann ein venöser Bypassgelegt werden.
Noch während der Entnahme wird die Spenderleber auf die Implantation vorbereitet. Häufig müssen die arteriellen Anbindungen künstlich an die Verhältnisse im Körper angepasst werden, damit eine optimale Funktion gewährleistet ist.
Die vier zentralen Schritte nach Einsetzen des neuen Organs sind die Verbindung der Leber mit den Hohlvenen, der Leberarterie, der Pfortaderund des Gallenganges.

Komplikationen

Bei der Lebertransplantation treten etliche Risiken auf, die diesen Eingriff zu einer der schwierigsten Organverpflanzungen machen, wie zum Beispiel:

  • Infektionen(von den Patienten, die nach Lebertransplantation versterben ist in ca. 70% der Fälle eine Infektionserkrankung die Ursache)
  • erhöhte Blutungsneigung (durch Stoffwechselstörungen)
  • initiale Nichtfunktion und schwere Dysfunktion des Transplantates
  • Thrombosebildung
  • Undichtigkeiten in der Gallengangsverbindung
  • Abstoßungsreaktionen

Manche dieser Komplikationen können eine Retransplantation notwendig machen.

Nachsorge

Postoperative Überwachung ist bei einer Lebertransplantation essentiell. Enorm wichtig ist die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems, da ansonsten schnell Abstoßungsreaktionen auftreten können. Allerdings ist die Lebertransplantation in Bezug auf die Immunsuppression etwas weniger kritisch als andere Transplantationen. Auch eine intensive psychologische Betreuung ist nahezu unverzichtbar.
Die vorher bestehenden Symptome der Leberkrankheit wie Müdigkeit, Schwäche und Gelbfärbung gehen in der Regel zurück, was dem Patienten ein neues Leben ermöglicht. Nach der Transplantation können die Organempfänger unter Berücksichtigung der erhöhten Infektanfälligkeit durch die Immunsuppressionoft ein normales Leben führen.

Erfolgsquote

Die Lebertransplantation ist bei den oben genannten Erkrankungen die Therapie der Wahl. Durch ständige Verbesserung der Technik und Forschung auf dem Gebiet der Immuntherapie (Immunsuppression) steigt die Überlebensrate stetig an. Im Jahr 2005 wurden bereits Einjahres-Überlebensraten von über 90%, 5-Jahres-Überlebensraten von über 80% und 10-Jahres-Überlebensraten von über 70% erreicht. (Neuhaus et. al., Aktuelle Aspekte der Lebertransplantation, Uni-Med-Verlag, 2005). Die Überlebensquoten sind jedoch stark abhängig von der Grunderkrankung sowie dem Gesamtzustand, Folge- und Begleiterkrankungen des Patienten. Die mit einem Langzeitüberleben von über 90% beste Prognose haben Patienten, die aufgrund einer Primär Biliären Zirrhose transplantiert wurden.
Aus verschiedenen Gründen kann es zu Versagen des Transplantates und erneuter Transplantation ("Retransplantation") kommen.

Spendermangel / Leberlebendspende / Split-Leber

Das größte Problem ist jedoch wie bei allen Transplantationen das Ungleichgewicht zwischen Patienten, die auf einer Warteliste stehen, und potentiellen Organspendern.
Da die Leber in der Lage ist, sich zu regenerieren, also nachzuwachsen, kommen wie bei der Nierentransplantation auch Lebendspenden von passenden Spendern in Frage. Hier spielen jedoch ethische Überlegungen eine große Rolle, so daß nur Spender aus dem engsten Verwandtenkreis in Frage kommen. In jedem Fall soll verhindert werden, daß es zu illegalem Organhandel kommt (Siehe Transplantation).
Die Fähigkeit der Leber sich zu regenerieren macht sich auch das Verfahren der Split-Leber zu Nutze. Dabei wird ein Spenderorgan auf zwei Empfänger aufgeteilt.

Erwähnenswert ist, dass die Regenerationsfähigkeit der Leber sich bereits in der griechischen Mythologie niederschlägt. In der Sage des Prometheuswird dieser zur Strafe für die Übergabe des Feuers an den Menschen an einen Felsen geschlagen. Ein Adler hackt täglich einen Teil seiner Leber heraus, der bis zum nächsten Tag nachwächst.

Weblinks

  • Allgemeine Informationen rund um die Transplantationsmedizin
  • Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.
  • Informationen zur Organspende
  • Eurotransplant - europäisches Transplantationszentrum
  • Informationen zur Organspende
  • weitere Links zur Lebertransplantation auf www.medinfo.de

Universitätskliniken und viele Großkliniken betreiben Transplantationszentren oder Transplantationsambulanzen.




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