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Magengrippe

Ein Magengeschwür (auch Magenulkus, Ulcus ventriculi) ist ein lokalisierter Defekt der Magenschleimhaut. Ursächlich für das Geschwür ist ein Missverhältnis zwischen aggressiven Faktoren (Magensäure) und den Schutzmechanismen des Magens. Oft ist für den Befall der Magenschleimhaut ein erst Mitte der 1980er Jahre von Robin Warrenund Barry Marshallidentifiziertes Bakterium (Helicobacter pylori) verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Epidemiologie
  • 3 Lokalisation
  • 4 Folgen
  • 5 Diagnosestellung
  • 6 Therapie
  • 7 Literatur
  • 8 Siehe auch
  • 9 Weblinks

Ursachen

Häufigste Ursache ist die Magenschleimhautentzündung(Gastritis) durch bestimmte Stämme des Helicobacter pylori(75 %). Seltenere Ursachen sind die längere Einnahme von bestimmten Medikamenten (schmerz- und entzündungshemmende Mittel), körperlicher Stress (z. B. schwere Krankheit) oder andere Erkrankungen (z. B. Hyperparathyreoidismus, Zollinger-Ellison-Syndrom). Heute wird in der Medizin kaum noch die Ansicht vertreten, dass Magengeschwüre, wie früher angenommen, allein durch zuviel Magensäureverursacht werden.

Die genaue Ursache und Entwicklung des Ulcus ventriculi konnte noch nicht ganz festgestellt werden, der größte Durchbruch der letzten Jahre war jedoch der Nachweis, dass Helicobacter pylori eine erhebliche Beteiligung an der Entwicklung des Magengeschwürs wie auch an der Bildung des Geschwürs im Zwölffingerdarm Ulcus duodenihat. Für die ?klassischen? Faktoren wie lärmbedingtenoder beruflichen Stressliefern neuere klinische Studienhingegen weniger konkrete Anhaltspunkte als bisher vermutet, auch wenn das StresshormonKortisolgeschwürfördernd (wundheilungsverzögernd) wirkt.

Epidemiologie

Das Magenulkus betrifft mehr Männer als Frauen. Circa jeder 20. Mann über 35 erkrankt im Laufe seines Lebens an einem Magengeschwür. In Deutschland gibt es etwa 40.000 Fälle jährlich. Die Erkrankung nimmt nach dem 40 Lj. zu, sie kann aber auch vor dem 7 Lj. auftreten, wobei die Ursachen eher durch Medikamente und Stress bedingt sein sollen.

Inzidenz : 0,044% bei über 15jährigen (bezogen auf den Großraum Kopenhagen)

Prävalenz: 0,28% (bezogen auf Finnland)

Außerdem sind große geographische Unterschiede bei der Epidemiologie des Magenulkus zu beobachten. So sind in den meisten westeuropäischen Ländern das Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) 3-9 mal häufiger, wobei in Japan, Süd-Norwegen und in Peru das Magenulcus überwiegt.

Lokalisation

Das chronische Magengeschwür liegt meist an den Grenzen des Antrumzu Pylorusund Korpus, welche auch die Hauptlokalisationen der Helibakter-Pylori-Gastritis sind.

Folgen

Häufigste Folge von Magengeschwüren sind beim Menschen drückende und brennende Magenschmerzen, vor allem nach dem Essen, da die aggressive Magensäure die Magenschleimhaut verletzt. Lebensbedrohliche Komplikationensind die Blutung aus dem Geschwür und der Magendurchbruch. Lange bestehende Geschwüre können zu einer Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) führen und Magenkrebsbegünstigen.

Diagnosestellung

Eine sichere Diagnose kann durch eine Magenspiegelung(Gastroskopie) erfolgen. Hierbei werden Gewebeproben entnommen, in denen Helicobacter pylori nachgewiesen werden kann, außerdem kann ein Krebsleiden ausgeschlossen werden. Blutuntersuchungen sind wenig hilfreich.

Ein Magen-/Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi/duodeni) kann sich durchaus auch ohne größere Magen- und Verdauungsbeschwerden in starken bis sehr starken Rückenmuskulaturkrämpfen oder Unterbauchkrämpfen äußern. Bei längerandauerden heftigen Rückenverspannungen, die mit herkömmlichen Methoden nicht therapierbar sind, ist auch ein Magengeschwür in Betracht zu ziehen. (bitte Diskussion beachten)

Therapie

Die früher übliche operative Therapie (z. B. Magenteilresektionennach Billroth) ist in den letzten Jahren von effektiven medikamentösen Behandlungen verdrängt worden und heute nur noch bei Komplikationen notwendig. Wenn in einem Magengeschwür Helicobacter pylori nachgewiesen wurde, wird dieser Keim abgetötet (Eradikation). Hierzu wird im allgemeinen eine Antibiotika-Kombination über eine Woche verabreicht. Zur Abheilung des Geschwürs wird die Säureproduktion des Magens mit einem so genannten Protonenpumpenhemmer(Protonenpumpeninhibitor, PPI) vermindert. Schleimhautschädigende Faktoren (Rauchen, säurehaltige Getränke, Kaffee, fettiges Essen, einige [Schmerz-]Medikamente) sollten gemieden werden. Hierunter heilt im Regelfall das Geschwür ab, dies sollte nach etwa 6 Wochen mittels Magenspiegelung kontrolliert werden. Ein Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür (ulcus ventriculi/duodeni) kann sich aber auch durchaus ohne größere Magen- und Verdauungsbeschwerden in starken bis sehr starken Rückenmuskulaturkrämpfen und/oder Unterbauchkrämpfen äussern. Bei längerandauerden heftigen Rückenverspannungen, die nicht therapierbar sind mit herkömmlichen Methoden bitte auch ein Magengeschwür in Betracht ziehen.

Literatur

  • Yvonne Syha, Laura Popescu, Mario Wurglics, Manfred Schubert-Zsilavecz: Geschichte der Ulcustherapie. Pharmazie in unserer Zeit 34(3), S. 188 - 192 (2005), ISSN 0048-3664

Siehe auch

John Robin Warren

Weblinks

  • NetDoktor
  • Durch ein Röntgenbild verdeutlichte Darstellung des Ulcus ventriculi
  • Warrens Zufallsentdeckung führte zum Durchbruch- seine Ehefrau Winwurde seine erste Patientin (Artikel bei 3sat/nano)



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