Bild:Nose picking in progress.jpg Mann, der in der Nase bohrt.
Unter Nasebohren versteht man das Entfernen von angetrocknetem Nasensekret(im Volksmund "Popel" genannt, "Rotz" oder "Rammel" in Österreich) oder Fremdkörpern aus der Nasemit dem Finger. In der Medizin ist krankhaftes Nasebohren bekannt unter der Klassifikationsnummer F98.8 des ICD10-Code. Zwanghaftes Nasebohren wird auch als Rhinotillexomanie bezeichnet.
Obwohl es eine Säuberungshandlungist, wird Nasebohren in der Öffentlichkeit, jedenfalls in der westlichen und in weiten Teilen der fernöstlichen Kultur, als "unhygienische" Tätigkeit betrachtet. Dies ist vermutlich darin begründet, dass das Nasensekret, und somit auch das Hervorholen desselben, als unappetitlich angesehen wird.
Das Verspeisen des entfernten Schleims, medizinisch Mukophagie genannt, unterliegt einem noch stärkeren Tabu, obwohl es auch relativ weit verbreitet ist. Interessant ist, dass dieses Tabu so stark wirkt, dass sogar Personen, die es selbst ab und zu tun, meist Ekelempfinden, wenn es ein anderer in ihrer Gegenwart tut.
Das Nasebohren birgt einige medizinische Risiken, darunter das des Nasenblutensund der Infektionder Nase. Die Empfehlung lautet im Allgemeinen, ein Taschentuchzu benutzen. In der Praxis ist Nasensekret jedoch häufig so fest angekrustet, dass es durch bloßes Ausblasen der Nase in ein Taschentuch nicht entfernt werden kann.
Weblinks
- Hygiene-Grundregeln für lebensmittelverarbeitende Betriebe
- Nonsens-Humorseite zum Nasenbohren
- Pressemeldung: "Nasebohren - eine männliche Untugend?"
Literatur
Das große Buch des Popelns (Originaltitel: Nosepicking for pleasure.
A handy guide) von Roland Flicket, erschienen bei der achterbahn AGen:Nose-picking
nl:Neuspeuteren
tl:Pangungulangot
Seitenkategorien: Sozialtabu
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