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Nebennierenadenom

Die Nebenniere (lateinischGlandula adrenalis oder Glandula suprarenalis) ist eine paarige Hormon-Drüse. Die Nebennieren befinden sich beim Menschen auf den oberen Polen beider Nieren, bei den nicht aufrecht stehenden Säugetierenam vorderen Nierenpol. Sie unterliegen dem hormonellen Regelkreislauf und dem vegetativen Nervensystem.

Eine Nebenniere wiegt beim Menschen etwa 5 Gramm, ist ca. 3 cm lang und 1,5 cm breit. Beim Pferdist sie ungefähr 8×3 cm groß.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Aufbau
    • 1.1 Nebennierenrinde
    • 1.2 Nebennierenmark
  • 2 Erkrankungen der Nebenniere
  • 3 Weblinks

Aufbau

Die Nebennieren sind von einer feinen Bindegewebskapselumgeben und bestehen aus Mark und Rinde. Beide Anteile sind ontogenetischunterschiedlicher Herkunft und bilden bei niederen Wirbeltierennoch zwei separate Organe (Interrenalorganoder Adrenalorgan).

Nebennierenrinde

Bild:Gray1185.png
Schichten der Nebenniere

Die das Mark umgebende Nebennierenrinde (Cortex glandulae suprarenalis) lässt sich in drei Schichten gliedern:

  • Zona arcuata bzw. glomerulosa:In der äußeren Zone sind die Zellen bei Paarhufernund Mensch knäuelförmig (Zona glomerulosa, von glomerulum ?Knäuel?), bei anderen Säugetieren meist bogenförmig (Zona arcuata, von lat.arcus ?Bogen?), angeordnet. Diese relativ kleinen Zellen bilden vorwiegend Aldosteronin Antwort auf erhöhte Kaliumspiegel oder erniedrigte Natriumspiegel im Blut oder einem verminderten Blutstrom in den Nieren. Aldosteron ist Teil des Renin-Angiotensin-Systems und reguliert die Konzentration von Kaliumund Natrium.
  • Zona fasciculata: Als mittlere Schicht folgt die Zona fasciculata (lat.fasciculus ?Strang?) mit relativ großen Zellen. Sie sind strangartig angeordnet und reich an Lipoidgranula (?Spongiozyten?). Zwischen diesen Zellsträngen liegen sinusoid erweiterte Kapillaren. Die Zellen bilden vorwiegend Glukokortikoidewie Cortisol. Die Production der Glukokortikoide wird über das adrenokortikotrope Hormon(ACTH) aus der Hypophysereguliert. Darüber hinaus werden geringe Mengen von Sexualhormonen, genauer Androgenewie Dehydroepiandrosteron synthetisiert.
  • Zona reticularis: Zum Mark hin folgt die Zona reticularis (lat.reticulum ?Netz?) mit netzförmig angeordneten, kleinen Zellen. Sie bilden vorwiegend Androgen.

Alle Hormone der Nebennierenrinde werden aus Cholesterolsynthetisiert. Das Cholesterol wird über ein steroidogenic acute regulatory protein (StAR) in die innere Membran der Mitochondrientransportiert. Dort wird es durch das EnzymCYP11A in Pregnenolonumgewandelt. Pregnenolon kann entweder zu Progesterondehydriert oder zu 17-alpha-Hydroxypregnenolon hydroxyliert werden. Progesteron kann über Hydroxylierung am C21-Atom zu Deoxycorticosteron und über zwei weitere Hydroxylierungen zu Aldosteron umgewandelt werden. Progesteron kann über Hydroxylierung am C17-Atom zu 17-alpha-Hydroxyprogesteron und weiter über Deoxycortisol zu Cortisol hydroxyliert werden.

Nebennierenmark

Das Nebennierenmark (lat.: Medulla glandulae suprarenalis) liegt im Inneren der Nebenniere und entsteht ontogenetisch aus dem Nervensystem, genauer durch Auswanderung von Zellen aus der Neuralleiste. Diese ektodermalenChromaffinoblasten enstammen also der Anlage des Grenzstrangsund sind modifizierte Nervenzellen. Man kann das Mark auch als sympathischesParaganglionansehen.

Es besteht aus sogennannten chromaffinen Zellen (gut mit Chromsalzen anfärbbar), in welchen aus L-Tyrosinsowohl Adrenalinals auch Noradrenalingebildet und bei Bedarf direkt an das Blut abgegeben werden. Je nach produziertem Hormonwerden die Zellen als Epiphrenocyti bzw. Norepiphrenocyti bezeichnet. Das Nebennierenmark besteht weiterhin aus Bindegewebe, Blutgefäßenmit venösemPlexus, multipolaren sympathischen Ganglienzellenund Nervenfasern.

Erkrankungen der Nebenniere

Infolge der Vielzahl der in der Nebenniere gebildeten Hormone können bei Störungen vielfältige Krankheitsbilder auftreten.

Eine durch Erkrankung des Organs bedingte Überproduktion von Aldosteronführt zum Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom) mit erhöhtem Blutdruck und erniedrigtem Kaliumblutspiegel. Eine Unterfunktion wird als Hypaldosteronismus bezeichnet. Sie tritt vor allem als Nebenwirkung nach Gabe von Aldosteronantagonisten auf.

Eine vermehrte Glukokortikoidbildungführt zum Hyperadrenokortizismus (Morbus Cushing). Dieser kommt häufiger beim Menschen, aber auch bei Hunden und Pferden (Equines Cushing-Syndrom) vor. Meist ist die Ursache eine Überproduktion von adrenokortikotropem Hormon (ACTH) in der Hirnanhangsdrüse(Hypophyse), welches die Bildung von Kortikoiden in der Nebenniere reguliert, seltener eine Erkrankung der Nebennierenrinde selbst. Das dadurch entstehende Cushing-Syndrom äußert sich in erhöhtem Blutzuckerspiegel, Stammfettsucht, Hautveränderungen und Knochen- und Muskelabbau. Langzeitanwendungen mit den als Entzündungshemmer eingesetzten Glukokortikosteroiden (z. B. Prednisolon, Dexamethason) haben entsprechende Nebenwirkungen.

Eine verminderte Glukokortikoidbildungbezeichnet man als Hypadrenokortizismus (Morbus Addison). Morbus Addison äußert sich durch schnelle Ermüdbarkeit, Appetitverlust, Abmagerung und im fortgeschrittenen Stadium durch eine dunkle, braun-gelbe Hautfarbe.

Unterfunktionen des Nebennierenmarks kommen nicht vor. Selbst der völlige Ausfall des Nebennierenmarks wird vom Sympathicus und den endokrinen Zellen der Paraganglien kompensiert. Durch Tumore (Phäochromozytom) bedingte Überfunktionen können sich in anfallsartigem Bluthochdruck (paroxysmale Hypertonie) äußern.

Weblinks

  • SonoAtlas der Nebenniere



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