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Pankreatogene

Pankreatitis ist eine Entzündungder Bauchspeicheldrüse(Pankreas), die akut oder chronischverlaufen kann.

In den allermeisten Fällen entsteht die Pankreatitis durch eine Aktivierung von Pankreas-Enzymeninnerhalb des Organs. Da es die Aufgabe dieser Enzyme ist, Eiweißeund Fettezu verdauen, beginnt eine Selbstverdauung des Organs. Diese Selbstverdauung führt zur Entzündung der Bauchspeicheldrüse. In schweren Fällen können Blutungen, ernste Gewebeschäden, Infektionenund Zystenentstehen. Eine entzündete Drüse kann dazu führen, dass Enzyme in den Blutstrom eintreten und so die Lungen, das Herzund die Nierenerreichen, wo weitere Schäden auftreten können.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Akute Pankreatitis
    • 1.1 Ursachen
    • 1.2 Klinik
    • 1.3 Schweregrade
    • 1.4 Therapie
  • 2 Chronische Pankreatitis
    • 2.1 Ursachen
    • 2.2 Klinik
    • 2.3 Diagnose
    • 2.4 Therapie
  • 3 Literatur
  • 4 Siehe auch
  • 5 Weblinks

Akute Pankreatitis

Diese Krankheit entsteht, wenn sich die Bauchspeicheldrüse plötzlich entzündet, sich dann aber wieder erholt. Einige Patienten leiden mehrmals an akuter Pankreatitis, können sich aber jedes Mal vollständig erholen. Eine akute Pankreatitis tritt plötzlich auf und kann eine ernste, lebensbedrohliche Krankheit sein, die zahlreiche Komplikationen hervorruft, normalerweise erholen sich Patienten aber von einer akuten Pankreatitis. Die Inzidenzbeträgt etwa fünf bis zehn Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.

Ursachen

Die akute Pankreatitis kann mehrere Ursachen haben:

  • Gallensteine, die sich in der Mündung des Gallengangsin den Zwölffingerdarm, die gleichzeitig auch die Mündung des Bauchspeicheldrüsengangs ist, vorübergehend oder länger festklemmen. (ca. 45% der akuten Pankreatitiden)
  • Chronischer Alkoholmissbrauch(ca. 35%)
  • Idiopathisch (keine erkennbare Ursache, ca. 15%)
  • Seltene Ursachen wie:
    • Als Nebenwirkung von Medikamenten (z. B. Asparaginase, Azathioprin, Furosemid, Glukokortikoide, Antibiotika(Tetrazykline, Sulfamethoxazol, Trimethoprim), Antikonvulsiva(Valproat, Carbamazepin), Propofolund andere
    • Infektionenz. B. Mumps, Coxsackie-Virus, Hepatitis, HIV, Zytomegalie-Virus
    • Erhöhter Blutkalziumwert, z. B. bei Nebenschilddrüsenüberfunktion
    • Stark erhöhte Blutfette (Triglyzeride)
    • nach ERCP
    • genetisch: Zystische Fibrose

Klinik

Eine akute Pankreatitis macht sich anfangs durch Schmerzen im Oberbauch (Epigastrium), die in den Brustkorbaustrahlen, bemerkbar, die nach einigen Tagen verschwinden. Die Schmerzen sind oft sehr heftig und zum Teil auch anhaltend. Die Schmerzen können plötzlich und intensiv sein, oder als leichte Schmerzen beginnen und nach der Einnahme von Nahrung schlimmer werden. Der Bauch kann geschwollen und sehr empfindlich sein. Charakterisch bei der körperlichen Untersuchung sind ein druckschmerzhaftes Abdomen und ein sog. Gummibauch, der durch Meteroismus und (mäßige) Abwehrspannung bedingt ist.

Patienten mit einer akuten Pankreatitis sehen gewöhnlich sehr krank aus und fühlen sich auch so. Andere Symptome sind zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Fieber, erhöhter Puls. In schweren Fällen treten Gelbsucht (Ikterus), Bauchwassersucht (Aszites), Pleuraergüssesowie Schock- und Sepsiszeichenhinzu.

Labordiagnostisch kann eine erhöhte Leukozytenzahl (Leukozytose) sowie ein Anstieg der Konzentration von Pankreasenzymen (z. B. Trypsin, Amylase, Lipase) nachgewiesen werden. Auch die Calcium-, Magnesium-, Natrium-, Kalium-, Bikarbonat-, Zucker- oder Fettwerteim Blut können erhöht sein.

Ungefähr 20% der akuten Pankreatitis-Fälle sind ernst. Der Patient kann dehydrieren und einen niedrigen Blutdruckentwickeln. Manchmal kommt es zu Herz-, Lungen- oder Nierenversagen. In den schlimmsten Fällen führt eine akute Pankreatitis zu Blutungen, Schock und manchmal zum Tod.

Schweregrade

Nach der aktuellen Atlanta-Klassifikation wird die milde von der schweren akuten Pankreatitis unterschieden.

Eine veraltete Einteilung unterteilte eine ödematöse Form (Frühstadium), eine hämorrhagische Form mit lokalen oder generalisierten Blutungen und eine akute nekrotisierende Form.

Therapie

Allgemein sollten die Patienten drei oder vier Tage keine Nahrung zu sich nehmen, damit die Stimulierung des Pankreas durch in das Duodenumgelangte Magensäureentfällt. Wichtig ist die Schmerztherapie, da eine Pankreatitis mit erheblichen Schmerzen verbunden ist. Ist die Pankreatitis durch einen eingeklemmten Gallenstein ausgelöst worden, muß dieser entfernt werden. Eventuelle Veränderungen der Blutwerte werden mit Infusionenausgeglichen. Bei Anzeichen für eine Infektion werden Antibiotikaverabreicht.

Sollten Komplikationen wie Infektionen, Zysten oder Blutungen auftreten, ist unter Umständen ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung von nekrotischem (abgestorbenes) Gewebe oder zur Entleerung von Zysten angezeigt.

Eine Attacke bei einer akuten Pankreatitis dauert gewöhnlich nur einige Tage. Ist die Ursache für eine Pankreatitis beseitigt, heilt diese meist aus. In ernsten Fällen einer akuten Pankreatitis muss der Patient für drei bis vier Wochen intravenös ernährtwerden.

Chronische Pankreatitis

Ursachen

Eine chronische Pankreatitis hat viele Ursachen, aber 70 bis 80% sind auf chronischen Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Sie tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf und entwickelt sich häufig zwischen dem 30. und dem 40. Lebensjahr. Eine chronische Pankreatitis kann sich auch aus einer akuten Entzündung entwickeln, wenn die Ursache nicht beseitigt wird oder der Ausführungsgang beschädigt ist.

Einige chronische Pankreatitiden sind erblich bedingt. Diese beruhen auf einer Abnormalität der vom Pankreas gebildeten Enzyme, welche das Gewebe schädigen.

Klinik

In den frühen Stadien einer Pankreatitis kann der Arzt häufig nicht entscheiden, ob es sich um eine akute oder eine chronische Form handelt. Die Symptome können die gleichen sein.

Eine chronische Pankreatitis verursacht häufig chronische Schmerzen. In einigen Fällen chronischer Pankreatitis lässt der Schmerz nach, wenn die Krankheit fortschreitet. Sie führt auch zu einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüsen-Aktivität, was zu Gewichtsverlust und Verdauungsstörungen führt. Die ungenügende Verdauung und Resorption führt zur Abgabe von Fett und Eiweiß über den Stuhl. Wenn die endokrinenZellen (Langerhans-Inseln) im Pankreas geschädigt sind, kann sich ein Diabetesentwickeln.

Diagnose

Eine Diagnose der chronischen Pankreatitis ist schwierig, jedoch stehen einige hochentwickelte medizinische Techniken zu Verfügung. Pankreas-Funktions-Bluttests helfen dem Arzt dabei, zu entscheiden, ob die Bauchspeicheldrüse noch in der Lage ist, genug Verdauungsenzyme herzustellen.

Abnormalitäten des Pankreas können auch durch Ultraschall, ERCPund Computertomographieerkannt werden.

In fortgeschritteneren Stadien einer chronischen Pankreatitis, wenn Diabetes und fehlerhafte Resorption auftreten, kann der Arzt auch Blut, Urin und Stuhltests durchführen, um eine Diagnose zu stellen.

Therapie

Eine chronische Pankreatitis wird durch das Verschreiben von Schmerzmitteln und eine Nahrungsumstellung behandelt. Patienten können den Verlust von Fett und Eiweiß reduzieren, indem sie Medikamente einnehmen, die Pankreas-Enzyme enthalten. Dies wird eine verbesserte Ernährung und eine Gewichtszunahme zur Folge haben. Manchmal werden Insulin oder andere Medikamente verschrieben, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

In einigen Fällen von chronischer Pankreatitis wird ein chirurgischer Eingriff vorgenommen, um die Schmerzen zu lindern, indem ein vergrößerter und gestauter Pankreasgang entlastet wird.

Literatur

G.Hahn, J. Riemann: Klinische Gastroenterologie; 1996; S. 1127-1145; ISBN 3-13-477703-7

Siehe auch

Pankreaskarzinom- Mukoviszidose

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Pankreatitis}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • Pankreatitis - Patienteninfo von NetDoktor.at
  • Pankreasseite der Universitätsklinik Münster
  • Deutsche Klinik für minimal invasive Chirurgie - Pankreatitis



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