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Ramipril

Ramipril ist ein Arzneistoffder Gruppe der ACE-Hemmer, der zur Behandlung des Bluthochdrucks (Hypertonie) und der Herzinsuffizienzund zur Vorbeugung des Herzinfarkteseingesetzt wird. Ramipril selbst ist ein inaktives Prodrug. Sein Wirkprinzip beruht nach Aktivierung zum Ramiprilat auf der Hemmung des Angiotensin Converting Enzyms(ACE). In Deutschland ist Ramipril als Delix® und Vesdil® sowie in Form zahlreicher Generikaauf dem Markt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Chemie
  • 2 Pharmakologie
    • 2.1 Anwendungsgebiete
    • 2.2 Wirkmechanismus
    • 2.3 Nebenwirkungen
    • 2.4 Wechselwirkungen

Chemie

Ramipril ist ein ACE-Hemmer der zweiten Generation. Dieser besteht aus Analoga der AminosäurenProlin, Alaninund Phenylalanin.

Ramipril ist ein inaktives Prodrug, was durch Veresterungder freien Carbonsäurefunktionmit Ethanolerreicht wurde. Diese Ethanolgruppe wird im Organismus in der Leberdurch Esterasenabgespalten wodurch das aktive Ramiprilat entsteht.

Pharmakologie

Anwendungsgebiete

Ramipril wird einzeln (Monotherapie) und in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern (Kombinationstherapie, insbesondere mit Diuretika oder Kalziumkanalblockern) überwiegend zur Therapiedes Bluthochdrucks eingesetzt. Auch zur Behandlung der Herzinsuffizienz gilt es als Mittel der ersten Wahl. Ramipril konnte in mehreren klinischen Studienauch eine Wirksamkeit in der Prophylaxe(Vorbeugung) des Herzinfarktszeigen.

Wirkmechanismus

Ramipril führt als Inhibitordes Angiotensin Converting Enzyms zu einer verminderten Bildung von Angiotensin IIaus Angiotensin I. Diese verminderte Bildung von Angiotensin II bedingt eine Abnahme des Tonusesder Blutgefäßeund damit eine Abnahme des Blutdrucks. Ebenfalls führt die Abnahme des Angiotensin-II-Spiegels zu einer Verringerung der Aldosteron-Freisetzung aus der Nebennierenrindeund somit zu einer Beeinflussung des Wasserhaushalts (siehe auch Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).

Nebenwirkungen

Die meisten Nebenwirkungen von Ramipril werden mit einem durch ACE-Hemmer bedingten verlangsamten Abbau und Kumulation von Bradykininin Verbindung gebracht. Dazu zählen Hautreaktionen, wie z.B. Exanthemeund Nesselsucht, ferner auch angioneurotische Ödeme. Schwere allergische Hautreaktione werden hingegen nur sehr selten beobachtet.

Zu den Nebenwirkungen auf die Atemwege zählen trockener Husten, Heiserkeit und Halsschmerz. Asthmaanfälleund Atemnot können ebenfalls, wenn auch selten, auftreten.

Als Folge der Hauptwirkung von Ramipril kann es zu einer zu starken Bludrucksenkung kommen. In Folge dessen können gelegentlich Schwindel, Kopfschmerz und Benommenheit beobachtet werden. Von schweren Herz-Kreislaufereignissen, wie Angina Pectoris, Herzinfarkt und Synkope, wurde nur in Einzelfällen berichtet.

Durch Eingriff in den Wasser- und Elektrolyhaushalt können gelegentlich funktionelle Nierenfunktionsstörungen beobachtet werden. Eine Proteinurie (Ausscheidung von Protinen im Harn) wurde hingegen nur selten beobachtet.

Da Ramipril in der Schwangerschaftu.a. Wachstums- und Knochenbildungsstörungen beim Kind verbunden mit einer erhöhten Sterblichkeit hervorrufen kann, darf Ramipril in dieser Zeit nicht eingenommen werden und sollten durch andere geeignete therapeutische Maßnahmen ersetzt werden.

Wechselwirkungen

Ramipril verstärkt die blutzuckersenkendeWirkung von Insulinund oralen Antidiabetika, sowie die blutbildverändernden Wirkungen von Immunsuppressiva.

Durch Eingriff in den Wasser- und Elektrolyhaushalt kann die Ausscheidung von Elektrolyten verlangsamt werden, was insbesondere bei der Therapie mit Lithiumund kaliumsparenden Diuretika beachtet werden sollte.

Bei Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln sollte eine verstärkte Blutdrucksenkung berücksichtigt werden.




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