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| Dieser Artikel erläutert den Rauschzustand; für andere Bedeutungen siehe Rausch (Begriffsklärung).
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Bild:Bildkunst 2234.jpg Rauschzustände können die Wahrnehmung trüben oder vertiefen, können befügeln oder betäuben.
Rausch bezeichnet einen Zustand veränderter Wahrnehmung, der als angenehm oder als unangenehm erlebt werden kann:
- Er kann sich in einer Beeinträchtigung oder Verfälschung der Wahrnehmung ausdrücken, im Extrem kann es zu Halluzinationenkommen.
- Er kann Ausdruck eines besonders intensiven oder partiell intensivierten Erlebens sein, das sich in manchen Fällen bis zur Euphorieoder Ekstasesteigern kann, aber auch in verstärkten Angstgefühlenäußern kann.
- Ebenso kann er sich in einem vertieften Zustand der Entspannung oder herabgesetzter Reizempfindungen äußern, der im Extrem bis hin zur Empfindungslosigkeitführen kann.
Negative Folgen besonders von künstlich oder exzessivherbeigeführten Räuschen können erhöhte Unfallgefahr, Zustände der Übererregbarkeit, der Apathie, Angstzustände, Bewusstseinsstörungen, Schock, in manchen Fällen sogar ein Fallen ins Komasein. Hinzu können ggf. spezifische Nebenwirkungen der Rauschmittelkommen.
Dient der Rausch wiederholt bewusst oder unbewusst der Realitätsflucht, kann er eng zusammenhängen mit der Sucht.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Auslöser von Rauschzuständen
- 2 Drogenfreie Rauschzustände
- 3 Der Rausch in der Kultur
- 3.1 Integrierte Formen von Rausch in der Kultur
- 3.2 Nicht integrierte Formen von Rausch in der Kultur
- 4 Siehe auch
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Auslöser von Rauschzuständen
Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. (Paracelsus)
Das Phänomendes Rauschempfindens kann durch unterschiedliche Ereignisse ausgelöst werden. Hierbei können unterschieden werden:
- Räusche durch körpereigene reaktiveVorgänge, ausgelöst durch die verstärkte Ausschüttung körpereigener Hormonewie Adrenalinoder Endorphinekönnen etwa durch Bungee-Jumping, Tanzen, Musikerleben, Meditation, oder sportlicheBetätigung ausgelöst werden. Dabei kann es in manchen Fällen, ähnlich von der Einnahme von Drogen bekannt, bis zur Unzurechnungsfähigkeitkommen. Siehe Drogenfreie Rauschzustände.
- Räusche, die durch die Zufuhr von Substanzen hervorgerufen werden, die auf die Informationsübermittlung der Neuroneneinwirken und den normalen Ablauf stören bzw. ändern können. Es handelt sich bei der Einnahme von Drogenoft nicht um eine häufig angenommene Erweiterung von natürlichen Fähigkeiten, sondern um eine Einengung, die zu einer Veränderung des normalen Verhaltens oder Erlebens führen kann. Beispiele: Alkoholkann zur Herabsetzung der Schamund zu einer Neigung zur Selbstüberschätzung führen, psychoaktive Substanzenkönnen zu Fehlinterpretationen von Sinneswahrnehmungen und Halluzinationenführen. Eine der ältesten Formen der substanzgebundenden Rauscherlangung ist der Konsum von Alkohol durch vergorene Getränke, der Verzehr von psychoaktivenPilzen und Pflanzen, das Rauchen von Kräutern oder das Einatmen von Gasen. Auch bei Tieren sind gelegentlich Rauschzustände zu beobachten, etwa hervorgerufen durch das Fressen vergorener Früchte.
Drogenfreie Rauschzustände
Oft handelt es sich bei den Rauscherlebnissen um Mischungen der hier unterschiedenen Rauschzustände.
- Der Geschwindigkeitsrausch , bekannt aus Alltag, Sport und Spiel. Auslösende Situationen können etwa schnelles Auto-/Motorradfahren (bis hin zum ?Raser-Syndrom?), Achterbahnfahren oder rasches Inlineskatensein.
- Der Höhenrausch kann sich etwa beim Klettern, Drachenfliegen, Fliegen mit dem Flugzeug oder allgemein beim Blick aus einer erhöhter Position heraus einstellen. Die Vorliebe bei Kindern, auf Mauern oder Gerüste zu klettern, hat damit zu tun.
- Der Bewegungsrausch, in dem häufig vorausgehende Ermüdungserscheinungen nicht mehr spürbar sind, kann sich beispielsweise beim Tanzen einstellen oder als ?Runners high? etwa beim Marathonlauf.
- Der Gefahrenrausch hat etwas mit der prompten Lösung einer extremen psychischen Anspannung zu tun: Ist die brenzlige Situation vorrüber oder bewältigt, wird der Körper, bildhaft gesprochen, ?von Glückshormonen überschwemmt?, Beispiele: Raubtierdressur, Extremsportarten, allgemein alles, was als Abenteuererlebt wird. Auch Wettkämpfe oder Öffentlichkeitsauftritte werden als ?Gefahren? erlebt - es geht um Sieg oder Niederlage. Dementsprechend sind der Gefahrenrausch und der Wettbewerbsrausch eng miteinander verknüpft. Ein gewisser Grad an Angstoder Lampenfieberkann durch die hormonellen Reaktionen zu Höchstleistungen führen.
- Der Wettbewerbsrausch kann bei jeglicher Situation von Wettbewerbauftreten, etwa im Leistungssport, in der Schlule, sogar bei der Schnäppchenjagd. Er äußert sich in einem Zustand vermehrter Aktivität und Leistung, das Empfinden von Schmerz und Erschöpfung ist gleichzeitig herabgesetzt. Wird das Ziel erreicht, etwa die Erstplatzierung im sportlichen Wettbewerb, kann es zu einem Zustand der Euphoriekommen, etwa dem sogenannten Siegestaumel.
- Der kreative Rausch , auch Flowgenannt bezeichnet einen Zustand mühelosem schöpferischen Gestaltens bei dem alle geistigen oder psychischen Blockaden aufgehoben scheinen, es erscheint, als handele es sich um einen selbstätigen Prozess, der ohne Anstrengung ?aus dem Schaffenden herausfließt?. Das bewegt manche Künstler, von Eingebungoder gar göttlicher Führungzu sprechen. Der Flow kann sich bei jedem Menschen und bei jeder Art von schöpferischer Tätigkeit einstellen, selbst bei der Hausarbeit. Siehe auch Kreativität.
- Der meditative Rausch, auch Trancegenannt, kann sich einstellen, wenn es einem Menschen durch Prozesse geistiger Disziplinierung und Konzentration wie Betenoder die mannigfaltigen Arten der Meditationgelingt, seine Empfindungen und Denkprozesse stark zu minimieren. Moderne Messmethoden haben gezeigt, dass dabei bestimmte Hirnariale nahezu inaktiv sind. Im meditativen Rauschzustand sind Körperempfindungen und Affektenahezu ausgeblendet. Oft kommt es dabei zu einem Gefühl der Loslösung von der eigenen Körperlichkeit und einem Gefühl des universellen Einsseins.
- Der Genussrausch kann sich einstellen durch die intensive Hingabean ein sinnliches Erlebnis, etwa einem Musik- oder Geschmackserlebnis. Das Erleben geht über das bloße sensorische Empfinden weit hinaus und erfasst den betreffenden Menschen in seiner Gesamtheit, oft ist die Rede vom ?tief berührt sein?. Die sinnliche Liebe, unsere Sexualität, hängt ebenfalls mit unserer Fähigkeit zu solchem Erleben zusammen. Siehe auch Genuss.
- Der asketische Rausch kann sich bei zeitweiliger Entsagung bestimmter Grundbedürfnisseeinstellen. Es kommt hierbei ähnlich wie bei Halluzinogenenzur Veränderung hirnphysiologischer Prozesse und zu den entsprechenden Auswirkungen. Beispiele sind Fasten, Hungern, Schlafentzug. Auch eine langfristige soziale Isolation löst entsprechende hirnbiologische Veränderungen aus. Beim Herbeiführen asketischer Rauschzustände kann es zu erheblichen gesundheitlichen Gefahren bis hin zu irreparablen Schädigungenkommen. In wohldurchdachter und maßvoller Form können sich jedoch bestimmte Formen der Askesepositiv auf Körper und Geistauswirken.
- Der Rausch durch Sauerstoffmangel wird durch die Sauerstoff- Unterversorgung des Gehirns und der Körperzellen verursacht, etwa bei der Höhenkrankheit, die ab einer Höhe von etwa 2000 Meter über dem Meeresspiegel eintreten kann, oder als ein Teilaspekt des Tiefenrauschs, der beim Tauchen ab einer Tiefe 30 Metern eintreten kann. Es kommt zu Vergiftungserscheinungen mit Bewußtseinstrübungen, die bis zum Fall ins Koma führen können. Auch das Atmen in einer Plastiktüte kann solcherart Symptomeauslösen. Räusche durch Sauerstoffmangel sind in jedem Fall gesundheitsschädlich.
- Der Entzugsrausch kann die Folge eines (plötzlichen) Absetzens von Medikamenten, Drogen oder Alkohol sein. Die Symptome können über Schwindel, Zittern, Übelkeit, Halluzinationen, Angstzustände, Verlust der Selbstkontrolle, Verlust der Erinnerung bis hin zum lebensbedrohlichen Schock reichen. Speziell beim Alkoholentzug kann es zum lebensgefährlichen Delirium tremenskommen.
- Amok stellt einen äußerst destruktiven Rauschzustand dar, bei dem die betreffende Person bar jeder Selbskontrolle in absoluter Gewaltbereitschaft höchste Gefahr für Andere (oft auch für sich selbst) darstellt, siehe auch Artikel Amok. Der Zustand kann sich einstellen, wenn ein Mensch sich völlig ?in die Enge getrieben? oder seiner als elementar erlebter Sicherheiten beraubt fühlt. Das ist etwa häufig der Fall in Kriegssituationen. Manchmal wird fälschlich der Begriff ?Blut-? oder ?Tötungsrausch? verwendet, der jedoch ein Phänomen aus dem Tierreich darstellt.
Der Rausch in der Kultur
Das Nutzen gesundheitsschädigender oder verantwortungsherabsetzender Substanzen zu Rauschzwecken stellt neben einer möglichen Selbstschädigung auch für das soziale Umfeld eine potentielle Gefahr (etwa bedingt durch eine herabgesetzte Hemmschwelle und Selbstüberschätzungenen) oder Einschränkung (Kosten für Gesundheit und Sicherheit usw.) dar - und zwar unabhängig von der sozialen Toleranz dieser Substanzen. Der Rausch und die Verantwortunghängen also eng zusammen, ungeachtet dessen, dass ersterer oftmals als Ausrede für einen Mangel an zweiterer verwendet wird.
Integrierte Formen von Rausch in der Kultur
In einigen Religionengehören Rauschzustände zu Zeremonien. Ziel ist etwa der Wunsch nach Intensivierung oder die Sehnsucht, Einheit mit dem Göttlichen zu erlangen (siehe Entheogen). Einige Mystikeroder Mönche nutzen Körperübungen, um ohne Drogen in Rauschzustände zu kommen. Bekannt sind beispielsweise die tanzenden Derwischeim Sufismus(islamischeMystik).
Berauschende und halluzinogeneSubstanzen werden seit Menschengedenken genutzt, um Devinationauszuüben oder in Kontakt mit dem Unterbewusstseinzu treten (Beispiel: Schamanismus).
Einige Religionsgemeinschaften verwenden den Rausch zur Entgrenzung, zur Überwindung des menschlichen Befindens.
Nicht integrierte Formen von Rausch in der Kultur
So sehr der Rausch Teil vieler Kulturen oder Zeremonien ist, gibt es oft eine starke Abwehr von Rausch oder Drogen bei kulturell nicht integrierten Formen. Oft ist die Abwehr gegen nicht akzeptiertes Rauschverhalten wesentlich stärker als die Abwehr von integrierter Rauschnutzung. Dies hängt nur zum Teil mit Nebenwirkungenvon Drogen zusammen oder dem möglicherweise fremdartigenVerhalten, dass in der Gemeinschaft auffallen könnte. Zum Anderen wird oftmals das gesellschaftlich nicht integrierte - insbesondere das gesetzlich verbotene - Rauschverhalten als Rebellion oder Provokation interpretiert, die die häufig als sicherheitsgebendempfundene bestehende Ordnungin Frage stellt.
Siehe auch
- Drogen, Goldrausch, Orgasmus, Psychonautik, Rauschkunde, Überwältigung, Vollrauschnl:High
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