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Retinom

Bild:Retinol.png
Strukturformel von Retinol

Retinol (Vitamin A, Axerophthol) ist ein fettlösliches, essentielles Vitamin. Retinol weist eine Terpenstrukturauf und wird auch zu diesen gezählt, des weiteren ist es auch ein Alkohol. Die Summenformelist C20H30O. Es ist ein gelber Feststoff. Es ist ein einwertiger, primärer Alkohol, weil eine Hydroxygruppean ein Kohlenstoffatom gebunden ist, das wiederum direkt nur an ein weiteres Kohlenstoffatome gebunden ist.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Eigenschaften
  • 3 Vorkommen
  • 4 Aufgabe
  • 5 Bedarf
    • 5.1 Hypovitaminose
    • 5.2 Hypervitaminose
  • 6 Stoffwechsel
  • 7 Synthese

Geschichte

Retinol wurde 1909neu entdeckt.

1931 Reindarstellung des Retinols aus Lebertran durch P. Karrer

Eigenschaften

Retinol schmilzt zwischen 62 und 64 Grad Celsius und siedet zwischen 137 und 138 Grad Celsius. Die Molare Massebeträgt 286,46 g/mol.

Vorkommen

In Pflanzen ist es als Vorstufe Beta-Carotinenthalten, das dann im Organismus zu Vitamin A weiterverarbeitet wird. Beta-Carotin wird deshalb auch als Provitamin A bezeichnet. Da Beta-Carotin nur bei Bedarf in Retinol umgewandelt wird, und im Gegensatz zu diesem auch in größeren Mengen nicht toxisch wirkt, sollte es in Nahrungsergänzungsmittelngegenüber dem Retinol selbst bevorzugt werden. Retinol findet sich in Milchprodukten, Eigelbund Lebertran.

Aufgabe

Vitamin A ist wichtig für das Wachstum, Funktion und Aufbau von Haut und Schleimhäuten sowie für den Sehvorgang, da es Baustein des Sehfarbstoffes ist. Die Verwertung dieses Vitamins im Körper kann durch fettarme Kost, Leberschäden und die Einnahme von Östrogenpräparaten gestört werden. Als gute Quellen für Vitamin A erweisen sich Fisch, Fischleberöle (Lebertran), Leber, Butter, Eigelb, Milchund Milchprodukte. In Gemüse, zum Beispiel Karotten, Spinat, Broccoli und Grünkohl ist das Beta-Carotin enthalten, ebenso in einigen orangen bis roten Früchten wie Apfelsinen.

Das Aldehyddes Vitamins A ist Retinal, welches zusammen mit Opsinden Sehfarbstoff Rhodopsinbildet. Mangel an Vitamin A führt zu Nachtblindheit und Verhornung der Sehzellen des Auges.

Die Retinsäure bzw. ihr Salz, das Retinat ist ein wichtiger Nervenwachstumsfaktorwährend der Embryonalentwicklung. Es wird von Zellen des Primitivknotens ausgeschüttet und ist beteiligt an der Ausbildung der Längsachse (vorn-hinten-Orientierung des Embryos. Nervenzellen wandern entlang des Konzentrationsgradienten der Retinsäure.

Bedarf

Der Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin A beträgt 0,8 bis 1,0 mg. Längeres Kochen, Sauerstoff und Licht schadet Vitamin A. Deshalb sollte man Lebensmittel, die Vitamin A enthalten, immer ungeschält oder verpackt und dunkel ? am besten im Kühlschrank ? lagern. Die Kochverluste liegen zwischen 10 und 30 Prozent.

Hypovitaminose

Bei Mangel an Vitamin A (Hypovitaminose) kommt es zu erhöhter Infektionsanfälligkeit, Trockenheit der Haut, Haarausfall, Nachtblindheit, verringerte Sehschärfe, erhöhte Lichtempfindlichkeit und Wachstumsstörungen, wie Störungen des Knochenwachstums im Kindesalter.

Hypervitaminose

Eine Überversorgung mit Vitamin A (Hypervitaminose) kann zu Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, erhöhten Hirndruck (pseudotumor cerebri), Abnahme des Knochengewebes und schmerzhaften Wucherungen der Knochenhaut führen.

Während einer Schwangerschaft (insbesondere der ersten sechs Monate) kann eine Überversorgung fruchtschädigend wirken.

Stoffwechsel

Der Vitamin A Stoffwechsel wird im wesentlichen durch sogenannte RBP(Retinol Bindende Proteine) gesteuert. Nur mit Hilfe dieser RBPs wird Vitamin A für den Körper nutzbar, wodurch ein Mangel an diesen Proteinen zu ähnlichen Symptomen führen kann wie ein Vitamin A Mangel (Hypovitaminose) selbst.

Kann überschüssiges Retinol nicht durch RBPs gebunden werden, so treten Vergiftungserscheinungen auf. RBPs spielen daher auch bei einer Hypervitaminose A eine entscheidende Rolle. Da RBPs einen sogenannten Zinkfingerbesitzen, ist das Spurenelement Zinkwichtig für den gesamten Vitamin A Haushalt - sowohl bei Unter- als auch Überversorgung.

Synthese

Ein Schlüsselschritt bei der großtechnischen Herstellung von Vitamin A ist die Wittig-Reaktion. Für diese weithin anwendbare Reaktion erhielt Georg Wittigim Jahre 1978den Nobelpreis für Chemie.

1 RE (Retinol-Äquivalent) = 1 Mikrogramm Retinol = 6 Mikrogramm ß-Carotin

Im ersten Teil der Synthese wird von Dehydrolinaloolaus ein C15-Salz hergestellt. Dieses reagiert durch die Wittig-Reaktion mit einem C5-Acetat, welches aus Dimethoxyacetonhergestellt wird, zum Retinolacetat. Dieses kann über mehrere weitere Schritte in das Retinol umgewandelt werden.




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