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Rhinotracheitis

Katzenschnupfen ist eine Sammelbezeichnung für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute des Kopfes bei Katzen. Synonym verwendet werden die Bezeichnungen infektiöse Katzenrhinitis, Katzenpneumonitis, cat flu und Rhinotracheitis infectiosa felis.

Es handelt sich hierbei also um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird, und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft. Beteiligte Errgeger sind verschiedene Viren (Herpes- und Caliciviren) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellenund Mykoplasmen). Da die Erreger sich gegenseitig begünstigen und damit parallel auftreten können und Behandlung und Bekämpfung dieser Erkrankungen etliche Gemeinsamkeiten aufweisen, ist diese Sammelbezeichnung dennoch berechtigt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Erreger
    • 1.1 Felines Herpesvirus-1 (FHV-1)
    • 1.2 Felines Calicivirus (FCV)
    • 1.3 Feline Chlamydiose (Feline Pneumonitis)
    • 1.4 Feline Bordetella Infektion
    • 1.5 Feline Mykoplasmeninfektion
  • 2 Diagnose
  • 3 Therapie
  • 4 Prophylaxe

Erreger

Felines Herpesvirus-1 (FHV-1)

Felines Herpesvirus-1 (FHV-1)
Systematik
Reich: Viren
DNA-Viren
Familie: Herpesviridae
Unterfamilie: Alphaherpesvirinae
Gattung: noch nicht klassifiziert
Art: Felines Herpesvirus-1
Bild:Katzenschnupfen Herpes.jpg
Klinisches Bild des durch Herpesviren verursachten Katzenschnupfens

Herpesviren sind neben Caliciviren die häufigsten Auslöser eines Katzenschnupfens. Die Erkrankung durch FHV-1 wird auch als Feline Virale Rhinotracheitis bezeichnet. Der Erreger befällt ausschließlich katzenartigeTiere. Außerhalb des Wirtes überlebt das Virus maximal 24 Stunden und wird von den meisten gängigen Desinfektionsmitteln zuverlässig inaktiviert.

Die Übertragung erfolgt durch Kontakt mit einem befallenen Tier oder auch indirekt durch Menschen, Futtermittel und Reinigungsgeräte. Bereits 24 Stunden nach der Infektion ist das Virus in Sekretendes Wirtes nachweisbar. Infolge seiner Unfähigkeit, sich bei Temperaturen oberhalb von 37 °C zu vermehren, befällt es lediglich die relativ "kalten" Schleimhäuteim Kopfbereich und verursacht normalerweise keine Virämie.

Bereits nach zwei bis drei Tagen treten klinische Symptome auf. Sie äußern sich vor allem in starkem Nasen- und Augenausfluss, häufig verbunden mit Bindehautentzündungund Hornhautschädigungenbis hin zu einer Panophthalmie. An der Zungekönnen Geschwüre (Ulkusauftreten, die Nasenmuschelnkönnen durch Gewebszerfall (Nekrose) stark geschädigt sein. Außerdem treten oft Fieber, Appetitlosigkeit und Niesen auf. Trächtige Kätzinnen können während der 6. Trächtigkeitswoche abortieren.

Trotz des dramatischen Erscheinungsbildes der Erkrankung ist die Sterblichkeitnur gering. Folgeschäden können durch Verwachsungen im Lidbereich bis zur Blindheit reichen, starke Gewebszerstörungen im Bereich der Nasenschleimhautkönnen eine chronische Rhinitisnach sich ziehen. Einige genesene Tiere können dauerhaft Viren ausscheiden, ca. 80 Prozent aller erkrankten Tiere bleiben nach überstandener Infektion Träger des Erregers, der sich in die Gangliendes Nervus trigeminuszurückzieht. Ähnlich wie beim Befall durch Caliciviren betrifft die Erkrankung hauptsächlich Jungtiere.

Felines Calicivirus (FCV)

Felines Calicivirus (FCV)
Systematik
Reich: Viren
(-)ssRNA-Viren
Familie: Caliciviridae
Gattung: Calicivirus
Art: felines Calicivirus (FCV)
Bild:Katzenschnupfen Calici.jpg
Von Caliciviren verursachte Schleimhautschäden auf der Zungenspitze einer Katze

Caliciviren sind ebenfalls sehr häufiger Auslöser eines Katzenschnupfens. Die Übertragung von Caliciviren erfolgt durch direkten Kontakt einer Katze mit einem vom Erreger befallenen Tier. Die Verbreitung mittels Aerosolenspielt bei dieser Form des Katzenschnupfens keine Rolle. Ausgeschieden wird das Virus hauptsächlich durch Sekrete der oberen Atemwege und gelegentlich auch über den Kot. Nach überstandener Krankheit bleibt ein Teil der Tiere lebenslang latent mit dem Virus infiziert.

Die Infektion verläuft in zwei Phasen (biphasisch). Nach erfolgter Ansteckung vermehrt sich der Erreger in den Rachenmandeln, der Maulschleimhaut und den Bindehäutender Augen. Zwischen viertem und siebenten Tag verbreitet sich das Virus über den Blutkreislauf(Virämie) im gesamten Körper. Besonders stark befallen werden hierbei die Lungeund die Zungenschleimhaut.

Die Phase der Virämie ist durch Abgeschlagenheit und die Ausprägung einer respiratorischen Symptomatik gekennzeichnet: Fieber, Rhinitis, Konjunktivitisund Nasenausfluss.

Der Befall der Lunge kann bakterielle Sekundärinfektionenund damit eine Bronchopneumonienach sich ziehen, dann kann die Sterblichkeitsrate auf 30 % ansteigen. Im Allgemeinen dominiert das vom Befall der Maulschleimhäute hervorgerufene Bild: Es kommt zu ausgedehnten schmerzhaften Schleimhautulzerationender Zungeoder des Gaumens.

Bei Kätzinnen kann es zu Abortenkommen. Einige Calicivirenstämme können auch zu Lahmheitenführen.

Feline Chlamydiose (Feline Pneumonitis)

Die Chlamydien-Infektion wird durch das Bakterium Chlamydophila felis (Chlamydophila psittaci) hervorgerufen. Sie ist häufig und kommt ebenfalls weltweit vor. Es ruft vor allem eine chronische follikuläre Konjunktivitismit Augenausfluss hervor, der auch eitrigsein kann. Diese "Augenform" tritt vor allem bei fünf bis zwölf Wochen alten Kätzchen auf. Eine Lungenentzündung (Pneumonitis) ist eher selten.

Feline Bordetella Infektion

Die Feline Bordetella Infektion wird durch Bordetella bronchisepticahervorgerufen und kann primär, aber auch sekundär nach Schädigung durch oben genannte Erreger auftreten. Die Infektion kann Erkrankungen der oberen Atemwege, seltener auch eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen.

Die Erkrankung ist häufiger in größeren Katzenkolonien, begünstigend wirken räumlich beengte Haltung, mangelhafte Belüftung und Stress. Jungkatzen zeigen stärkere Krankheitserscheinungen als ältere. Neben allgemeiner Schwäche treten Fieber, Fressunlust (Anorexie), Husten, Schnupfen, Nasen- und Augenausfluss und Schwellung der Unterkieferlymphknoten auf. Bei Lungenbeteiligung treten Dyspnoeund abnormale Atemgeräusche auf.

Feline Mykoplasmeninfektion

Mycoplasma felis aus der Gruppe der Mykoplasmenruft seltener eine Erkrankung der oberen Luftwege hervor. Klinisch äußert sie sich in Konjunktivitis und Rhinitis. die Infektion kann spontan nach zwei bis vier Wochen ausheilen. Nicht geklärt ist bislang, ob Mykoplsmen als Primär- oder nur als Sekundärerreger fungieren. Auch Mycoplasma gatae und Mycoplasma feliminutum werden gelegentlich aus Katzen isoliert, ihre klinische Bedeutung ist jedoch fraglich.

Diagnose

Da die einzelnen Erkrankungen viele gemeinsame klinische Symptome haben, ist die genaue Diagnose schwierig. Sie kann nur durch Laboruntersuchungen gesichert werden.

  • Erregeranzüchtung aus Nasen- oder Augensekret oder Schleimhautproben von verstorbenen Tieren, der Mykoplasmennachweis ist sehr aufwändig und wird nur selten durchgeführt
  • Immunfloureszenztestauf FHV-1
  • Virusneutralisationstestan Serumauf FHV-1 und FCV

Therapie

Die Therapie der Virusinfektionen erfolgt symptomatisch und zielt auf die Vermeidung bakterieller Sekundärinfektionen ab (Antibiotika). Die Verabreichung von Immunglobulinen oder felinem Interferonsoll das Virus selbst bekämpfen. Bei Feliner Pneumonitis (Chlamydien) sind Tetrazyklinelokal und systemisch über drei bis vier Wochen angezeigt. Chloramphenicoland Fluorochinolonesind ebenfalls wirksam, bei ihrem Einsatz müssen jedoch mögliche Risiken für die meist jungen Tiere (Chloramphenicol: aplastische Anämie, Fluorochinolone: Knorpelwachstumsstörungen) sorgfältig abgewogen werden. Mykoplasmen können ebenfalls mit Tetrazyklinen, Doxycyclin, Chloramphenicol und Fluorochinolonen behandelt werden.

Prophylaxe

Effektiver als die Therapie der Erkrankung ist die Prophylaxe mittels Schutzimpfung. Die Grundimmunisierungerfolgt hierbei in der achten Lebenswoche, ein belastbarer Impfschutz wird durch das Boostern in der zwölften Lebenswoche erreicht.

Von "http://de.wikipedia.org/Katzenschnupfen"



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