| Riesen-Bärenklau
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Bild:Riesenbaerenklau4.jpg Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)
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| Systematik
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| Abteilung: | Bedecktsamer(Magnoliophyta)
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| Klasse: | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
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| Unterklasse: | Asternähnliche(Asteridae)
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| Ordnung: | Doldenblütlerartige(Apiales)
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| Familie: | Doldenblütler(Apiaceae)
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| Unterfamilie: | Apioideae
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| Gattung: | Bärenklau(Heracleum)
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| Wissenschaftlicher Name
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| Heracleum mantegazzianum
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| Somm.& Lev.
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Bild:Riesen knospe.jpg Knospe des Riesen-Bärenklaus - Der Riesen-Bärenklau ist in der Lage, innerhalb weniger Wochen eine mehrere Meter hohe Pflanze auszubilden.
Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum), auch Herkulesstaude oder Stalins Rache genannt, ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler. Die ursprünglich im Kaukasusbeheimatete Pflanze zählt in Europa und Nordamerika zu den Neophyten.
Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken; beim Umgang mit der Pflanze ist deshalb große Vorsicht geboten. Bereits bloße Berührungen und Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften und schwer heilenden Verbrennungen bzw. Quaddeln (Photodermatitis) führen. Es wird deshalb empfohlen, bei der Bekämpfung der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen, zu der auch ein Gesichtsschutz gehört.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Merkmale
- 1.1 Erscheinungsbild
- 1.2 Blüten und Samen
- 1.3 Wuchseigenschaften
- 2 Standortansprüche
- 3 Inhaltsstoffe
- 4 Vorkommen
- 4.1 Natürliches Verbreitungsgebiet
- 4.2 Einführung nach Europa
- 4.3 Heutige Verbreitung
- 5 Ausbreitungsmechanismus
- 5.1 Wind- und Schwimmausbreitung
- 5.2 Verbreitung durch Tiere und unbeabsichtigten Transport
- 6 Riesen-Bärenklau als invasiver Neophyt
- 7 Gesundheitliche Schädigungen durch den Riesen-Bärenklau
- 7.1 Gesundheitliche Risiken
- 7.2 Die besondere Gefährdung von Kindern
- 8 Pflanzenentfernung
- 8.1 Entfernung einzelner Pflanzen
- 8.2 Entfernung großer Bestände
- 9 Alternativen zur Pflanzenentfernung
- 10 Kulturgeschichte
- 11 Literatur
- 12 Weblinks
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Merkmale
Erscheinungsbild
Der Riesen-Bärenklau ist eine oft bis zu 3,5 Meter hohe krautige Pflanzemit sehr großen, dekorativen Doldenblüten. Die größte bisher gemessene Pflanze, die ins Guinness-Buch der Rekordeeingetragen wurde, erreichte eine Höhe von 3,65 Meter.
Die mäßig dicht behaarten Stängel der Pflanze sind an der Basis im Durchmesser zwei bis zehn Zentimeter dick. Sie besitzen oft zahlreiche große dunkle weinrote Flecken.
Die Blätterdes Riesen-Bärenklaus erreichen normalerweise eine Länge von 1 m, jedoch können sie auch 3 m lang werden. Sie können entweder dreiteilig oder fünf- bis neunteilig gelappt sein. Die seitlichen Blattabschnitte können eine Länge von über 1 m und eine Breite von mehr als 20 cm erreichen. Diese sind meist wiederum tief fiedrig geteilt.
Blüten und Samen
Die einzelnen Dolden erreichen häufig einen Durchmesser von 30 bis 50 Zentimeter. Sie sind 30- bis 150-strahlig. Die Dolden einer einzigen Pflanze können bis zu 80.000 Einzelblütenenthalten und bis zu 30.000 Diasporen(Samen) ausbilden. Die äußeren Blüten sind einseitig vergrößert. Ihr Durchmesser beträgt ein bis zwei Zentimeter. Der Durchmesser der Blüten im Inneren der Dolden dagegen beträgt nur vier bis acht Millimeter. Die Blütenfarbe ist weiß; die Blütezeit erstreckt sich von Junibis Juli.
Der Aufbau der Blüte wird mit folgender Blütenformelbeschrieben:
Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab. Kommt sie nicht zur Blüte, kann die Pflanze mehrere Jahre überdauern.
Die Samensind oval, flach, zehn bis 14 Millimeter lang, sechs bis acht Millimeter breit und haben aufwärtsgebogene, borstig behaarte Randrippen.
Aufgrund der hohen Anzahl von Diasporen, ist der Riesen-Bärenklau eine Pflanze mit ausgeprägten Pioniereigenschaften. Ihre Samen sind außerdem in der Lage, über mehrere Jahre hinweg keimfähig zu bleiben. Auf die Dauer der Keimfähigkeit kann nur aufgrund einzelner Erfahrungsberichte bei der Beseitigung von Riesen-Bärenklaustauden geschlossen werden. Bei zumindest einem Fall ging nach einer siebenjährigen Beweidung durch Schafe der Bestand an dieser Pflanze vollständig zurück, ohne dass neue Keimlinge entstanden.
Wuchseigenschaften
Die Diasporen des Riesen-Bärenklau keimen sehr früh im Jahr aus - in Abhängigkeit des Mikroklimasdes jeweiligen Standorts kann dies bereits Anfang bis Mitte Februar geschehen. Damit hat der Riesen-Bärenklau gegenüber konkurrierenden Pflanzenarten einen wesentlichen Vorteil, der sich durch das starke Wachstum der Pflanze noch verstärkt. Einjährige Pflanzen erreichen zu Beginn des Monats Mai, wenn die meisten in Mitteleuropa heimischen Pflanzen noch kein größeres Längenwachstum aufweisen, bereits eine Höhe von bis zu einem Meter. Die großen Blätter verschatten die übrige Vegetation sehr stark, so dass deren Gedeihen in starkem Maße eingeschränkt wird. Ende Juni können ausgewachsene Pflanzen bereits eine Höhe von 3,2 Meter erreicht haben.
Der Riesen-Bärenklau übersteht auch mehrfaches Mähen und gelangt trotzdem zur Blüte. Diese Regenerationsfähigkeit ist auf eine rübenartige Verdickung von Spross und Wurzelnzurückzuführen. In dieser speichert die Pflanze Stärke, was ihr ermöglicht, sehr früh auszutreiben und bereits im Juni eine Höhe von drei Meter zu erreichen. Blüht die Pflanze, wird dieses Speicherreservoir aufgebraucht. Die Pflanze stirbt dann ab.
Standortansprüche
Riesen-Bärenklau zählt zu den stickstoffliebendenPflanzen, stellt ansonsten aber wenig Ansprüche an den Boden. Lediglich mit sehr sauren Böden kommt er nicht zurecht. Selbst wenn der Samen auskeimt, sterben Keimlinge in stark saurem Milieu mit pH-Wertenvon 3,3 und weniger innerhalb weniger Wochen wieder ab. Zur Ausbildung von Dolden und damit von Diasporen kommt es jedoch nur an sonnigen Standorten. Pflanzen an Standorten mit wenig Sonnenbestrahlung können allerdings mehrere Jahre vegetativüberleben.
Inhaltsstoffe
Bild:Rbk dolde.jpg Hauptdolde mit Nebendolden
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Bild:Riesenbaerenklau3.jpg Hauptdolde mit Nebendolden von unten, zwei Tage später
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Der Riesen-Bärenklau enthält photosensibilisierendeSubstanzen, ätherischeund fette Öle; letztere sind jedoch nur in den Früchtenvorhanden. Zu den toxischen Komponenten zählen u.a. Xanthotoxin, Psoralen, Bergapten. Sie sind in allen Pflanzenbestandteilen enthalten. Giftfrei sind die Stängel erst dann, wenn sie vollständig abgestorben sind und nur noch das weiße Zellskelett steht.
Vorkommen
Natürliches Verbreitungsgebiet
Diese Pflanze kommt ursprünglich aus dem Kaukasus. Sie ist in Gärten, Parks, an Straßenrändern, in Bach- und Flusstälern sowie an Brachen anzutreffen. Sie kann die heimische Flora verdrängen. Sie besitzt dekorative Fruchtstände, die oft als Dekoration verwendet werden. Die reifen Dolden werden oft transportiert, wodurch der Mensch zur Verbreitung beiträgt. Der Riesen-Bärenklau ist inzwischen in ganz Mitteleuropa und Teilen Nordamerikas verbreitet. Aufgrund seiner guten Aussamung wurde er schnell zu einer Plage und bildet in kürzester Zeit große Bestände, welche sich nur mehr schwer entfernen lassen. Er zählt bei uns zu den Neophyten.
Einführung nach Europa
Riesen-Bärenklau wurde etwa 1890als Zierpflanzenach Europa eingeführt und zuerst in den Parks des englischen Königshofes angepflanzt. Als Zierpflanze wird er noch heute gelegentlich in Gärten und Parks verwendet.
Zur mitteleuropäischen Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus hat wesentlich beigetragen, dass der Pflanze ein wirtschaftlicher Nutzen unterstellt wurde. Imkernwurde er in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wiederholt als Bienenweideempfohlen und in der Forstwirtschaftverwendete man ihn, weil man mit den dichten Beständen dieser Pflanze dem Wild zusätzliche Deckung geben wollte und man der Überzeugung war, mit dieser Pflanze Böschungen befestigen zu können. Aufgrund dieses unterstellten wirtschaftlichen Nutzens wurde sie wiederholt in freier Natur angesalbt. In Deutschland ist dies allerdings nach §41 des Bundesnaturschutzgesetzeseigentlich genehmigungspflichtig.
Heutige Verbreitung
Ausgehend von Gärten und Parks sowie insbesondere den Standorten, an denen er angesalbt wurde, besiedelte der Riesen-Bärenklau Straßenränder, Brachensowie Bach- und Flusstäler und ist heute in Europa von Zentralrussland bis Frankreich, auf den Britischen Inseln, von Norwegen bis Ungarn zu finden. Auch in Nordamerika sind Bestände bekannt.
Das Spektrum an Standorten, an denen der Riesen-Bärenklau gedeiht, ist dabei sehr viel größer als im Ursprungsgebiet. Er breitet sich in Europa auch auf trockeneren und wärmeren Standorten aus als in ihrer Heimat und ist deshalb nicht nur in der Saumvegetation von Hecken, Waldrändern, Bächen und Flüssen zu finden, sondern auch auf Halden und Ruderalstandorten.
Ausbreitungsmechanismus
Wind- und Schwimmausbreitung
Bild:Bolsevnik1.jpg Riesen-Bärenklau breitet seine Diasporen überwiegend über Schwimmausbreitungaus.
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Bild:Rbk dolde near.jpg Nahaufnahme der Dolde
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In Europa und Nordamerika ist der Riesen-Bärenklau eine durch Menschen eingeführte Pflanze, die auf natürlichem Wege diese Lebensräume nicht erreicht hätte. Sie wird deswegen auch als hemerochorePflanze bezeichnet. Sie nutzt in ihrem neuen Lebensraum unterschiedliche natürliche Ausbreitungsstrategien. Damit erschloss sie auch in ihrem ursprünglichen Lebensraum ihren Nachkommen neuen Lebensraum.
Der Riesen-Bärenklau verbreitet seine Diasporenüberwiegend durch den Wind (sogenannte Anemochorie). Die Ausbreitungsdistanzen, die dabei von der Mutterpflanze ausgehend überwunden werden, betragen allerdings nur acht bis zehn Meter. Zu der Fähigkeit dieser Pflanze, sehr schnell große Räume zu besiedeln, trägt stärker bei, dass die Diasporen bis zu drei Tagen schwimmfähig sind und damit die Samen einer Pflanze, die am Rand eines Gewässers steht, sehr große Distanzen zurücklegen können. Diese Schwimmausbreitung, die der Riesen-Bärenklau erfolgreich nutzt, wird in der Botanik auch als Nautochoriebezeichnet.
Untersuchungen von Invasionsbiologenhaben am Beispiel der Verbreitung am Bach Auschnippenördlich von Dransfeld(Landkreis Göttingen) zeigen können, dass offenbar alle Riesen-Bärenklauansiedlungen entlang dieses Baches auf eine in der Mitte von Dransfeld stehende Einzelpflanze zurückgingen. Vom Bach aus eroberte der Riesen-Bärenklau durch Windausbreitung erfolgreich weitere angrenzende Flächen wie Wiesen oder Brachland sowie Weiden.
Verbreitung durch Tiere und unbeabsichtigten Transport
Die Untersuchungen ergaben jedoch auch, dass zur Ausbreitung der Diasporen auch unbeabsichtigter Transport beiträgt (so genannte Agochorie). Vor allem landwirtschaftliche Fahrzeuge sind daran beteiligt. Als Beispiel führt Kowarik (s. Lit.) eine Anpflanzung durch einen Imker in der Mitte der 1980er-Jahre am Kleinen Drakenberg an. Obwohl an diesem Ort keine Fließgewässer die Ausbreitung des Riesen-Bärenklaus förderten, befanden sich 15 Jahre später Pflanzen bis zu 3,5 Kilometer von diesem ursprünglichen Ausbreitungsraum entfernt. Damit war die Art in der Lage, jährlich eine durchschnittliche Distanz von 233 Metern zu überwinden. Die Anpflanzungen fanden sich überwiegend entlang von Wegen, die durch Kraftfahrzeuge genutzt wurden sowie entlang von Wildwechseln, die vor allem von Wildschweinenpassiert wurden. Letzteres wird als Beleg dafür angeführt, dass Riesen-Bärenklau auch zoochor, also durch Tiere verbreitet werden kann.
Riesen-Bärenklau als invasiver Neophyt
Der Riesen-Bärenklau wird als invasiver (= problematischer) Neophyteingeordnet und seine Ausbreitung häufig sehr emotional wahrgenommen oder reißerisch in der Pressekommentiert. Diese Reaktion ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanze erhebliche gesundheitliche Risiken in sich birgt und bereits bloße Berührungen ernsthafte gesundheitliche Schädigungen nach sich ziehen können.
Neben gesundheitlichen Gefährdungen, die durch Riesen-Bärenklau verursacht werden,
gibt es noch folgende:
- In Schwedenkam es aufgrund hoher Riesen-Bärenklaustauden an Straßenrändern zu Sichtbeschränkungen im Straßenverkehr.
- Da die Wurzeln des Riesen-Bärenklaus keine böschungsbefestigende Wirkung haben, diese Pflanze jedoch häufig am Rand von Fließgewässern gedeiht, kann von ihnen eine erhöhte Erosionsgefahrausgehen.
- Erosionsgefährdung trat auch an den Hängen von Hohlwegenauf.
- Zu Ertragsverlusten kann es kommen, wenn Riesen-Bärenklaustauden sich auf Äckern und Wiesen etablieren.
- Standorte, die vom Riesen-Bärenklau dominiert werden, weisen im Vergleich zur benachbarten Vegetation ein geringeres Artenspektrum auf. Er breitet sich vorwiegend an solchen Standorten aus, die durch menschliche Eingriffe stark verändert sind - in der Botanik werden solche als ?anthropogen gestörte Standorte? bezeichnet. Arten, die sich wegen ihrer Gefährdung auf der Roten Listebefinden, sind auf solchen Standorten selten zu finden. Vereinzelt dringt der Riesen-Bärenklau in gefährdete Biotope ein und konkurriert mit seltenen Arten oder behindert die Pflegemaßnahmen des Naturschutzes.
Der ökologische Schaden, der vom Riesen-Bärenklau ausgeht, ist verglichen zu anderen invasiven Neophytenwie beispielsweise Späte Traubenkirscheoder Gewöhnliche Robiniegering.
Die breite öffentliche Wahrnehmung des Riesen-Bärenklaus als problematischer Neophyt resultiert daher vor allem aus den Risiken für die menschliche Gesundheit.
Gesundheitliche Schädigungen durch den Riesen-Bärenklau
Gesundheitliche Risiken
Photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarinesind in der Pflanze (auch im Wurzelsystem) enthalten. Diese rufen bei Hautkontakt insbesondere in Kombination mit Sonnenlicht phototoxische Reaktionenhervor. Diese Reaktionen zeigen sich in Rötungen, Hautentzündungen, Reizungen und in schlimmen Fällen in einer bullösen Wiesendermatitis, die auch erst nach ein bis drei Tagen auftreten kann und sich mit entzündlichen, schmerzhaften Blasenbildungen äußert. Diese können großflächig sein und Verbrennungen1. bis 2. Grades hervorrufen. Zu diesen Reaktionen kommt es besonders bei gleichzeitig oder auch Tage später auf die betroffene Haut einstrahlendem Sonnenlicht. Die Hautreizungen bzw. Blasen können wochenlang anhaltende nässende Wunden verursachen und mit anhaltenden Pigmentveränderungeneinhergehen. Auch Fieber, Schweißausbrücheund Kreislaufschockskönnen die Folge des Umgangs mit der Pflanze sein.
Auch der Pflanzensaft kann Probleme hervorrufen. Beim Arbeiten mit dem Rasentrimmer oder beim Abhacken der Pflanze kann dieser selbst durch die Kleidung hindurch Schwierigkeiten bereiten. Die Furanocumarine, die bei Hitze ausgasen, können eine 3 Wochen anhaltende Bronchitisverursachen.
Furanocumarinebilden sich auch auf den Blättern, so dass bei dafür empfindlichen Menschen Hautreizungen die Folge sein könnten. Es kann helfen, sofort nach Kontakt schattige Orte aufzusuchen und die betroffenen Kontaktstellen mit Wasser und Seife zu reinigen. Es ist zu empfehlen, nach einem Kontakt mit der Pflanze einen Arzt aufzusuchen.
Die besondere Gefährdung von Kindern
Auch andere, kleinere Bärenklau-Arten wie der in Deutschland einheimische und sehr häufige Wiesen-Bärenklau(Heracleum sphondylium) oder der Berg-Bärenklau(Heracleum montanum) können Photodermatitisauslösen. Die Giftigkeit des Riesen-Bärenklaus ist im Vergleich zu diesen Pflanzen höher. Problematisch ist beim Riesen-Bärenklau jedoch insbesondere, dass Kinder versucht sind, mit diesen auffälligen und attraktiven Pflanzen zu spielen. Wie verführerisch die Pflanzen als Spielzeug sind, zeigen einige Vergiftungsfälle, bei denen Kinder anschließend stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Kinder hatten zuvor die Stängel als Schwerterin Ritterspielenverwendet, sie als Blasrohrbenutzt oder sich zwischen den Blättern versteckt. Pflanzen, die an Standorten wachsen, an denen sich Kinder aufhalten, sollten daher in jedem Fall entfernt werden.
Auch sollten Kinder über die Gefährlichkeit der Pflanze aufgeklärt werden.
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