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Risperidon

Bild:Risperidon.png
Strukturformel von Risperidon

Risperidon ist ein Arzneistoff, der in der Psychiatrieals Antipsychotikumverwendet wird.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Eigenschaften
    • 1.1 Einordnung
    • 1.2 Potenz
    • 1.3 Chemische Struktur
    • 1.4 Pharmakodynamik
  • 2 Unerwünschte Wirkungen
  • 3 Indikationen
  • 4 Kontraindikationen
    • 4.1 Absolute Kontraindikationen
    • 4.2 Relative Kontraindikationen
  • 5 Kombinationstherapie
  • 6 Handelspräparate, Dosierung
  • 7 Literatur
  • 8 Weblinks
    • 8.1 Referenzen
    • 8.2 Weitere Informationen

Eigenschaften

Einordnung

Risperidon wird zu den atypischen Neuroleptikagezählt, da es sich durch befriedigende Wirksamkeit gegen psychotischeSymptomeauszeichnet, während bestimmte schwere Nebenwirkungender älteren Neuroleptika (extrapyramidal-motorische Störungen, EPMS) unter Behandlung mit dieser Substanz recht selten auftreten.

Potenz

Die neuroleptische Potenzvon Risperidon wird mit etwa dem 50-fachen derjenigen des Chlorpromazinsangegeben. Der Wirkstoff zählt demnach zu den hochpotenten Neuroleptika, vergleichbar mit Flupentixol, Fluspirilenoder Olanzapin.

Chemische Struktur

Risperidon ist ein Benzisoxazol-Derivatund strukturverwandt mit Ziprasidon, im weiteren Sinne auch mit Aripiprazol.

Pharmakodynamik

Die vermutlich wesentlich für die antipsychotische Wirkung von Risperidon verantwortliche D2-Affinitätbeträgt ca. 1/3 derjenigen von Haloperidol. Der 5-HT2-Antagonismusist bei Risperidon deutlich stärker ausgeprägt als die Wirkung auf Dopamin-Rezeptoren, was Konsequenzen für die psychotische Negativsymptomatik, aber auch für die Nebenwirkungen bei Kombinationstherapiehat.

Unerwünschte Wirkungen

Risperidon führt seltener zu Parkinson-Symptomenals die "klassischen" Substanzen (Butyrophenoneoder Phenothiazine). Allerdings ist die EPMS-auslösende Wirkung nicht Null, sondern soll z.B. der von Flupentixolvergleichbar sein (1). Risperidon besitzt noch andere Störeffekte, die der Complianceabträglich sein können, etwa moderate Gewichtszunahme oder die Erhöhung des Serum-Prolaktinspiegels. Es wirkt insgesamt nur leicht sedierend.

Die Kombinationstherapie mit Risperidon und anderen Psychopharmaka (s.u.) erhöht tendenziell die Inzidenzund das Ausmaß unerwünschter Wirkungen.

Indikationen

Risperidon ist zur Therapieschwerer und chronischer schizophreniformerStörungen zugelassen. Es kann darüber hinaus zur Behandlung manischerPhasenverwendet werden.

Es besitzt keine nachgewiesene phasenprophylaktischeWirkung.

Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen

Hyperprolaktinämienschließen die Anwendung von Risperidon aus, sofern sie nicht arzneimittelbedingt (d.h. mittels Absetzen des verursachenden Präparats reversibel) sind.

Relative Kontraindikationen

Zu den Zuständen, bei denen Risperidon nur mit besonderer Vorsicht verabreicht werden darf, zählen QT-Strecken-Verlängerungen im EKG(bestimmte Herzerkrankungen), da die Substanz potenziell QT-verlängernd wirkt. Demenzenstellen ebenfalls eine Anwendungsbeschränkung dar, da unter Risperidon bei demenzkranken älteren Patienten die Sterblichkeit steigt.

Kombinationstherapie

Risperidon wird mitunter in Kombination mit weiteren Pharmaka zur Behandlung anderer psychischer Störungen als Schizophrenie und Manie eingesetzt (Augmentation).

  • Bipolare Störung. Es existieren keine zuverlässigen Studienresultate, die einen Nutzen von Risperidon belegen (2), mit Ausnahme der akuten manischen Phase.
  • Depression. Es existieren keine verlässlichen Nutzennachweise, gleichwohl Empfehlungen aus herstellernaher Quelle und einzelne Fallberichtemit positivem Ausgang (vgl. 4). Die gleichzeitige Verabreichung von Risperidon und SSRIerhöht das Risiko eines Serotonin-Syndromsund darf daher nur unter besonderer Vorsicht erfolgen.
  • Schizophrenie: Eine Untersuchung der Kombination Clozapin/Risperidon zeigte gegenüber den Einzelstoffen keine verbesserte Wirksamkeit (3).

Handelspräparate, Dosierung

Risperidon ist in Deutschlandunter dem Markennamen Risperdal® im Handel. Seit 2005ist unter der Bezeichnung Risperdal CONSTA® eine Zubereitung zur parenteralenAnwendung mit verzögerter Freisetzung erhältlich - das erste atypische Depot-Neuroleptikum.

Die empfohlene (orale) Tagesdosisbeträgt 2-6 mg, kann in bestimmten Fällen auch höher sein.

Literatur

  • Möller, Müller, Bandelow: Neuroleptika, Pharmakologische Grundlagen, klinisches Wissen und therapeutisches Vorgehen. Wiss. Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2001, ISBN 3-8047-1409-9
  • Jüptner, Markus; Gastpar, Markus Theodor: Behandlung psychotischer Symptome bei Demenzpatienten: Todesfälle unter Risperidon und Olanzapin ? was nun? Nervenarzt 2004;7:720-722
    • Potenzieller Interessenkonflikt: Prof. Gastpar hatte finanzielle Verbindungen zum Hersteller von Risperdal®.

Weblinks

Referenzen

  • 1Häufigkeit von Rigor unter Flupentixoldecanoat und Risperidon in Abhängigkeit von der Dosierung. Psychiatr Prax. 2004 Nov;31 Suppl 1:S167-9.PMID: 15570542
  • 2Treatment-Resistant Bipolar Depression: A STEP-BD Equipoise Randomized Effectiveness Trial of Antidepressant Augmentation With Lamotrigine, Inositol, or Risperidone. Am J Psychiatry. 2006 Feb;163(2):210-6.PMID: 16449473
  • 3Clozapine Alone versus Clozapine and Risperidone with Refractory Schizophrenia. N Engl J Med. 2006 Feb 2;354(5):472-482. PMID: 16452559
  • 4Zwei Wirkstoffe durchbrechen zusammen die Depressionen: Paroxetinplus Risperidon bei Therapieresistenz (Ärzte Zeitung)

Weitere Informationen

  • Präparateinformation Risperdalder GELBEN LISTE
  • {{{2|Risperidon}}}bei Erowid(englisch)



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