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Rituelle oder kultische Reinheit ist in vielen alten Religionender Zustand einer Person, der es ihr erlaubt, die heiligen Stätten zu betreten und am Kultteilzunehmen.
Dieser Zustand ist nicht in allen Traditionen von Geburt an gegeben, sondern muss vielfach durch eine Initiationshandlungerworben werden, z. B. im Christentumdurch die Taufe, die Voraussetzung für die Kommunionist.
Die rituelle Reinheit kann durch naturhafte Vorgänge (z. B. Menstruation, Gebären), durch Kontakt mit nicht-reinen Gegenständen oder Personen ("Heiden") oder durch sittliches Fehlverhalten (Sünde) verloren gehen. Die Traditionen kennen Reinigungsfeiern, die die Reinheit auf oft genau vorgeschriebene Weise wiederherstellen, z. B. im Christentum die Beichte.
Psychologischist kultisches Reinheitsstreben durchaus mit dem frühkindlichen "Sauberwerden" und dem Hygieneverlangen des Menschen verwandt. Es kann von übersteigertem Reinlichkeitswahn entlasten, aber auch umgekehrt zwanghaft entarten.
Religionsgeschichtlichlässt sich eine fortschreitende Verschiebung des Reinheitsbegriffs von der kultisch-rituellen zur moralisch-interpersonalen Ebene beobachten. Die vollkommene Loslösung beider Ebenen bedeutet allerdings das Ende der klassischen Religionsformen (vgl. Invisible religion).
Zur rituellen Reinheit im Judentumsiehe Tahara, zur rituellen Reinheit im IslamTah?ra.
siehe auch
- Mariä Lichtmess
- Fegefeuer
- Nirvana
Weblinks
- Betrachtungen zu Psalm 15 (Papst Johannes Paul II.)en:Ritual purification
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