Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Rotes

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel handelt vom historischen Königreich und der Landschaft in der Ukraine und Polen. Für die spanische Region siehe Galicien.
Bild:Wappen Rotreussen.jpg
Wappen von Woiwodschaft Ruthenia, pl.Wojewodztwo Ruskie 1569-1772, Polen
Bild:Galicia coa1.jpg
Wappen von Galizien, 1772-1914
Bild:WojewództwoLwowskie.jpg
Wojewodschaft Lwowskie, 1918-1939, Polen


Galizien (ukr. ????????, pol. Galicja, historisch auch Rotreußen oder Rothburgenland genannt pl. Ru? Czerwona oder Grody Czerwie?skie, latein.Russia rubra ist eine Landschaft im Westen der Ukraine(Ostgalizien) und im Süden Polens(Westgalizien). Ursprünglich war Galitsch-Wolhynien ein Fürstentumin der Kiewer Rus. Zur Zeit des Daniel Romanowitschvom Mongolensturmin Mitleidenschaft gezogen, kam die Gegend 1206als Galiciæ et Lodomeriæ zu Ungarn, ab 1348 zu Polen und zwischen 1569-1772 als Woiwodschaft Rutheniazum Polnisch-Litauischen Gemeinwesen (Adelsrepublik, siehe auch Geschichte Litauens, Geschichte Polens). Von 1772bis 1918bildete sie einen Teil des österreichischenKronlandesKönigreich Galizien und Lodomerien. Die Namen Galizien und Lodomerien sind Umlautungen von Halytschund Wladimir. In dieser Form waren sie Teil der ungarischen Königstitulatur, da die Gegend im 14. Jahrhundertkurzzeitig unter ungarischerOberhoheit war. Von dort wurde der Name als Bezeichnung für das Gebiet genommen, das bei der Ersten Teilung Polenszu Österreichgekommen war.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geografie und Klima
  • 2 Geschichte
    • 2.1 Galizien als Teil Österreich-Ungarns
    • 2.2 Königreich Galizien und Lodomerien
    • 2.3 Jüdische Bevölkerung und kulturelles Leben
    • 2.4 Beginnender Nationalismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert
    • 2.5 Die beiden Weltkriege, der Holocaust und die Teilung
  • 3 Polnische Region West-Galizien
  • 4 Ukrainische Region Ost-Galizien
  • 5 Größere Städte
    • 5.1 Großstadt mit fehlenden Bezug zu Galizien:
  • 6 Deutsche Siedlungen
    • 6.1 Stammsiedlungen ( gegründet von Deutschen Siedlern ):
    • 6.2 Deutsche Einsiedlung in eine bestehende slawische Siedlung:
    • 6.3 Weitere Siedlungen mit Deutschen:
  • 7 Verwandte Themen
  • 8 Literatur und Quellen
    • 8.1 Weitere nützliche Quellen :
  • 9 Weblinks

Geografie und Klima

ausführliche Darstellung unter Geographie und Klima Galiziens

Geschichte

ausführliche Darstellung unter Geschichte von Galizien

Galizien als Teil Österreich-Ungarns

Galizien kam mit der Ersten Teilung Polens 1772zu Österreich. In den folgenden Jahren wanderten daraufhin unter Joseph II.tausende, meist aus der Pfalzstammende Familien nach Galizien ein und siedelten sich dort meist in neu gegründeten Ortschaften als deutschsprachige Gemeinschaften an.

Das österreichische Galizien reichte viel weiter nach Westen über die heutige Ukraine hinaus und umfasste auch Krakau(ab 1846), Tarnówund Rzeszów. Der Name des Kronlandeslautete offiziell Königreich Galizien und Lodomerien mit dem Großherzogtum Krakau und den Herzogtümern Auschwitzund Zator, wobei die letzteren beiden Territorien Teile Schlesienswaren. Die Bukowinawurde 1849zu einem eigenen Kronland erhoben.

Königreich Galizien und Lodomerien

Das Königreich Galizien und Lodomerien hatte im Jahr 1900 78.496 km² und 7.470.000 Einwohner. Hauptstadt war Lemberg(heute ukrainisch Lwiw). Dieses Königreich war eine von verschiedensten Völkern und Konfessionen bewohnte mehrsprachige Region. So wohnten hier neben Ukrainernund Polenauch Juden, Deutsche, Ungarnund Armenier. Im Westen waren die Polen und im Osten die Ukrainer in der Mehrheit, aber gerade die 150 jährige deutsche Siedlergeschichte prägte dieses Land während der Zeit der Österreichischen Monarchie. Das friedliche Zusammenleben mit den anderen Völkern war mehr als vorbildlich gewesen.

Jüdische Bevölkerung und kulturelles Leben

Einen großen Bevölkerungsanteil stellten die Juden, die fast überall eigene Stadtviertelhatten (Schtetl) und in einigen Kleinstädten des Ostens fast unter sich waren. In ihrer Sprache Jiddischerschienen Bücher und Zeitungen. Die (assimilierten) Juden in den größeren Städten sprachen und schrieben allerdings Deutsch. Von den Juden Galiziens kamen herausragende intellektuelle Impulse, nicht nur im religiösen und philosophischen Bereich - z. B. Martin Buber- sondern auch in literarischer Hinsicht - z. B. Joseph Rothoder Paul Celan- sowie auf vielen anderen Gebieten (Naturwissenschaften, Film, Rechtswissenschaft usw.). Die Juden waren die einzige ethnische Gruppe, in der keine nationalistisch-partikulare Perspektive entwickelt wurde, sondern die die gesamte Monarchieals ihre Heimat betrachteten. Politisch und wirtschaftlich waren allerdings Polen seit dem Ausgleich von 1867führend. Im östlichen Teil des Kronlandes herrschten polnische Großgrundbesitzerüber ukrainische Bauern. Durch ein Kurienwahlrechthatten Polen auch die absolute Mehrheit im galizischen Landtag. In der österreichischen Regierung gab es einen Minister für Galizien, der bis zum Ende der Doppelmonarchiestets polnischer Nationalität war. Auch andere wichtige Ministerposten hatten Polen inne. Bis zum Ende der Doppelmonarchie war das Kolo Polskie im österreichischen Reichsrat die geschlossenste nationale Fraktion, die letztlich vorbehaltlos die Innen- und Außenpolitik der Wiener Regierung unterstützte. Daran ändert sich auch nichts, als sich der Druck auf die Polen im preußischen Teilungsgebiet erhöhte. Auf die Schwierigkeiten, die der Wiener Regierung durch das antipolnische Vorgehen der deutschen Reichsleitung entstanden, machten Vertreter der Doppelmonarchie in Berlin allerdings inoffiziell bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in wachsendem Maße aufmerksam.

Beginnender Nationalismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundertentstanden national-ukrainische Parteien, die für die Beseitigung der polnischen Vorherrschaft im größten Kronland Österreichs eintraten. Dadurch verschärften sich die Gegensätze zwischen Polen und Ukrainern. Zu Beginn des 20. Jahrhundertkam es zu umfangreichen Agrarstreiks in Ostgalizien, in denen sich polnische Großgrundbesitzer und ukrainische Bauern gegenüberstanden. Durch die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts zum Österreichischen Abgeordnetenhaus im Jahre 1907gelang es Ukrainern, ihren politischen Einfluss wesentlich zu vergrößern. Die Zentralregierung in Wien drängte deshalb auf einen Ausgleich zwischen Polen und Ukrainern. Dabei ging es vor allem um die Vergrößerung der ukrainischen Mandate im galizischen Landtag und die Errichtung einer ukrainischen Universität in Lemberg. Die Förderung der Ukrainer durch die Wiener Zentralregierung führte zu wachsenden Spannungen mit dem Zarenreich, wo seit dem Stolypinschen Staatsstreich 1907 massiv gegen die Ukrainer, die auf russischem Territorium lebten, vorgegangen wurde. So führte der partielle Ausgleich zwischen Ukrainern und Polen in Galizien Anfang 1914 zu einer Zuspitzung der Gegensätze zwischen der Doppelmonarchie und dem Zarenreich.

Die beiden Weltkriege, der Holocaust und die Teilung

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieg, dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns, beanspruchten die Polen zuerst den westlichen Teil und die Ukrainer den östlichen. So wurde in Ostgalizien Ende 1918in Lembergdie Westukrainische Volksrepublik(Sachidna Ukrainska Narodna Respublika (SUNR) ausgerufen. Diese konnte sich aber gegen die einmarschierende polnische Armee nicht halten, so dass Ostgalizien im Mai 1919 polnisch wurde.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegeswurde es nach sowjetischerund deutscher Besatzung (die zur Ermordung der meisten galizischen Juden führte) zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt (ukrainische Geschichte).

Polnische Region West-Galizien

Heute gehört die Region des ehemaligen West-Galizien zu den WoiwodschaftenKarpatenvorland, Heiligkreuzund Kleinpolen, zu einem kleinen Teil auch zur Woiwodschaft Schlesien.

Ukrainische Region Ost-Galizien

In Galizien befindet sich der ukrainische Anteil der Karpatenmit dem Howerla, dem mit 2.060 m höchsten Berg der Ukraine. Die heutige ukrainische Region Galizien teilt sich auf die Verwaltungseinheiten Oblast Lwiw, Oblast Iwano-Frankiwskund Oblast Ternopilauf.

Größere Städte

  • Drohobytsch(pol. Drohobycz), gegründet 1422.
  • Iwano-Frankiwsk(früher Stanislawiw, dt. Stanislau, pol. Stanis?awów), gegründet 1663.
  • Jaros?aw(dt. Jaroslau), gegründet 1351.
  • Kalusch(pol. Kalusz)
  • Kolomyja(pol. Ko?omyja, dt. Kolomea), gegründet 1370.
  • Lemberg(ukr. Lwiw, pol. Lwów), um 1300.
  • Nowy S?cz(dt. Neu Sandez), gegründet 1292.
  • Przemy?l(dt. Prömsel), 1383.
  • Rzeszów(Reichshof), gegründet 1354.
  • Sambir (Sambor), gegründet 1390.
  • Sanok(dt. Zantoch), gegründet um 1356.
  • Stryj, gegründet 1431.
  • Tarnów, gegründet 1380.
  • Ternopil( pol. Tarnopol), gegründet 1550.

Großstadt mit fehlenden Bezug zu Galizien:

  • Tscherwonohrad

Deutsche Siedlungen

Stammsiedlungen ( gegründet von Deutschen Siedlern ):


  • Annaberg, gegründet 1835.
  • Bandrow( pol. Bandrów Narodowy ), gegründet 1783.
  • Beckersdorf, gegründet 1784..
  • Brigidau( ukr. Lanivka), gegründet 1783.
  • Deutsch-Smolin, gegründet 1783.
  • Dornfeld( ukr. Ternopillja), gegründet 1786.
  • Gelsendorf( ukr. Zahirne), gegründet 1786.
  • Gassendorf, gegründet 1784.
  • Josefsberg( ukr. Korosnycja), gegründet 1785.
  • Kaiserdorf( ukr. Kalyniv), gegründet 1783.
  • Landestreu( ukr. Selenyj Jar), gegründet 1783.
  • Mariahilf, gegründet 1811.
  • Münchenthal, gegründet 1783.
  • Neu-Oleksice, gegründet 1786.
  • Padew Kolonie, gegründet 1783.
  • Ugartsberg, gegründet 1785 und im 2.Weltkrieg wüstzerstört.
  • Ugartsthal, gegründet 1785.

Deutsche Einsiedlung in eine bestehende slawische Siedlung:

  • Bolechow
  • Neu-Babylon, gegründet von Juden.

Weitere Siedlungen mit Deutschen:

  • Felicienthal
  • Königsau, (pol. Równe, ukr. Rivne)
  • Machliniec
  • Obersdorf( pol. Kro?cienko-Wolica) gegründet 1783.
  • Siwka, Schifka
  • Siegenthal( pol. Brzegi Dolne ) gegründet 1783.
  • Steinfels( pol. Stebnik) gegründet 1783.

Verwandte Themen

  • Schtetl- (jiddisch für eine mehrheitlich jüdische Kleinstadt oder ein solches Stadtviertel)
  • Deutschsprachige Minderheiten
  • Wolhynien


Literatur und Quellen

  • (Die Ukraine entdecken - Zwischen Karpaten und Schwarzem Meer) von Evelyn Scheer, Gert Schmidt. (Trescher-Verlag) ISBN 3-928409-68-9
  • (Deutsche Geschichte im Osten Europas - Galizien Bukowina Moldau) von Isabel Röskau-Rydel. (Siedler-Verlag)

Nur über das Hilfkomitee für Galiziendeutsche zu beziehen sind folgende Bücher:

  • (Heimat Galizien - Ein Gedenkbuch Teil I): zusammengestellt von Dr. Julius Krämer, unter Mitwirkung von Katharine Bechtloff, Johann Bill, Jacob Enders, Emil Ladenberger, Josef Lanz, Wilhelm Metzler, Sepp Müller und Johann Strohal: Stuttgart-Bad Cannstatt (Herausgegeben vom Hilfskomitee für Galiziendeutsche) 1965 3. unveränderte Auflage 1988
  • (Aufbruch und Neubeginn - Heimatbuch der Galiziendeutschen Teil II): redigiert von Julius Krämer, in Zusammenarbeit mit Rudolf Mohr und Ernst Hobler. Stuttgart-Bad Cannstatt (Herausgegeben vom Hilfskomitee für Galiziendeutsche) 1977
  • (Heimat im Bild - Heimatbuch der Galiziendeutschen Teil III) : redigiert von Josef Lanz und Rudolf Unterschütz. Stuttgart-Bad Cannstatt (Herausgegeben vom Hilfskomitee für Galiziendeutsche) 1983, 3. Auflage 2002
  • (Zeitweiser der Galiziendeutschen 1999 - 37. Jahrgang) : redigiert von Leopold Rindt, in Zusammenarbeit mit Erich Müller und Rudolf Unterschütz. Stuttgart (Herausgegeben vom Hilfskomitee für Galiziendeutsche)


Weitere nützliche Quellen :

  • Manfred Daum aus Uelzen, Ortsfamilienbücher von Ost- und Westgalizien - z.B. Landestreu, Bolechow, Neu-Babylon, Ugartsthal, Josefsberg, Brigidau und viele mehr

Weblinks

  • http://www.personal.ceu.hu/students/97/Roman_Zakharii/galicia.htm
  • http://www.Galizien-Online.de
  • http://www.machliniec.de
  • http://www.heidecker-post.com/History/Galizien_Main.htm
  • http://www.leibbrandt.com/LEIBBRANDT_Archive/Dr_Georg_Leibbrandt/villhelp.txtbg:??????? (????????? ??????)

cs:Hali? en:Galicia (Central Europe) es:Galicia (Europa Central) et:Galiitsia fr:Galicie gl:Galitzia he:?????? hr:Galicija, Ukrajina ja:????? lt:Galicija nl:Galicië (Oost-Europa) no:Galicia og Lodomeria pl:Galicja (region w Europie ?rodkowej) pt:Galícia (Europa Central) ro:Gali?ia ru:??????? sk:Hali? (región) sv:Galizien uk:????????

Von "http://de.wikipedia.org/Galizien"



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.