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| Dieser Artikel beschreibt eine medizinische (psychiatrische) Diagnose. Für die umganssprachliche Verwendung des Begriffs ?Sadismus? im Sinne einvernehmlich gelebter Sexualpraktiken siehe BDSM. Für die italienische Death Metal Band siehe Sadist (Band)
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Als Sadismus im medizinischen Sinn bezeichnet man die Tatsache, dass ein Mensch (sexuelle) Lust oder Befriedigung dadurch erlebt, andere Menschen zu demütigen, zu unterdrücken oder ihnen Schmerzen zuzufügen. In gewissem Rahmen kann sich Sadismus auch durch z. B. tierquälerische Handlungen ausdrücken.
Umgangssprachlich wird der Begriff auch verwendet, um ein entsprechendes Verhaltensmuster zu beschreiben, ohne dass die medizinische Diagnose tatsächlich angebracht wäre.
Das Gegenstück zum Sadismus ist der Masochismus.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Herkunft des Begriffs
- 2 Medizinisches
- 3 Ausprägungen des Sadismus
- 3.1 Nicht vorwiegend sexuell motivierter Sadismus
- 3.2 Sexuell motivierter Sadismus
- 4 Siehe auch
- 5 Literatur
- 6 Weblinks
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Herkunft des Begriffs
Der Begriff Sadismus wurde von dem deutschen Psychiater und Gerichtsmediziner Dr. Richard von Krafft-Ebingerstmals wissenschaftlich verwendet. Der Sadismus ist benannt nach Donatien Alphonse François Marquis de Sade, dessen Romane pornografischeInhalte mit Gewaltfantasien mischten.
Medizinisches
Sadismus gilt als Störung der Sexualpräferenz im Sinne von ICD-10F65.5. Der ICD-10 ist jedoch im Hinblick auf die Diagnose Sadismus nicht besonders ausführlich. Die Amerikanische Psychiatrische Vereinigung hat im DSM IVweiterreichende Diagnosekriterien eingeführt.
Diagnosekriterien
Die Diagnose Sadismus wird hinsichtlich der sexuell motivierten Komponente der Erkrankung nur gestellt, wenn der Betroffene anders als durch die Ausübung sadistischer Praktiken keine sexuelle Befriedigung erlangen kann, oder wenn sadistische Phantasien subjektiv als krankhaft, belastend oder persönlichkeitsfremd erlebt werden und der Erkrankte sich in seinen Lebensumständen eingeschränkt fühlt oder andersweitig darunter leidet.
Einvernehmlich gelebte oder auch heimliche sexuelle Vorlieben für sadistische Praktiken im Sinne des BDSMerfüllen in aller Regel die Kriterien für die Diagnosestellung des Sadismus im heutigen medizinischen Sinne nicht und sind eine soziologisch andersartige aber nicht wirklich seltene Ausprägung der individuellen Sexualität. Die Übergänge zwischen individuell ausgeprägter Sexualität und Störung der Sexualpräferenz können jedoch nicht in allen Fällen immer sicher definiert werden.
Ausprägungen des Sadismus
Im medizinischen Sinn kann man im Wesentlichen zwischen zwei Ausprägungen des Sadismus unterscheiden.
Nicht vorwiegend sexuell motivierter Sadismus
Die Patienten empfinden Freude dabei, Mitmenschen in ihrem Umfeld zu demütigen oder zu schikanieren. Dabei kommt es häufig auch zu körperlichen Übergrifflichkeiten. Oft zeigt sich entsprechendes Verhalten im persönlichen und häuslichen Umfeld. Betroffene versuchen aber auch, ihre Bedürfnisse auf gesellschaftlich akzeptiertere Art und Weise auszuüben, z. B. in der Wahl bestimmter Berufe, die ihnen eine gewisse Machtposition verschaffen (z. B. Militär, Polizei, Justiz, Politik, Lehrer). Beispiele dafür finden sich unter extremen Bedingungen im Kriege oder in totalitären Systemen, zum Beispiel in Gefangenenlagern (historisch: Konzentrationslagerim Nationalsozialismus).
Sexuell motivierter Sadismus
Das Ausüben von Macht oder Gewalt über andere Menschen oder auch Tiere stellt für betroffene Patienten eine Quelle sexueller Erregung dar. Sadistische Handlungen stellen dabei oft das Vorspiel für den Geschlechtsverkehr dar oder der Geschlechtsverkehr selbst wird in einer Weise praktiziert, die den Partner herabwürdigt, demütigt oder ihm Schmerzen bereitet.
Eine Sonderform des sexuell motivierten Sadismus ist der'Kompensatorische Sadismus bei dem die sadistische Handlung die sexuelle Befriedigung vollständig ersetzt.
Sexuell motivierter Sadismus und Kompensatorischer Sadimsmus im Besonderen können zu schweren (Sexual-)straftaten führen, in besonders schweren Fällen bis hin zu Tötungshandlungen.
Siehe auch
Literatur
- Walter Lennig: Marquis de Sade. ISBN 3-499-50108-2
Weblinks
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