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Eine Salmonellose ist eine von Salmonellenverursachte infektiöse Gastroenteritis, die aufgrund mangelnder Hygienemaßnahmendurch den Genuss verseuchten Trinkwassersbzw. den Verzehr infektiöserLebensmittel hervorgerufen wird und daher auch als Lebensmittelvergiftungbezeichnet werden kann.
Es sind an die 2500 verschiedenen Salmonella-Serotypenbekannt.
Im April 2004 wurde die Unterart Salmonella choleraesuis entdeckt, die gegen die meistenbisher verfügbaren Antibiotikaresistentist. Eine Infektion mit diesem sehr virulentenErreger kann tödlich verlaufen.
Die wesentlichen durch Salmonellen verurachten Erkrankungen sind:
- Brech-Durchfalldurch Salmonella enteritidis, Salmonella typhimurium u.a. als Salmonellose im engeren Sinn oder Salmonellenenteritis
- Typhusdurch Salmonella typhi
- Paratyphusdurch Salmonella paratyphi
Da sich Typhus und Paratyphus als systemische Erkrankungen mit Darmbeteiligung im Krankheitsbild von der gewöhnlichen Salmonellose deutlich unterscheiden, werden diese dort behandelt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Epidemiologie
- 2 Erkrankung
- 3 Nachweis
- 4 Differenzierung
- 5 Vorbeugung
- 6 Weblinks
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Epidemiologie
Im Gegensatz zu S. typhi und S. paratyphi, deren einziger bislang bekannter Wirt der Mensch ist, sind bei den übrigen Salmonellen-Serotypen auch Tiere - Geflügel, Schweine, Rinder, Reptilien u.a. - Träger der Erreger. Diese sind in tierischen Produkten(Fleisch, Milch, Eier, Muscheln, etc.) zu finden. Darüber hinaus können Salmonellen auch bei der Schlachtung und Verarbeitung durch mangelhafte Hygiene und durch Salmonellenausscheider im Personal auf Lebensmittel übertragen werden. Durch den Kotinfizierter Tiere wie Menschen verunreinigtes Trinkwasserist demgegenüber in Ländern mit ungenügenden hygienischen Standards der Infektionsquelle. Die notwendige Infektionsdosisfür einen ansonsten gesunden erwachsenen Menschen liegt bei 10.000 bis 1.000.000 Keimen. Bei Abwehrschwäche bzw. Säuglingen, Kleinkindern und alte Menschen wurden auch Erkrankungen bereits bei Infektionsdosen unter 100 Keimen beobachtet.
In den USAhat sich die Erkrankungsrate in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Insgesamt wird vor allem eine Zunahme der Infektionen durch kontaminierteHühnereier beobachtet. Ursache ist, dass S. enteritidis bei Hühnern Infektionen der Eileiterund Ovarienverursacht, so dass die Eier die Erreger schon enthalten, bevor sich eine Schale bildet. Die Keime können aber v.a. bei hoher Luftfeuchtigkeit und hoher Umgebungstemperatur besonders dünne oder beschädigte Eischalen auch durchwandern. Werden zerbrochene Eier schon im Geschäft zurückgewiesen, dient das somit dem Selbstschutz.
In der Schweizist die Anzahl der an das Bundesamt für Gesundheitgemeldeten Fälle seit 1999 rückläufig. In Deutschlanderkrankten im Jahr 2003 ca. 63.000 und im Jahr 2004 ca. 57.000 Menschen an einer gesicherten Salmonellen-Infektion, womit sich der seit 1992 rückläufige Trend fortsetzte. 2004 wurden 52 bestätigte Todesfälle im Zusammenhang mit einer solchen Infektion gemeldet. Das Nationalen Referenzzentrums für Krankenhaushygiene(NRZ) schätzt, dass dabei weiterhin etwa 10 % der tatsächlich vorkommenden Erkrankungsfälle gemeldet wurden. Die SerovareEnteritidis und Typhimurium sind die bei weitem häufigst nachgewiesenen Erreger.
Erkrankung
Die Symptomeeiner Salmonelleninfektion im engeren Sinn sind Erbrechenund Durchfall. Diese können wenige Stunden bis drei (maximal sieben) Tage nach dem Verzehr des befallenen Lebensmittels auftauchen. (Die mittlere Inkubationszeit beträgt 20-24 Stunden.)
Die Erkrankungdauer beträgt in der Regel nur wenige Stunden oder Tage. In diesen unkomplizierten Fällen erfolgt keine antibiotischeBehandlung - einerseits um die weitere Entwicklung multiresistenterStämme zu verhindern, andererseits da dadurch die Bakterienausscheidung verlängert werden kann.
In bis zu 5 % der Infizierten verläuft die Erkrankung zusätzlich systemisch mit einem schweren Erkrankungsbild: Fieber zwischen 38 und 39 ° C, massiven Flüssigkeitsverlusten, rascher Gewichtsabnahme und der Notwendigkeit, ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Gefährdet sind hier v.a. Kinder, ältere und immungeschwächtePersonen.
Als problematisch ist zu betrachten, dass man durch bestimmte Salmonellenstämme zum Dauerausscheiderwerden kann.
Nachweis
- Blutkultur(erste Woche nach der Infektion)
- Antikörpersuchtestaus dem Blutserum(zweite Woche)
- Anzucht aus Stuhl(dritte Woche)
Differenzierung
Aus Stuhl isolierte Keime können auf zwei Selektivnährmedienzu Shigellenund Proteusabgegrenzt werden:
- Xylose-Lysin-Desoxychlorat-Agar
- Hectoen-Agar
Die Identifizierung des Subtyps erfolgt über die Grubersche Antigenanalyse, nachdem die isolierten Keime zunächst mit einer omnivalentenAntikörper-Suspension(Typhus-Paratyphus-Enteritidis-Serum, kurz: TPE-Serum) vorgetestet wurden, folgen gruppenspezifische Antikörper-Suspensionen und zuletzt monospezifische Antikörper. Schrittweise lässt sich so der Erreger in das Kaufmann-White-Schemaeinordnen, was für epidemiologischeAspekte sinnvoll ist.
Als Parameterfür die Einteilung werden die O-Antigene(somatische Antigene), die spezifischfür jeden Subtypsind, herangezogen.
Vorbeugung
Salmonellen vermehren sich bei Temperaturen von 10 bis etwa 50 ° Celsius. Die Lagerung von rohenLebensmitteln im Kühlschrank (bei ca. 7° Celsius) verhindert ein übermäßiges Ausbreiten der Erreger. Salmonellen werden nur sicher abgetötet, wenn im Inneren des Lebensmittels für mindestens 10 Minuten Temperaturen von über 70° Celsius erreicht werden. Salmonellen vermehren sich zwar nicht bei der Tiefkühllagerung, sie überleben diese Temperaturen aber. Deshalb muss bei Lebensmitteln wie Geflügel die Auftauflüssigkeit weggeschüttet werden.
Eier sollen gekocht oder gebraten werden, bis das Eigelb fest ist. Industriell gefertigte Eiprodukte müssen pasteurisiertwerden.
Um eine ausreichende Überwachung zu ermöglichen und auf eventuelle größere Ausbrüche rechtzeitig reagieren zu können sollten alle Erkrankungsfälle den Gesundheitsbehörden gemeldet werden, wenn eine Person betroffen ist, die im Lebensmittelbereich tätig ist bzw. zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen auftreten, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist oder vermutet werden kann. Dies würde jedoch bedeuten, bei jedem für Stunden anhaltenden Brechdurchfall eine Stuhlkultur abzunehmen. Es wird somit geschätzt, dass maximal 5-10% der Erkrankungsfälle auch gemeldet werden.
Weblinks
- Salmonellose-Merkblatt des RKI
- Nähere Informationen zu Salmonellose (Robert-Koch-Institut)
- Informationen des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit
- Salmonellosem bei Tieren
- Bilderserie: Salmonellose beim Schwein
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