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Als einen Scheintod, medizinisch auch eine Vita reducta oder Vita minima (lateinischdas reduzierte bzw. minimale Leben), bezeichnet man einen Zustand, in welchem das Leben erloschen zu sein scheint, aber nicht wirklich und vollständig gewichen ist.
Als Eintrittspunkt des Todessieht man gewöhnlich den Moment an, in welchem die Atmungs- und Herztätigkeit(Kreislaufstillstand, der potentiell noch reversible klinische Tod) und/oder die Gehirnaktivitäterlischt (Hirntod, der endgültige Individualtod). Um den feststellenden Arzt vor einer strafrechtlich relevanten Fehldiagnose zu bewahren, sollte nach Angaben des Pathologen Dr. Wolfgang Huckenbeckdarauf geachtet werden, dass der Arzt bis zum Eintreten der Totenflecken(erste Anzeichen erkennbar spätestens 30 Minuten nach Eintritt des Todes) oder bis zum anderswie sicheren Nachweis (zehn minütige EKGNull-Linie, Hirntod Nachweis durch EEG) mit Wiederbelebungsmaßnahmen fortfährt.
Vom 17.bis ins 19. Jahrhundertin der Zeit der Aufklärung, herrschte in Europa ein regelrechter Angstwahn (Taphephobie) lebendig begraben zu werden, im Grab aufzuwachen und einen angsterfüllten Erstickungstod (die Asphyxie) sterben zu müssen. Immer wieder traten Berichte über Leichen auf, die nach der Exhumierungin merkwürdigen Positionen lagen: oft waren die Augen weit offen oder die Arme drückten gegen den Sarg. Häufig fanden sich Kratzer an der Innenseite des Sargdeckels, die die Toten mit bloßen Fingern in die Sargdecke gekratzt hatten. Daher wurden in Testamenten oft Lagerfristen festgelegt oder verfügt, dass vor einer Bestattung die Pulsaderdurchschnitten werden sollte. Außerdem gab es spezielle Vorrichtungen, wie mit Gas gefüllte Särge, offene Särge, die mit Erde zugeschüttet wurden um einen schnellen Erstickungstod hervorzurufen, oder auch offene Särge mit Leitern, welche die Möglichkeit bieten sollten, dem Grab zu entsteigen.
In Österreich-Ungarnund bis 1900 in der Schweiz konnte man den Herzstichverfügen: Ein Arztstößt dem Verstorbenen einen Dolchin das Herz, wo dieser verbleibt. Andere ließen sich kleine Glockenan die Finger hängen oder eine Signalvorrichtung im Sarg befestigen. Ende des 18. Jahrhundertswurden öffentliche Leichenhäusererrichtet.
Bekannte Opfer dieses Wahnessind beispielsweise Edgar Allan Poe, Friederike Kempner, Hans Christian Andersenund Alfred Nobel.
In manchen Gegenden wurden Scheintote in Verbindung mit Vampirengebracht (Arnold Paole).
Siehe auch
- Conclamatio, Glasgow Coma Scale
- Hirntod, Vitalfunktion, Todeszeichen
- Supravitalität, intermediäres Leben
Weblinks
- WDR - Panorama Sendung vom 2002-03-08
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