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Schlafapnoesyndrom

Das Schlafapnoe-Syndrom ist ein Beschwerdebild, das in der Regel durch Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafsverursacht wird und in erster Linie durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) gekennzeichnet ist. Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen - siehe unten.

Die Atemstillstände führen zu einer Sauerstoff-Unterversorgung und zu wiederholten Aufweckreaktionen (als automatische Alarmreaktion des Körpers), die jedoch meist von den Betroffenen nicht bewusst wahrgenommen werden. Folge der Aufweckreaktionen ist ein nicht erholsamer Schlaf, was wiederum zu der typischen ausgeprägten Tagesmüdigkeit führt.

Das Schlafapnoe-Syndrom zählt zu den Dyssomnien, d. h. den medizinisch bedeutsamen Schlafstörungen. Es gibt obstruktive, zentrale und gemischte Apnoesyndrome. Die zentrale Apnoe ist selten: Durch Schäden im zentralen Nervensystem(ZNS) wird die Atemmuskulatur unzureichend gesteuert.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Diagnostik
  • 3 Folgen
  • 4 Behandlung
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks

Ursachen

Die weitaus häufigste Form ist das obstruktive und gemischte Schlaf-Apnoesyndrom (OSAS). Dieses entsteht durch eine Behinderung (Obstruktion) der Atemwegemit oder ohne gleichzeitige ZNS-Erkrankung. Es kann diagnostiziert werden, wenn Apnoephasen, starkes Schnarchen und insbesondere deren Symptome und Folgeerkrankungen bestehen. Schnarchenallein und auch gelegentliche kurze Atmungsaussetzer sind nicht gesundheitsschädlich. In Deutschland sind 1-2 % der Frauen und 2-4 % der Männer im mittleren Lebensalter vom OSAS betroffen, also etwa 800.000 Menschen. Die Betroffenen sind in der Regel starke Schnarcher, wobei das Schnarchen alleine meist unproblematisch ist.

Es kommt beim OSAS während des Schlafs zu Atemstillständen unterschiedlicher Dauer, aber länger als zehn Sekunden, wodurch der Sauerstoffgehalt des Blutes abfällt (Hypoxämie). Dies führt zu einer Mangelversorgung des Gewebes (Ersticken) und als Folge davon kommt es zu einer kurzfristigen Weckreaktion des Körpers (?micro-arousal?), durch die die Atmung wieder einsetzt. Meist bemerkt der Patient dies nicht bewusst. Die physiologische Struktur des Schlafs wird zerstört und die Erholungsfunktion behindert.

Die Ursachen des OSAS können zum Beispiel sein:

  • Adipositas(Übergewicht)
  • Eventuell zusätzlich auch eine Behinderung der Nasenatmung durch Polypenoder Nasenscheidewandverkrümmung
  • Konstitutionelle Erschlaffung der Rachenmuskulatur, Veranlagung
  • Alkoholkonsumabends, Schlafmittel
  • dolichofazialer Gesichtstyp (das heißt im Fernröntgenseitenbild eines Erwachsenen erkennt man, dass der Unterkieferwinkel groß ist). Dadurch liegt die pharyngealeMuskulatur weit an der Rachenhinterwand, das Lumenist verengt.
  • angeborene Fehlbildungen und Fehlstellungen des Unterkiefers(Pierre-Robin-Sequenz, Goldenhar-Syndrom)

Diagnostik

Die Angehörigen von OSAS-Patienten berichten meist über lautes Schnarchen, unterbrochen durch sekundenlange Atempausen, welche mit einem heftigen seufzenden Atemzug oder Schnarchlaut beendet werden. Längst nicht jeder Schnarcher hat aber ein OSAS und nicht jeder OSAS-Patient fällt tatsächlich durch Schnarchen auf.

Weitere Symptome des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind

  • Apnoe von Sekunden- bis Minutendauer
  • Durchschlafstörungen
  • Tagesmüdigkeit, Einschlafstörungen
  • Sekundenschlafattacken
  • Konzentrationsstörungen
  • depressive Verstimmung
  • Bluthochdruck
  • Impotenz

Die Diagnoseergibt sich fast immer aus der Vorgeschichte, den Angaben zur Schlafhygiene, der Untersuchung beim Hausarzt und einer ambulanten Untersuchung bei dafür ausgerüsteten Lungenfachärzten (Pneumologen) oder eventuell auch HNO-Ärzten (sog. Nicht-Labor-Monitoring).

Die Diagnose mit solchen Nicht-Labor-Monitoring-Systemen (NLMS) erfolgt durch Aufzeichnung von Atemgeräuschen und Sauerstoffsättigungim Blutmittels Pulsoxymeters, Körperbewegungen und weiteren Parametern (respiratorische Polygraphie) während des Schlafes zu Hause beim Patienten. Es sind ca. zehn verschiedene, kompakte Geräte hierfür am Markt verfügbar. Im positiven Fall sollten mindestens zehn Apnoephasen über 10 Sekunden Dauer mit dem charakteristischen episodischen Sättigungsabfall des Blutes sichtbar sein.

In unklaren Fällen oder im Rahmen von wissenschaftlichen Studien kann eine aufwändigere Polysomnographieim Schlaflabordurchgeführt werden. Dort werden neben Sauerstoffsättigung, Atembewegungen und Atemgeräuschen auch eine Elektroenzephalographie(EEG), eine Elektrookulographie(EOG) und eine Elektromyographieim Bereich der Kinnmuskulatur und der Beinmuskulatur aufgezeichnet, ferner ein EKGund der Blutdruckverlauf. Bei der kardiorespiratorischen Polysomnographie werden zudem auch thorakaleund abdominelleAtemexkursionen, der nasale und orale Luftfluss und in einigen Fällen auch intrathorakale Druckschwankungen fortlaufend registriert. Somit zeigt sich neben der Verschiebung der Blutgase auch die exakte Schlaffragmentierung und die Störung der Herz-Kreislauffunktion.

Folgen

Als Folge eines unbehandelten OSAS treten weitere chronische Gesundheitsstörungen auf, nämlich weit häufiger als beim nicht betroffenen Altersdurchschnitt Bluthochdruck, Herzerkrankungenund Herzinfarktesowie Schlaganfälle. Beschrieben sind auch Depressionenund das gehäufte Auftreten von Stress-Erkrankungen wie Magengeschwür, Tinnitusund Hörsturz. Diabetes mellitus, Typ 2wird seit Anfang 2002 immer häufiger in Zusammenhang mit dem OSAS gebracht. Es besteht ein linearer Zusammenhang zwischen dem Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) und der Insulin-Resistenz. Der Blutzucker ist also um so höher, je mehr Atempausen pro Stunde Schlaf auftreten. Nach einer eingeleiteten n-CPAP-Therapie kann die nächtliche Zuckerneubildung (Gluconeogenese) deutlich vermindert werden und die morgendlichen Blutzucker-Werte sinken. Patienten, deren OSAS durch Behandlung reduziert wurde, berichten von reduzierten Migräneanfällen.

Behandlung

Als Behandlung werden je nach Ursache verschiedene Methodenempfohlen, wie Gewichtsreduktion, Verzicht auf Alkohol, wenn sinnvoll operative Behandlung von Atemwegsbehinderungen usw.

Die durch Ärzte weltweit als ?Gold-Standard? anerkannte und am besten dokumentierte Therapie der OSAS ist die CPAP-Therapiemittels CPAP-Atemtherapiegeräten. (Continuous Positive Airway Pressure). Diese Geräte haben einen kleinen leisen Motor, der einen Überdruck erzeugt und somit das Schnarchen unterdrückt, was auch zur Folge hat, dass die Apnoen ausbleiben. Das Gerät allein bringt allerdings nichts, zusätzlich werden nCPAP-Masken benötigt, die einfach nur über der Nase getragen werden, bishin zur Vollgesichtsmaske die Mund und Nase vollständig abdeckt. Es gibt sehr viele verschiedene Arten von solchen Masken. Man unterscheidet zwischen "Direct-Nasal", "Oral", "Nasal" und "Vollgesichts-Masken". Mit Hilfe dieser Masken wird in den Atemwegen ein leichter Überdruck, erzeugt und somit die Apnoe verhindert. Man spricht bei dieser Therapie auch von der ?pneumatischen Schienung? der oberen Atemwege. Nach einer Eingewöhnungsphase berichten die meisten Anwender über eine deutlich bessere Schlafqualität und Rückgang bzw. Verschwinden der OSAS-Symptome. In der Regel muss die Therapie ein Leben lang angewendet werden. Das Absetzen der Therapie kann zur Folge haben, dass die Symptome wieder auftreten. Der Schlaf wird erholsam wenn man die Therapie regelmäßig und konstant durchführt. Die CPAP-Geräte müssen im Schlaflabor auf den individuell notwendigen Beatmungsdruck eingestellt werden. Der Druck sollte regelmäßig in Schlaflaboren überprüft werden, da dieser sich im Laufe der Therapie verändern kann. Häufigste Ursache für eine Druckveränderung ist die Gewichtsabnahme. Seit einiger Zeit bezahlen die Krankenkassen allerdings die Nachkontrollen nicht mehr.

Eine Alternative ist ein Lungenfacharzt. Mit einem Screening-Gerät wird nachts erneut überprüft, welcher Druck für die Therapie optimal wäre. Zur Nachuntersuchung muss man allerdings nicht wieder in der Klinik verweilen. Diese Screening-Geräte haben die Grösse von zwei Zigarettenschachteln. Mit der Maske verbunden registriert das Gerät die Nächte über die Apnoen (Atemaussetzer) und beim Auslesen beim Facharzt kann dann wieder der Druck angepasst werden. Diese Therapie ist eine sogenannte symptomatische Therapie, da das Gerät ständig in der Nacht benutzt werden muss und ansonsten die Atemstörungen unmittelbar wieder auftreten würden.

Eine kurative, das heißt heilende Therapiemöglichkeit ist bei eingeschränkten Fällen bzw. Indikationsstellungen eine chirurgische Operation. Dies sollte bei ausgewählten Patienten, bei denen eine Gebissfehlstellung (zum Beispiel Unterkieferrücklage = Retrognathie) oder ein dolichofazialer Gesichtstyp (das heißt ein nach unten hinten verlagertes Gesichtswachstum) vorliegen, abgeklärt werden. In letzter Zeit werden auch operative Verlagerungen des Zungenbeinszur Therapie der OSAS durchgeführt. Diese operative Korrektur der genannten Fehlstellungen wird nur von einigen spezialisierten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen durchgeführt.

Zahlreiche Firmen bieten auch ?Anti-Schnarch-Masken?, Nasenklammern, elektrische Warngeräte, Meditationskurse, Magnetfeldmatten usw. zur Eigenbehandlung an. Diese Produkte und Methoden haben keine nachgewiesene Wirksamkeit.

Siehe auch

  • Adipositas- Atmung- CPAP-Therapie- Schlaf- Narkolepsie- Restless-Legs-Syndrom- Rhonchopathie

Weblinks

  • http://www.schlafapnoe-online.deSchlafapnoe e. V., Selbsthilfeorganisation
  • http://www.schnarchen-online.deAlles über das Thema "SCHNARCHEN"
  • http://www.schlafapnoe.deHNO-Klink, Universität Mannheim
  • http://www.initiative-gesunder-schlaf.deTexte und Links rund um das Thema Schlafapnoe
  • http://www.dgsm.deDeutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin
  • http://www.vdk-schlafapnoe.deVdK Fachverband Schlafapnoe, Chronische Schlafstörungen
  • www.schlaf.deSpezialthema Schlafapnoe auf www.schlaf.de
  • http://www.Bundesverband-Schlafapnoe-Deutschland.deHilfe zur Selbsthilfe. Umfangreiche Adresslisten zu Selbsthilfegruppen, Screeningpraxen und Schlaflabore
  • http://www.dgsz.deDGSZ
  • www.schlafportaldeutschland.de Deutsche Gesellschaft schlaftherapeutisch tätiger Zahnmediziner e.V., Berlin







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