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Schlangenbiss

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel behandelt die Tiergruppe Schlangen, für weitere Bedeutungen siehe Schlange.
Schlangen
Bild:Ringelnatter.jpg
Ringelnatter(Natrix natrix)
Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere(Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler(Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere(Tetrapoda)
Klasse: Reptilien(Reptilia)
Ordnung: Schuppenkriechtiere(Squamata)
Unterordnung: Schlangen
Wissenschaftlicher Name
Serpentes
Linnaeus, 1758

Schlangen (griech. Ophidia oder lat. Serpentes) sind eine Unterordnung der Reptilien. Sie stammen von echsenartigenVorfahren ab, die ihren Körper stark verlängert und ihre Beine reduziert haben und zu einer schlängelnden Fortbewegungübergegangen sind. Die größten Arten(Pythonsund Anakondas) werden rund acht Meter lang, in Ausnahmefällen auch zehn Meter. Längenrekorde über zehn Meter werden zwar immer wieder erwähnt, jedoch nie bestätigt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Merkmale
    • 1.1 Schlangengift
  • 2 Verbreitung und Lebensräume
  • 3 Alter
  • 4 Systematik
    • 4.1 Familien
  • 5 Symbolische und mythologische Bedeutung
    • 5.1 Antike
    • 5.2 Altes Testament
    • 5.3 Indien
    • 5.4 Ägypten
    • 5.5 Naher Osten
    • 5.6 Christentum
    • 5.7 Nicht-Christliche Deutungen
      • 5.7.1 Germanen
      • 5.7.2 Balten
      • 5.7.3 Aborigines
      • 5.7.4 Weblinks

Merkmale

Die Anzahl der Wirbelist auf rund 200 (maximal 435) erhöht. Die Kiefer- und Gaumenknochen sind nur durch Bänder verbunden und stark verschiebbar, so dass auch größere Beutetiere in einem Stück verschlungen werden können. Im großen Magenwird die Beute mit Hilfe einer relativ hoch konzentrierten Salzsäurezerlegt. Riesenschlangenkönnen über ein Jahr lang hungern.

Schlangengift

Einige Schlangen haben ihre Speicheldrüsenzu Giftdrüsenumgebildet. Nur etwa 400 Schlangenarten sind giftig und von diesen lediglich rund 50 potenziell tödlich für Menschen. Die giftigste Landschlange der Welt ist der in Australien lebende Inland-Taipan. Er ist eher ruhig und nicht aggressiv. Die Braunschlange dagegen (auch eine der giftigstenSchlangen) ist ziemlich aggressiv und leicht reizbar. Die giftigste Schlange überhaupt ist aber eine Seeschlange, die im Meer vor Australienlebt. Der Ort mit der höchsten Giftschlangendichte ist die Insel Queimada Grandevor der Ostküste Brasiliens.

Schlangengifte bestehen aus verschiedenen Proteinenund sind von zähflüssiger Konsistenz mit milchig - weißer bis gelblicher Farbe. Je nach Art wirkt das Giftauf das Nervensystem (Neurotoxine) (Lähmung, Sinnestäuschungen, Atemnot) oder auf Blutzellen und Gewebe (Hämatoxine) (Gewebezerstörung, Nierenversagen, Kreislaufzusammenbruch). Die Zusammensetzung der Gifte unterscheidet sich von Art zu Art. Mischungen aus hämotoxischen und neurotoxischen Wirkungsbestandteilen kommen beispielsweise bei der Gabunvipervor und führen zu besonders schweren Vergiftungen.

Schlangenarten, die als besonders giftig gelten, sind allerdings nicht die Ursache für die meisten Todesfälle. Viele dieser Arten leben in schwer zugänglichen Gebieten, sind sehr scheu und haben nur wenig Kontakt zu Menschen. Die Sandrasselotter hingegen hat ein weniger starkes Gift, ist aber oft in der Nähe von Siedlungen zuhause und sehr leicht reizbar.

Jährlich werden etwa 5 Millionen Menschen von Schlangen gebissen und rund 125.000 davon sterben an dem Schlangenbiss. 70 % der Schlangenbisse bei Menschen erfolgen in der Knöchelhöheoder tiefer.

Verbreitung und Lebensräume

Schlangen sind weltweit verbreitet und in unterschiedlichsten Lebensräumen vom Gebirge bis zum Meer zu finden. Die mit Abstand größte Artenvielfalt gibt es jedoch in den Tropen. Zu den wenigen Orten Europas, an denen es keine Schlangen gibt gehört Irland.

Alter

Die meisten Natternarten erreichen ein Alter von ca. 6 - 8 Jahre in Gefangenschaft, viele Riesenschlangenwerden etwa 30 Jahre alt. Das Alter von Schlangen variert oft erheblich innerhalb der Gattung. Weitere Beispiele, die jedoch nur einen ungefähren Richtwert bilden, abhängig von den Lebensumständen (Gefangenschaft, Freiheit):

Ringelnatter 2 Jahre, Würfelnatter 7 Jahre, Bullennatter 30 Jahre, Kreuzotter 25 Jahre, Lanzenotter 8 Jahre, Korallenschlange 8 Jahre, Südamerikanische Klapperschlange 17 Jahre, Diamantklapperschlange 25 Jahre, Prärieklapperschlange 12 Jahre, Schwarze Mamba 24 Jahre,...

Systematik

In der Systematik der Biologie ist die Unterordnung der Schlangen in der Ordnung der ) enthalten, die wiederum zur Klasse der Reptilien(Reptilia) gehören. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Schlangen fällt daher in das Gebiet der Herpetologie.

Schlangen (Serpentesbekanntesten Familien gehören die

  • Riesenschlangen(Boidae)
z. B.: Pythonsund Boas
  • Nattern(Colubridae)
z. B.: [[Ringelnatt* Giftnattern(Elapidae)
z. B.: Mambasund Kobras
  • Vipern(Viperidae)
]], Klapperschlangen, Kreuzotter(Vipera berus), Aspisviper(Vipera aspis), Wiesenotter('Vipera ursinii)

Familien

  • Amerikanische Blindschlangen(Anomalepidae)
  • Blindschlangen(Typhlopidae)
  • lschlangen(Aniliidae/Ilysiidae)
  • Wühlschlangen(Anomochilidae)
  • Riesenschlangen(BoidaBolyerschlangen]] (Bolyeridae)
  • Walzenschlangen(Cylindrophiidae)
  • Spitzkopfpythons(Loxocemidae)
  • Erdboas(Tropidophiidae)
  • Schildschwänze(Uropeltidae)
  • Erdschlangen(Xenopeltidae)
  • Warzenschlangen(Acrochordidae)
  • [[Erdvipern

Symbolische und mythologische Bedeutung

Der Buchstabe Ssteht sowohl wegen seiner Form als auch wegen des Zischlauts als Symbol für die Schlange.

Antike

Im antiken Griechenlandgalt die Schlange als heilig. Da sie sich durch die Häutung in Menschenaugen unendlich oft erneuern konnte, hielt man sie für unsterblich. Der Schlange wurde auch Hellsichtigkeit nachgesagt, weshalb die Schlange eines der Tiere der Göttin Gaiawar. Laut Hesiodwar Gaia Pelope einer der vielen Namen der Erdgöttin Gaia. Im Orakel von Delphitaten Schlangenpriesterinnen (Pythea) ihren Dienst. Nicht nur in der jüdisch-christlichen Tradition gab es einen von einer Schlange bewachten Baum: In der altgriechischen Vorstellung stand im Garten der Hesperidender lebensspendende Apfelbaum, der der Göttin Heravon Gaia geschenkt wurde und der von der Schlange Ladonbewacht wurde.

Altes Testament

Im Alten Testamentder Bibel wird eine Schlangengöttin von Kadescherwähnt, die von Moses und Jahwe abgesetzt wurde. Es handelte sich hierbei um eine "Orakelschlange", ähnlich der altgriechischen Pythia, namens Nehuschtah(in späteren Übersetzungen Nehuschtan).

Indien

Auch in der indischen Mythologiegab es Schlangengöttinnen und auch dort waren sie mit den Erdgöttinnen eng verwandt: Ananta, die "unendliche Schlange", behütete die Götter und Göttinnen in ihrem Schlaf zwischen zwei Inkarnationen. Die Schlange Kundaliniliegt zusammengerollt im Beckender Frauen und symbolisiert deren lebensspendende Kraft. Dieser Mythos wurde von tantrischenGelehrten im Konzept der Kundalini-Kraft übernommen und noch heute gelehrt.

Ägypten

Im Vordynastischen Ägyptenwurde die "Schlangenmutter" Wadjet(auch Wa Zit) angebetet. Ihr Symbol war der Uräus. Des Weiteren kannten die Alten ÄgypterInnen die Mehem, eine Schlangengöttin, die des Nachts den Sonnengott Ra in seinem Schlaf umfasste.

Naher Osten

Im Vorderen Orientstand die Schlange allgemein für Weisheitund Erleuchtung, welche die tiefen Geheimnisse des Lebens verstand. Diese Vorstellung hat in der biblischen Geschichte der Vertreibung aus dem Paradies überlebt, wo die Schlange Eva die "Frucht der Erkenntnis" überreichte. In einigen GnostizistischenSekten wurden Eva und die Schlange für das den Menschen zur Verfügung gestellte Wissen verehrt (wobei sie dort manchmal auch als männlicher Begleiter Evas, Ophion, dargestellt wurde).

Christentum

Im Christentumwurden die älteren Überlieferungen einer Schlangengöttin und ihrer Attribute als eine der Inkarnationen des Teufelsübernommen.

Nicht-Christliche Deutungen

Germanen

In der gemanischen Mythologiespielt die Midgardschlangeeine wichtige Rolle, die die Welt umspannt, zugleich aber das Göttergeschlecht der Asenbedroht.

Balten

In der heidnischen Naturreligionder Baltenspielen Schlangen ebenso wie Krötenauch heute noch eine erhebliche Rolle, denn sie gelten, weil sie auf der Erde (lit. ?em?) leben, als Symbol der Erdgöttin Seminas(?emyna). Jede Familie schätzte sich glücklich, wenn sich eine grüne ungiftige Grasnatter an der Feuerstelle niederließ. Man fütterte sie wie ein Haustier (Familienmitglied) mit Eiern und Milch und beobachtete gewissenhaft, ob sie das Futter auch annahm.

Aborigines

Die Regenbogenschlangeverkörpert in den Mythen der Aboriginesden Ur-Zustand der Natur im Zustand der Traumzeit und herrscht über ihre gleichermaßen lebensspendenden und verschlingenden Aspekte, insbsondere behütet sie das Wasser.

Das archetypischeMotiv Ouroboroswird häufig mit ein oder zwei sich in den Schwanz beißenden Schlangen dargestellt und symbolisiert die Unendlichkeit.In einigen Kulturen Mittelamerikas ist der Ouroboros heute eine lebendige Gottheit.

Siehe auch: Warteschlange, Schlangenfuß, Barbara Renz

Weblinks

  • www.schlangengrube.de: Plattform für Halter von Schlangen
  • Umfangreiches Schlangen-Portal



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