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Eine Schraubensicherung ist eine Vorrichtung, die das Lösen einer Schraubverbindung durch äußere Einflüsse (z.B. Schwingung(Vibration), Korrosion, Schraubensetzung) verhindern soll.
Sachgerecht konstruierte sowie fachgerecht ausgeführte Schraubverbindungenin Metallenbenötigen in der Regel keine Schraubensicherung.
Bei Unsicherheiten oder Nichteinhaltung der notwendigen Mindestklemmlängenvon Schraubverbindungen oder unklaren Umgebungsbedingungen sind Schraubensicherungen trotzdem üblich.
Bestes Beispiel für eine nicht fach- und sachgerecht ausgeführte Schraubverbindung ist die Befestigung von (Aluminium-)Schutzblechenam (Stahl)rahmen von Fahrrädern. Hier wird die Schrauben-Klemmkraft mit der Zeit durch das Fließen des Aluminiums und durch korrosive elektrochemische Einflüsse aufgehoben. Die Schraubverbindung lockert sich und die Bohrung im Aluschutzblech wird durch die Vibrationen während der Fahrt ausgeschlagen.
Bild:Rolls Royce RB.199 5.jpg Durch Verdrahten gesicherte Schraubenverbindung einer Flugzeugturbine
Bei dynamischenBelastungenneigen Schraubenverbindungen dazu, sich selbst zu lösen. Eine Abhilfe gegen dieses Bauteilversagenbietet in erster Linie die korrekte Auslegungund Konstruktionder Schraubverbindung. Als Grundsatz gilt:
- Die zu verbindenden Bauteile sollen möglichst starrsein
- Die zugehörige Schraubverbindung muss dagegen möglichst elastisch sein
Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Schraubverbindung mit hochfesten Schrauben und Muttern zu versehen und auf jegliche Zusätze wie Federringe, Unterlegscheibenoder Zahnscheiben zu verzichten.
An Stellen, wo solche Maßnahmen nicht möglich sind, können die Schraubverbindungen mit Klebstoff, speziell geformten Muttern mit Kunststoffeinsatz, Kronenmutternmit Splintoder durch Verdrahten gesichert werden. Unbedingt abzuraten ist dagegen vom Kontern mehrerer Muttern auf einer Schraube, da zunächst die Verbindung gesichert erscheint, sich dann aber besonders schnell löst. Eine aufwendige Ausnahme ist dabei die Methode, das Gewinde der Befestigungsmutter als Rechtsgewindeauszuführen, das zugehörige Gewinde der Kontermutter auf der Schraube dagegen als Linksgewinde. Diese Methode ist im Bergbauverbreitet, ebenso an alten Fahrrädernmit geschraubten Ritzelnauf der Hinterradnabe.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einteilung
- 2 Unwirksame Schraubensicherung
- 3 Ausführung
- 4 Sicherungselemente und Normen
- 5 Weblinks
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Einteilung
Schraubensicherungen sind kraftschlüssig(z.B. Federringe, Federscheiben), formschlüssig(z.B. Sicherungsbleche mit Lappen) oder stoffschlüssig(z.B. flüssige Schraubensicherungen, Klebstoff).
Zu den kraftschlüssigen Sicherungen zählen auch selbstsichernde Muttern, z.B. Sechskantmuttern mit Klemmteil.
Eine besondere Schraubensicherung erhöht beim losdrehen die Klemmkraft und ist dadurch besonders wirksam. Sie besteht aus einem Scheibenpaar, dass mit rampenförmigen Stufen aneinander liegt. Die Steigung der Stufen ist größer als die Gewindesteigung. Sie sind unter dem Begriff "Nord-Lock-Scheiben" bekannt und werden hiergut beschrieben. Besonders interessant ist der Videoclip auf dieser Seite, der alle Schraubensicherungen beschreibt und vergleicht.
Unwirksame Schraubensicherung
Federringeund -scheibenzählen im Maschinenbauzu den unwirksamen Schraubensicherungen.
Der Grund dafür ist, dass eine sachgerecht ausgeführte Schraubverbindung wesentlich höhere Spannkräfte aufbaut, als eine Federscheibe an Federkraft aufbauen könnte.
Federringe und -scheiben sollten erst beim endgültigen Zusammenbau unterlegt werden. Durch sie gesicherte Schraubverbindungen können nachgezogen werden, bei formschlüssigen Sicherungen ist das nur bedingt oder gar nicht möglich.
Ausführung
Die gesicherte Mutterallein ist noch keine wirksame Sicherung der Schraubverbindung; auch der Bolzen muss gesichert werden.
Bei Anwendung von Kronenmutterund Splintsind Bolzen und Mutter gesichert.
Sicherungselemente und Normen
- Federringe, gewölbt oder gewellt nach DIN128
- Federringe für Zylinderschrauben nach DIN 7980
- Federringe, gewölbt oder gewellt nach DIN 137
- ZahnscheibenDIN 6797
- FächerscheibenDIN 6798
- Scheiben mit Lappen DIN 93
- - mit Nase DIN 432
- - mit zwei Lappen DIN 463
- Sicherungs- oder Haltescheiben für Wellen DIN 6799
- SicherungsringeDIN 471 (für Wellen), DIN 472 (für Bohrungen) ein Markennamefür Sicherungsring ist Seegerring
- Runddraht-SprengringeDIN 7993
- Sprengringe DIN 9045
siehe auch: Normteile
Weblinks
- Einige Schraubensicherungsnormen
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