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Schreibkrampf

Als Schreibkrampf, Mogigraphie oder Cheirospasmus bezeichnete man im 19. Jahrhunderteinen Krampfder beim Halten der Feder beteiligten und die schreibende Hand bewegenden Muskeln, welcher reflektorisch durch das Ermüdungsgefühl der betreffenden Muskeln hervorgerufen wird.

Da heute nur noch vergleichsweise selten größere Textmengen von Hand geschrieben werden, sind Schreibkrämpfe heute selten; dagegen treten heute jedoch häufiger andere Überlastungs- und Abnutzungserscheinungen wie Sehnenscheidenentzündungen, die Repetitive Strain Injury(RSI) oder der so genannte Tennisarmauf.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Symptome
  • 2 Ursachen
  • 3 Therapie
  • 4 Hilfsmittel
  • 5 Literatur

Symptome

Am häufigsten äußert er sich in den Beugemuskeln durch krampfhaftes Andrücken des die Feder haltenden Daumens gegen den Zeige- und Mittelfinger, welches die Federhaltung stört und endlich so stark wird, daß sich die ganze Hand beim Schreiben klauenartig zusammenballt.

Seltener wird die Feder plötzlich nach der Hohlhand hineingeschnellt. Sind die Streckmuskeln der Finger der Sitz des Schreibkrampfes, so öffnen sich bei dem Versuch zu schreiben plötzlich die Finger, oder nur der Zeigefinger streckt sich aus, und dem Schreibenden entfällt die Feder.

Selten werden die Vorderarmmuskeln zusammengezogen, wobei mitten im Schreiben die Hand plötzlich über das Papier hinweggeschnellt wird. Endlich ist der Schreibkrampf eine Folge des Zitterns und beginnender Lähmung der Vorderarmmuskeln, wo dann die krampfartige Anstrengung beim Federhalten Rückwirkung gegen den muskelschwachen Zustand des Arms ist. In allen Fällen ist der Schreibkrampf äußerst lästig und oft sehr schmerzhaft.

Ursachen

Die Ursachen können sehr verschieden sein; die häufigste ist wohl eine falsche Methode des Schreibunterrichts, der Federhaltung und Körperstützung beim Schreiben, auch wohl der Gebrauch zu harter Federn, zu dünner Federhalter, rauhen Papiers. Diese Ursachen sind zu beseitigen.

Therapie

Der Schreibende gewöhne sich an eine flüchtige Handschrift, welche die Haupttätigkeit in den aufsteigenden Haarstrich des Buchstabenslegt, somit die Streckmuskeln der Finger mehr als ihre Beugemuskeln beschäftigt. Nur bei halb gelähmten und zitternden Armen ist eine andre Methode nötig.

Ein solcher Kranker klemme die Feder fest in die Falte zwischen den Mittelhandknochen des Daumens und Zeigefingers, gegen letztern sie andrückend, und schreibe mehr aus dem Handgelenk mittels der Muskeln des Ober- und Vorderarms. Der Gebrauch sehr dicker, rauh gearbeiteter Federhalter, sogar das Einschließen des Federkiels in einen Kork oder in ein dickeres Rohr sind Erleichterungsmittel für die Federhaltung.

Hilfsmittel

Maas' Atremographist der Hohlhand genau nachgebildet und macht jede willkürliche wie auch unwillkürliche, beim Schreiben unnötige Bewegung der Finger unmöglich. Jedenfalls muß durch angemessene Beschränkung der Schreibarbeit dem Ausbruch des Schreibkrampfes vorgebeugt werden. In den hartnäckigsten Fällen ist elektrische Behandlung oder Massagenotwendig.

Literatur

  • Nußbaum, Einfache und erfolgreiche Behandlung des Schreibkrampfs (München 1882).
Bild:Meyerskonvlexikon.jpg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreienText (?public domain?) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888?1890. Wenn der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies mit Quellen belegt ist und er den aktuellen sprachlichen Anforderungen genügt, kannst Du diesen Hinweis entfernen.



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