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Schwangerschaftsverdacht

Als Empfängnisverhütung werden Methoden bezeichnet, die Geschlechtsverkehr ohne das Risiko einer Schwangerschaft ermöglichen oder dieses zumindest reduzieren.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Grundlagen
  • 2 Methoden der Empfängnisverhütung
    • 2.1 Natürliche Methoden
    • 2.2 Mechanische Methoden
    • 2.3 Hormonelle Verhütung
    • 2.4 Kupfer
    • 2.5 Chemische Verhütungsmethoden
    • 2.6 Chirurgische Methoden
  • 3 Statistik über die Verhütungsmethoden
  • 4 Zur Geschichte der Empfängnisverhütung
  • 5 Siehe auch
  • 6 Weblinks


Grundlagen

Grundsätzlich kann man zwei Methoden der Empfängnisverhütung unterscheiden:

  • Verhinderung der Entstehung eines Embryo, also Verhinderung der Befruchtung der weiblichen Eizelle.
  • Verhinderung der Einnistung einer befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut.


In der Diskussion um Verhütung ist ein Thema die oft als ungleich empfundene Verteilung der Verantwortungsübernahme für die sichere Verhütung zwischen Mann und Frau ("Männer sollen mehr Verantwortung für die Verhütung übernehmen, und die Verantwortung nicht auf die Frau abwälzen."). Auch wenn Männern manchmal eine patriarchalischeEinstellung als Grund für die mangelnde Verantwortungsübernahme vorgeworfen wird, so gibt es auch medizinische Gründe, weshalb Männer statistisch gesehen weniger häufig die aktive Rolle in der Verhütung übernehmen; es gibt zum Beispiel ganz einfach wesentlicher weniger Verhütungsmethoden, die für Männer anwendbar sind.

Methoden der Empfängnisverhütung

Im folgenden werden die verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung aufgezählt und eingeordnet. Zur Beurteilung der Sicherheit der verschiedenen Methoden dient der Pearl-Index. Der Pearl-Index gibt als Versagerquote an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie über ein Jahr hinweg mit der angegebenen Methode verhüten. Der Pearl-Index einer bestimmten Methode schwankt in den verschiedenen Untersuchungen durchaus. Dies liegt vor allem daran, welche Faktoren die Untersuchungen in ihrer Beurteilung berücksichtigen. Als eine grobe Orientierung ist der Pearl-Index sicherlich gut geeignet.

Die Sicherheit der meisten Methoden hängt ganz entscheidend von der richtigen Anwendung ab. Einige Methoden erfordern sehr viel Selbstdisziplin und einen geregelten Tagesablauf, wie etwa die Temperatur-Methode, aber auch die Minipille. Ursache des Versagens von Verhütungsmethoden sind meist Anwendungsfehler.

Natürliche Methoden

Bei den Natürlichen Methoden der Empfängnisverhütung werden die fruchtbaren beziehungsweise unfruchtbaren Tage im Zyklus der Frau bestimmt, um so ungeschützten Geschlechtsverkehr während der unfruchtbaren Tage haben zu können. Während der fruchtbaren Tage wird der Geschlechtsverkehr eingestellt oder die natürliche Verhütungsmethode durch andere Methoden, beispielsweise mechanische, ersetzt.

Die natürlichen Methoden müssen durch die Frau angewendet werden, da ein gesunder, zeugungsfähiger Mann immer prinzipiell fruchtbar ist. Die einzige natürliche Methode, die durch den Mann angewandt werden kann, ist die des Coitus interruptus, der nicht als sicher bezeichnet werden kann.

Die Bestimmung der unfruchtbaren Zeit kann mittels einer der Methoden der natürlichen Familienplanungerfolgen.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Symptothermale Methode Kombination von Temperatur- und Billings-Methode 0,3
Temperatur-Methode Auch als Temperaturmethode mit Computer 1-10
Billings-Methode auch Zervikalschleim-Methode genannt 5-15
Methode nach Knaus Ogino(Kalendermethode)   ca. 15-35
Hormon-Messungmittels Computer Messung der am Zyklus beteiligten Hormone im morgendlichen Urin der Frau 6
Coitus interruptus Der Coitus Interruptus ist, falls er überhaupt zu den Empfängnisverhütung gezählt werden darf, eher eine mechanische Methode ca. 35

Die Mondphasen-Methode, auch Lunazeptiongenannt, kann dagegen nur als Kuriosität gewertet werden.

Mechanische Methoden

Die mechanischen Methoden der Empfängnisverhütung haben zum Ziel, den Kontakt von männlichem Sperma und weiblicher Eizelle unabhängig von fruchtbaren oder unfruchtbaren Tagen zu verhindern.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Für den Mann:
Kondom Hülle aus (in der Regel) Latex, die über den erigierten Penis gestülpt wird ca. 2 bis 15
Für die Frau:
Femidom Kondome für Frauen ca. 5 bis 25
Pessar Auch Diaphragma 1 bis 20
Portiokappe Barriere aus Latex oder Silikon direkt am Muttermund ca. 6
LEA contraceptivum Kombination aus Barriere und chemischer Verhütung ca. 2 bis 3
Verhütungsschwamm Meist in Kombination mit chemischer Verhütung ca. 5 bis 10

Kondom und Femidom sind die einzigen Verhütungsmittel, die vor sexuell übertragbaren Krankheitenschützen (z.B. HIVbzw. AIDS) und deshalb evtl. zusätzlich zu anderen Verhütungsmitteln zum Erreichen des Ziels einer hohen Sicherheit - in diesem Fall aber vor Ansteckungen - verwendet werden.

Hormonelle Verhütung

Hormonelle Verhütungsmethoden verhindern die Einnistung einer entstandenen Zygotein die Gebärmutterund/oder die Entstehung einer Eizelle (Verhinderung des Eisprunges, Ovulationshemmung). Die für die Verhütung der Frau am häufigsten eingesetzten Hormone sind Östrogene, Gestageneund/oder Progesteron.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Durch die Frau:
Antibabypille Auch Mikropille ca. 0,1 bis 0,9
Minipille   ca. 0,4 bis 3
Dreimonatsspritze ca. 0,2 bis 0,5
Implanon Hormontransplantat, Verhütungsstäbchen kleiner als 0,1
Vaginalring Hormonring ca. 0,65
Hormonpflaster   ca. 0,88
Verhütungsspray Testphase ab 2004 unbekannt
Hormonspirale Intra-Uterin-System ca. 0,05 bis 0,1
Pille danach Nachträgliche (postkoitale) hormonelle Verhütung, nicht zu verwechseln mit der Abtreibungspille ca. 5 bis 30
Durch den Mann:
Pille für den Mann nicht erhältlich, erste Tests unbekannt

Aktuell sind aber keine hormonellen Verhütungsmittel für den Mann erhältlich. Wissenschaftler in China gaben 1979 bekannt, die "Pille für den Mann" erfolgreich entwickelt zu haben. Die Verhütungsmittel sollen als Wirkstoff ein Extrakt der Baumwollpflanze enthalten. Auch sind für ein Testosteron-Implantat in Kombination mit Dreimonatsspritze (Progesteron) erste erfolgreiche Tests sind gelaufen.

Das Problem bei der hormonellen Verhütung für den Mann ist, dass die kontinuierliche Spermienproduktion des Mannes genauso dauerhaft unterdrückt werden muss. Dies erfordert eine viel höhere Dosis an Hormonen und bewirkt dadurch auch eine wesentlich stärkere Belastung des Körpers des Mannes durch Nebenwirkungen. Bei Frauen kann die Hormonmenge je nach Zeitpunkt im Zyklus variiert werden und so die Belastung deutlich verringert werden. In der männlichen Physiologiegibt es keinen natürlichen Mechanismus, durch den die Spermienproduktion zeitweise verhindert würde, während in der weiblichen Physiologie für die Dauer einer Schwangerschaft z.B. hormonell gesteuert keine weiteren Eizellen heranreifen. Diese bei Frauen bereits natürlicherweise vorhandene hormonelle Steuerung der Fruchtbarkeit macht es leichter, durch Hormongabe von außen einzugreifen.

Kupfer

Kupfer wirkt spermizid (Spermien abtötend) und verhindert die Einnistung eines befruchteten Eis in der Gebärmutter durch Auslösen einer entzündungsähnlichen Reaktion in der Gebärmutterschleimhaut.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Durch die Frau:
Spirale (Verhütung) Implant in der Gebärmutter, nidationshemmend ca. 0,9 bis 3
Kupferkette Ebenfalls nidationshemmendund spermizid, auch als Gynefixbekannt, besteht nur aus kleinen Kupferzylindern die an einem chirurgischem Faden aufgereiht sind. Gynefix wird in der Gebärmutterwand fixiert und kann daher im Gegensatz zu einer Kupferspirale nicht verrutschen. ca. 0,3 bis 0,8

Chemische Verhütungsmethoden

Chemische Verhütungsmethodenwerden meistens als ergänzende Methoden zum Beispiel zusätzlich zum Pessareingesetzt. Die Wirkung dieser Präparate liegt auf der zum einen auf dem Aufbau einer vor dem Muttermund liegenden mechanischen Barriere für die Spermien (ein zäher Schleim oder Schaum). Die zweite Wirkungsweise ist chemisch durch Spermizidezur Abtötung der Spermien und/oder dem Freisetzen von Säurenvor dem Muttermund zur Hemmung der Beweglichkeit der Spermien.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Durch die Frau:
Zäpfchen, Salben, Gels   ca. 3 bis 21
Vaginalfilm   ca. 6

Chirurgische Methoden

Die chirurgische Methode der Sterilisationmacht entweder den Mann oder die Frau durch eine Unterbrechung im Samenleiter (Mann) oder der Eileiter (Frau) dauerhaft unfruchtbar.

Methode Beschreibung Pearl-Index
Sterilisation des Mannes Für einen Mann ist die Sterilisation ein relativ risikoarmer chirurgischer Eingriff. Es werden dabei zwei kleine Hautschnitte am Hodensack gemacht, die unkompliziert verheilen sollten. ca. 0,1
Sterilisation der Frau Für eine Frau ist die Sterilisation ein größerer chirurgischer Eingriff in die Bauchhöhle. Es werden zwar äußerlich ebenfalls nur kleine Schnitte gemacht, durch die dann aber endoskopische Gerätetiefer in die Bauchhöhle eingeführt werden. Die Verletzungen sind deutlich schwerer und die Heilung kann häufiger mit schweren Komplikationen verbunden sein. ca. 0,2 bis 0,3

Statistik über die Verhütungsmethoden

Laut Statistik verhüten in Deutschland 54 Prozent mit der Pille, 13,5 Prozent mit der Spirale, 19 Prozent mit dem Kondom und knapp 7 Prozent mit Sterilisation. Nur rund 6,5 Prozent wählen andere Methoden.

Zur Geschichte der Empfängnisverhütung

Methoden zur Empfängnisverhütung sind keineswegs erst in der Neuzeit entwickelt worden. Schon vor Christi Geburt versuchten Frauen, sich mit diversen Mitteln und Praktiken vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, wie alte Aufzeichnungen beweisen. Ein ägyptisches Rezept aus der Zeit um 1525 vor Christus lautete: Man gebe zerriebene Akazienblätter mit Honig vermischt auf eine Mullbinde, die man in die Vagina einführt. Diese Art von Tampon könnte durchaus eine Wirkung gehabt haben, da der Saft der AkazieMilchsäureenthält, die ein wirksames Spermizidist.

Der Philosoph Aristotelesberichtete, dass sich Frauen zur Verhütung den Teil der "Gebärmutter", der mit dem männlichen Samen in Kontakt kommt, mit Zedernöl, Bleisalbe oder Weihrauch, vermischt mit Olivenöleinrieben. Die Bleisalbe war hochgiftig, das Öl vermindert aber tatsächlich die Beweglichkeit der Spermien, wie Marie Stopesin den 30er Jahrennach entsprechender Forschung bestätigte. Sie hatte 1921 in London eine Klinik zur Geburtenkontrolleeröffnet.

Rabbinerrieten um 300 n.Chr., einen Schwamm in die Vagina einzuführen, um so den Samen aufzusaugen. Auch diese Methode soll keineswegs unsinnig gewesen sein. Ein indisches Verhütungsrezept ist aus dem 8. Jahrhundertüberliefert. Danach wurde die Vagina mit einer Mischung aus Honig und Gheeeingerieben oder durch mit Öl vermischtes Steinsalz "verschlossen". Der klebrige Honig sollte wohl die Beweglichkeit der Spermien vermindern, und Steinsalz gilt heute auch als Spermizid. Der islamische Autor Ibn Sina (980-1037), auch bekannt als Avicenna, führt in seiner medizinischen Enzyklopädie immerhin schon 20 verschiedene Verhütungsmittel auf.

Siehe auch

Überbevölkerung, Bevölkerungswachstum, Alterspyramide, Fertilität, Fertilitätsrate, Bevölkerungsrückgang, Geburtenrate

Weblinks

  • http://www.helligrath.de/kon.html
  • http://www.onmeda.de/aktuelles/monatsthema/0510_verhuetung_stillen/index.html- Onmeda.de Thema: Verhuetung in der Stillzeit
  • http://www.berlinx.de/ego/0401/art1.htmFür sie die Pille ? für ihn die Spritze: Wann gibt es endlich Gleichberechtigung in der Empfängnisverhütung?
  • Forum zur natuerlich Verhuetung (sympto-thermale Verhütung)
  • [1]Studie zur sympto-thermalen Verhütung seit den 70er Jahren
  • Kostenlose Software zur Natürlichen Empfängnisregelung, neuartige Kalender-Methode (veraltetes DOS-Programm)
  • Palm Software für die Sympto-thermale Methode
  • Sicher wie die Pille : Die Symptothermale Methode der Natürlichen FamilienPlanung
  • Übersicht Verhütungsmethoden bei pro familia
  • Position der katholischen Kirche
  • Verhuetung-abc.de/ Verhütung ABC



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