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Schwefel

Eigenschaften
Phosphor- Schwefel - Chlor
O
S
Se  
 
 
[Ne]3s23p4
32
16
S
Periodensystem
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Schwefel, S, 16
Serie Nichtmetalle
Gruppe, Periode, Block 16 (VIA), 3, p
Aussehen zitronengelb
Massenanteil an der Erdhülle 0,05 %
Atomar
Atommasse 32,065
Atomradius(berechnet) 100 (88) pm
Kovalenter Radius 102 pm
van der Waals-Radius 180 pm
Elektronenkonfiguration [Ne]3s23p4
Elektronenpro Energieniveau 2, 8, 6
1. Ionisierungsenergie 999,6 kJ/mol
2. Ionisierungsenergie 2252 kJ/mol
3. Ionisierungsenergie 3357 kJ/mol
4. Ionisierungsenergie 4556 kJ/mol
5. Ionisierungsenergie 7004,3 kJ/mol
6. Ionisierungsenergie 8495,8 kJ/mol
Physikalisch
Aggregatzustand fest
Modifikationen -
Kristallstruktur orthorhombisch
Dichte(Mohshärte) 1960 kg/m3(2)
Magnetismus -
Schmelzpunkt 388,36 K(115,21 °C)
Siedepunkt 717,87 K (444,72 °C)
Molares Volumen 15,53 · 10-6 m3/mol
Verdampfungswärme 9,6 kJ/mol
Schmelzwärme 1,7175 kJ/mol
Dampfdruck 2,65 · 10-20 Pabei 388 K
Schallgeschwindigkeit -
Spezifische Wärmekapazität 710 J/(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit 5,0 · 10-22 S/m
Wärmeleitfähigkeit 0,269 W/(m · K)
Chemisch
Oxidationszustände ±2, 4, 6
Oxide(Basizität) SO2, SO3 (stark sauer)
Normalpotential -0,48 V(S + 2e- → S2-)
Elektronegativität 2,58 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZEMeV ZP
30S {syn.} 1,178 s ? 6,138 30P
31S {syn.} 2,572 s ? 5,396 31P
32S 95,02 % S ist stabilmit 16 Neutronen
33S 0,75 % S ist stabil mit 17 Neutronen
34S 4,21 % S ist stabil mit 18 Neutronen
35S {syn.} 87,32 d ?- 0,167 35Cl
36S 0,02 % S ist stabil mit 20 Neutronen
37S {syn.} 5,05 min ?- 4,865 37Cl
38S {syn.} 170,3 min ?- 2,937 38Cl
39S {syn.} 11,5 s ?- 6,640 39Cl
40S {syn.} 8,8 s ?- 4,710 40Cl
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheitenverwendet.
Wenn nicht anders vermerkt,
gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Schwefel (chemisch nach dem Lateinischen Sulphur oder Sulfur genannt, im Deutschen eventuell vom Indogermanischen *suel- ?schwelen" abgeleitet) ist ein chemisches Element.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Modifikationen
  • 2 Vorkommen
  • 3 Schwefel als Mineral
  • 4 Gewinnung
  • 5 Verwendung
  • 6 Wichtige Schwefelverbindungen
  • 7 Nachweis
  • 8 Trivia
  • 9 Siehe auch
  • 10 Literatur
  • 11 Weblinks

Modifikationen

Bild:Burning-sulfur.png
Schwefel schmilzt bei Verbrennung zu einer blutroten Flüssigkeit (oben). Die dabei entstehende blaue Flamme (unten) wird idealerweise in der Dunkelheit beobachtet.

Schwefel tritt in verschiedenen Modifikationenauf:

Fester Schwefel

  • Die bei Raumtemperatur thermodynamisch stabilste Modifikation des Schwefels ist ?-Schwefel, rhombisch kristallisierend (rhombischer Schwefel). Er hat die typische schwefelgelbe Farbe.
  • Bei 95,6 °Cliegt der Umwandlungspunkt zu ?-Schwefel. Diese Schwefelmodifikation ist fast farblos und kristallisiert monoklin (monokliner Schwefel).
  • Seltener ist der ebenfalls monoklin kristallisierende γ-Schwefel (Rosickyit).


Flüssiger Schwefel

  • ?-Schwefel: S8-Ringe (gelb)
  • ?-Schwefel: Sn (6 ≤ n ≤ 25, n ≠ 8) niedermolekulare und größere Ringe
  • ?-Schwefel: Sn (103 ≤ n ≤ 106) hochmolekulare Ketten


Fester Schwefel besteht normalerweise aus S8-Molekülen, bei denen acht Schwefel-Atome in einem Ring zick-zack-förmig gebunden sind. Beim Erhitzen schmilzt der ?-Schwefel, wobei auch andere Ringe (v. a. S6, S7, S12) in temperaturabhängigen Anteilen auftreten. Bei weiterer Erhöhung der Temperatur brechen die Ringe durch thermische Anregung auf und bilden zunächst lange Ketten (Polymerisation, sog. λ-Übergang bei ca. 159°C), diese verkürzen sich dann bei steigender Temperatur wieder. Neben diesen Schwefelketten liegen aber immer auch S-Ringe vor, i. w. jedoch S8. Am λ-Übergang ändern sich eine Reihe physikalischer Eigenschaften (z. B. Viskosität, optische Absorption und damit auch die Farbe). Gasförmiger Schwefeldampf ist dunkelrot und besteht anfangs aus S8-Ringen, die bei höheren Temperaturen dann weiter aufbrechen, so dass die Moleküle immer kleiner werden. Ab etwa 1800 °C hat man dann Schwefelatome.

Vorkommen

Schwefel kommt mit einem Anteil von 0,048% in der Erdhülle (15. Stelle der Elementhäufigkeit) vor. In der Natur kommt der Schwefel elementar in mächtigen Lagerstätten z.B. in Sizilien, Polen, Irak, Louisiana, Texasund Mexikovor.

Schwefel als Mineral

Bild:Sulfur.jpg
Schwefelkristall
Bild:Schwefel monoklin.jpg
Monokliner Schwefel, Fumarole im Teidekrater, Teneriffa, Bildbreite: ca. 10 cm
Bild:Schwefel in Gips.jpg
Schwefel in Gips aus der Gipsgrube Weenzen

Schwefel tritt gediegen, also in elementarer Form, als Schwefelblüte in der Natur auf. Er kristallisiert unterhalb etwa 95 °C im orthorhombischen Kristallsystem(α-Schwefel), hat eine Dichtevon 2,0 bis 2,1, eine Härtevon 1,5 bis 2,5 und eine hell- bis dunkelgelbe Farbe, sowie eine weiße Strichfarbe. Meist zeigt er hellgelbe prismen- oder pyramidenförmige Kristalle, die sich auf Gesteinsflächenaus schwefelreichen Gasendurch unvollständige Oxidationvon Schwefelwasserstoff(H2S) oder Reduktionvon Schwefeldioxid(SO2) bilden. Oberhalb etwa 95 °C kristallisiert Schwefel monoklin (β-Schwefel). Diese Form wandelt sich unterhalb 95 °C rasch in die orthorhombische α-Form um.

Reiner Schwefel ist relativ selten, wird allerdings in großen Mengen bei Vulkanausbrüchen freigesetzt. Er findet sich in Vulkanschlotenoder an anderen Postvulkanischen Erscheinungen. Schwefel kommt aber auch in derber Form, das heißt, ohne mit bloßem Auge erkennbare Kristalle vor, insbesondere in Sedimentenoder Sedimentgesteinen. Häufig findet er sich in Evaporiten(Salzgesteinen), wo er meistens durch Reduktion von Sulfatenentsteht.

Charakteristisch für das Mineralsind neben der geringen Härte die Farbe und der niedrige Schmelzpunkt 112,8 °C (α-S) beziehungsweise 119,2 °C (β-S).


Gewinnung

Bild:Sulfur powder.jpg
Schwefel in Pulverform

Früher bildete das gediegeneMineraleine wichtige Quelle für Schwefel: 3,5 Millionen Tonnen wurden jährlich mit Hilfe des von Hermann Fraschentwickelten Frasch-Verfahrensabgebaut, hauptsächlich in den USAund in Polen. Den größten Anteil machte jedoch aus Sulfiderzengewonnener Schwefel aus: Aus dieser Quelle stammten etwa 50 Millionen Tonnen pro Jahr. Heute fällt der Schwefel in großen Mengen als Abfallprodukt bei der Entschwefelung von Erdgasmit Hilfe des Claus-Verfahrensan.


Verwendung

Schwefel wird sowohl in der chemischenals auch in der pharmazeutischen Industriegenutzt, unter anderem zur Produktion von Schwefelsäure, Farbstoffen, Insektizidenund Kunstdüngern. Schwefel findet auch bei der Herstellung von Schwarzpulveroder bei anderen SprengstoffenVerwendung.

Der pharmazeutische Nutzen von Schwefel war bereits im Altertum bekannt. Innerlich wurde Schwefel als Laxans(Abführmittel) eingesetzt. Er reizt die Darmschleimhaut. Der dabei durch Bakterienerzeugte Schwefelwasserstoffregt die Peristaltik an. Äußerlich kamen Schwefelrezepturen bei Hauterkrankungen wie Akne, Ekzemen, Krätze, Mykosenu.a. zum Einsatz. Heute findet Schwefel in der Dermatologienur noch selten Verwendung, ist aber noch nicht vollständig aus der pharmazeutischen Literatur verschwunden. Nach wie vor gibt es pharmazeutische Zubereitungen, die als Wirk- bzw. Hilfsstoff Schwefel enthalten.

Wichtige Schwefelverbindungen

Wichtige anorganische chemische Verbindungen, in denen Schwefel vorkommt, sind:

  • Schwefeloxide, wie Schwefeldioxidund Schwefeltrioxid,
  • Schwefelwasserstoff
  • Schweflige Säure
  • Schwefelsäure
  • Sulfide, wie Zinnober(HgS)
  • Sulfite, wie Natriumsulfit,
  • Sulfate, wie Natriumsulfat, Ammoniumsulfat, Calciumsulfat(Gips)
  • Thioschwefelsäure
  • Thiosulfate
  • Natriumdithionit(Na2S2O4), ein Bleichmittel
  • Schwefelnitride:S4N4, S2N2 und (SN)x

Auch in verschiedenen organischen Stoffklassen kommt Schwefel gebunden vor (Organoschwefelverbindung), zum Beispiel:

  • Thioleoder Mercaptane
  • Thioether
  • Dithiane
  • Sulfoxidewie Dimethylsulfoxidals Lösungsmittel
  • Sulfone
  • Sulfonsäuren, deren Salze, die Sulfonate, zum Beispiel als Detergentiendienen

Nachweis

Es existieren verschiedene Nachweisreaktionenfür Schwefel. Schwefel wird in Verbindungen nach Reduktion durch elementares Natrium in Natriumsulfidüberführt. Sulfid-Anionen weist man mit Blei-II-salzlösungen nach - es entsteht ein schwarzer Niederschlag von Blei-II-sulfid:

\mathrm{S^{\operatorname{2-}} + Pb(NO_3)_2 \longrightarrow PbS + 2 NO_3^{\operatorname{-}} }

Beim Ansäuern von festen, also ungelösten Sulfiden entsteht zudem ein charakteristischer Geruch, nach faulen Eiern (Verdrängungsreaktion, Vorsicht: Das Gas Schwefelwasserstoffist giftig; Einatmen vermeiden, Abzug!). Auch dieses Gas schwärzt Bleiazetatpapier.

Durch Oxidation schwefelhaltiger Verbindungen entstehen Sulfitund Sulfat. Letzteres weist man mit Barium-II-salzlösungen nach: Es entsteht ein weißer Niederschlag von Bariumsulfat:

\mathrm{SO_4^{2\operatorname{-}} + BaCl_2 \longrightarrow BaSO_4\!\downarrow + 2\,Cl^{\operatorname{-}}}

Trivia

  • Bei den mittelalterlichen Alchemistensymbolisierte der Löweden Schwefel

Siehe auch

  • Liste von Mineralen

Literatur

  • R. Steudel (Hrsg.): Elemental Sulfur and Sulfur-Rich Compounds (part I & II), Topics in Current Chemistry Vol. 230 & 231, Springer, Berlin 2003.

Weblinks

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Wiktionary: {{{2|Schwefel}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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Commons: {{{2|Sulfur}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
  • Schwefel als Mineral
  • Schwefelkreislauf
  • Schwefel
  • Sulfur (engl.)af:Swael

ar:????? bg:???? ca:Sofre cs:Síra da:Svovl en:Sulfur eo:Sulfuro es:Azufre et:Väävel fi:Rikki fr:Soufre gl:Xofre (elemento) he:?????? hr:Sumpor hu:Kén io:Sulfo is:Brennisteinn it:Zolfo ja:?? ko:? lt:Siera lv:S?rs mi:Pungatara nds:Swevel nl:Zwavel nn:Svovel no:Svovel oc:Sofre pl:Siarka pt:Enxofre ru:???? sh:Sumpor simple:Sulfur sk:Síra sl:?veplo sr:?????? sv:Svavel th:??????? tr:Kükürt uk:????? vi:L?u hu?nh

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