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Sexualerziehung

Sexualpädagogik ist die pädagogischeArbeit vor allem mit jungen Menschen, die sich mit deren Fragen zu Liebe, Gefühlen und Sexualitätsowie zum Erwachsenwerden beschäftigt.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Themen
  • 2 Methodik
  • 3 geschichtliche Entwicklung
  • 4 weiterführende Informationen
    • 4.1 Siehe auch
    • 4.2 Aus-, Fort- und Weiterbildung
    • 4.3 Literatur
    • 4.4 Weblinks

Themen

Sexualpädagogik ist in erster Linie eine Aufgabe der Erziehung in der Familie. Darüber hinaus ist sie eine Querschnittsaufgabe, das heißt, sie sollte in allen möglichen pädagogischen Einrichtungen (Kindergarten, Schule, Kinderheim, Freizeiteinrichtungen und so weiter) angemessen eingebracht werden. Darüber hinaus gibt es sexualpädagogische Einrichtungen, von denen international die bekannteste Pro Familia (Deutschland)ist. Informationsschriften für Kinder, Jugendliche und Eltern zu den wichtigsten Themen der Sexualpädagogik erhält man über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung(BZgA), deren Texte meistens gut lesbar, ansprechend illustriert, lebens- und liebesfreundlich geschrieben, auf dem Stand der Wissenschaft und online zu bestellen sind und zudem kostenlos geliefert werden.

Zur Sexualpädagogik gehört außer der Wissensvermittlung über Fakten aller Art zur menschlichen Sexualität (biologische, psychologische, kulturelle, soziale, politische, historische usw. = Sexualaufklärung) auch die Sexualerziehung, d. h. die Thematisierung von Werten und Normvorstellungen innerhalb der (multikulturellen) Gesellschaft. Wichtige Themen der Sexualpädagogik sind:

  • Gefühle,
  • Liebe,
  • Erotik,
  • sexuelle Selbstbestimmung,
  • Partnerschaft,
  • Geschlechtsrollen,
  • sexuelle Orientierungen,
  • Sexualpraktiken,
  • Sexualität und Gewalt,
  • Pornographie
  • Sexuell übertragbare Erkrankungen,
  • Sexualhygiene,
  • Empfängnisverhütung,
  • Schwangerschaft,
  • Erziehungund Verantwortung,

Methodik

Angesichts der breitgefächerten Thematik und den vielfältigen Einsatzgebieten, lässt sich die Methodik der Sexualpädagogik kaum eingrenzen. Die bekanntesten sind Aufklärungsschriften und -gespräche. Dabei geht es nicht alleine um die Vermittlung von Informationen, sondern auch um das Ernstnehmen der Gefühle. Hinzu kommen praktische Übungen (wie das spielerische Ausprobieren von Kondomen) oder Aufgaben wie das "behüten" eines Eies zum Erlernen von Verantwortung. Inzwischen kommt auch dem Internet und anderen neuen Medien eine besondere Aufgabe bei der Sexualpädagogik zu, da viele Kinder und Jugendliche diese Medien verstärkt nutzen.

geschichtliche Entwicklung

Während die Geschlechtserziehug des 19. Jahrhundertsweitgehend sexualrepressiv arbeitete und vor allem versuchte, die Geschlechterrollen zu bewahren und Angst vor Sex zu machen, bildete sich Anfang des 20. Jahrhundertsmit der Psychoanalyseund der Reformpädagogikliberalere Ansätze heraus. Wobei beispielsweise Gustav Wynekenbis heute wegen seiner erotischen Beziehungen zu seinen Schützlingen umstritten ist. Mit Sigmund Freudentstanden auch erste Überlegungen zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern, die allerdings heute als wissenschaftlich überholt gelten.

Diese Liberalisierung hatte in der menschen- wie sexualfeindlichen Erziehung im Nationalsozialismuskeinen Platz und auch die Erziehung in der frühen Bundesrepublik Deutschlandwar weitgehend sexualrepressiv ausgelegt.

Wilhelm Reich, die 68er und die FürsprecherInnen der antiautoritären Erziehungstanden auch für eine Enttabuisierung in der Sexualpädagogik. Mit der sexuellen Revolutionkam auch der Aufschwung der Frauen-, der Schwulen- und Lesbenbewegung, für die diese Enttabuisierung Teil politischer Praxis war (beispielsweise in der Kampagnezur Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchsoder gegen den Paragraphen 175).Durch diesen modernen Aufwind befangen, gab 1968 die Kultusmisterkonferenz der Länder die Empfehlung heraus, Sexualerziehung fächerübergreifend in den Schulen zu behandeln und wies die Lehrerausbildungsinstitute an, den Sexualkundeunterricht in die Lehrerausbildung curiccular einzubauen. Anfang der 1970erJahren wurde dann Sexualkundein den meisten Schulen der Bundesrepublik Deutschland in den Fächerkanon aufgenommen, obgleich sie meistens sehr stark auf die biologischen Vorgänge der Sexualität fokussiert und die emotionalen beziehungsweise erotischen Bereiche ausgeklammert hat.

Besonders das Auftreten der Imunschwächekrankheit AIDSab Mitte der 1980erJahre hat deutlich gemacht, dass Sexualaufklärung notwendiger Bestandteil der Allgemeinbildung sein müßte. Trotzdem sind bislang die pädagogischen Angebote sowohl in ihrer inhaltlichen als auch personellen Ausgestaltung immer noch kaum ausreichend zu nennen.

Seit der Wiedervereinigung der getrennten deutschen Staaten 1990, ist die Sexualerziehung in den Lehrplänen aller Bundesländer deutlich moderner geworden. Seltsamerweise war die ehemalige DDR führ ihre liberalere Freikörperkultur bekannt. Heute hat die Sexualerziehung in alle Lehrpläne der Bundesländer Einzug gefunden. Dennoch, ein Nord- Südgefälle (liberal-respektiv), was die moralische und ethische Auffassung betrifft, spiegelt sich immer noch in den Themen der Sexualerziehung der Lehrpläne der Länder wieder.

weiterführende Informationen

Siehe auch

  • Sexuelle Aufklärung
  • Sexualkunde
  • Kinsey-Report
  • Portal:Zusammenleben, Partnerschaft und Sexualität

Aus-, Fort- und Weiterbildung

Berufsbegleitendes Studienangebot "Sexualpädagogik und Familienplanung" an der HS Merseburg (einziges Hochschulstudium in Deutschland)

  • Masterstudiengang "Sexualpädagogik und Familienplanung"
  • Weiterbildender Studiengang "Sexualpädagogik" (Hochschulzertifikat)
  • Weiterbildender Studiengang "Familienplanung" (Hochschulzertifikat)
  • weitere Infos

Literatur

  • Günter Amendt: Das Sex Buch. Aufklärung für Jugendliche und junge Erwachsene, Rowohlt, 1996, ISBN 3499199459
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Forum Sexualaufklärung Vierteljährliche Zeitschrift, online verfügbar unter http://www.bzga.de
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hg.): Sexualerziehung die ankommt. Ein Leitfaden für Schule und außerschulische Jugendarbeit zur Sexualerziehung von Mädchen und Jungen in 3. ? 6. Klassen. Reihe: Forschung und Praxis der Sexualaufklärung und Familienplanung, Bd. 15, Autoren: Milhoffer, Gluszczynski, Krettmann), Köln 1999. Best.Nr. 13300015, ISBN 3-933191-25-4
  • Senta Fricke, Michael Klotz, Peter Paulich: Sexualerziehung in der Praxis. Ein Handbuch für Pädagogen, Berater, Eltern und andere. Bund Verlag, 1986, ISBN 3766304356.
  • Dagmar Geisler: Mein Körper gehört mir. Pro Familia, ISBN 3785526849.
  • Harris, Robie H.; Emberley, Michael: Total normal. Was du schon immer über Sex wissen wolltest. Frankfurt a. M. 1995: Alibaba ISBN 3-86042-165-4.
  • Janosch: Mutter sag, wer macht die Kinder, Bassermann, 2003, ISBN 3-8094-1387-9.
  • Petra Milhoffer: "Wie sie sich fühlen, was sie sich wünschen. eine empirische Studie über Mädchen und Jungen auf dem Weg in die Pubertät." Weinheim: Beltz 2000. Eine Studie unter 8-14jährigen Kindern in sexualpädagogischer Absicht. ISBN 3-7799-1367-4.
  • Christiane Lichthardt: Laut(er) starke Mädchen. Selbstverteidigung und Selbstbehauptung an Schulen, ISBN 3-89771-350-0.
  • Frank Lohscheller: Typisch Junge? Kommunikations- und Konflikttraining für Jungen an Schulen. ISBN 3-89771-355-1.
  • Uwe Sielert: Einführung in die Sexualpädagogik, Weinheim und Basel 2005. ISBN 3-407-25372-9.
  • Adolf Alois Steiner: "Dialog mit Kilian. 68er-Roman über Sexualität als natürliche Grundlage der Erziehung", Literareon-Verlag München 2005, ISBN 3831612013.
  • Stefan Timmermanns/ Elisabeth Tuider/ Uwe Sielert: Sexualpädagogik weiter denken. Postmoderne Entgrenzungen und pädagogische Orientierungsversuche, Weinheim 2004. ISBN 3779917114.
  • Christiane Wortberg: Bye, Bye Barbie. Körperbild und Körpersprache in der Präventionsarbeit, ISBN 3-928300-72-5.
  • Christiane Wortberg (Hg.): Macht uns nicht an!. Tips und Tricks zur Selbstbehauptung von Mädchen für Mädchen, ISBN 3-89771-356-X.
  • Susanne Zimmermann: Sexualpädagogik in der BRD und in der DDR im Vergleich, Psychosozial-Verlag, 1999, ISBN 3-932133-61-7.
  • Claudia Zötsch: Powergirls und Drachenmädchen. Weibliche Symbolwelten in Mythologie und Jugendkultur, ISBN 3-89771-352-7.

Weblinks

  • pro familia
  • Sextra(Die Online-Beratung der pro familia)
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
  • Warum Sexualpädagogik?
  • Loveline online
  • Sexualpädagogik bei Hoppsala
  • Forum Frauen beraten
  • Sexualpädagogik beim Männerrat
  • Das Institut für Sexualpädagogik
  • Gesellschaft für Sexualpädagogik
  • An-Institut Sexualpädagogisches Zentrum Merseburgda:Seksualoplysning

en:Sex education fr:Éducation sexuelle ja:??? nl:Seksuele voorlichting zh:???

Von "http://de.wikipedia.org/Sexualp%C3%A4dagogik"



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