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Als Sinusitis (lat. wörtlich Ausbuchtungs-entzündung) wird die akute oder chronische Nasennebenhöhlenentzündung bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Akute Sinusitis
- 2 Chronische Sinusitis
- 3 Arten
- 4 Untersuchung
- 5 Therapie
- 6 Erreger
- 7 Komplikationen
- 8 Vorbeugung
- 9 Weblinks
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Akute Sinusitis
Die akute Vereiterung der Nasennebenhöhlenentsteht oft aus einer Rhinitis, wenn durch Schwellung der Schleimhäuteoder anatomische Besonderheiten der Sekretabfluss aus den Nebenhöhlen behindert wird. Meist sind die Kieferhöhlen, seltener die Siebbeinzellenund Stirnhöhlen, sehr selten die Keilbeinhöhlenbetroffen. Eine Beteiligung sämtlicher Nasennebenhöhlen wird als Pansinusitisbezeichnet. Die Erkrankung geht meist mit Fieber, Kopfschmerzund genereller Abgeschlagenheit einher.
Chronische Sinusitis
Die chronische Sinusitis geht aus einer nicht ausgeheilten akuten oder subakuten Sinusitis hervor, meist sind Kieferhöhlen und Siebbeinzellen betroffen. Symptome sind langanhaltender Geruchsverlust (Anosmie) und dauerhafter, dumpfer Druck über den Nebenhöhlen. Oft besteht zusätzlich das Wachstum von Nasenpolypen. Zur Behandlung werden Kortisonpräparate als Nasenspray oder in Tablettenform angewendet. In vielen Fällen kann nur eine
Operation mit Ausräumung der Siebbeinzellen und Öffnung der Nasennebenhöhlen vom Naseninneren die Erkrankung bessern.
Als Folge einer chronischen Sinusitis können Erkrankungen der Lunge (Sinu-bronchiales-Syndrom) auftreten. Wenn die Chronische Sinusitis trotz Therapie nicht ausheilt oder rezidiviert, sollte auch geklärt werden, ob eine Mukoviszidosevorliegen kann. Das Auftreten einer Pansinusitis ausschließlich einseitig ist verdächtig und muss durch Gewebeentnahme geklärt werden.
Arten
- Sinusitis, maxillary
- Sinusitis, frontal
- Sinusitis, ethmoidal
- Sinusitis, sphenoidal
Untersuchung
Durch einfache körperliche Untersuchung und gezielte Befragung, kann der Arzt die Diagnose einer Sinusitis sicher stellen.
Zur weiteren Abklärung ist in komplizierten Fällen eine Röntgenaufnahmedes Schädels oder ein CTsinnvoll.
EndoskopischeUntersuchung.
Abstrichder Nasenflüssigkeit.
Symptome
- häufig sind Kopfschmerzenoder Druckgefühl im Kopf. Auch pochender Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich, hinter den Augen oder seltener im Hinterkopfbereich. Diese Schmerzen verschlimmern sich, sobald man sich nach vorne neigt oder fest auftritt.
- häufig gleichzeitig Schnupfen
- bei schweren Entzündungen Fieber, Abgeschlagenheit und Sehstörungen
- manchmal sichtbare schmerzhafte Schwellung
Therapie
Ziel der Therapie ist den naürlichen Schleimabfluss der Nebenhöhlen wieder herzustellen und den schädlichen Bakterien damit ihre Wachstumsgrundlage zu nehmen:
Maßnahmen bei leichter Sinusitis:
(symptomatische Therapie)
- Das starke Schnäuzen in das Taschentuch sollte unterbleiben. Dadurch entsteht ein enormer Druck, welcher Schleim in die Nebenhöhlen hochdrückt.
- Wärme und Flüssigkeitszufuhr (viel Trinken) soll angeblich die Schleimverflüssigung fördern
- Salzwasserspülungen (sog. Nasendusche) oder Salzwasswer-Nasenspray sind die schonensten Methoden, die jedoch nur bei leichter Sinusitis helfen.
- Durch Inhalation ätherischer Öle oder Einnahme von apothekenpflichtigen pflanzlichen Medikamenten (Myrtol oder Enzianwurzel, Schlüsselblumenblüten mit Kelch, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten, Eisenkraut) kann theoretisch die Abschwellung und der Abfluss gefördert werden.
- Arzneistoffe wie Ambroxolhelfen dem Körper, zähes Sekret zu verflüssigen. Fachlich heißen sie "Expektorantien". Ambroxol treibt die Drüsenzellen in den Atemwegen zu einer stärkeren Schleimproduktion an. Das Sekret wird durch den neuen, flüssigeren Schleim verdünnt. Zusätzlich aktiviert Ambroxol Enzyme, die die langen Schleimketten zerkleinern. Der Schleim kann dann leichter aus den Atemwegen transportiert werden. Und noch eine interessante Wirkung hat die Substanz: Sie verstärkt die Bildung des so genannten Surfactant. Surfactant ist ein Substanz-Gemisch, das noch unter dem Schleim auf den Lungenbläschen liegt. Auf dieser Schicht kann das Sekret nach draußen gleiten. Zusätzliches Surfactant verbessert diese Gleitschicht natürlich.
Maßnahmen bei mittelschwerer Sinusitis:
(Medikamentöse Therapie)
- Abhängig vom Erreger können verschiedene Antibiotikaeingesetzt werden, z. B. Tetracyclineoder Penizillin
Maßnahmen bei schwerer Sinusitis mit drohenden Komplikationen
(Interventionelle (OP) Therapie)
Wenn auf Grund der Symptome oder durch Röntgenbzw. CT-Untersuchung eine schwere Sinusitis mit drohenden Komplikationen festgestellt wird, muss eine operative Therapie eingeleitet werden.
- Über ein durch die Nase eingeführtes Endoskopkönnen die Abflußwege der Nebenhöhlen erweitert werden. Über das Endoskop kann die Nebenhöhle auch gezielt gespült werden.
- In manchen Fällen ist auch eine Operation notwendig, bei der die Nebenhöhlen von außen eröffnet werden.
Erreger
- Hämophilus influenzae,
- Pneumokokken,
- Streptokokken
Komplikationen
Bei schweren Verläufen kann die Entzündung die Nebenhöhlen überschreiten und benachbarte Strukturen schädigen:
- Wenn die dünne Knochenplatte welche Augenhöhle und die Nasennebenhöhlen voneinander trennt von der Entzündung betroffen ist, kann es zum Durchbruch kommen. Eiterund Bakteriengelangen so in die Augenhöhle, was zu schweren Augenschäden bis hin zur Erblindung führen kann.
- Auch die knöcherne Trennung von Gehirn und Nebenhöhle kann von der Entzündung durchbrochen werden. Lebensbedrohliche Hirnhautentzündungkann die Folge sein.
- Ein oft übersehenenes und unterschätztes Probleme ist das Schnarchen. Durch die gestörte Nasenatmung wird der Luftstrom behindert, das im Weg befindliche Sekret "gluckert" unüberhörbar bei jedem Atemzug. Bei fortschreitendem Verschluss wird auf Mundatmung übergegangen, was zur Austrocknung der Rachenschleimhaut führt. Die Sinusitis wird damit negativ beeinflusst weil einerseits die Schleimhäute gereizt werden und andererseits die notwendige Erholung im Schlaf ausbleibt.
Vorbeugung
Bei oft wiederkehrender Sinusitis sollte man sich einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellen.
Oft sind gutarige Schleimhautwucherungen (sog. Polypen), eine schiefe Nasenscheidewandund/oder verengte Abflusswege Ursache für wiederkehrende Sinusitis. Eine Operation kann in diesen Fällen Abhilfe schaffen.
Rauchen trägt erheblich zur Entstehung von Sinusitis bei.
Bei wiederholt auftretenden Beschwerden ist als Ursache an eine allergische Rhinitiszu denken. Andere Gründe für wiederkehrende Sinusitiden können eine angeborene Schleimhautschwäche oder auch Zahnwurzelprobleme sein.
Regelmässige Nasenspülungen (sog. Nasendusche) mit Salzwasser können auch zur Vorbeugung eingesetzt werden.
Weblinks
- Biologische Luftreinigung mit Salin Luftreinigern
- Net Hausarzt
- Medizin Worldwide
- offizielle Leitlinien zur Behandlung der Sinusitis bei der AWMF
- Artikel zum Thema SinusitisDER ARZNEIMITTELBRIEF ist eine unabhängige Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Pharmakotherapie.
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