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Sinusknotensyndrom

Der Begriff Sick-Sinus-Syndrom (Synonyme: Sinusknotensyndrom, Sinusknotenerkrankung) fasst verschiedene Herzrhythmusstörungenzusammen, die auf Fehlfunktionen des Sinusknotensund der Erregungsleitung auf Vorhofebene beruhen. Das Sinusknotensyndrom betrifft meist Menschen ab dem 50. Lebensjahr und ist wahrscheinlich bei Männern und Frauen gleich häufig. In Deutschland wurde es im Jahr 2004 als Indikation für 29% der etwa 55.000 Herzschrittmacherimplantationengenannt.

Ursache des Sick-Sinus-Syndroms ist häufig eine unspezifische narbige Degenerationim Reizleitungssystemdes Herzensoder eine mechanische Überdehnung der Vorhöfe. Bei Kindern wird es oft nach Operationen im Bereich des rechten Vorhofes bei angeborenen Herzfehlern beobachtet, insbesondere nach der Fontan-Operation(was aber mit zunehmender Erfahrung abnimmt).

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Definition und Verwendung des Begriffes
  • 2 Einteilung nach Art der Rhythmusstörung
  • 3 Ursachen
  • 4 Untersuchungsmöglichkeiten
  • 5 Therapie
  • 6 Literatur
  • 7 Weblink

Definition und Verwendung des Begriffes

Eine allgemein akzeptierte Definition des Sick-Sinus-Syndroms existiert nicht. Theoretisch kann die Diagnose gestellt werden, wenn mindestens einer der typischen Befunde im Elektrokardiogrammnachgewiesen wurde:

  • inadäquate Sinusbradykardieohne andere Ursache,
  • Sinusknotenstillstand,
  • sinuatrialer Block,
  • Vorhofflimmern,
  • Vorhofflatternund
  • supraventrikuläre Tachykardien.

Da diese zum Syndrom zählenden Rhythmusstörungen aber unterschiedlich behandelt werden, ist deren Bezeichnung mit dem gemeinsamen Begriff Sick-Sinus-Syndrom unüblich. Verwandt wird der Begriff in der Regel nur unter besonderen Umständen, insbesondere

  1. beim kombinierten Auftreten von Rhythmusstörungen mit ausgeprägt niedrigen und hohen Pulsfrequenzen(Tachykardie-Bradykardie-Syndrom) und
  2. aus traditionellen Gründen zur Begründung einer Herzschrittmachertherapiebei Sinusbradykardie, Sinusknotenstillstand oder sinuatrialem Block.

Einteilung nach Art der Rhythmusstörung

  • Sinusarrest
  • SA Block
  • Sinusbradykardie
  • Supraventrikuläre Extraschläge
  • Supraventrikuläre Tachykardie
  • Vorhofflimmern
  • Vorhofflattern
  • Bradykardie?Tachykardie-Syndrom

Ursachen

Die häufigste Ursache des Sick-Sinus-Syndroms ist wahrscheinlich der arterielle Hochdruck, der zu einer chronischen Druckbelastung der Vorhöfe und dann auch zur Überdehnung der Muskelfasern führt.

Weitere Ursachen sind:

  • SSS ohne erkennbare strukturelle Herzerkrankung
  • bei Myokarditis
  • bei Intoxikationen
  • bei Vorhofüberdehnung
  • bei hypertensiver Herzerkrankung
  • bei Mitralklappenfehlern
  • bei Trikuspidalklappenfehlern.
  • bei pulmonalem Hochdruck
  • bei Perikarditis konstriktiva
  • bei koronarer Herzerkrankung
    • mit Durchblutungsstörung des Sinusknotens und des Vorhofes
    • ohne Durchblutungsstörung des Sinusknotens und des Vorhofes

Untersuchungsmöglichkeiten

Die entscheidende Untersuchungsmethode zur Erkennung des Sick-Sinus-Syndroms ist das LangzeitEKG. Sinnvoll ist auch eine Echokardiografie. Seltener notwendig sind ein BelastungsEKG, eine Langzeitblutdruckmessung oder eine Herzkatheteruntersuchung. Eine spezielle, sehr aufwendige Untersuchungsmethode des Sick-Sinus-Syndroms ist die elektrophysiologische Untersuchung.

Therapie

Neben der Behandlung der Grunderkrankung haben sich folgende Medikamente bewährt:

  • Betablocker,
  • Amiodaron

Ist eine Vergrößerung des Vorhofes nachweisbar und liegt ein Vorhofflimmern vor, sollte eine Antikoagulationeingeleitet werden. (s. Cumarine) Bei bradykarden Formen des Sick-Sinus-Syndroms ist die Implantation eines Herzschrittmacherssinnvoll. Eine Katheterablationwird bislang beim Sick-Sinus-Syndrom nur selten durchgeführt.

Literatur

  • Adan V, Crown LA: Diagnosis and Treatment of Sick Sinus Syndrome (2003) Am Fam Physician 67:1725-32.

Weblink

  • HerzKinderWiki - für Eltern herzkranker Kinder mit angeborenem Herzfehler, mit Veranstaltungs-, Link-, Literatur- und Vereinslisten



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