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Scabies (Acarodermatitis), umgangssprachlich auch als Krätze bezeichnet, ist eine weitverbreitete parasitäreHauterkrankung der Säugetiereund Vögel. Sie wird beim Menschen durch die Krätzemilbe(Sarcoptes scabiei) verursacht. Die halbkugelförmigen, 0,3 mm großen Weibchen bohren sich in die Oberhaut (Epidermis) von und legen dort in den Kanälen (caniculi, Milbengänge) Kot und ihre Eier ab. Ihre Absonderungen bringen Bläschen, Papeln, Pusteln, Blasen, Quaddeln, Infiltrationenund als SekundärläsionenKrusten, Kratzwunden und Furunkelhervor. Zwischen Kontakt und Ansteckung liegen etwa 3 bis 6 Wochen.
Krätze bei Tieren wird meist umgangssprachlich Räude genannt, jedoch handelt es sich - bei Hundeartigen, wesentlich seltener auch bei Katzen- hierbei um zwei verschiedene Erkrankungen, nämlich eine prognostisch ungünstigere Form durch Infektion mit Haarbalgmilben(Demodikose, auch Fuchsräude), und die klassische Räude nach Infektion mit Krätzemilben (Scabiesräude).
Bild:Sarcoptes scabei 2.jpg Sarcoptesmilbe
Inhaltsverzeichnis
- 1 Merkmale
- 2 Lebensweise
- 3 Symptome
- 4 Ätiologie
- 5 Komplikationen
- 6 Behandlung
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Merkmale
Krätzemilben haben eine obligat parasitäre Lebensweise. Als Angehörige der Arthropodenverfügen sie über acht paarig angeordnete Beine. Typisch für die Milbenist dabei, dass beide hinteren Beinpaare den Rand des gedrungenen Körpers nicht überragen und, genau wie die beiden vorderen Beinpaare, stummelförmig ausgebildet sind. Die Größe der weiblichen Exemplare beträgt etwa 350 x 280 µm, männliche Milben erreichen 240 x 150 µm. Charakteristisch ist das Vorhandensein von Haftscheiben, die einem ungegliederten Stiel aufsitzen und an den Beinen befestigt sind. Weibliche Milben tragen diese Organe nur an den beiden vorderen Beinpaaren, bei Männchen besitzt auch das dritte Beinpaar diese Einrichtung. Die restlichen Gliedmaßen laufen in Borstenaus.
Lebensweise
Die Entwicklung der Milben läuft vom Ei über ein Larven- und zwei Nymphenstadienzum adulten Tier und dauert beim Männchen etwa 14 Tage, beim Weibchen eine Woche länger. Nur die Weibchen legen Bohrkanäle in der Hornschicht(Stratum corneum) der Epidermis (Oberhaut) an, in welche sie ihre Eier und ihren Kotdeponieren. Die männlichen Milben wandern auf der Suche nach Weibchen hauptsächlich auf der Hautoberfläche entlang. Eine weibliche Milbe kann ein Alter von bis zu 60 Tagen erreichen. Außerhalb des Wirtes beträgt die Überlebenszeit maximal 3 Tage.
Symptome
Es werden vor allem die Finger, Handgelenke, Gesäß, Genitalien, Ellbogen, Achseln, Gürtelgegend, Knie, Gelenkbeugen und Füße befallen, am liebsten in den Hautfalten. Sie befallen jedoch nicht Nacken oder Kopf. Am störendsten wird das konstante, hartnäckige Jucken in den verschiedensten Schweregraden empfunden. Juckreiz tritt bei leichtem Milbenbefall meist nur nachts und durch die Bettwärme auf, da die Milbe bei warmer Haut aktiver wird. Durch das oft automatische und intensive Kratzen entstehen die Läsionen.
Ätiologie
Krätze klingt für die meisten Menschen nach Mittelalter, unhygienischen Verhältnissen und Verwahrlosung. Dabei haben Krätzemilben nicht unbedingt mit unhygienischen Lebensverhältnissen zu tun, sondern breiten sich - ähnlich wie Läuse- dort aus, wo viele Menschen zusammenkommen. Betroffen sind besonders Alten- und Pflegeheime, aber auch Kindergärten, Schulen und sogar Krankenhäuser. Scabies wird von Mensch zu Mensch selten durch einfachen Kontakt übertragen, eher durch häufigen und langandauernden.
Komplikationen
Striemenartige Kratzeffekte, Pyodermien, Ekzem, regionäre Lymphadenitis.
Behandlung
Das wirksamste Medikamentist eine 1-prozentige Lindan-Zubereitung (z. B. Jacutin). Lindan ist ein hochwirksames Insektizid, welches die Krätzemilben schnell abtötet. Weiterhin ist eine Behandlung mit Pyrethroidenoder Crotamitonmöglich, wobei letzteres jedoch eine deutlich schlechtere Wirksamkeit aufweist.
Neue Ergebnisse haben gezeigt, daß auch Permethrinein geeignetes Mittel zur Krätzebekämpfung darstellt. Durch die sehr kurze Anwendungsdauer (in der Regel reicht die einmalige Anwendung) und die deutlich geringere Toxizität für den Menschen sollte es zum Mittel der ersten Wahl gewählt werden. Leider gibt es in Deutschland noch keine empirischen Studien zu dem Mittel, sondern nur Einzelberichte, die jedoch durchweg äußerst positiv sind. (Z.B. Infectoscab, Zulassung Dezember 2004)
Zur systemischen Therapiean Tieren steht ferner das Medikament Ivermectin(Stromectol) zur Verfügung. Das Medikament ist inzwischen für die Humanmedizin nicht mehr zugelassen. In der Tiermedizin sind Kombinationstherapien mit systemisch applizierten Ivermectin-Derivaten (Selamectin, Moxidectin) und lokal angewandten Waschungen (Amitraz(Handelsname: EctodexR) üblich.
Während der Behandlung sollten alle Gegenstände, mit denen andere Personen in Kontakt kommen, regelmäßig desinfiziert werden, um eine Übertragung zu verhindern. Ebenfalls ist auf häufige Reinigung von Bett- und Leibwäsche zu achten. Diese sollte nach Möglichkeit mit 90°C gewaschen werden; wenn dies nicht möglich ist, kann die Wäsche für min. 72 Stunden z. B. in Plastiksäcken fest eingelagert werden, um den Milben die Nahrungsgrundlage zu entziehen (die Milben können nicht sehr lange außerhalb des menschlichen Körpers überleben).
siehe auch
Robert-Koch-Institut
- Hautkrankheiten, Miasma, Scheuerindex, Parasiten des Menschen, Fußräude
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