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Sonnenbrand

Der Sonnenbrand (medizinisch: UV-Erythem) ist eine entzündliche Rötung der menschlichen Hautdurch kurzwellige Sonnenstrahlung, so dass er auch als Dermatitis solaris oder Erythema solaris bezeichnet wird.

Akut führt ein Sonnenbrand zu Druckempfindlichkeit und Brandschäden bis hin zur Blasenbildung, langfristig kann auch Hautkrebsdie Folge sein. Die Erweiterung der Blutgefäße in der Haut führt zu stärkerem Blutfluss, was als Rötung (Erythem) der Haut sichtbar wird.

Besonders gefährdet sind die Schulternund der Oberkörper, wo es häufig zur Abschälung der oberen Hautschichten einige Tage nach dem Sonnenbrand kommt. Auch Füße und Gesicht, hier besonders die Nase, sind durch ihre exponierte Lage stark gefährdet und werden zusätzlich meist nicht gründlich genug geschützt. Bei manchen Personen reagiert der Körper an der Stelle des Sonnenbrandes mit einem allergischen Verhalten. Es kann bis zu 62 Stunden nachdem Sonnenbaden zu sehr starken und unerträglichen Jukreizen führen. Diese Sonnenallergiekann sich sehr unterschiedlich auswirken, bei manchen bilden sich Blasen und Schwellungen und bei anderen können so gut wie keine sichtbaren Hautveränderungen auftreten.

Bild:Sonnenbrand 20030612.jpg
Sonnenbrand nach unvollständigem Schutz

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ursachen
  • 2 Behandlung
  • 3 Schutz
  • 4 Solarien
  • 5 Höheres Risiko
  • 6 Schutzmaßnahmen für Kinder
  • 7 Pflanzen
  • 8 Siehe auch
  • 9 Weblinks

Ursachen

Verursacht wird ein Sonnenbrand durch Ultraviolett-Anteile in der Sonnenstrahlung, wenn ihr die Haut längere Zeit ungeschützt ausgesetzt ist. Für die kurzfristige Bräunungder Haut (allerdings auch für Alterungund Faltenbildung) ist das UV-A verantwortlich (»nahes UV«, Wellenlänge 320-400 nm), für die langfristige und den Sonnenbrand das UV-B (280-320 nm). Das noch kurzwelligere UV-C lässt die Erdatmosphäre nicht hindurch.

Die natürliche Eigenschutzzeitbeträgt - je nach Pigmentierung(Hauttyp) - etwa 10 bis 30 Minuten und kann durch Sonnencremesoder Öle mit Lichtschutzfaktorauf das mehrfache ausgedehnt werden. Auch bei Bewölkungist nach entsprechend längerer Zeit die Gefahr eines Sonnenbrands gegeben. Die Haut »gewöhnt« sich bis zu einem gewissen Grad an die Sonnenstrahlung, indem sie mehr braunes Pigment Melaninbildet. Daher kann man die Dauer des Sonnenbadesnach einigen Tagen korrekten Sonnenbadens fast verdoppeln.

Behandlung

Starker Sonnenbrand sollte von einem Arzt behandelt werden. In Situationen, in denen keiner vorhanden ist, helfen folgende Anwendungen:

  • Externe Anwendung: 3 mal täglich ein potentes Kortison(zum Beispiel Betamethason) als Creme oder Gel auf die betroffenen Hautstellen auftragen, welches kühlend und vasokonstriktorisch wirkt.
  • Interne Anwendung: 3 mal täglich ein NSAR(zum Beispiel Acetylsalicylsäure) oral einnehmen, welches antientzündlich wirkt, indem es die für den Sonnenbrand bedeutsamen Mediatoren hemmt.

Bei richtiger Anwendung geschieht die Wirkung der Behandlung meist so effektiv, dass die Hautrötunginnerhalb von 24 Stunden verschwindet, ohne eine Bräunungzu hinterlassen.

Schutz

Ein bereits eingetretener Sonnenbrand lässt sich durch verschiedene Maßnahmen lindern:

  • Kühlung mit feuchten Umschlägenund viel trinken
  • spezieller Puderoder antiallergisches Gel
  •  »After-Sun-Lotionen«, Zinköl, Aloeund andere Pflegemittel.

Dennoch steigt die Gefahr von Hautkrebsmit der Zahl der erlittenen Sonnenbrände an.

Solarien

Moderne Solarienverzichten mittlerweile auf UV-B-Strahlung, aber auch die längerwellige UV-A-Strahlung ist, wie man heute weiß, alles andere als harmlos. Sie dringt tiefer in die Haut ein, bewirkt ebenfalls DNA-Schäden, die wiederum Krebs verursachen können, und führt außerdem zur vorzeitigen Hautalterung, was bereits nach wenigen Jahren intensiven Solariumbesuchs deutlich sichtbar wird. Zusätzlich bleibt bei UV-A-Strahlung der warnende Sonnenbrand aus, man merkt gar nicht, dass man sich einer Gefahr aussetzt und bleibt meist zu lange unter der Strahlenquelle.

Spezielle Solarien werden auch medizinisch von Hautärzten verschrieben um bestimmte Hautkrankheiten zu behandeln. In dieser Phototherapiewird eine kleine Dosis einer ganz bestimmten Wellenlänge des Lichts verwendet, das Hautkrebsrisiko wird hier zur Krankheitsbekämpfung meist akzeptiert. Auf keinen Fall ist jedoch eine überdurchschnittliche Blässe eine Krankheit!

Höheres Risiko

In den Tropen ist die Sonne stärker und das Sonnenbrandrisiko stark erhöht.

Da die energiereiche kurzwelligeUV-Strahlung von der Erdatmosphärenur teilweise ausgefiltert wird, wächst die Gefahr von Sonnenbrand in größerer Höhe: in 5 km Höhe hat man nämlich bereits die Hälfte der stark filternden Luftmenge unter sich gelassen.

Besonders kritisch ist es auf Schneeund Gletschern im Hochgebirge, wo sich die Gefahr des Sonnenbrands schon unter 3000 m verdreifachen kann. Eine weitere Gefahr sind Augenschäden die aber auch durch künstliches UV-Licht auftreten können. Diese Schneeblindheitoder medizinisch aktinische Keratopathie ist ein Sonnenbrand der Hornhautdes Auges der den inneren Teil des Auges schützt. Sonnenbrillen mit UV-Schutz sind zwingend erforderlich, je nach Dauer des Aufenthalts an der Sonne sollten Schneebrillenverwendet werden die eine Einstrahlung über den reflektierenden Schnee verhindern.

Auch am Wasser verkürzt sich die Schutzzeit durch die von dort reflektierten Strahlen, zusätzlich ist man meist bei schönem Wetter am Wasser und damit weniger deckend bekleidet was die Angriffsfläche für die UV-Strahlung erhöht.

Durch die zunehmende Zerstörung der Ozonschichtgelangt mehr UV-Lichtauf die Erdoberfläche, was die Sonnenbrandgefahr ebenfalls erhöht.

Bei Windwird oft vergessen, dass seine kühlende Wirkung dem UV-Licht nichts von seiner Brandgefahr nimmt. Auch dünne Wolken mindern es nicht wesentlich. In jedem Fall empfiehlt sich, zu Beginn des Urlaubs eine Kopfbedeckungzu tragen, um einem Sonnenstichoder einem Hitzschlagvorzubeugen.

Schutzmaßnahmen für Kinder

Kleine Kinder sollen möglichst immer leichte aber voll bedeckende Kleidung tragen, und die Sonnencreme sollte schon eine halbe Stunde vorher aufgetragen werden. Ein zusätzlicher Sonnenschirm für die Kinder sorgt für perfekten Schutz auch wenn die Sandburg der Kinder abseits der Eltern steht.

Pflanzen

Auch Pflanzenkönnen durch Sonnenbrand Schäden erleiden. Es kommt zu Rissen an Baumstämmen, zum Loslösen der Rinde(Borke) oder zu Brandblasen auf Blättern. Die Blätter verfärben sich bald, rollen sich ein und sterben ab. An Weinrebenwerden diese Schäden gebietsweise Rauschbrandgenannt, an einigen anderen Pflanzarten Fuchs.

Siehe auch

Bild:Erste hilfe.svgErste Hilfe bei starkem Sonnenbrand, siehe Verbrennung (Erste Hilfe); bei Überhitzung, siehe Hitzeschaden.

Weblinks

  • Fachliche Tipps und Vorbeugung
  • Sonnenschutz im Gebirge
  • Klinik für Dermatologie und Allergologie Bochum: Was ist Sonnenbrand



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