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| Spargel
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Bild:Spargelkraut-a-2003-10-12.jpg Spargelkraut
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| Systematik
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| Abteilung: | Bedecktsamer(Magnoliophyta)
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| Klasse: | Einkeimblättrige(Liliopsida)
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| Unterklasse: | Lilienähnliche(Liliidae)
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| Ordnung: | Spargelartige(Asparagales)
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| Familie: | Spargelgewächse(Asparagaceae)
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| Gattung: | Spargel
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| Wissenschaftlicher Name
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| Asparagus
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| L.
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Spargel (Asparagus) ist eine Gattung aus der Familie der Spargelgewächse(Asparagaceae). Es sind ausdauernde Kräuteroder Halbsträuchermit sehr verzweigten, oft kletternden Stängeln, sehr kleinen, schuppenförmigen, fleischigen bis häutigen Blättern und in den Achseln derselben mit Büscheln kleiner, meist nadelartiger, steriler, blattartiger Zweige (Phyllokladien), kleinen, zwittrigen oder diözischenBlüten auf gegliedertem Stiel und kugeliger, häufig nur einsamiger Beere.
Der überwiegende Teil des Artikels beschäftigt sich mit dem Gemeinen Spargel oder Gemüsespargel (A. officinalis L.).
Die Heimat des Gemeinen Spargels sind die warmen und gemäßigten Regionen Süd- und Mitteleuropas, Algeriensund Nordwestasiens, besonders an Flussufern. Der Spargel wird in mehreren Varietäten als Gemüsepflanzekultiviert. Er treibt aus dem Rhizomfleischige, saftige, mit fleischigen Niederblättern spiralig besetzte, weißliche oder blaßrötliche Sprosse, die sich über der Erde in dem verzweigten, grünen, 0,6-1,5 m hohen, glatten Stengel verlängern. Die blattartigen Zweige sind nadelförmig, glatt. Die kleinen Blüten sind weiß und die Beeren sind scharlachrot.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Systematik
- 2 Geschichte
- 3 Anbau
- 4 Anbaugebiete
- 5 Qualität
- 6 Zubereitung
- 7 Literatur
- 8 Weblinks
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Systematik
Es gibt etwa 100 Arten in der Gattung Asparagus - die meisten sind beheimatet am Kap (in der Capensis).
Neben dem Gemüsespargel (A. officinalis) gibt es noch viele Arten, die man als Zierspargelbezeichnet. Viele dieser Zierspargelarten sind nach neuerer Literatur in die Gattungen Protasparagus und Myrsiphyllum ausgegliedert. Verblieben in der Gattung Asparagus ist zum Beispiel:
A. falcatus.
Geschichte
Bild:François Bonvin 001.jpg François Bonvin: Stilleben mit Spargel, 1867
Spargel ist als Gemüse und Heilpflanze schon sehr lange bekannt. Die Ägypterverwendeten ihn schon vor 4500 Jahren, Griechenund Römerkannten ihn seit dem 2. Jahrhundert v. Chr.Als Heilpflanze diente bevorzugt wildwachsender Spargel, der nach Dioskuridesharntreibend und abführend wirken sowie gegen Gelbsuchthelfen sollte. Mit diesen Indikationen wurde er bis ins 19. Jahrhundertverwendet.
Die Römer machten den Spargel zwar nördlich der Alpen bekannt, er geriet aber wieder in Vergessenheit. Erst im 16. Jahrhundertist der Anbau wieder belegt - er galt damals als teure Delikatesse. Das dürfte damit zu tun haben, dass der Nährwert von Spargel minimal ist, auch wenn er viel Vitamin B1und E(grüner Spargel viel Vitamin A) enthält.
Anbau
Bild:Spargel-mit-wurzel.jpg Spargelpflanze mit Wurzelballen
Die jungen Triebe (griechisch asp(h)áragos, "junger Trieb") werden in Europa je nach Region von März bis Juni geerntet und als Edelgemüsebesonders geschätzt.
Spargel benötig Wärme und lockeren, sandigen, nicht zu feuchten Boden, der nötigenfalls drainiert werden muss, da auch nur im Winter bleibende Nässe verderblich wirkt. Zur Anlage der Spargelbeetehebt man vor Eintritt des Winters die Erde 1,9 m breit und einen Spatenstich tief aus, gräbt dann Rinder- oder Hofmistund zwar doppelt soviel wie zu einer gewöhnlichen starken Düngungunter und steckt in Entfernungen von 0,6 bis 0,9 m Pfähle, an welchen man von der ausgegrabenen oder von anderer guter Erde Hügel macht, deren Spitze den oberen Rand des Beets erreichen kann. Auf diesen Hügeln breitet man die ein- bis zweijährigen Spargelpflanzen (Klauen) sorgfältig aus und bedeckt sie mit Erde. Vorteilhaft ist eine weitere Mistbedeckung des ganzen Beets, welche nur die Köpfe der Hügel freilässt, worauf man dann das Ganze so weit mit Erde bedeckt, dass die Köpfe der Pflanzen etwa 3 cm tief zu liegen kommen. Im Herbstschneidet man die Stängel 16 cm hoch ab, lockert das Beet und bedeckt es 8-10 cm hoch mit altem Mist. Im Frühjahr wird das Gröbere fortgenommen und der Rest mit Erde mehrere Zentimeter hoch bedeckt. Im dritten Jahr erhöht man die Beete mit fetter, sandiger Erde so stark, dass die Pflanzen 16 cm tief liegen. Man kann jetzt anfangen, Spargel zu stechen. Das Ende der Spargelsaison beschreibt die Bauernregel: "Kirschen rot, Spargel tot." Das offizielle Ende der Spargelsaison ist der 24. Juni, der Johannistag.
Die Beete geben dann höchstens 10 Jahre lang guten Ertrag; man braucht sie nur im Frühjahr zu lockern und im Herbst stark mit Mist, im Sommer mit Jauche, im Frühjahr mit Asche und Kalidüngerzu düngen. Der Spargel enthält 2,26 % eiweißartige Körper, 0,31 % Fett, 0,47 % Zucker, 2,80 % sonstige stickstofffreie Substanzen, 1,54 % Cellulose, 0,57 % Asche, 92,04 % Wasser. Aufgrund der enthaltenen Asparaginsäuren, die auch das Spargelaroma bestimmen, wirkt er harntreibend, in größeren Mengen genossen angeblich auch als Aphrodisiakum. Der typische Geruch des Urins nach dem Genuss von Spargel bei knapp der Hälfte der Menschen ist auf die Abbauprodukte zurückzuführen (genauer siehe: Harn).
Früher war die Wurzelamtlich als Heilmittelanerkannt (offizinell); die Samenhat man als Kaffeesurrogatverwertet. Columellagedenkt in dem Buch De re rusticaauch des Spargels. Andere Spargelarten hat man als Zierpflanzenbenutzt; interessant ist der blätterlose, dornige Asparagus horridus, in Spanienund Griechenland.
Durch Aufhäufeln der Erde bei der Spargelzucht bleiben die Triebe auch bei einer Länge von 20 cm hell und bilden mangels Licht kein Chlorophyll. Der so gezogene Spargel wird weißer Spargel genannt und ist erst seit Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Bis dahin wurde nur Grüner Spargel geerntet, der nicht durch Erde vor dem Sonnenlicht geschützt wird und in voller Länge kräftig grün gefärbt ist. Vor allem in Frankreich wartet man, bis der Schössling etwas aus der Erde ragt und die Spitze eine leicht violett-grünliche Färbung annimmt. Diese Variante heißt violetter Spargel, der im deutschen Handel als minderwertig gilt.
Bild:Spargelfeld bei Beelitz.JPG Spargelfeld bei Beelitz
Anbaugebiete
Bild:Plakat Spargelmuseum.jpg Spargelmuseum Schlunkendorf bei Beelitz
Die Anbaufläche in Deutschland wächst seit einigen Jahren sehr stark und betrug 2004 18.218 Hektar(ha), hiervon 15.100 ha ertragsfähig. Geerntet wurden in diesem Jahr 72.500 Tonnen Spargel, was gegenüber 1996 beinahe eine Verdoppelung war. 2005 soll die Ertragsfläche noch um schätzungsweise 6% höher als im Vorjahr sein (Quelle: ZMP). Etwa 70% des in Deutschland verzehrten Spargels stammt aus heimischem Anbau.
Wichtige deutsche Spargelanbaugebiete sind:
- in der BrandenburgerZauchebei Beelitzin Brandenburg
- die Gegend um Abensbergin Niederbayern
- im fränkischenKnoblauchslandzwischen Fürthund Nürnberg
- das BambergerUmland
- bei Schrobenhausenin Oberbayern
- bei Pörnbachin Oberbayern
- in Südbadenim Breisgaubei Munzingen, einem Ortsteil von Freiburg im Breisgau
- in Südbadenin Hügelsheimim Landkreis Rastatt,
- im Rhein-Neckar-Kreisbei Schwetzingen
- in der Rheinpfalz
- im Rheinlandzwischen Kölnund Bonn(Vorgebirge)
- am Niederrheinbei Walbeck, einem Stadtteil von Geldern
- im Rodgau, dem Gebiet zwischen Mühlheim am Mainund Dieburgsowie im Kreis Groß-Gerau(Hessen)
- der gesamte Landkreis Nienburg (Weser)(Niedersachsen)
- bei Braunschweig(Niedersachsen)
- bei Burgdorfbei Hannover(Niedersachsen)
- bei Bardowickbei Lüneburg(Niedersachsen)
- in der Lüneburger Heide
- Schleswig-Holstein (Aukrug und Region Lauenburg)
- international Argenteuilund Horburg(Frankreich), Österreich, Griechenland, Spanienund Taiwan.
Die Spargelsaison beginnt jedes Jahr, je nach Witterung Anfang bis Mitte April und endet am 24. Juni. Wenn die Witterung warm und feucht ist, kann Spargel bis zu 7 cm am Tag wachsen.
In Schrobenhausengibt es das Europäische Spargelmuseum, ein weiteres Spargelmuseum in Schlunkendorfbei Beelitz und in Badenführt die Badische Spargelstraßezu den Anbaugebieten.
Qualität
Spargel ist ein sehr empfindliches Gemüse und sollte von der Ernte bis zur Zubereitung sorgsam behandelt werden. Guten weißen oder violetten Spargel erkennt man an geschlossenen Köpfen, gleichmäßigem Wuchs, einem noch feuchten (bei Druck mit dem Fingernagel auf das Ende sollte Feuchtigkeit austreten), nicht hohlen Ende und an dem quietschenden Geräusch, das frische Spargelstangen beim Aneinanderreiben erzeugen. Dünne Stangen sind von minderer Qualität, die Handelsklasse1 hat einen Durchmesser von 12 bis 16 mm, Handelsklasse 1+ einen von 16 bis 26 mm. Grüner Spargel kann etwas dünner sein, der Kopf ist durch die Lichteinwirkung schon leicht geöffnet.
Spargel sollte möglichst frisch verzehrt werden, hält sich im Kühlschrank jedoch 2-3 Tage, wenn man ihn in ein feuchtes Handtuch einwickelt.
Zubereitung
Bild:SpargelMitSchaelmesser.jpg Spargelsprossen und Schälmesser
Bild:Spargel sauce hollandaise.jpg Spargel, typische Zubereitung mit Kartoffeln und Sauce Hollandaise
Spargel wird meistens gekocht, seltener gedünstet. Zur Vorbereitung muss weißer und violetter Spargel geschält werden, da die Schale faserig und zäh ist. Zum Schälen setzt man etwas unterhalb des Kopfes an und schält stets in Richtung des Spargelendes. Vom Ende sollten einige Zentimeter abgeschnitten werden, da dieses holzig und/oder bitter sein kann. Diese Reste lassen sich als Suppengrundlage auskochen. Grüner Spargel muss meist nicht geschält werden - wenn dann nur ca. das untere Drittel.
Da die zarten Köpfe schneller garen als der Rest, sollte Spargel aufrecht - vorsichtig zusammengebunden - in einem schmalen, hohen Topf bei mäßiger Temperatur gegart werden. Das Wasser wird mit Salz, etwas Zucker und wenig Zitronensaft und einem Stück Butter angereichert und sollte nur bis knapp unter die Köpfe reichen. Je nach Dicke wird er 20 bis 30 Minuten gegart. Ein kleines Stück Weißbrotim Kochwasser soll Bitterstoffeneutralisieren, ebenso der Zucker. Der Zitronensaft sorgt für eine helle Farbe des Spargels, kann aber das feine Spargelaroma überdecken. Heute wird Spargel auch "bissiger" zubereitet, dazu wird er etwa 3 bis 4 Minuten gekocht und muß anschließend 6 bis 8 Min ziehen.
Besonders aroma- und inhaltstoffschonend ist es, den Spargel ohne Wasser, also im eigenen Saft zu garen. Dabei wird der geschälte Spargel in einem abgeschlossenen, unbelüfteten Gefäß für 15 bis 20 Minuten auf den eigenen Schalen und Abschnitten gedünstet.
Klassisch wird Spargel mit gekochten jungen Kartoffeln, zerlassener Butter oder Sauce Hollandaiseund Schinkenserviert. Als teurere Variante wird zum Spargel auch ein Kalbsschnitzelgereicht. Pro Person sind etwa 500 g Spargel angemessen. Zum Spargel eignen sich wenig dominante Weißweine, besonders Rieslingund Silvaner. Die gebratene Variante verträgt auch etwas kräftigere Weine.
Spargel kann auch roh verzehrt werden, etwa als Salat. Ebenso lässt sich Spargel, in ca. 1cm dicke Scheiben geschnitten oder längs geteilt, auch braten. Der typische Spargelgeschmack ist in roher Form jedoch kaum vorhanden, da er erst durch Wärmeeinwirkung entsteht. Für beide Varianten eignet sich der grüne Spargel besser.
Literatur
- Göschke, Franz Die rationelle Spargelzucht 3. Aufl., Berlin. 1889
- Burmester und Bültemann, Spargelbau Braunschweig 1880
- Spargelliteratur
Weblinks
- Spargel-Inhaltsstoffe
- Spargel-Portal spargelzeit.de
- Spargel-Informationen und -Rezepte
- Wissenswertes über Spargel
- Europäisches Spargelmuseum Schrobenhausen
- Spargelverein und -museum Beelitz
- Niedersächsisches Spargelmuseum Nienburg
- Niederländisches Spargelmuseum De Locht
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Spargel}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
| ar:?????
en:Asparagus (genus)
fr:Asperge
he:???????
io:Asparago
ja:??????
nl:Asperge
pl:Szparag
pt:Asparagus officinalis
sv:Sparris
tr:Ku?konmaz
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