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Stabsichtigkeit

Als Astigmatismus (griech."Punktlosigkeit") bezeichnet man

  1. in der Optikeine Art der Abbildungsfehler. Schräg eintretende Lichtbündel, die in der Abbildungsebene als Punkt erscheinen sollten, werden dabei zu (elliptischen) Scheiben verzerrt.
  2. in der Medizineine Erkrankung des Auges (Stabsichtigkeit).

Astigmatismus (Zylinder, Zyl) ist in der Bevölkerung auch als Hornhautverkrümmung bekannt, die meist bei Kurzsichtigkeit(Myopie) auftritt. Man unterscheidet zwischen dem regulären Astigmatismus, dabei ist die Hornhautdes Augesentweder stärker gekrümmt oder schwächer als bei einer "normalen" Hornhaut, und dem irregulären Astigmatismus. Beim irregulären Astigmatismus ist die Oberfläche der Hornhaut an mehreren Stellen erhöht und vertieft (wie eine Berglandschaft). Ursachen sind zum Beispiel eine Operation oder ein Unfall, die Narben entstehen lassen. Eine besondere Form des irregulären Astigmatismus ist der Keratokonus.

Astigmatismus ist eine Brennpunktlosigkeit / Stabsichtigkeit infolge nicht rotationssymmetrischer Brechkraft von Hornhaut oder Linse. Dies bedeutet, dass die Linse auf ihrer Oberfläche unterschiedliche Radien (Krümmungen) aufweist.

Strahlen, die von einem Punkt des betrachteten Objektes in die Linse und damit in das Auge gelangen, werden von dieser in einem Bildpunkt vereinigt. Entfernt sich das Objekt unendlich weit, werden parallele Strahlen vereinigt, und zwar in der für Linsen optischer System angegebenen Brennweite. Andernfalls unterscheiden sich die Strahlen beim Eintritt in die Linse in ihrer Richtung, und werden in einer anderen Entfernung im Bildpunkt vereinigt, der einen Teil des verkleinerten Bildes bildet. Dieser Bildpunkt ist der Brennpunktdieser Strahlen, und sollte auf der Netzhaut liegen, um einen scharfen, von den Netzhautzellen wahrnehmbaren Bildreiz zu erzeugen.

Bild:Schaerfentiefe1.png
Normalsichtigkeit, Fokus auf Rosen im Hintergrund
Bild:Schaerfentiefe2.png
Normalsichtigkeit, Fokus auf Modell im Vordergrund

Die Brennweite der Augenlinse kann variiert werden, so dass genau Punkte einer bestimmten Entfernung vom Beobachter Bildpunkte auf der Netzhaut erzeugen. Werden die Strahlen in der Netzhautebene nicht in einem Punkt vereinigt, ist der Punkt und damit das Bild unscharf. Deshalb können wir stets nur Objekte einer best. Entfernung scharf wahrnehmen, und weiter entfernte oder nähere Objekte sind unscharf abgebildet.

Beim Auftreten von Astigmatismus treffen sich die Strahlen nicht in einem, sondern in mehreren Brennpunkten, bedingt durch die unterschiedliche Krümmung der Linsenoberfläche. Es treten deshalb mehrere Bildpunkte und somit mehrere Bilder auf, von denen nur eines fokussiert werden kann und deshalb das oder die übrigen auf der Netzhaut unscharf sind. Die Summe der Bilder ist daher immer unscharf.

Durch Zusammenkneifen der Augen (was bei einer Fotokamera dem Abblenden entspricht) kann die Schärfentiefeund damit der Schärfebereich vergrößert werden. Gleichzeitig nimmt die Menge des durchgelassenen Lichtes ab, das Bild wird dunkler.

Die astigmatische Wirkung von Linsen war bereits in der Maya-Kultur und bei den Griechenbekannt und wurde von geistlichen Gelehrten zur Verwirrung der einfachen Bevölkerung benutzt. Beim "Orakel von Delphi" sollen die Priester bereits Lochkamerasbenutzt haben, die durch das Zwischenschalten von Wasser Zerrbilder erzeugten.

Die unterschiedlichen Brennweiten der Linse werden mit einer Brille mit "Zylindergläsern" ausgeglichen.

Eine Korrektur der Fehlsichtigkeitist durch die Verwendung von Sehhilfen(Brille, Kontaktlinsen) oder operativ möglich.

Weblinks

www.medinfo.de- gute Links zum Astigmatismus




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