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Inhaltsverzeichnis
- 1 Antikes Konzept
- 2 Neuzeit
- 2.1 Goethe
- 2.2 Naturwissenschaften
- 2.3 Sprachphilosophie
- 3 Literatur
- 4 Weblinks
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Antikes Konzept
Der Atomismus, auch die Atomistik genannt, bezeichnet eine kosmologischeTheorie, der zufolge das Universum aus kleinsten Teilchen, den Atomen(griechisch átomon, das Unzerschneidbare, Unteilbare), zusammengesetzt ist. Diese Atome wurden als diskret (d.h. voneinander trennbar), unendlich hart, unveränderlich und ewig gedacht. Er steht im Gegensatz zur Auffassung der Materieals Kontinuum. Der Atomismus kam im fünften Jahrhundert vor Christus in Griechenland auf, seine frühen Vertreter waren Leukipposund Demokrit, im vierten Jahrhundert entwickelte Epikurdie Lehre weiter. Lukrez' Lehrgedicht De rerum natura (Von der Natur der Dinge, vor 55 vor Christus) gibt eine zusammenhängende Darstellung dieser materialistischenWeltsicht in lateinischer Sprache; in erkenntnistheoretischerHinsicht sind der sogenannte Epikureismusund der antike Atomismus synonym. Im Gegensatz dazu nahm die Lehre von den Elementen (seit dem sechsten Jahrhundert vor Christus) an, daß die Materie aus einem einzigen Urstoff gebildet sei, aus Wasser (Thales, Anaximander), Luft (Anaximenes), Feuer (Heraklit) oder aus einer Mischung von Erde, Feuer, Luft und Wasser (Empedokles, Aristoteles).
Neuzeit
Goethe
Johann Wolfgang von Goethegebrauchte den Ausdruck atomistisches Denken im Gegensatz zum dynamischen Denken: "Zweierlei Vorstellungsarten: dynamisch und atomisch. Aus verschiedenen Vorstellungsarten entsteht ein neues Resultat; jeder hat die seine; jeder neigt mehr zu der einen oder der anderen herüber. Lukrez, Epikur bekannten sich zu der Vorstellungsart, die wir die atomistische oder chemische nennen möchten; in den realen Stoffen der Materie suchten sie Entstehung und Ordnung durch Hilfe des Zufalls. Andere suchten es in einer unsichtbaren höheren Gewalt, in anregenden Kräften." (Schriften zur Morphologie II, 6)
Naturwissenschaften
Der Atombegriff der neuzeitlichen Chemiebildet eine naturwissenschaftliche Fundierung des Konzepts der rein hypothetischen Elementarteilchen, unterscheidet sich darüber aber grundlegend hinsichtlich der Erklärungsfunktion und Tragweite des theoretischen Anspruchs. Die Unzerstörbarkeit der Atome wurde mit der Kernspaltung im 20. Jahrhundert widerlegt.
In der Gegenwart wird der Atomismus dem ganzheitlichen Denken beziehungsweise dem Holismusgegenübergestellt. Beides sind Kategorien zur Beschreibung des Verhältnisses von Gesamtheit und Detail bei der Betrachtung komplexer Systeme.
Der auf Aristoteleszurückgehende Satz von der Übersummativität (Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile), weist beispielsweise in der Biologiedarauf hin, dass Lebensphänomene nicht auf physikalische und chemische Vorgänge reduziert werden können, also nicht im Sinne des Atomismus zerlegbar seien.
Sprachphilosophie
Der logische Atomismus ist eine Richtung der analytischen Philosophie(siehe dort) und wurde vor allem von Bertrand Russellund Whiteheadvertreten.
Literatur
- Friedrich Alber Lange: Geschichte des Materialismus (1866), Frankfurt am Main 1974 (ISBN 3-518-07670-1).
- Michel Serres(Herausgeber): Elemente einer Geschichte der Wissenschaften, Frankfurt am Main 1994 (Paris 1989)(ISBN 3-518-58177-5).
Weblinks
- Ancient Atomism. Eintrag (englisch)in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (inkl. Literaturangaben)
- Atomism from the 17th to the 20th Century. Eintrag (englisch)in der Stanford Encyclopedia of Philosophy (inkl. Literaturangaben)ru:?????????????? ???????????
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