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Bild:Breastfeeding infant.jpg Ein Säugling wird an der Mutterbrust gestillt. Als Stillen wird die Ernährung des Säuglingsund Kleinkindsan der Brustbezeichnet. Der etymologische Hintergrund des Wortes liegt wahrscheinlich darin, dass ein schreiendes Kind bei dieser Art der Ernährung "still" wird.
Da die Muttermilchauf die Bedürfnissedes Säuglings genau angepasst ist und ein ungestörtes Stillen zudem den Kontakt zwischen Mutter und Kind fördert, wird heute von der Weltgesundheitsorganisation(WHO) in der Innocenti-Declarationempfohlen, sechs Monate lang voll zu stillen, danach bis zum vollendeten 2. Lebensjahr neben geeigneter Beikost, und darüber hinaus so lange Mutter und Kind das wollen.
Die zweitbeste Ernährung für das Neugeborene ist die abgepumpte Milch (-->Pump-Stillen)(siehe:Muttermilchpumpe) der eigenen Mutter, an dritter Stelle kommt die abgepumpte Milch einer anderen Frau (-->Frauenmilchbank) und erst an vierter Stelle die künstliche Säuglingsnahrung.
Das Neugeborenewird unmittelbar nach der Geburterstmalig und in der Folge alle 2 bis 3 Stunden "angelegt", später nach Bedarf des Kindes (free demand-Methode).
Bild:Nursing corset1878uspatent206906.png Stillkorsett mit abnehmbarem Brustzugang (etwa 1880)
Stillen bleibt die mit Abstand beste Ernährung für die ersten sechs bis neun Monate.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Milchbildung
- 2 Relaktation
- 3 Stillen eines Adoptivkindes
- 4 Steigerung der Milchmenge
- 5 Beikostbereitschaft, Abstillen, Abstillalter
- 6 Still-Hindernisse und -Probleme
- 7 Stillberatung
- 8 Stillen und Sexualität
- 9 Tandemstillen
- 10 siehe auch
- 11 Weblinks
- 12 Literatur
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Milchbildung
Bereits während der Schwangerschaft beginnt sich die Brust auf die Produktion der Milch vorzubereiten. Wird nicht von Anfang an gestillt bzw. das Stillen unterbrochen, versiegt nach einiger Zeit der Milchfluss. Es gibt jedoch auch Frauen, die berichten, dass bei Ihnen auch Monate nach dem Abstillen noch Milch ausgelaufen sei.
Um stillen zu können, muss eine Frau nicht unbedingt schwanger gewesen sein. Die Milchbildung kann grundsätzlich auch ohne vorangegangene Schwangerschaft in Gang gebracht werden, was jedoch einer gründlichen und länger dauernden Vorbereitung bedarf. Auch adoptierte Kinder können so von ihren Adoptivmüttern gestillt werden.
Da auch der Mann über rudimentäre Brustdrüsen verfügt, kann es prinzipiell auch bei Männern zur Bildung von Milch kommen. Alexander von Humboldtberichtete 1799 über einen venezolanischen Bauern, der nach dem Tod seiner Frau sein Kind monatelang gestillt haben soll. In neuerer Zeit tritt das Phänomen der Milchproduktion nachweislich bei Männern auf, die mit weiblichen Hormonen behandelt werden, wie zum Beispiel gegen Prostatakrebs. Bei gestillten männlichen Babys tritt es sogar verhältnismäßig häufig in den ersten Lebenstagen auf. Dies wird durch die an ihn über die Muttermilch weitergegebenen milchbildungsfördernden Hormone ausgelöst (umgangssprachlich: Hexenmilch).
Relaktation
Hat eine Mutter abgestillt, kann sie auch Monate später die Stillbeziehung zu ihrem Baby/Kind wieder aufnehmen. Dies nennt man Relaktation.
Stillen eines Adoptivkindes
Eine Frau kann ein Baby, welches sie nicht selbst geboren hat, stillen. Dafür ist es notwendig, das Baby immer wieder anzulegen. Förderlich ist dazu ein Brustaufsatz, der an eine Milchflasche angeschlossen ist, so dass das Baby an der Brust saugt, aber tatsächlich Milch aus der Flasche erhält. Dadurch wird die Brust trainiert und das Kind bleibt motiviert, weiterhin an der Brust zu saugen.
Steigerung der Milchmenge
- Häufiges Anlegen des Babys
- Milchbildungsöl
- Milchbildungstee
Beikostbereitschaft, Abstillen, Abstillalter
Mit zunehmendem Alter des Säuglings, meist zwischen dem sechsten und neunten Monat, wird sich die steigende Bereitschaft zur Aufnahme von Beikost zeigen. Ein Baby ist bereit für Beikost, wenn:
- der Zungenstoßreflex, durch den feste Nahrung automatisch aus dem Mund befördert wird, verschwunden ist,
- es Interesse an der Nahrung hat und Nahrung selbst zum Mund befördern kann,
- es allein sitzen kann,
- es ein gesteigertes Stillbedürfnis zeigt, das sich nicht nach wenigen Tagen wieder normalisiert und nicht auf andere Gründe, wie z.B. Zahnen, Erkrankung, Stress zurückzuführen ist.
Die Einführung von Beikost (also nicht Anstattkost) ist jedoch kein Grund abzustillen, denn das Stillen bietet weit über die ersten 6 Monate hinaus viele Vorteile.
Wird der Säugling nach Bedarf gestillt und darf er den Zeitpunkt des Abstillens selbst bestimmen, so liegt der Zeitpunkt des Abstillens häufig erst nach dem ersten Geburtstag. Betrachtet man das Säugeverhalten von Säugetieren und passt die Daten an den Menschen an, so würde sich ein Abstillalter zwischen 2,5 und 7 Jahren ergeben.
In jedem Fall sollte ein sanftes, d. h. ausschleichendes Abstillen angestrebt werden, gleichgültig, ob dies vom Kind oder von der Mutter ausgeht. Denn dadurch werden Verlustängste beim Säugling und körperliche Probleme, wie Milchstau bei der Mutter, vermieden.
Beim natürlichen Abstillen nach Bedarf des Kindes wird das Kind mit steigender Entwicklung und Reife immer weniger und seltener gestillt werden wollen. Bei einem von der Mutter forcierten Abstillen sollte nur langsam, über Wochen hinweg, eine Stillmahlzeit nach der anderen durch eine Beikostmahlzeit ersetzt werden.
In Deutschland stehen jeder Mutter, die während der Stillzeit arbeitet, Stillpausenund weitere Sonderregelungen gesetzlich zu. Eine berufliche Tätigkeit ist also kein zwingender Grund zum Abstillen (vergleiche hierzu das Mutterschutzgesetz).
Still-Hindernisse und -Probleme
Nur sehr wenige Frauen (unter 5%) können nicht bzw. nur eingeschränkt stillen. Bei auftretenden Problemen sollte sich die stillende Mutter an eine Stillberaterin, eine Hebamme oder einen stillfreundlichen Mediziner wenden, um - immer im Hinblick auf das Gedeihen des Kindes - die Stillbeziehung mit möglichst wenig Stress für beide Seiten zufriedenstellend weiterführen zu können.
Es besteht Anspruch auf Hebammenhilfe während der gesamten Stillzeit.
- Das größte Stillhinderniss stellen Falsch- bzw. Mangelinformationen der Mütter, fehlende Unterstützung bzw. der fehlende Wille zum Stillen dar.
- Besonders häufig treten Stillprobleme auf, wenn der Säugling nicht nach Bedarf, sondern nach einem Zeitplan bzw. Mindeststundenabstand gestillt wird.
- Die Form der Brustwarzen hat keinen Einfluß darauf, ob eine Frau stillen kann oder nicht. Bei besonderen Merkmalen (sehr große Brustwarzen, Flach- oder Hohlwarzen) bedarf es allerdings in den meisten Fällen etwas mehr Geduld und der Unterstützung einer stillerfahrenen Beraterin. Bei Flach- oder Hohlwarzen kann bereits in der Schwangerschaft eine Art sanfte Umformung versucht werden, um den Stillstart einfach zu machen.
- Von einem Milchstau spricht man, wenn die Brust nicht in ausreichendem Maß geleert wird und es somit zu (vorübergehenden) teils schmerzenden Verhärtungen in der übervollen Brust kommt. Ein Milchstau kann sich unter Umständen zu einer Brust(-drüsen-)entzündung weiterentwickeln, die mit stillverträglichen Antibiotika behandelt werden kann. Angeblich senkt auch das Trinken von Salbeiteedie Milchproduktion. Eine Stillpause ist dagegen hinderlich für das Überwinden eines Milchstaus bzw. einer Brustentzündung, denn bei beidem steht die Entleerung der Übervollen Brust und das Einstellen der tatsächlich vom Kind benötigten Milchmenge im Vordergrund.
- Bei einer tatsächlich vorliegenden und nicht durch falsches Stillen selbst herbeigeführten Hypogalaktie(zu wenig Muttermilch), kann der Säugling durch Muttermilchspende oder "Zwiemilchernährung" ernährt werden, ohne dass die Mutter abstillen muss.
- Bei der Zwiemilchernährung, bei der neben dem Stillen mit der Flasche zugefüttert wird, kann eine Saugverwirrung auftreten. Das Trinken aus einer Flasche verlangt vom Kind ein weniger differenziertes Saugverhalten, so dass es unter Umständen an der Brust trinkfaul wird. Aus der Flasche läuft die Milch fast von allein, das Trinken verlangt lediglich eine Saug-Schluckbewegung. An der Brust muss sich das Kind mehr anstrengen, das Stillen erfordert eine Saug-Kau-Schluckbewegung. Hier sollten alternative Fütterungsmethoden angewandt werden, z. B. die Gabe mit einem Löffel, aus einem Becher oder mittels eines Brusternährungssets.
- In manchen Fällen "streiken" Säuglinge einige Stunden bis wenige Tage und wollen nicht an der Brust trinken, man spricht hier von Stillstreik, was keinesfalls ein Abstillen von Seiten des Säuglings bedeutet.
- Bei notwendigen Medikamenteneinnahmen in der Stillzeit, bei Operationen oder Zahnbehandlungen kann in vielen (Dank immer besserer Medikamente und Betäubungsmittel aber nicht allen!) Fällen eine Stillpause bzw. ein Abstillen erforderlich werden. Informationen zur Stillverträglichkeit können sich Ärzte und Stillende bei Forschungsinstituten einholen (siehe Weblinks).
- Es gibt einige Erkrankungen, die das Stillen einschränken, z.B. Psychosen und aufgrund der Ansteckungsgefahr Tuberkuloseoder AIDS. Die relativ häufig auftretende postpartale Depression kann stillverträglich behandelt werden (siehe Weblinks).
- Bei Frühgeborenenist die zumeist damit verbundene Saugschwäche zu beachten. Allerdings ist die von der Mutter gebildete Muttermilch in ihrer Zusammensetzung sehr gut an die Bedürfnisse eines Früh- bzw. Mangelgeborenen angepasst. Sollte ein Stillen wegen Saugschwäche nicht direkt möglich sein, sollte die Mutter mit dem Abpumpen beginnen.
- Behinderungen des Kindes, wie z.B. Fehlbildungenim Verdauungs-und Atemtrakt, Herzfehler oder Hirnschädigungen können ein Stillen erschweren. Jedoch sind gerade für diese Kinder die besonders gute Nahrung Muttermilch und die Nähe und Geborgenheit wichtig, die sie durch das Stillen erhalten.
- In einigen Fällen liegt bereits im Säuglingsalter eine Laktose-Unverträglichkeitvor.
- Bei einem Brustwarzenpiercingsollte der Schmuck vorher unbedingt herausgenommen werden um dem Säugling das Nuckeln zu erleichtern und das Verschlucken des Schmucks zu verhindern. Außderdem muss das Piercing gut gepflegt und verheilt sein um Infektionen zu vermeiden.
Stillberatung
Stillberatung leisten Hebammenim Rahmen der Nachsorge sowie sogenannte Stillberaterinnen, Mütter mit eigener Stillerfahrung und entsprechender Aus- und Weiterbildung. Sie bieten auf ehrenamtlicherBasis Mutter-zu-Mutter Beratungen bei Stilltreffen und in Stillgruppenan.
Die Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e. V. (AFS) und die La Leche Liga Deutschland e.V. (LLL) bieten ehrenamtliche Stillberatung und Stillgruppenarbeitan und organisieren Ausbildungen zur Stillberaterin. Hauptziel dieser beiden Selbsthilfe-Organisationen ist die Förderung der Stillkultur in Deutschland und das Verbreiten fundierter Informationen rund ums Thema Stillen.
Des Weiteren gibt es auch professionelle Stillberaterinnen IBCLC (International Board Certified Lactation Consultant), die einen medizinischen Beruf ausüben und eine fundierte Ausbildung im Bereich des Stillens und der Stillberatung haben.
Sie arbeiten nicht kostenlos, in vielen Fällen übernimmt aber die Krankenkasse die Kosten dieser Beratung.
Stillen und Sexualität
Während des Stillens produziert der weibliche Körper das HormonProlaktin, das den Eisprungverhindern kann. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Stillen zu 98 % vor einer erneuten Schwangerschaft (für 6 bis 8 Monate nach der Geburt) schützt, wenn die Abstände zwischen den einzelnen Stillmahlzeiten maximal 4 bis 6 Stunden nicht überschreiten und die Regelblutung bei der Frau noch nicht wieder eingesetzt hat. Beim Abpumpen der Milch wird allerdings wesentlich weniger Prolaktin gebildet als beim Stillen, weswegen nur das tatsächliche und regelmäßige Bruststillen weitgehend verlässlich schwangerschaftsverhütend wirkt.
Bei dem heutigen Lebensstil und vor allem durch unregelmäßigen Lebensrhythmus ist das Stillen jedoch kein wirklich verlässlicher Schutz vor einer ungewollten Schwangerschaft, deshalb ist auch während der Stillzeit Verhütungnotwendig. Das unproblematischste Verhütungsmittel während der Stillzeit ist das Kondom. Sicheren Schutz bieten auch Pessar, Mini-Pilleund Spirale. Da sich der Muttermunddurch die Geburt verändert, sollte das Pessar neu angepasst werden, damit es richtig sitzt.
Prolaktin reduziert die Libidoder Frau, weshalb manche Mütter während der Stillzeit ein geringeres Bedürfnis nach Geschlechtsverkehrverspüren.
Tandemstillen
Als Tandemstillen bezeichnet man das gleichzeitige Stillen von zwei oder mehr Kindern (unterschiedlichen) Alters. In der Regel werden Kinder abgestillt, bevor ein neues Baby geboren wird. Dies ist jedoch nicht notwendig, da auch das ältere Kind weiter an der Brust der Mutter weitertrinken kann.
siehe auch
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- Das Buch ist im Entstehen ... Mitarbeit erwünscht
Amme, Weibliche Brüste, Milch, Muttermilch, Milchpumpe, Handlungsbereitschaft, Fußballstellung, Vormilch, Säugling, Wochenbett
Weblinks
Stillberatung:
- http://www.lalecheliga.de- La Leche Liga Deutschland
- http://www.afs-stillen.de/- Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen e.V.
- http://www.bdl-stillen.de/- Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen IBCLC e.V.
Stillverträglichkeit von Arzneimitteln
- http://www.reprotox.de- Medikamentenberatung für Schwangerschaft und Stillzeit
- http://www.embryotox.de/- Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie
Weitere Informationen über das Stillen
- http://www.uebersstillen.org/
- http://www.ichstille.de/
- http://www.mamamilch.de
- http://stillbaby.info/muttermilch.htm
- http://www.weltdesbabys.deim Menu "Stillen"
- http://www.rund-ums-baby.de/stillberatung
- http://stillleben.info/stillberatung
Literatur
- Das Stillbuch, Hannah Lothrop, ISBN 346634431X
- Stillen - einfach nur stillen, Gwen Gotsch, ISBN 3-932022-08-4
- Das Handbuch für die stillende Mutter, La Leche Liga International, ISBN 3-906675-02-5
- Die Hebammensprechstunde, Ingeborg Stadelmann, ISBN 3980376060da:Amme
en:Breastfeeding
es:Amamantar
fi:Imetys
fr:Allaitement
he:????
it:Allattamento materno
ja:????
lt:?indymas
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