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Die Strahlenkrankheit tritt nach akuter Bestrahlung des menschlichen Organismus durch Ionisierende Strahlungwie Röntgen-oder Gammastrahlungauf. In der Vergangenheit wurde sie häufig nach Strahlungsunfällenoder der Explosion einer Atombombefestgestellt.
Die Strahlendosisbzw. Äquivalentdosisentscheidet über die Überlebenschancen. Sie wird in Gray (Gy)bzw. Sievert (Sv)angegeben. Die Äquivalentdosis, der ein Mensch durchschnittlich im Jahr durch Umwelteinflüsse sowie durch medizinische Untersuchungen ausgesetzt ist, beträgt etwa 2,5 mSv.
Alle folgenden Dosisangaben beziehen sich auf akute Bestrahlung. Akut bedeutet hier kurzdauernd im Vergleich zur Dauer physiologischer Heilungsvorgänge. Bei protrahierter, d.h. zeitlich über Stunden oder länger verteilter Aufnahme der gleichen Dosis ist die Schadwirkung geringer.
Generell gilt für die Symptome der Strahlenkrankheit, dass je höher die Dosis:
- desto schwerwiegender sind die Auswirkungen,
- desto schneller treten die Syptome auf,
- desto länger die Erholungsphase,
- desto länger die Krankheit,
- desto geringer werden die Überlebenschancen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Symptome
- 1.1 0 bis 0,2 Sv
- 1.2 0,2 bis 0,5 Sv
- 1.3 0,5 bis 1 Sv
- 1.4 1 bis 2 Sv; leichte Strahlenkrankheit
- 1.5 2 bis 3 Sv; schwere Strahlenkrankheit
- 1.6 3 bis 4 Sv; schwere Strahlenkrankheit
- 1.7 4 bis 6 Sv; akute Strahlenkrankheit
- 1.8 6 bis 10 Sv; akute Strahlenkrankheit
- 1.9 10 bis 20 Sv; akute Strahlenkrankheit
- 1.10 20 bis 50 Sv; akute Strahlenkrankheit
- 1.11 über 50 Sv
- 1.12 über 80 Sv
- 2 Therapie
- 3 Siehe auch
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Symptome
Anmerkung: Die Symptome unterscheiden sich in verschiedenen Public Domain-Dokumenten, da sie nicht experimentell am Menschen "erprobt" sind. Die unten angegebenen Werte beziehen sich auf die Ganzkörperdosisverursacht durch Röntgen-oder Gammastrahlen. Sie wurden aufgrund der Folgen von Atombombenabwürfen und anderen Ereignissenstatistisch ermittelt. Für örtliche Verletzungen und Inkorporation (medizinisch)gelten andere Werte und andere Symptome.
0 bis 0,2 Sv
Wahrscheinliche angenommene Spätfolgen: Krebs, Erbgutveränderung. Diese zählen nicht zur Strahlenkrankheit im eigentlichen Sinn.
0,2 bis 0,5 Sv
keine Symptome; nur klinisch feststellbare Reduzierung der roten Blutkörperchen
0,5 bis 1 Sv
leichter Strahlenkater mit Kopfschmerzenund erhöhtem Infektionsrisiko. Temporäre Sterilitätbeim Mann ist möglich.
1 bis 2 Sv; leichte Strahlenkrankheit
10% Todesfälle nach 30 Tagen (Letale Dosis10/30).
Die typischen Symptome sind leichte bis mittlere Übelkeit(50% wahrscheinlich bei 2 Sv), mit gelegentlichem Erbrechen, beginnend innerhalb von 3-6 Stunden nach der Bestrahlung, und einige Stunden bis zu einem Tag andauernd. Dem folgt eine Erholungsphase, in der die Symptome abklingen. Leichte Symptome kehren nach 10-14 Tagen zurück. Diese Symptome dauern etwa 4 Wochen an und bestehen aus Appetitlosigkeit(50% wahrscheinlich bei 1,5 Sv), Unwohlsein und Ermüdung(50% wahrscheinlich bei 2 Sv). Die Genesung von anderen Verletzungen ist beeinträchtigt und es besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko. Temporäre Unfruchtbarkeitbeim Mann ist die Regel.
2 bis 3 Sv; schwere Strahlenkrankheit
35% Todesfälle nach 30 Tagen (LD 35/30).
Erkrankungen nehmen stark zu und eine signifikante Sterblichkeit setzt ein. Übelkeitist die Regel (100% bei 3 Sv), das Auftreten von Erbrechen erreicht 50% bei 2,8 Sv. Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb von 1-6 Stunden und dauert 1-2 Tage. Danach setzt eine 7-14 tägige Erholungsphase ein. Wenn diese vorüber ist, treten folgende Symptome auf:
Haarausfallam ganzen Körper (50% wahrscheinlich bei 3 Sv), Unwohlsein und Ermüdung. Der Verlust von weißen Blutkörperchen ist massiv und das Infektionsrisikosteigt rapide an. Bei Frauen beginnt das Auftreten permanenter Sterilität. Die Genesung dauert einen bis mehrere Monate.
3 bis 4 Sv; schwere Strahlenkrankheit
50% Todesfälle nach 30 Tagen (LD 50/30)
Nach der Erholungsphase treten zusätzlich folgende Symptome auf:
Durchfall(50% wahrscheinlich bei 3,5 Sv), und unkontrollierte Blutungen im Mund, unter der Hautund den Nieren(50% wahrscheinlich bei 4 Sv).
4 bis 6 Sv; akute Strahlenkrankheit
60% Todesfälle nach 30 Tagen (LD 60/30).
Die Sterblichkeit erhöht sich schrittweise von ca. 50% bei 4,5 Sv bis zu 90% bei 6 Sv (solange keine massivste medizinische Intensivversorgung zur Anwendung kommt). Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb einer halben bis 2 Stunden und dauert bis zu 2 Tagen. Danach setzt eine 7-14 tägige Erholungsphase ein. Wenn diese vorüber ist, treten im Allgemeinen und verstärkt die gleichen Symptome wie bei 3 bis 4 Sv auf. Bei Frauen ist das Auftreten permanenter Unfruchtbarkeitdie Regel. Die Genesung dauert mehrere Monate bis zu einem Jahr. Wenn der Tod in der Regel 2-12 Wochen nach der Bestrahlung eintritt, so sind die Todesursachen Infektionenund Blutungen.
6 bis 10 Sv; akute Strahlenkrankheit
100% Todesfälle nach 14 Tagen (LD 100/14).
Die Überlebenschance kommt auf den Einsatz medizinischer Intensivversorgung an. Das Knochenmarkist nahezu oder vollständig zerstört und Knochenmarkstransplantationensind erforderlich. Das Magen- und Darmgewebe ist schwer geschädigt. Das Auftreten der Anfangssymptome beginnt innerhalb von 15 bis 30 Minuten und dauert bis zu 2 Tage. Danach setzt eine 5-10 tägige Erholungsphase ein. Die Endphase endet mit dem Eintritt des Todes durch Infektionen und innere Blutungen. Falls eine Genesung eintritt dauert sie mehrere Jahre und wird wahrscheinlich nie vollständig erfolgen.
10 bis 20 Sv; akute Strahlenkrankheit
100% Todesfälle nach 7 Tagen (LD 100/7).
Diese hohe Dosis führt zu spontanen Symptomen innerhalb von 5 bis 30 Minuten. Nach der sofortigen Übelkeit durch die direkte Aktivierung der Chemorezeptorenim Gehirnund einer starken Schwäche folgt eine mehrtägige Phase des Wohlbefindens, die als Walking-Ghost-Phasebezeichnet wird. Danach erfolgt die Sterbephase mit raschem Zelltod im Magen-Darmtrakt, welcher zu massivem Durchfall, Darmblutungenund Wasserverlust, sowie der Störung des Elektrolythaushaltsführt. Der Tod tritt mit Fieberdelirienund Komadurch Kreislaufversagenein. Eine Therapiebesteht nur noch aus dem Stillen der Schmerzen.
20 bis 50 Sv; akute Strahlenkrankheit
100% Todesfälle nach 3 Tagen (LD 100/3).
ansonsten wie bei "10 bis 20 Sv"
über 50 Sv
Sofortige Desorientierungund Koma innerhalb von Sekunden oder Minuten. Der Tod tritt in wenigen Stunden durch völliges Versagen des Nervensystemsein.
über 80 Sv
Die US-Streitkräfte rechnen bei einer Dosis von 80 Sv schneller Neutronenstrahlungmit einem sofortigen Eintritt des Todes.
Therapie
Zunächst erfolgt eine Dekontamination(Entfernung der radioaktiven Substanzen) im Patienten. Danach werden die hämatologischen Schäden (Schäden im Blut) behoben. Dies geschieht durch Bluttransfusionenoder Knochenmarkstransplantationen. Oftmals wird durch Vitaminpräparateauch versucht die Blutregeneration anzuregen. Weiterhin muss ein Ausgleichen des Flüssigkeits- u. Elektrolytverlustes stattfinden. Wichtig ist auch das Beheben von Hautschäden, da der Körper nach der Bestrahlung besonders infektionsanfällig ist. Aus diesem Grund findet oft eine Begleittherapiemit Antibiotikastatt.
Siehe auch
Strahlenrisikobg:????? ?????? ??????
en:Radiation poisoning
es:Envenenamiento por radiación
fr:Syndrome d'irradiation aiguë
ja:??
ko:??
pl:Choroba popromienna
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