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Synechie

Die Synechie ( griech.synecheia : "die Verbindung" zu "syneches" : stetig, kontinuierlich) - auch: das Kontinuum - bezeichnet etwas, was Christian Wolffmit der Eigenschaft stetig identifiziert.

Aristotelesbezeichnet es mit etwas, dessen Teile gemeinsame Grenzen besitzen. Dadurch wird es unterschieden von einander berührenden und diskreten, d.h. von einander abgehobenen Größen. Eine andere Bestimmung sieht das Kennzeichen der Synechie darin, dass es immer wieder in Teile von gleicher Art geteillt werden könne, schreibt Anaxagoras.

Die begrifflichen Schwierigkeiten, die Synechie (Kontinuum) zu denken, verwendete Zenon von Eleaals Argument gegen die Bewegung, um die Auffassung von Parmenidesvon der Unveränderlichkeit des Seins zu stützen. Dem hält Aristotelesentgegen, dass es sich bei der Synechie nicht um eine Zusammensetzung aus den Produkten einer ins Unendliche erstreckten gedachten Teilung handelt, etwa die Zusammensetzung einer Strecke aus unendlichen vielen Punkten.

Die Teilbarkeit der Strecke und damit das Bezeichnen der Punkte in ihr ist wesentlich eine potentielle Unendlichkeit, d.h. es können immer neue Produkte angegeben werden. Damit wird die eigentümliche Ganzheit der Strecke, die nicht in eine Summe von Punkten aufgelöst werden kann, gewahrt. Dasselbe gilt für den Ablauf einer kontinuierlichen Bewegung. So kann er mittels einer Unterscheidung von Akt und Potenz, also zwischen Teilbarkeit und tatsächlicher Teilung, die zenonischen Paradoxien der Bewegung lösen.

In der logischen Analyse der Begriffe deutet sich dies bereits dadurch an, dass die Punktmenge, aus der die Strecke gedankenmäßig aufgebaut ist, erst unter Verwendung der Strecke oder äquivalenter Ausdrücke definiert werden kann - nämlich als Punkte, die Ergebnis der Teilung einer Strecke sind. Die Betonung der nur potentiellen Unendlichkeit findet man auch in den Grundlagenfragen der Infinitesimalrechnungbei (Paul Lorenzen, Differential und Integral, Frankfurt 1965).

Vorbereitet durch den Grundsatz die Natur macht keine Sprünge, hat Leibnizdas Prinzip des Kontinuums formuliert, demgemäß bei jedem Vorgang eine Größe so klein gedacht werden kann, dass die Änderung einer davon abhängigen Größe unter eine beliebig vorgegebene kleine Zahl gedrückt werden kann. Gegenüber dieser, auf die menschliche Vorstellung beruhende Abstraktion ist die Diskontinuitätder in physikalischen Theorien (Quantentheorie) erfassten Vorgänge zu beachten. So muß unterschieden werden zwischen dem aus der Anschauung idealisierten Begriff der Ausdehnung, dem die Eigenschaft des Kontinuums zukommt, und der physisch möglichen Teilung, die ihre Grenze hat, z.B. bei einem Molekül oder Atom.

Die Synechologie ist die Lehre vom Zusammenhängenden, Stetigen, von Zeit und Raum. Gustav Theodor Fechnerschreibt in seiner zusammengefassten Philosophie in der Schrift Die Tagesansicht gegenüber der Nachtansicht (1879), dass die synechologische Ansicht darin bestehe, dass die Einheit des Bewußtseins an einen Zusammenhang der Weltelemente geknüpft ist. Für Johann Friedrich Herbartist die Synechologie ein Bestandteil der Metaphysik. In der Medizin wird unter "Synechie" eine Verwachsung von Regenbogenhaut und der Augenlinse bzw. Hornhaut verstanden.




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