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Systemmykose

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VIRCHOW (1854) hatte den Sammelbegriff ?Mykosen" geprägt und weitere Begriffe eingeführt bzw. klarer formuliert. Sein Wissensgebiet der Medizinischen Mykologie war jedoch vornehmlich von der Dermatologie geprägt. So kam es auch, dass die pilzbedingten Krankheiten über Jahrzehnte an die Dermatologie geknüpft waren. So entstanden die grössten Probleme bei den inneren Mykosen. Hier ist weder eine einheitliche Linie erkennbar noch wurden logisch durchgängige Begriffe eingeführt. Während zB. die Dermatophytosen (Hautmykosen) hinsichtlich ihrer Lokalisation ausreichend aufgeschlüsselt wurden, kommen andere Mykosen nur ungenügend zur Darstellung. Die größten Unklarheiten ergeben sich bei der Anwendung des Begriffes ?Systemmykosen".

Den Oberbegriff Systemmykose auf Organmykose anzuwenden, erscheint wenig sinnvoll, da hierfür der Ausdruck ?Organmykose" viel treffender ist. Völlig verwirrend ist jedoch die Anwendung der Bezeichnung ?Systemmykose" auf die Schleimhautmykosen, da sich dadurch die begriffliche Unterscheidung zu den Hautmykosen verwischt, denn die Haut kann bekanntlich in diesem Sinne auch als System aufgefasst werden. Auf die Problematik, die mit der Anwendung der Bezeichnung ?Systemmykose" verbunden ist, war von GEMEINHARDT (1972, 1976) wiederholt hingewiesen worden. Nach SEELIGER (1981) sollte dieser Begriff lediglich für die exogen erworbenen Mykosen der inneren Organe, verursacht durch obligat pathogene Pilze verwendet werden.

Der genau definierte Erreger muß eine Krankheit hervorrufen, die auch klinische Charakteristika aufweist, so daß mikrobiologische und klinische Kritierien übereinstimmen. Dies entspricht den Einteilungsbestrebungen von Klinikern, die darauf abzielen, bestimmten Erregern bestimmte Lokalisationen und Krankheitsabläufe zuzuordnen.

Gerade diese Vorgehensweise ist bei Pilzbelastungen exogener und endogener Genese sehr problematisch. Pilze, egal wo sie Probleme verursachen haben die Fähigkeit serh widerstandsfähig zu sein und dringen immer ins "System" ein. Bei aureichender Abwehrkraft des Organismus kann der Körper eine Ausbreitung der Pilze/Sporen/Hyphen/Mycelien verhindern. Die Pilze benötigen zum Wachstum "Wärme, Feuchtigkeit und in den meisten Fällen ein saures Milieu". Insbesondere bei Immunschwäche und Acidose (Übersäuerung) sind sie in der Lage das "Gesamtsystem" schwer zu belasten. Um eine Übersäuerung des Blutes zu verhüten, werden die Säuren in Vacuolen der Erythrocyten aufgenommen, was zu der gefürchteten Erythrocyten-Starre und zu einer Reduktion der Fliessfähigkeit des Blutes führt (Dr. BERTHOLD KERN, BRUNO HAEFELI/mycohaem). Das besondere an den Pilzen sind ihre Überlebenskünste. Ist nämlich das Milieu für eine Arterhaltung ungünstig können sie sich in sogenannte "pseudokristalline Formen" zurückziehen und so überleben, bis die Rahmenbedingungen eine Vermehrung und Wachstum wieder zulassen. Weder Kälte (Minusgrade) noch Hitze (bis über 200°C) noch eine zeitweilige Trockenheit, kann die pseudokristalline Schreckform davon abhalten, sich bei günstigen Bedingungen wieder weiter zu entwickeln.

So sind Pilzeblastungen mit vielen unklaren klinisch relevanten Beschwerden verbunden, wie zB. Allergien, depressive Verstimmungen, Verdauungsprobleme, Abgeschlagenheit, Hautprobleme etc. Leider ist es so, dass die Schulmedizin Pilzeinfektionen nach wie vor stiefmütterlich behandelt, dies obschon durch die grenzenlose Keimvernichtungsstrategie (Antibiotika, Chemotherapeutika, Antimycotica etc.) und den häufigen Einsatz von Immunsupressiva die Ausbreitung der Pilzproblematik enorm zugenommen hat.

So werden heute die Systemmykosen in primäre Systemmykosen und in opportunistische Systemmykosen unterteilt.

Die vom Schweizer BRUNO HAEFELI (heute: [www.mycohaem.ch]) in seinem Standardwerk (Pleomorphismus, Blutsymbionten, Blutparasiten, Blutpilze, erschienen im Haug-Verlag) und seinen Schriften verwendeten Begriff "Systemmykose" wird wie folgt umschrieben: Mykosen, welche sich innerhalb des Organismus etabliert haben und sich bei entsprechendem Milieu im Blut ausbreiten und im Endstadium zu einer Systemmykose mit tödlichem Ausgang führen. (BRUNO HAEFELI/mycohaem)

Primäre Systemmykosen treten auch bei Gesunden auf.

Opportunistische Systemmykosen setzen ein geschwächtes Immunsystem voraus. Opportunistische Pilze beschränken sich bei einem gesunden Menschen auf die äusseren und inneren Oberflächen des Körpers (Mund, Scheide, Darmtrakt etc. Aber auch da dringen sie in das darunterliegende Gewebe und in die Blutbahn ein und verursachen eine Infektion, eine Systemmykose.

Die opportunistischen Erreger schlummern aber auch im Verdauungstrakt und können bei einer Abwehrschwäche vom Körper nicht mehr darnieder gehalten werden und führen dann zu Erkrankung und diffusen Beschwerden. Da diese Erreger bereits auf und im Körper vorhanden sind und nicht zwingend von aussen (exogen) inhaliert werden, bezeichnet man diese Pilzinfektion auch als endogene Mykosen (Endomykosen).

Die exogenen (aus der Umwelt) oder endogenen (im Körper obligat vorhanden) Pilzinfektion, können örtlich oder generalisiert auftreten. Sie können also ein bestimmtes Gewebe, zB. Haut oder ein Organ befallen, aber aufgrund der Überlebenskünste ins Blut und verschiedene Organe vordringen, das heisst sich generalisieren oder disseminieren.

GEMEINHARDT hatte jedoch um die Systemmykosen klarer auseinander zu halten auch die Begriffe "Endomykosen" (äussere Mykosen) und "Ektomykosen" vorgeschlagen.

Von "http://de.wikipedia.org/Systemmykose"



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