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| Tabakfeld
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Bild:Tabakpflanze.jpg Tabakfeld
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| Systematik
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| Abteilung: | Bedecktsamer(Magnoliophyta)
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| Klasse: | Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige</br> (Rosopsida)
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| Unterklasse: | Asternähnliche(Asteridae)
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| Ordnung: | Solanales
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| Familie: | Nachtschattengewächse (Solanaceae)
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| Gattung: | Tabak
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| Wissenschaftlicher Name
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| Nicotina
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| L.
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Tabak (Nicotina spp.) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse(Solanaceae), zu denen auch die Tomate, Kartoffelund Tollkirschegehören. Heutzutage sind 65 Tabak-Arten bekannt. Sie unterscheiden sich stark in ihren Formen. Gemeinsames Merkmal ist das spezifische AlkaloidNikotin, das nur Tabakpflanzen in den Wurzelnproduzieren und in den Blättern einlagern; dadurch ist Tabak eine relativ starke Droge.
Als Nutzpflanze haben nur zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung, die zahlreiche Varietäten bilden. Die verbreitetste Art ist der Virginische Tabak (Nicotina tabacum), zu der nahezu alle heute angebauten Sorten gehören. Vereinzelt wird außerdem noch Bauerntabak (Nicotina rustica) angebaut. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ziertabak-Arten.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Arten
- 1.1 Virginischer Tabak (Nicotina tabacum)
- 1.2 Bauerntabak (Nicotiana rustica)
- 1.3 Ziertabak
- 2 Verwendung
- 3 Welternte von Rohtabak
- 4 Geschichte
- 4.1 Der Ursprung des Tabakkonsums und seine Verbreitung in den Kolonialmächten
- 4.2 Verbotsversuche im 16. Jahrhundert
- 4.3 Das Appalto-System
- 4.4 18.- und 19. Jahrhundert: Tabakkonsumformen und deren soziale Bedeutung
- 4.5 Die Zigarette im 19. und 20. Jahrhundert
- 5 Gesundheitsrisiken
- 5.1 Entdeckung
- 5.2 Die Risiken
- 5.2.1 Atemwegserkrankungen
- 5.2.2 Kreislauferkrankungen
- 5.2.3 Wechselwirkungen
- 5.3 Kontroverse
- 6 Siehe auch
- 7 Weblinks
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Arten
Virginischer Tabak (Nicotina tabacum)
Die bedeutendste Tabakart N. tabacum hat heute mannigfaltige Formen, da sie ursprünglich selbst aus der natürlichen Kreuzung zwischen Waldtabak (N. sylvestris) und filzigem Tabak (N. tomentosa) hervorgegangen ist. Genetisch ist N. tabacum tetraploid, d.h. er verfügt über vier Chromosomensätze.
Bild:Tabakanbau.de-030819-1-28A-N tabacum Burley E.jpg Typische Wuchsform des Virginischen Tabaks, der hier eine Höhe von 2 Meter erreicht hat. Virginischer Tabak hat rosarote Blüten mit fünf Blütenblättern, wobei sich die übrigen Formen zwischen zwei extremen Varietäten bewegen: Einerseits pyramidenförmig wachsende Pflanzen mit langen, gewinkelten und gewellten Blättern sowie langen Blütenkelchen, andererseits kugelförmig wachsende Varietäten mit breiten, ebenen Blättern und kurzen, glockigen Blütenkelchen. Die wichtigsten der heute über 600 angebauten Sorten können nach Verwendungsart im wesentlichen in folgende Grundtypen unterteilt werden:
- Virginia: Hochwachsende, breitblättrige Tabaksorten. Überwiegend werden die stark zuckerhaltigen hellen Virginiasorten als Fülltabak für Zigaretten- und Pfeifentabak angebaut. Sie werden heißluftgetrocknet und können somit vier Tage nach der Ernte verarbeitet werden. Der mit Hilfe von Röhren (engl. "flue") getrocknete Tabak wird auch als Flue-Cured Virgina (FCV) bezeichnet.
Bild:Tabakanbau.de-030511-DSCN0480-N Rustica Tabakblatt.jpg Bauerntabak (Rundblatt-Tabak)
- Burley: Brauner, pyramidenförmig wachsender Tabak mit vergrößerter Zellstruktur, die zu einer hohen Absorptionsfähigkeit für Aromastoffe führt. Diese Sorte wird vorwiegend für Zigaretten- und Pfeifentabak verwendet.
- Orientsorten: Kleinwüchsige, zumeist sehr zuckerhaltige und nikotinarme Varietäten, die an die kargen, trockenen Böden des östlichen Mittelmeerraums angepasst sind. Wegen ihres hohen Anteils an aromatischen Ölen und Harzen werden diese Tabake als Würztabak für Zigaretten- und Pfeifenmischungen verwendet.
- Dunkle luftgetrocknete Tabake (DLT): Alle Zigarrentabaksorten, die 2-3 Monate in Trockenscheunen aufgehängt und anschließend fermentiert werden.
- Weitere Typen wie Maryland, Sumatra und verschiedene andere Zigarrensorten.
Bauerntabak (Nicotiana rustica)
Der gelbblühende, strauchig wachsende Bauerntabak wird heute nur noch in Russlandund in einigen osteuropäischen Staaten angebaut. Bekanntestes Rusticaprodukt ist die russische Machorkazigarette. Wegen seines Geruchs wird er auch Veilchentabak genannt, der früher in Deutschland angebaute Rusticatabak hieß wegen der Blattform Rundblatt-Tabak.
Bild:Tabakanbau.de-030831-13A-Waldtabak-N Sylvestris.jpg Waldtabak
| Bild:Tabakanbau.de-030831-10A-Scharlachkoenig-N x sanderae.jpg Scharlachkönig
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Besonderes Merkmal ist der äußerst hohe Nikotinanteil in den Blättern, weshalb entsprechende Tabakwaren in der EU nicht vertrieben werden dürfen. Der seit dem Dreißigjährigen Kriegin Europa angebaute Bauerntabak ist aus der natürlichen Kreuzung der Arten N. paniculata und N. undulata hervorgegangen und existiert heute in zahlreichen Sorten.
Ziertabak
Zahlreiche Tabakarten werden heute als Ziertabak angebaut. Sie haben mannigfaltige Formen, zwei verbreitete Beispiele sind der bis zu 1,7 m hohe durch lange weiße Blütenröhren gekennzeichnete Waldtabak (Nicotiana sylvestris) und der Scharlachkönig (Nicotiana x sanderae), ein dunkel scharlachrot blühender, etwa 60 cm hoch wachsender Ziertabak.
Verwendung
Bild:Drehtabak.jpg Drehtabak
Die getrockneten, kurierten und gerebelten Tabak-Blätter (Rauchkraut) können in Tabakspfeifenoder gedreht als Zigaretten, Zigarillosund Zigarrengerauchtwerden. Das giftige, suchtauslösende Nikotinwird dabei zu großen Teilen verbrannt.
Weniger verbreitet ist der Konsum in Form von Snus, Kautabakund Schnupftabak.
Tabak darf niemals durch Essen konsumiert werden: durch den hohen Nikotinanteil kann der Verzehr auch nur geringer Mengen zum Tod durch Atemlähmungführen.
Nikotinfreier Tabak
Nikotinfreie Zigaretten gibt es in der Apotheke. Das Nikotin und eine ganze Reihe anderer giftiger Stoffe lassen sich, da sie gut wasserlöslich sind, auch ganz einfach mit warmem Wasser (zum Beispiel durch einen Kaffeefilter) extrahieren.
Vorsicht, das nikotinhaltige Wasser ist extrem giftig!
Welternte von Rohtabak
Bild:KarteTabakernteWelt.png Staaten mit Rohtabakernten von über 100.000 Tonnen.
Die weltweite Rohtabakernte beträgt ca. 7 Millionen Tonnen, davon 2,55 Millionen Tonnen in der Volksrepublik China.
Weitere bedeutende Tabakanbaustaatensind:
Hauptimporteure sind die USA, Deutschland, Großbritannien, Russlandund die Niederlande.
Geschichte
Der Ursprung des Tabakkonsums und seine Verbreitung in den Kolonialmächten
Ursprünglich stammt die Tabakpflanze aus Amerika. Den Anbau und Konsum gab es von Brasilienbis Kanadabereits vor der Spanierankunft. Die Tabakblätter wurden in Verbindung mit Kalkgekaut (Nordküste Südamerika), ein Puder mit zur ½ Bestandteil Tabak wurde geschnupft (karibischeInseln) und die Tabakblätter wurden zum Saft gekocht (Guyana-Gebiet). Auch die Urform der Zigarette gab es schon - man rauchte: zusammengerollte kleine Tabakblätter umwickelt von Grossen (Brasilien, Zentralamerika, karibischen Inseln), zerkleinerten Tabak in Schilfröhrchen (Mexiko), sowie den Tabak in einer Pfeife aus Ton, Holz, Stein, Schildpattoder Silber (Nordamerika).
Das Rauchen selber hat sich vermutlich aus der Räucherzeremonieder Priester und Medizinmännerentwickelt: Regenzauber, Rauchopferetc. Auch verbunden mit dem ebengenannten ist seine medizinische Verwendung: das Tabaksaft-Trinken bei Initiationsbräuchen, das Legen von Tabakblättern auf die verwundete Haut etc.
Als Beginn der Tabak-Entdeckung für die restliche Welt kann man den 12. Oktober 1492nennen, als Christoph Columbusauf den Bahamaslandete. Die Inselbewohner brachten ihm Präsente, darunter Tabakblätter. Mit diesem Geschenk konnte er erst etwas anfangen, als zwei seiner Männer auf der Insel Kubadie Eingeborenen sich die Blätter in den Mund stecken, diese anzünden und dann
den Rauch ?trinken? sahen. 1499lernten Spanier an VenezuelasKüste das Tabak-Kauen kennen, 1500begegnete der Portugiese Cabral dem Pfeiferauchen. 1518fanden Spanier in Mexiko eine sehr entwickelte Kultur des Rauchens vor.
1536erzählte Cartier von den Rauchgewohnheiten der Indianer Kanadasund dem dazugehörigen Untensil, welches er ?pipe? nannte, das Vorwort für die heutige Pfeife. Das Wort Tabak stammt wahrscheinlich aus den Antillen, wo das Rauchrohr ?tobacco? hieß.
Die Matrosen, Pendler zwischen alter und neuer Welt, fanden Gefallen am Tabak und brachten ihn in die süd- und westeuropäischen Häfen, von wo aus Händler sie in der ganzen Welt verbreiten. Schnell wurde die Sitte des Rauchens übernommen und zunächst auf den Verbrauch anderer Drogen (Cannabis
etc.) übertragen. Durch den Abhängigkeitsfaktor des Tabaks wurde dieser rasch zum teuren und bedeutungsvollen Handelsgut und auch seine, so glaubte man, medizinische Wirkung steuerte dazu bei.
Verbotsversuche im 16. Jahrhundert
Es gab auch damals schon Gegner des Tabakgenusses; sie prangerten unter anderem seinen Missbrauch als Genussdroge an. 1575wurde für die Kirchen in Mexikoein erstes Verbot gegen das Rauchen erhoben, da man in der "heidnischeSitte" des Rauchens eine Entweihung der Kirchen sah. Spätere Kontrollversuche wurden oft auf Grund von wirtschaftlichen und politischen Ideen aufgestellt.
Die Verbreitung des Tabaks einerseits und diese Kontrollversuche andererseits führten im 17. Jahrhundertzu einer Drogenkrise, in Europa und auch in asiatischen Ländern. Ein Beispiel ist hier Großbritannien: Londonwar zu einem führenden Tabakhandelszentrum geworden und das Pfeiferauchen in Großbritannien sehr schnell zur Sitte. Tabak war ein teures Gut - um die Jahrhundertwende den zehnfachen Preis von Pfefferwert. Jakob I., zu dieser Zeit Herrscher von England, veröffentlichte 1603seine Schrift ?Der Rauchgegner oder ein königliches Scherzstück über den Tabak?, was 1604in deutscher Übersetzung herauskam, eine Streitschrift gegen den Tabak. Der König nannte seine Abscheu dem Tabak gegenüber, bezweifelte dessen medizinische Wirkung und erwähnte seine Verachtung vor den "ausschweifenden und liederlichen" Rauchern. Sicher hätte er den Tabak gerne verboten, doch dessen große Verbreitung und der gängige Glaube an die medizinische Wirkung des Tabaks ließen diese Aufgabe als zu schwierig erscheinen.
Der erste Versuch eines (indirekten) Tabakverbotes geschah dann in Form von Erhöhungen des Einfuhrzollesum 4000%. Die Auswirkung war, dass die Zahl der legalen Importe sank, mit ihnen auch die königlichen Einnahmen. Stattdessen wuchs der Schmuggel, die Ware wurde gestreckt, und der Konsum stieg weiter an. 1608wurden die Zölle wieder gesenkt und die Steuer für den Tabak zu einer bedeutsamen königlichen Einnahmequelle.
In Deutschlandwurde die neue Gewohnheit des Rauchens anfänglich mit Verwunderung begutachtet, weitete sich dann aber schnell aus, über die Soldaten des Dreißigjährigen Kriegesin die gesamte Bevölkerung, ob jung oder alt, Mann oder Frau. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in Kursachsen, Bayern, den Habsburgischen Erblanden in Österreichund vielen anderen Kleinfürstentümern Verbote gegen den Verkauf von Tabak. Dies war nur in Apotheken erlaubt, wenn der Tabak als Medizin verkauft wurde. Jede Missachtung dieser Kontrollversuche wurde mit einer Geldstrafe (in Kölnbeispielsweise 50 Goldgulden), Arrestund Zwangsarbeitbestraft. Diese Kontrollversuche nützten jedoch wenig. Sie wurden nie ernsthaft beachtet, da die Anzahl der Süchtigen zu groß und die Verkäufer zu ehrbar waren.
Bild:Tabakpflanzung bei Vinales, Kuba.jpg Tabakpflanzung im Valle des Viñales, Kuba
In Russland, China, Japanund der Türkeiging man mit härteren Mitteln gegen den Tabak und seine Verbreitung vor mit dem Hintergrund, dass er dort für Westeinfluss, die politische Gegenseite und einen Veränderungswillen stand. So gab es unter Sultan Murad IV.eine grausige Raucherverfolgung. 1633wurden vom Sultan alle Tabakhäuser niedergerissen, und das Rauchen wurde mit der Todesstrafegeahndet. In Russland wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts der Tabakkonsum vom Klerus als Todessünde angesehen und mit Nasenaufreißen und Lippenaufschneiden bestraft.
Das Appalto-System
Jedoch wurde von allen Herrschern nach und nach erkannt, dass sich aus dem Tabakhandel enorme Geldmengen für den Staatshaushalt ziehen lassen. So wurden die anfänglichen Verbote bald durch eine gezielte Steuerpolitik ersetzt. Hierbei übernahm man das "Appalto-System", welches 1627in Mantuaund 1659in Venedigentwickelt worden war: Ein- und Verkauf sowie Steuererhebung wurde von privaten Wächtern durchgeführt. Diese mussten dafür festgelegte Summen bezahlen und versuchten wiederum, über den Käufer so viel Geld wie nur möglich zu erlangen. Der Tabakpreis stieg deshalb immens an. Zur Unterdrückung des Schmuggels hatten die Pächter Informanten mit der Berechtigung zur Vergabe von Geldstrafen. Durch ihre Skrupellosigkeit waren die Tabakpächter und ebenso ihre Spitzel beim Volk nicht beliebt. In Frankreich wurden beispielsweise von den Agenten der Pächter rund 2500 Männer, 2000 Frauen und 6000 Kinder festgenommen, deren Richter von den Pächtern bezahlt wurden.
Doch keine noch so grausame Strafe konnte den illegalen Tabakhandel unterbinden. Überall gab es Schmuggelbanden, teilweise mit mehreren hundert bewaffneten Reitern; die Anführer wurden sogar zu Volkshelden. Den Königen wurde die Schuld an den immensen Tabakpreisen sowie dem skrupellosen Verhalten der Pächter zugeschoben, mit ein Grund für die revolutionären Unruhen. Im laufe der Französischen Revolutionwurden 1794die letzten Tabak-Pächter auf der Guillotinehingerichtet. Das Appalto-System wurde nach einiger Zeit durch staatliche Regie oder eine Verbrauchssteuer ersetzt. Davon sind bis heute die gegensätzliche Drogenpolitik hinsichtlich des Tabaks, die Gesundheitsbedenken und legaler Handel geblieben.
18.- und 19. Jahrhundert: Tabakkonsumformen und deren soziale Bedeutung
Der Tabak besaß zu dieser Zeit die Eigenschaften einer Genussdroge sowie einer Steuerquelle. Deshalb stieg der Tabakkonsum stetig an; er war im Alltag, aber auch als Kunstobjekt gefragt. So fand man Tabakfeld und Tabakpflanze als Briefmarkenmotiv wieder, und der Tabak schmückte als Zierpflanze 1818 in Washingtondie Kapitelle der Säulen des Kapitols.
Bild:Meerschaumpfeife.jpg Eine Meerschaumpfeife
Bild:Pfeifentabak-front.jpg Pfeifentabak
Die damals gebräuchlichste Form des Rauchens war die Tabakspfeife. So wurden in Afrika hölzerne und irdene Pfeifen, in Persien und Indien Wasserpfeifen, in Europa Tonmodelle, Meerschaum- und Bernsteinpfeifen, bemalte Porzellankopf- und Heidekrautwurzelpfeifen hergestellt. Oft floss in die Gestaltung der Pfeifen auch die politische Ansichtsweise mit ein.
Trotz der starken Verbreitung des Pfeiferauchens besaßen zu damaliger Zeit auch Schnupftabakund die Zigarreeine große Popularität. Vor allem das 18. Jahrhundert gilt als Zeitraum des Schnupftabaks. Dieser gelangte aus Amerika nach Portugal, Spanienund Italien. In diesen Ländern waren die Priester die stärksten Schnupfer. Das ständige Niesen in den Messen führte dazu, dass die Kirche ein Verbot des Tabakschnupfens erließ. Dieses war jedoch erfolglos, sodass 1725das Schnupfen und Rauchen von Tabak von der Kirche wieder erlaubt wurde. Der Tabak wurde anfänglich eigens als kegelförmige Pressform gekauft und anschließend auf einer Reibe geraspelt. Zu späteren Zeiten gab es dann den Beruf des Rasplers, bei dem man den fertigen Schnupftabak kaufte.
Ludwig XIV.besaß eine Abneigung gegen das Rauchen, weswegen statt dessen am königlichen Hof das Schnupfen gängig wurde. Außerdem wollte sich die Aristokratievom aufstrebenden Bürgertum durch eine gehobene Lebensführung abgrenzen. So wurde das Schnupfen zu einer regelrechten Kunstform entwickelt, die es zu zelebrieren galt. Bei einem echten Edelmann der Rokoko-Zeit durfte das passende Accessoire, die Tabakdose, nicht fehlen, die so kostbar wie nur möglich zu sein hatte, aus Porzellan oder Gold und mit Edelsteinen besetzt. Tabakdosen wurden auch als Diplomatenpräsent verschenkt.
Zeitgenössische Kritiker betonten aber auch die Nachteile des Tabakschnupfens: man bekomme "triefende und stinkende Nasen" und einen schlechten Atem. Dennoch wurde das französische Tabakschnupfen vom restlichen Europa, vom Adel wie vom Volk, übernommen, und nicht nur die Männer schnupften Tabak, sondern auch Frauen. Zum Ende des 18. Jahrhunderts war in Deutschland und Frankreich 90% des verkauften Tabaks Schnupftabak. Über 200 Sorten waren im Handel. Der Konkurrenzkampf war enorm und so entstand die erste Tabakreklame. Der Tabakdose kam die Funktion des Politikums zu - es gab beispielsweise für das Volk Dosen mit den Gesichtern von Voltaire, für die Royalisten das Konterfei von Ludwig XIV. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ebbte das Schnupfen des Tabaks ab, da dem "Ancien Régime" ein Ende gesetzt wurde und somit auch der Aristokratie mit ihrer Schnupfkultur. Jetzt, da die Zeit des Bürgertums gekommen war, brauchte diese ein anderes Kennzeichen: Die Zigarre.
Ihr Ausgangspunkt war Spanien, und bereits 1720waren in der Zigarrenindustrie in Sevilla über 1000 Frauen tätig (hier sei an die Oper Carmenerinnert). Nach 1814verbreiteten französische und englische Soldaten, die sich während der Napoleonischen Kriegeauf spanischem Boden befanden, die Zigarre in ihre Heimatländer. Auch in anderen europäischen Ländern steigerten sich Produktion und der Konsum der Zigarren. In Preußenbetrachtete man die Angewohnheit des Zigarrenrauchens mit Argwohn, denn es galt zur Zeit vor der Märzrevolutionals ein Symbol für "Volksverhetzer". So war in Berlindas Rauchen der Zigarre auf der Straße verboten. Missachtung dieses Gesetzes wurde als "Auflehnung gegen die herrschende Staatsgewalt" angesehen. Nach der Revolution wurde das Verbot 1848als "Zugeständnis an die Revolutionäre" aufgehoben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Zigarre dann ein Symbol des Bürgerreichtums, die gehobene Gesellschaft richtete in ihren Häusern Rauchzimmer ein.
In den USAwurde zur Jahrhundertwende im Verhältnis im Vergleich mit anderen Nationen viel Kautabak verbraucht. Tabak zu kauen galt als männlich, der dazu gehörige Spucknapfdurfte ebenfalls nicht fehlen. Im Jahr 1947wurden 100 Millionen Pfund Kautabak verkauft. In Europa taten es nur die Seeleute den Amerikanern wegen der Brandgefahr auf Schiffen gleich. Danach begann allerdings der Siegeszug der Zigarette.
Die Zigarette im 19. und 20. Jahrhundert
Um Abfälle der Zigarrenproduktion nutzbringend zu verwerten, wickelten Arbeiterinnen der Tabakmanufakturen Tabakreste in Papier. Diese "papelitos" wurden ab dem 18. Jahrhundert in Mexiko-Stadtzum Verkauf angeboten und kamen dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts über Spanien nach Frankreich. Hier erlangte die Zigaretteihren heute üblichen Namen - die französische Verkleinerungsform von "cigare" (Zigarre). Auch im Osmanischen Reichund in Russland war sie sehr begehrt, da hier ein milderer als der europäische oder amerikanische Tabak angepflanzt wurde, wodurch die Zigaretten besser schmeckten.
Im ersten Krimkrieg(1853-1856) rauchten die mit den Osmanen verbündeten englischen und französischen Soldaten Tabak in Zeitungspapier. Die "kosja noschka", pfeifenähnlich gefaltetes und mit Tabak gefülltes Papier, und ebenso die "zirhaha", eine Papierrolle in Zigarrenform, waren beide billiger als die Zigarre und kriegstauglicher als eine zerbrechliche Pfeife. Die Offiziere übernahmen diese Zigarettenvorformen und brachten sie in die Londoner und Pariser Clubs. Es entstanden Zulieferer-Märkte in Kairo, Konstantinopel, Moskauund und St. Petersburg. Die erste Zigarettenfirma Deutschlands entstand 1862in Dresdenals Zweigstelle der Petersburger Firma Lafermemit anfänglich gerade einmal sieben Mitarbeitern. In den darauffolgenden Jahrzehnten gab es immer mehr Betriebe in Deutschland, Griechenland, Russland und anderen Ländern. Die Produktion in Deutschland stieg von 60 Millionen in den 60er Jahren des 19. Jahrhundert auf 11,5 Milliarden im Jahr 1912. Tabak und Zigaretten wurden auch importiert, vor allem russische, türkische und ägyptische.
Die Zigarette bekam Kultstatus und deren Utensilien, wie edle Etuis, wurden zu Statussymbolen. Man konnte sich mit der Zigarette vom gewöhnlichen Bürger abgrenzen und "weltmännische Überlegenheit", Weltläufigkeit, elegante Lebenskunst, sowie eine Tendenz zur Verruchtheit demonstrieren. Im Gegensatz zur Zigarre, die eher für den langsamen Genießer stand, war die Zigarette der Schnelllebigkeit, dem Zeitgefühl der damaligen Zeit, zugeschrieben und passte somit besser als die zuvor beliebte Zigarre. Die Pfeife geriet aus der Mode, denn die Stopfvorgänge waren langwierig. Mit der Einführung der Zigarette gab es nun außerdem eine Rauchdroge, die auch für die Unterschichten bezahlbar war. Sie war nicht nur billiger, auch der Lebensstandard war gewachsen, zugenommen hatten aber auch Stress- und Leistungssituationen, Lust auf Anregung und Entspannung. Die Zigarette milder als die anderen Tabakformen, es kam seltener zur Überdosis. Das Erlernen des Zigarettenrauchens, also der Weg in die Sucht, war leichter als bei Pfeife und Zigarre. Im Ersten Weltkrieg, in der Weltwirtschaftskriseund im Zweiten Weltkriegunterdrückte die Zigarette den Hunger der Bevölkerung.
Frauen wurden mit der Zigarette als neuer Kundenstamm erschlossen, da Pfeife oder Zigarre als zu männlich betrachtet wurden. Die schlanke Zigarette paßte zum damaligen Schönheitsideal, und so wurde das Zigarettenrauchen von emanzipierten Frauen populär gemacht.
Mit der aufkommenden Zigarettenwerbung versuchte die Industrie, die Nachfrage zu erhöhen und den Markt auszudehnen. 1910gab es rund 20.000 Zigarettenhersteller, aber dann waren es die großen Zigarettenmarken, die eine Konzentration im Industriesektor vorantrieben.
In den USA wuchsen Produktion und -konsum stärker als in Deutschland. Dort wurde eine neue Tabakmischung erfunden, die "American Blend", einer Mischung aus Virginia-, Burley- und türkischem Tabak. Deren Vorteil war, dass sie milder und billiger waren. Dazu wurde dieser Tabak mit einer neuen Methode getrocknet, mit Hilfe von durch Metallröhren geleiteter Hitze. Dabei entsteht eine Fermentation, die sauren Rauch ermöglicht. Saurer Rauch gelangt besser in die Lunge, und somit kann das Nikotin schneller ins Gehirn gelangen. 1913kam die erste ?Camel?-Zigarette auf den Markt. Die Marke erlangte bis 1918einen 40%-Marktanteil und blieb lange Zeit der Liebling der Amerikaner. 1939kam die "Pall Mall" auf den Markt und mit ihr die erste King Size-Zigarette, 1954die Winstonals erste Filterzigarette.
Etwa zeitgleich mit der Prohibition gegen den Alkohol wurden von 1895 bis 1921 in 14 Bundesstaaten der USA Gesetze gegen den Tabakkonsum erlassen, die jedoch wenig Erfolg zeigten.
In den 1930er Jahren war Deutschland der größte Tabakimporteur der Welt, pro Jahr wurden 100.000t (aus Griechenland, der Türkei und Bulgarien) eingeführt. Dabei rauchten 80% aller deutschen Männer (12,5 Zigaretten pro Tag) und zwanzig Prozent aller Frauen (7,2 Zigaretten pro Tag). Im August 1939, mit Beginn des zweiten Weltkriegs, wurde der Tabak rationiert; es gab nun Raucherkarten: für erwachsene Männer, denen pro Monat 40 Zigaretten zustanden, für Frauen im Alter von 25-55, die pro Monat 20 erhielten.
Im Nachkriegsdeutschland wurden wegen des völligen Zusammenbruchs von Wirtschaft und Geldverkehr Zigaretten zu einer Zweitwährung, der Zigarettenschmuggelblühte.
Gesundheitsrisiken
Entdeckung
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen erste Berichte über negative Klinikerfahrungen, doch es gab noch zu wenige medizinische Argumente gegen den Tabakkonsum. Erst als Vergleiche und Langzeituntersuchungen zwischen Nicht-Rauchern und Rauchern durchgeführt wurden, stellte man gesundheitsschädigende Folgen fest. Die ersten großen Untersuchungen wurden in den 1950ern durchgeführt, die Ergebnisse wurden vom amerikanischen ?Surgeon General`s Advisory Committee? zusammengefasst und veröffentlicht: die Ergebnisse waren ein Schock für die Gesellschaft.
Die Risiken
Die im westlichen Kulturkreis üblichste Form des Tabakkonsums ist das Rauchen - daher geht dieser Artikel wie die meisten Forschungsprojekte vor allem auf dessen Gefahren ein. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums von Kau- sowie Schnupftabak sind weniger gut erforscht. Es ist allerdings bekannt, dass nur ein kleiner Teil der aus Tabakrauch extrahierten Karzinogenebereits in frischem, bzw. unverbrannten getrockneten/fermentiertem Tabak nachweisbar ist. Das Gros dieser Substanzen entsteht folglich erst durch die Verbrennung. Andererseits weisen Kautabakkonsumenten höhere Cholesterinwerteals Raucher auf, und ein mindestens so hohes Risiko an Kreislauferkrankungen, sowie ein weit höheres Risiko, an Mundkrebszu erkranken. Auch ohne Rauch ist Tabak daher als gesundheitsschädlich einzustufen.
Die Schwere und Art der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Tabakrauch hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Dazu gehören Alter und Geschlecht der Person, Tabaksorte, Darreichungsform (Zigarette mit und ohne Filter, Zigarillo, Zigarre, Wasserpfeife, etc.), Art des Einatmens (aktiv mit Inhalieren, aktiv ohne Inhalieren, passiv), Tagesdosis, Dauer des fortwährenden Konsums etc. ab. Dennoch sind einige Erkrankungen bekannt, deren Risiko im Allgemeinen durch tägliche Einwirkung von Tabakrauch gesteigert wird, teilweise sogar um das Mehrfache.
Am Besten untersucht sind dabei die Folgen langjährigen Zigarettenkonsums (mit und ohne Filter).
Atemwegserkrankungen
Die offensichtlichsten negativen Folgen des Tabakkonsums betreffen die Atemwege. Vor allem der Teer im Tabakrauch enthält karzinogene Substanzen wie Benzol, Benzpyren, N-Nitrosamineund eine Vielzahl weiterer krebserregender Stoffe. Nikotin selbst ist nach heutigem Wissensstand nicht oder nur schwach krebserregend. Insgesamt wurden in Tabakrauch bisher 60 verschiedene Chemikalien gefunden, deren karzinogenes Potential nachgewiesen ist.
Entsprechend ist es nicht verwunderlich, dass in einer Vielzahl von Studien Raucher ein weit erhöhtes Risiko insbesondere für Lungenkrebs, aber auch Kehlkopfkrebs, sowie, in schwächerem Maße, Mundkrebs und sämtliche andere Tumorarten aufweisen. In der Bundesrepublik sind oder waren 90% aller Lungenkrebspatienten Raucher, der Anteil der Niemalsraucher in der Bevölkerung liegt jedoch bei ca. 25% (Raucher: 38%, Ex-Raucher: 37%). Daraus ergibt sich ein für Raucher und Ex-Raucher dreifaches Risiko gegenüber Menschen, die niemals rauchten. Wird das Rauchen aufgegeben, sinkt das Risiko eines Karzinoms dabei nur langsam. Dabei scheint es eine große Rolle zu spielen, wie lange und intensiv der Tabakkonsum war. Starke Raucher haben nach einer Studie der Universität Pittsburg selbst nach 25 Jahren Abstinenz noch ein um 100% erhöhtes Risiko.
Abgesehen von den krebserregenden Substanzen stört der Teer auch die Atmung. Im Laufe der Jahre sammelt er sich bei starken Rauchern in der Lunge an und führt zur Raucherlunge. Die Aufnahme von Sauerstoffins Blutwird behindert und die körperliche Ausdauer nimmt ab. Gleichzeitig reizen die zähflüssigen Ablagerungen die Flimmerhärchen, was über den Hustenreflexzum Raucherhustenführen kann. Diese Symptome klingen durch Abstinenz recht schnell ab, oft sind sie bereits nach wenigen Wochen nicht mehr spürbar.
Kreislauferkrankungen
Weniger bekannt, aber nicht minder schädlich, sind die Auswirkungen von Tabak auf den Blutkreislauf. Hierbei spielt - im Gegensatz zu den respiratorischen Symptomen - auch das Nikotin eine zentrale Rolle. Generell verschlechtert Tabakkonsum sowohl kurzzeitig als auch langfristig die Durchblutung. Nikotin wirkt akut gefäßverengend. Gleichzeitig steigt der Blutdruck, wodurch die Gefäße stärker belastet werden, und die Ablagerung von Cholesterin an den Gefäßwänden wird gefördert.
Daher sind Raucher auch weit stärker gefährdet, einen Herzinfarktoder Schlaganfallzu erleiden. Frauen scheinen dabei stärker betroffen zu sein als Männer. Herzinfarkte in jungen Jahren (unter 40) betrafen in einer WHO-Studie in 80% der Fälle aktive Raucher, was einem um 400% erhöhten Risiko entsprach. Aus diesen Gründen gilt der steigende Anteil an jungen Raucherinnen als besonders bedenklich. Bei Untersuchungen wiesen z.T. schon 15jährige Mädchen sklerotische Gefäßveränderungen auf, eine Erkrankung die lange Zeit als reines Altersrisiko galt.
Zusätzlich zu katastrophalen Infarkten kann die mangelnde Durchblutung, auch in Kombination mit der geringeren Sauerstoffaufnahme über die Lunge, zu einer Fehlversorgung verschiedener nicht lebenswichtiger Organe führen. Bekanntestes Beispiel ist das Raucherbein. Viele Betroffene rauchen auch dann noch weiter, wenn sich erste Symptome zeigen. Dann führt die weitere Entwicklung oft zu einem Zustand, in dem nur noch eine Amputationmöglich ist. Auch das Gehör kann betroffen sein, wodurch sich eine höhere Anfälligkeit gegenüber Tinnitusund Hörstürzen, teilweise mit bleibender Schwerhörigkeit, ergibt. Aufgrund des gehemmten Blutflusses kommt es bei Männern auch verstärkt zur Impotenz.
Wechselwirkungen
In Kombination mit Alkoholund Cannabistreten die gesundheitsschädlichen Effekte des Tabakkonsums verstärkt in Erscheinung. Ironischerweise erhöht Tabak auch dadurch das Krebsrisiko, dass er die Wirkung des eigentlich erbgutschützenden pflanzlichen AntioxidansBetakarotinumkehrt. Rauchern (und starken Passivrauchern) wird daher von einer betakarotinreichen Ernährung bzw. von Supplementation mit diesem Provitaminabgeraten. Halten sie sich daran, kommen sie aber auch weniger in den Genuss der antikarzinogenen Wirkung anderer Substanzen in karotinreichem Obst(Pfirsiche, Aprikosen, Mangos, Kumquats, etc.), zahlreicher Gemüsesorten, oder beispielsweise grünen Tees.
Kontroverse
Durch intensive Forschung und Aufklärungskampagnen bestehen heutzutage keine Zweifel mehr über Gefahren des Tabakrauchens, des Passivrauchensund die Wirkung der Nikotinsucht. Dennoch sind staatliche Präventionsmaßnahmen, die auf den Schutz von Rauchern "vor sich selbst", aber oft auch auf den Schutz von Nichtrauchern abzielen, in Deutschland immer noch häufig umstritten.
Ein allgemeines Rauchverbotin der Gastronomie(in Innenräumen) wird beispielsweise von vielen Nichtrauchern gefordert, die sich durch Zigarettenqualm gestört fühlen, oder auf die negativen Auswirkungen des passiven Rauchs vor allem auf Leib und Leben des Personals hinweisen. Die meisten Raucher lehnen es hingegen strikt ab, weil sie nicht für jede Zigarette das Lokal verlassen wollen. Sie verweisen auf das Hausrecht des Betreibers, das es schon heute erlaubt, Rauchverbote in einzelnen Kneipen zu erlassen. Allerdings machen, aus Angst vor Umsatzeinbußen, nur wenige Betreiber tatsächlich davon Gebrauch.
Die gesetzlich vorgeschriebenen Warnhinweise in der Tabakwerbung und auf Tabakpackungen wurden in den letzten Jahren größer und im Wortlaut eindringlicher gestaltet. Ein merklicher Effekt hinsichtlich des Tabakkonsums blieb jedoch aus - die meisten Raucher wissen bereits über die grundlegenden gesundheitlichen Gefahren Bescheid und rauchen trotzdem weiter. Ebenso fragwürdig hinsichtlich des Präventionseffekts erscheinen die jüngsten Erhöhungen der Tabaksteuer in der Bundesrepublik. Zwar ging der Absatz an Filterzigaretten deutlich zurück, dafür stieg die Nachfrage nach (weniger stark besteuertem) losem Tabak stark an, ebenso wie der Tabakschmuggelund (damit einhergehend) Produktfälschungen. Unter dem Strich stieg der Tabakkonsum sogar, bei gleichzeitigem Rückgang des Tabaksteueraufkommens.
Siehe auch
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| Wikiquote: {{{2|Tabak}}} ? Zitate
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- Jean Nicot
- Tabakanbau, Tabakrauchen
- Tabakspfeife, Zigarre, Zigarette, Schnupftabak
- Tabaksteuer, Rauchverbot
Weblinks
Bild:Wiktionary-ico-de.png
| Wiktionary: {{{2|Tabak}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
|
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| Commons: {{{2|Nicotiana}}} ? Bilder, Videos oder Audiodateien
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- Tabak - Anbau, Verarbeitung - Kautabak, Schnupftabak, Zigaretten
- Zusatzstoffe in Tabakprodukten
- Untersuchungsaemter-BW.de - Inhaltsstoffe von Tabak
- Virginischer Tabak
- Bauerntabak
- Strauchtabak
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