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Vagina

Bild:Disambig-grau.png Dieser Artikel behandelt die Scheide als weibliches Geschlechtsorgan. Die Vagina synovialis wird unter Sehnenscheide beschrieben.

Die Vagina (lat.für Scheide, griech.Kolpos) ist ein weiblichesGeschlechtsorgander Säugetiere. Beim Geschlechtsverkehrnimmt sie den Penisauf und leitet das von ihm ausgestoßene Spermamit den darin enthaltenen Spermiendurch den Muttermund(Gebärmutterhals) zur Gebärmutter(Uterus) und weiter in die Eileiter. Die Vagina dient bei Primatenauch als Abfluss für die Menstruationsblutungen. Bei der Geburtwird die Vagina zum Geburtskanalfür das Neugeborene.

In vielen Kulturen sind die weiblichen Geschlechtsorgane - im Gegensatz zu den männlichen - ein Tabuthema. Fälschlicherweise werden oft die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane, die Vulva, als Scheide bezeichnet. Ebenso falsch ist es, die Vagina als das Geschlechtsorgan der Frau zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Anatomie
  • 2 Physiologie
  • 3 Vaginalflora
  • 4 Untersuchungsmöglichkeiten
  • 5 Verhütung
  • 6 Geschlechtsverkehr
  • 7 Siehe auch
  • 8 Weblinks

Anatomie

Bild:Vaginaschnitt.gif
Schnitt durch Becken einer Frau mit Vagina (Lumen magenta koloriert)

Die Vagina ist ein dehnbarer, muskulärer Schlauch, der beim Menschen 8 bis 10 cm lang ist. Bei ursprünglichen Säugetierenwie den Kloakentieren(Monotremata) und den Beutelsäugern(Metatheria) ist die Vagina paarig, da der Endabschnitt des paarigen Müller-Gangs, aus dem beim Embryodie Vagina entsteht, bei ihnen nicht verschmilzt. Bei den Kloakentieren endet sie zudem gemeinsam mit dem Enddarm in einer gemeinsamen Körperöffnung, der Kloake.

Gebärmutterseitigragt die Portio vaginalis des Gebärmutterhalseszapfenartig in die Vagina vor. Dadurch entsteht ein größeres, hinteres (dorsales) und ein vorderes (ventrales) Scheidengewölbe (Fornix vaginae). Bei einigen Säugetieren, wie etwa den Schweinenist keine Portio und damit auch kein Scheidengewölbe ausgebildet. Der Zugang zum Gebärmutterhals ist beim Menschen nach vorn abgeknickt. Bei Abtreibungsversuchenvon Laien, die der Verlaufsrichtung der Scheide folgen, gelangen entsprechende Instrumente deshalb in das hintere Scheidengewölbe und durchstoßen dessen Dach. Dabei kann der Bauchfellsackeröffnet werden und eine Peritonitisentstehen. Mit der Scheidenöffnung (Ostium vaginae) mündet die Vagina in den Scheidenvorhof.

Die Hinterwand (Dorsalwand) der Vagina ist durch Bindegewebe(Septum rectovaginale) mit dem Rektum, die gegenüberliegende Wand mit Harnblaseund Harnröhreverbunden.

Bei der Frau wird die Vagina von einer kleinen Membran, dem Jungfernhäutchen (Hymen), teilweise verschlossen. Es befindet sich am Übergang der Scheide in den Scheidenvorhof. Auch bei intaktem Hymen ist normalerweise eine Öffnung zum Abfluss des Menstruationsblutesund anderer Sekrete vorhanden.

Die drüsenlose Haut der Vagina ist ein mehrschichtiges, unverhorntes Plattenepithel, dessen Höhe und Aufbau vom Alter und vom Hormonstatusabhängig ist. Das Epithel unterliegt im Verlauf des Sexualzyklusständigen Umbauprozessen, die durch Östrogeneund Progesterongesteuert werden. Zur Untersuchung werden Epithelzellen durch einen schmerzlosen Abstrich gewonnen und auf einem Objektträger mikroskopiert. Damit gibt die Vaginalzytologie Auskunft über die aktuelle Zyklusphase der Frau. Heute wird die Zyklusphasenbestimmung allerdings durch Hormonuntersuchungen erweitert, um ausreichende Diagnosesicherheit zu bieten.

Physiologie

Die Vagina wird bei sexueller Erregung durch wässrige Transsudation aus dem Epithel befeuchtet, dies nennt man Lubrikation. Die Bartholinschen Drüsen, welche bei Erregung ein schleimhaltiges Sekret absondern, münden in den Scheidenvorhof und befeuchten ihn. Das Vaginalsekret ist unter Einfluss des Sexualhormons Östrogenund einer speziellen Keimflora (Döderleinflora) sauer (pH-Wert4 ? 4,5) und dient dem Schutz gegen aufsteigende Infektionendes weiblichen Genitaltraktes. Jede Störung dieses Vaginalmilieus steigert die Anfälligkeit gegen Infektionen und mechanische Reize ? es kann zu einer Scheidenentzündung (Kolpitis) mit Ausfluss (Fluor vaginalis) kommen. In der Pubertät bemerken viele Mädchen einen deutlichen Fluor, der durch die ansteigende Östrogenwirkung hervorgerufen wird. Dieser schleimig-glasige Fluor ist als Reifungszeichen physiologisch und wird im Volksmund ?Weißfluss? genannt. Häufig wird dieser Fluor, der ungefähr ein Jahr vor der Menarche auftritt, von den Mädchen als unangenehm und beschmutzend erlebt. Er ist jedoch ein Zeichen der gesunden Entwicklung zur geschlechtsreifen Frau und ist, solange er geruchlos ist, nur sehr selten ein Krankheitszeichen. Unangenehm riechende vaginale Ausflüsse sollten ärztlich abgeklärt werden, um mögliche Ursachen wie Fremdkörper oder bakterielle Infekte zu erkennen und zu behandeln.

Neben der glatten Muskulaturin der Scheidenwand wird die Scheide von quergestreiften Muskelnumgeben. Der Musculus pubococcygeus, ein Anteil des Musculus levator ani, ist ein Muskel des Beckenbodens. Die Muskeln beider Seiten (Levatorschenkel) umfassen die Scheide wie eine Schlinge und ermöglichen eine trainierbare, willkürliche Verengung der Scheide. Die Kontraktion dieser Muskeln lässt sich von der Scheide aus fühlen.

Vaginalflora

Die Vaginalflora einer geschlechtsreifen, gesunden Frau besteht überwiegend aus verschiedenen Spezies von Laktobazillen, den sog. Döderleinschen Stäbchen. Lange wurde angenommen, Lactobacillus acidophilus wäre dabei der am meisten verbreitete Mikroorganismus, aber mittlerweile stellte sich heraus, dass der häufigste Scheidenbewohner L. iners ist, gefolgt von L. crispatus (je nach Studieauch umgekehrt!). Weitere häufig vorkommende Lactobazillen der Vagina sind L. delbruekii, L. jensenii, L. buchneri., L. gasseri und Bifidobacteriumspp.. Die Zusammensetzung der vaginalen Mikroflora kann von Frau zu Frau stark variieren, weshalb verschiedene Parameter der Besiedlung im sogenannten Nugent-Scorezur Quantifizierung und Bewertung der Flora in der Vagina herangezogen werden. Dies ermöglicht die Einschätzung einer Behandlungsbedürftigkeit und des Therapieerfolgs.

Die Laktobazillen vergären unter dem Einfluss von Östrogenund Gestagenvon den Epithelzellen bereitgestellte Glukose(Traubenzucker) zu Milchsäure(Milchsäuregärung). Hierdurch entsteht in der Scheide ein saures Milieu, mit einem pH-Wertvon normalerweise zwischen 3,8 bis 4,5. Dieses saure Vaginalmilieu bildet einen effektiven Schutz vor Infektionen, da die überwiegende Zahl der krankmachenden Bakterien unter solchen Bedingungen nicht gedeihen kann. Allerdings schützt der niedrige pH-Wert nur vor bakteriellen Infektionen, nicht aber vor bestimmten Pilzinfektionen. Störungen der vaginalen Flora, z. B. durch die Einnahme von Antibiotika, können zum Niedergang der Döderleinschen Stäbchen und in Folge zu bakterieller Vaginitisführen. Dies gilt auch für übertriebene hygienische Maßnahmen, insbesondere die Anwendung von (basischer!) Seife. Der häufigste Erreger einer Vaginitis ist Gardnerella vaginalis, aber auch pathogene Chlamydien, Enterobacteriaceae, Staphylokokken und der Pilz Candida albicans können ursächlich sein.

Untersuchungsmöglichkeiten

Die Scheide kann mit den Fingern abgetastet werden. Zur optischen Begutachtung verwendet man ein Spekulum, ein Vaginoskop oder ein Kolposkop. Für Untersuchungen der Scheidenhaut und des Scheidenmilieus führt man Scheidenabstrichedurch oder entnimmt Gewebeproben mittels Scheidenbiopsie.

Verhütung

Zu den vaginalen Verhütungsmethodenzählt die Kombination aus einem Diaphragmaund der Einführung einer chemischen Wirksubstanz gegen die Samen ( Spermizid, als Geloder Zäpfchenerhältlich). In den USA werden auch statt des Diaphragmas sogenannte ?Verhütungsschwämme? aus Polyurethan eingesetzt. Der Konzeptionsschutz (gemessen am Pearl-Index) ist jedoch geringer als bei hormonellen Methoden.

Als weitere neuere Variante der vaginalen Verhütung gibt es das ?Femidom?. Dabei handelt es sich um ein Kondomfür die Frau, einen Polyuretan-Schlauch, der, von zwei Ringen gehalten, die Scheidenwände auskleidet, und so eine kondomähnliche Funktion erfüllt. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern hat sich das Femidom allerdings bisher nicht durchgesetzt, da die Handhabung schwieriger und die Sicherheit geringer als beim herkömmlichen Kondom ist. Als hormonelle vaginale Verhütungsmethode ist seit einigen Jahren der NuvaRingverfügbar. Dieser weiche durchsichtige flexible Ring wird tief in die Vagina eingeführt und verbleibt dort 21 Tage lang. Er gibt kontinuierlich Ethinylestradiol und Etonorgestrel ab und verhindert so wie eine Pille den Eisprung. Da durch die lokale Abgabe der Hormone die Dosis niedriger angesetzt werden kann und eine systemische Wirkung schwächer ausfällt, sei die Nebenwirkungsrate des NuvaRings im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmethoden geringer. Die Verhütungssicherheit liegt bei Pearl 1 - 2 und damit auf dem Niveau der Pille. Da der NuvaRing keine Barrieremethode darstellt, ist seine Lage in der Vagina nicht ausschlaggebend für die Funktion, andererseits schützt er nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie das Kondom und das Femidom.

Geschlechtsverkehr

Das medizinische Adjektiv intravaginal bedeutet ?in der Vagina liegend?; beim intravaginalenGeschlechtsverkehrdringt das männliche Säugetier mit seinem Penis in die Vagina des weiblichen Tieres ein. Der intravaginale Geschlechtsverkehr kann beim Menschen ? wie auch andere Formen der sexuellen Betätigung ? zum Orgasmusführen. Da die Vagina im Wesentlichen aus relativ nervenarmem Gewebe besteht, ist unter Wissenschaftlern noch umstritten, ob der vaginale Orgasmus durch die Reizung in der Vagina oder eine durch die Bewegung ausgelöste Reizung der Klitorisausgelöst wird.

Ein Schlagwort, das in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist der 1950 vom deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg entdeckte, so genannte G-Punkt, welcher etwa drei bis vier Zentimeter vom Vaginaleingang entfernt an der Vorderseite der Vagina liegen und als sogenanntes ?inneres Lustzentrum? der Frau fungieren soll. Die Funktion dieses im Durchmesser etwa münzgroßen Punktes ist unter Experten umstritten.

Siehe auch

  • Scheidenpilz
  • Intimpflege
  • Sexualhygiene
  • Sex
  • Sexualität
  • Vagina Dentata
  • Sexuelle Begriffe in der Umgangssprache
  • Vagina der Vögel

Weblinks

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Wiktionary: {{{2|Vagina}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • Informationen zur Scheidenflora
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