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Valin

Strukturformel
Bild:Valin.png
Allgemeines
Name L-Valin
Abkürzung Val, V
essentiell ja
Restname  ?
Andere Namen 2-Amino-3-methyl-butansäure, 2-Aminoisovaleriansäure
Summenformel C5H11NO2
CAS-Nummer 72-18-4
Kurzbeschreibung weißer Feststoff
Eigenschaften
Molmasse 117,15 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 1,23 g/cm³
Schmelzpunkt 315 °C
Siedepunkt ? °C
Dampfdruck ? Pa(x °C)
Löslichkeit gut in Wasser (88 g/L bei 20 °C), nicht in Ethanol und Aceton
Seitenkette lipophil
isoelektrischer Punkt 6,0
pK-Werte
bei 25 °C
pKCOOH: 2,3
pKNH2: 9,6
van-der-Waals-Volumen 105
Hydrophobizitätsgrad 4,2
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
keine
R- und S-Sätze

R: -
S: -

MAK nicht festgelegt
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheitenverwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Valin ((S)-2-Aminoisovaleriansäure) ist eine essentielleproteinogene Aminosäure, die in geringen Mengen in allen wichtigen Proteinenvorkommt. Die Stoffbezeichnung leitet sich ab von lat. validus für kräftig und gesund. Isoliert wurde Valin erstmals 1901 durch Hermann Emil Fischeraus dem Casein, einem Milcheiweiß.

Strukturell leitet sich Valin durch Substitution eines Wassertoffatoms durch eine Aminogruppe (NH2-) von der Isovaleriansäureab. Essentiell ist die Säure wahrscheinlich wg. der verzweigten Kohlenstoffkette, eine Struktur, die der tierische Stoffwechsel nicht aufbauen kann. Der menschliche Mindestbedarf liegt bei ca. 50 mg / Tag und kg Körpergewicht. Im Protein der Kuhmilch ist Valin zu ca. 8%, im Protein des Weizens zu ca. 3% enthalten. Im menschlichen Organismus ist Valin wichtig für die Nerven- und Muskelfunktion. Ungenügende Zufuhr verursacht Hyperästhesie(Überempfindlichkeit) und Krämpfe.
In der alkoholischen Gärungwird Valin durch Hefeenzymezu Isobutanol, einem Bestandteil des Fuselöls, vergoren (Aminosäuregärung). Spät geerntete Weintrauben haben einen signifikant höheren Aminosäuregehalt, auch Valingehalt.

Herstellung

Die Darstellung von Valin kann durch die Strecker-Syntheseerfolgen. Ausgangsprodukt ist Isobutanal(Iso-Butyraldehyd) :

  1. CH3-CH(CH3)-CHO + NH3 + HCN → CH3-CH(CH3)-CH(NH2)-C≡N
  2. CH3-CH(CH3)-CH(NH2)-C≡N + 2 H2O +H+ → CH3-CH(CH3)-CH(NH2)-COOH + NH4+

Die Trennung von D-Valin vom essentiellen L-Valin erfolgt durch enzymatische Racematspaltung.


L-Valin kann auch durch Fermentation, einem Verfahren der Biotechnologie, direkt erhalten werden. Die Ausgangsstoffe sind abhängig von den verwendeten Bakterienkulturen. So benötigt Bacillus lactofermentum Glukose, B. flavum Essigsäureund Corneybacterium acetoacephilum Ethanolals Quelle für den Gerüstkohlenstoff. Um die Ausbeute zu erhöhen und die Bildung unerwünschter Produkte zu unterbinden, handelt es sich meist um speziell gezüchtete (genetisch manipulierte oder selektierte) Kulturen.

Verwendung

  • Valin kann als Precursor (fertiger Baustein eines Produktmoleküles) die Ausbeute von Penicillin-bildenden Kulturen steigern
  • Zusatz in Energiedrinks und Infusionslösungenen:Valine

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