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Vesikorektale

Synonym: vesikoureteraler Reflux, vesiko-uretero-renaler Reflux, VRR, VUR
Englisch: vesicorenal reflux

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Definition
  • 2 Formen
    • 2.1 Primärer Reflux
    • 2.2 Sekundärer Reflux
  • 3 Klassifikation des Refluxes
  • 4 Symptomatik
  • 5 Diagnostik
  • 6 Therapie
    • 6.1 Konservative Therapie
    • 6.2 Endoskopische Therapie
    • 6.3 Operative Therapie
    • 6.4 Therapie des sekundären Refluxes
  • 7 Quellen

Definition

Der vesikorenale Reflux ist ein unphysiologischer Rückfluss von Harnaus der Blaseüber die Ureterenin das Nierenbecken.

Formen

Der vesikorenale Reflux wird unterteilt in eine primäre, angeborene und eine sekundäre, erworbene Form.

Beginnt der Urinrückfluss bereits in der Füllungsphase der Harnblase, spricht man von einem Niederdruck-VUR. Lässt sich der Reflux erst in der Entleerungsphase der Blase nachweisen, spricht man von einem Hochdruck-VUR.

Primärer Reflux

Der kongenitaleReflux basiert auf einer Fehlanlageder Ureteröffnung in der Blasenwand. Der submuköse Verlauf des Harnleiters ist verkürzt. Dadurch kann die Harnblase bei einem intravesikalen Druckanstieg durch die Blasenmuskulatur nicht suffizient abgedichtet werden.

Sekundärer Reflux

Die erworbene Form des vesikorenalen Refluxes entsteht durch die direkte Schädigung des ehemals intakten Ureterostiums.

Folgende Ursachen kommen in betracht:

  • spezifische und unspezifische Harnblasenentzündung
  • neurogene Blasenfunktionsstörung
  • infravesikale Harnwegsobstruktion, z.B. Harnröhrenklappen, Harnröhrenstrikturen

Klassifikation des Refluxes

Das International Reflux Study Committee hat 1985 eine allgemein gültige Schweregradeinteilung des vesikorenalen Refluxes erarbeitet:

  • Grad I: Reflux in den Ureter, das Nierenbecken wird nicht erreicht
  • Grad II: Der Reflux erreicht das Nierenbecken, das Kelchsystem ist nicht gestaut
  • Grad III: Das Nierenbecken ist leicht dilatiert, das Kelchsystem ist unverändert oder leicht verplumpt
  • Grad IV: Mäßige Dilatation des Nierenbeckens, die Fornizesder Nierenkelche sind verplumpt, die Impressionen der Papillennoch sichtbar
  • Grad V: Der Ureter ist stark dilatiert mit Knickbildung (Kinking), das Hohlraumsystem ist stark erweitert, die papillären Impressionen sind in der Mehrzahl nicht mehr sichtbar.

Symptomatik

Durch die unphysiologische Rückstauung des Harns ist der Weg für bakterielle Aszensionund Infektionen bereitet. Dies äußert sich in rezidivierendenHarnwegsinfektenbis hin zu hochfieberhaften Pyelonephritidenmit Flankenschmerz.

Spätsymptome können sein:

  • Hypertonie
  • Niereninsuffizienz
  • renale Wachstumsretardierung
  • unklare Gedeihstörungen im Kindesalter
  • kindliche Inkontinenz

Diagnostik

Nach ausführlicher Anamneseerhebung werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Bestimmung des Kreatinins
  • Urinstatus
  • Urinkultur
  • Sonographie
  • Miktionszystourethrogrammim infektfreien Intervall
  • evtl. Nierenszintigraphie

Therapie

Die Therapie ist abhängig von der vorliegenden Form der vesikorenalen Rückflusses.

Konservative Therapie

Nicht dilatierender Reflux (Grad I und II) heilt im laufe des Wachstums in 30% der Fälle innerhalb der ersten 10 Lebensjahre aus (sog. Maturation). Es sollte eine Infektprophylaxe durchgeführt werden.

Endoskopische Therapie

Einspritzen von Material mittels Zystoskopiean die Ureteröffnung zur Verengung derselben. Die Erfolgsrate liegt je nach Material und Erfahrung zwischen 50 und 90%. Der Eingriff kann mehrmals wiederholt werden.

Operative Therapie

Durchführung einer endoskopischen Refluxplastik. Die Erfolgsrate bei dieser standardisierten Methode beträgt etwa 95%.

Therapie des sekundären Refluxes

Bei sekundärem Reflux steht immer die Beseitigung der Ursache des Refluxes im Vordergrund. Die oben angegebenen Therapieverfahren werden ggf. zusätzlich durchgeführt.

Quellen

DocCheck/Flexicon

Leitlinien AWMF




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