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Die Vielfachsteuerung ist die bei den Schweizer Bahnen verwendete Form einer Wendezugsteuerung.
Diese wird in den meisten Fällen nicht nur zur Bildung eines Pendelzugesverwendet, sondern auch zum Ansteuern einer zweiten baugleichen Lokomotive. Dadurch kann eine Lokomotive von einer anderen Lokomotive oder einem Steuerwagenaus ferngesteuert werden und muss somit nicht zwingend an der Zugspitze laufen.
Des Weiteren ist es möglich, auf Strecken, welche eine höhere Zughakenlasterlauben als die Lokomotive aufbringen kann, durch Mehrfachtraktionmit nur einem Lokomotivführer die Züge zu befördern.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Technik
- 2 Geschichte
- 3 Systeme
- 3.1 VST IIId
- 3.2 VST VI
- 3.3 EP
- 3.4 System BLS
- 3.5 Sonstige
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Technik
Technisch kann man zwischen direkten und durch Steuerimpulsen übertragenden Steuerungen unterscheiden.
Die ersten Steuerungen wirkten direkt auf den Stufenschalter. Für jede Stufe musste eine Kabelader vorhanden sein, was schwere Kabel zur Folge hatte. Ebenso konnte man nur Fahrzeuge, welche den gleichen Geschwindigkeitssprung pro Stufe hatten, vielfachsteuern.
Durch die Einführung der Lastansteuerungüber die Stromstärkeregelung wurde die Vielfachsteuerung zwischen verschiedenen Fahrzeugen möglich.
Dank der Entwicklung der Elektronik ist heute die Vielfachsteuerung auf elektronischem Weg möglich. Deshalb ist heutzutage die Kommunikation zwischen den verschiedenen Rechnern der Fahrzeuge bedeutungsvoller als die Leistungsansteuerung der Fahrzeuge selber.
Die verschiedenen automatischen Kupplungen an den Fahrzeugen sind heute das grösste Hindernis für die Vielfachsteuerung unterschiedlicher Fahrzeuge. Da keine internationalen Regelungen für den Aufbau oder die Anschlussmöglichkeiten bestehen, hat jeder Hersteller beziehungsweise jede Bahnverwaltung eine andere Vielfachsteuerung entwickelt oder bestellt.
Geschichte
Das erste Fahrzeug der Schweizerischen Bundesbahnen, das ferngesteuert werden konnte, war die SBB Be 4/6, welche 1923in Betrieb genommen wurde. Erstmalig eingesetzt wurde die Vielfachsteuerung mit der Inbetriebnahme der SBB De 4/4und den damit gebildeten Zügen für die Arbeiter in der Region Zürich 1928. Dieser Zug wurde übrigens auch Arbeiter-Pullman genannt (eine Art Vorläufer der S-Bahn Zürich). Danach erfolgte eine stetige Weiterentwicklung der Steuerung.
Heutzutage ausgelieferte Fahrzeuge haben fast alle eine Vielfachzugsteuerung, welche zumindest ermöglicht, Fahrzeuge gleicher Bauart untereinander vielfachzusteuern.
Systeme
VST IIId
VST IIId gilt als die Standardsteuerung der SBB. Für jeden Befehl existiert jeweils eine eigene Kabelader, über welche elektrische Signale übermittelt werden.
Die ++/+/0/-Steuerung anstelle der Stufenschalter-Steuerung ist das eigentliche Herzstück dieser Vielfachsteuerung, denn erst durch die Last- statt der Stufen-Steuerung ist die Verbreitung möglich gewesen, da keine Abhängigkeit zwischen den Stufen und der Geschwindikeit mehr besteht. Bei Pendelzügen hat das am Zugschluss arbeitende Fahrzeug Zugkraftbegrenzungen.
Beliebig mischbar sind maximal 20 angetriebene Achsen oder 4 arbeitende Lokomotiven.
Die SBB Re 4/4II, SBB Re 421, SBB Re 4/4III, SBB Re 6/6, BLS Re 465(nicht aber die SBB Re 460) sowie SBB RBe 540sowie den daraus abgeleiteten Hochleistungs-Triebwagen der Privatbahnen BDe 4/4sind mit der Vielfachsteuerung VST IIId ausgerüstet. Mit einem als Dolmetscher zwischeneingereihte BLS Re 465 lassen sich auch die BLS Re 4/4 sowie die BLS Ae 4/4 vielfachsteuern.
Die Triebwagen SBB RBDe 560sowie deren Derivate 561 und 562 wie auch die SOB RBDe 566 können nur unter sich vielfachsteuern, es sei denn, die Triebwagen werden als Steuerwagen eingestellt.
Auch nicht freizügig einsetzbar ist die SOB Re 446, die ehemalige SBB Re 4/4IV.
Die meisten Steuerwagen der SBB sind für die VST IIId eingerichtet.
Ein Spezialfall ist der Einheitswagen III-Pendelzug, der selber eine spezielle Steuerleitung hat. Es ist aber im AD ein Übersetzer für die VST IIId eingebaut.
VST VI
Mit der VST VI sind vier arbeitende Fahrzeuge möglich.
Die SBB Re 450, die dazugehörenden Doppelstocksteuerwagen, wie auch die SBB RABe 514sind mit diesem System ausgerüstet.
EP
Mit der neuen Zeitmultiplexsteuerungist eine elektronische Befehlsübermittlung möglich. Dazu werden sogenannte EP-Kabel mit Zusatzkontakten verwendet.
Die SBB Re 460wie auch die BLS Re 465verwenden diese Steuerung. Mit ihr sind vier arbeitende Fahrzeuge möglich. Der Einheitswagen IV-Steuerwagen Bt sowie der IC-Doppelstocksteuerwagen unterstützen dieses System ebenfalls.
System BLS
Die Lötschbergbahnen AGhaben eine eigene Version der VST III.
Zulässig sind 4 arbeitende Triebfahrzeuge. Das System wird von der BLS Re 465, BLS Re 4/4wie auch der BLS Ae 4/4unterstützt.
Sonstige
Die meisten Triebwagen der SBB, BLS und anderer Normalspurbahnen sind zumindest unter ihresgleichen vielfachsteuerbar.
Die modernen Diesellokomotiven SBB Am 841und SBB Am 843haben eine Vielfachsteuerung, mit der baugleiche Lokomotiven in Doppeltraktion gefahren werden können.
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