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Hypovitaminosen sind Krankheiten und Beschwerden, die durch einen Vitaminmangelentstehen. Aufgrund einer mangelnden Zufuhr von Vitaminen entstehen Stoffwechselstörungenmit typischen Krankheitserscheinungen. Beschwerden, die infolge von Hypovitaminosen auftreten, bilden sich in der Regel vollständig zurück.
Vitaminmangelkrankheiten sind unter den europäischen Ernährungsbedingungen eine Seltenheit geworden. Isoliert kommt lediglich eine Vitamin-B12-Mangel vor; alle anderen Vitaminmangelzustände sind Hinweise auf komplexere, meist chronisch entzündlicher Darmerkrankungen Resorptionsstörungenoder bedingt durch Schäden, die infolge medizinischer Eingriffe iatrogenentstanden sind.
Das nahezu vollständige Fehlen bestimmter Vitamine nennt man Avitaminose.
Im Gegensatz zu den Hypovitaminosen treten hingegen bei lang anhaltenden Avitaminosen Spätfolgen (z.B. neuralgische Ausfallerscheinungen) auf.
Von einer Avitaminose, die z.B. das Vitamin B12 betrifft, können Personen nach einer Magenentfernung betroffen sein, weil ihnen ein Stoff, der so genannte Intrinsic Factor, fehlt, der für die Aufnahme dieses Vitamins nötig ist.
Eine Vitaminüberversorgung wird Hypervitaminosegenannt.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Ursachen für das Entstehen von Hypovitaminosen
- 1.1 Unterernährung
- 1.2 Fehlernährung
- 1.3 Resorptionsstörungen
- 1.4 Schwangerschaft und Stillzeit
- 1.5 Stress
- 1.6 Alkohol- und Nikotingenuss
- 1.7 bestimmte Krankheiten
- 2 Krankheiten bei Hypovitaminosen und Avitaminosen
- 3 Behandlung
- 4 Literatur
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Ursachen für das Entstehen von Hypovitaminosen
Unterernährung
- beispielsweise Ernährung mit wenig Frischgemüse und viel Mais Pellagra
- Ernährung ohne frisches Gemüse, Früchte, Salat usw. Skorbut.
Fehlernährung
- beispielsweise einseitige Ernährung, infolge des Konsums von großen Mengen an enthülsten, polierten Reis Beri-Beri
- oder durch die Ernährung mit stark ausgemahlenem Mehl Beri-Berioder
- mit viel rohem Fisch Sushi, da dieser ein Enzym enthält, das das Thiamin zerstört
- Diäten und Fertiggerichte
Resorptionsstörungen
Resorptionbezeichnet die Fähigkeit von Organismen einen Stoff aufzunehmen (zu "resorbieren"). Bei einer Störung kann der Körper den Stoff nicht mehr, bzw. nur unzureichend aufnehmen.Beispiele für Resorptionsstörungen:
- Galleproduktions- und Resorptionsstörungen
- nach Operationen im Magen- darmbereich
- bei infektiösen oder chronischen Darmentzündungen
- bei angeborenen Defekten
- bei Beeinträchtigung der Darmflora Antibiotika
Schwangerschaft und Stillzeit
- bei Säuglingen und Kleinkindern, wenn nicht gestillt wird und /oder wenn zu wenig Sonnenbestrahlung Rachitis
Stress
- Infekte
- Traumen
- Operationen
- chronischen Krankheiten
Alkohol- und Nikotingenuss
bestimmte Krankheiten
- Leberfunktionsstörungen
- Nierenfunktionsstörungen
- Diabetis
Krankheiten bei Hypovitaminosen und Avitaminosen
- Anämie
- Mangel: Fehlen von Riboflavin(Vitamin B2), Pyridoxal(Vitamin B6), Folsäure,Verminderung der roten Blutkörperchen aufgrund der Verminderung des eisenhaltigen Blutfarbstoffes, Blutarmut
- Symptome:
- müde und abgeschlagen
- Atemnot
- Gesicht ist blass und Schleimhäute ebenso
- Konzentrationsschwäche
- Leistungsabfall
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- niedriger Blutdruck, Schwindelgefühl
- Schluckstörungen, Bauchschmerzen und Kreuzschmerzen
- Ariboflavinose
- Mangel an Riboflavin(Vitamin B2)
- Symptome:
- Hautprobleme, wie z.B. eingerissene Mundwinkel und Schuppen
- Bei Kindern tritt außerdem ein vermindertes Sehvermögen und eine Wachstumsverzögerung ein.
- Beri-Beri
- Mangel: Fehlen von Thiamin(Vitamin B1)
- Symptome:
- Kreislaufstörungen
- Nervenlähmung und Wassersucht
- Muskelschwund
- Nachtblindheit
- Mangel: Retinol, bzw. Provitamin A
- Symptome:
- deutlich reduzierte Sehleistung in der Dämmerung und Dunkelheit
- Neuralrohrfehlbildungen, (Spina bifida, Anenzephalie)
- Mangel: Folsäure, Vitamin der B-Gruppe
- Symptome:
- Spina bifida aperta: Fehlbildung am Rücken aufgrund einer unvollständigen Schließung der Wirbelsäule während der Entwicklung, was vielfach eine vollständige oder teilweise Lähmung der unteren Körperhälfte zur Folge hat
- Anenzephalie: das Gehirn wird unvollständig oder gar nicht ausgebildet,was zum Tod innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen nach der Geburt führt.
- Osteomalazie
- Mangel: Calciferol(Vitamin D)
- Symptome:
- Entkalkung des Knochens
- Knochenerweichung, bzw. ?brüchigkeit bei Erwachsenen
- Pellagra
- Mangel: Niacinund Tryptophan(mangelnde Eiweißqualität)
- Symptome:
- Entstehung von Hautveränderungen an den unbedeckten Körperstellen, sowie Störungen der Verdauung und des Nervensystems(Verwirrung)
- Rachitis
- Mangel:Calciferol(Vitamin D)
- Symptome:
- Erweichen und Verbiegen der Knochen
- verdickte Gelenke
- x-Beineund Wirbelsäulenverkrümmungen
- Ragaden
- Mangel: Riboflavin, Vitamin
- Symptome:
- Skorbut
- Mangel: L-Ascorbinsäure(Vitamin C)
- Symptome:
- geschwürige Erkrankung der Mundschleimhaut mit Zahnfleischbluten, sowie
- Blutungen in der Haut und in den Muskeln
- Xerophthalmie
- Mangel: Retinol, bzw. Provitamin A
- Symptome:
- Trockenheit des äußeren Auges
- führt im fortgeschrittenen Stadium zur Erblindung.
- Weitere Krankheitsbilder bei Hypovitaminosen und Avitaminosen:
Behandlung
- Änderung der Eßgewohnheiten, ggf. Beratung bei einem Arzt/Ernährungswissenschaftler
- Gabe des entsprechenden Vitamins, unter ärztlicher Aufsicht
- Therapie einer der Vitaminmangel zugrunde liegenden Krankheit
Literatur
- Thomas Spengler: Gesundheit durch Vitalstoffe Selbstverlag, 2004, ISBN 300012604X
- Hans Konrad Biesalski, Josef Köhrle, Klaus Schürmann: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Thieme, 2002, ISBN 3-13-129371-3
- Hahn, Ströhle, Wolters: Ernährung, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, 2005, ISBN 3804720927
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