Startseite | Impressum
Lumrix Logo
 
 



[ICD 10 Suche]
[Mehr über den ICD]

 

 

Vitiligo

Bild:Vitiligo03.jpg
Vitiligo an der Hand

Vitiligo, oder Weißfleckenkrankheit, ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung (jedoch nicht als ?Krankheit? anerkannt), an der etwa 0,5 bis 2 % der deutschen Bevölkerung leiden. Als einer der bekanntesten Vitiligo-Patienten gilt der Pop-Musiker Michael Jackson.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Erkennung
  • 2 Ursachen
  • 3 Verlauf
  • 4 Behandlung
    • 4.1 Medikamention
    • 4.2 UV-Bestrahlung
    • 4.3 Transplantation
    • 4.4 Begleitende Therapiemöglichkeiten
  • 5 Camouflage
  • 6 Sonstiges
  • 7 Weblinks

Erkennung

Typisch für die Erkrankung sind weiße, pigmentfreieHautflecken, die langsam wachsen können, aber nicht unbedingt müssen. Die erkrankten Hautareale bilden keine neuen Melanozytenmehr, die für die Hautfärbung zuständigen Zellen. Falls solche Symptome auftreten sollten ist ein Hautarzt zu konsultieren. Dieser wird herausfinden, ob tatsächlich eine Vitiligo-Erkrankung vorliegt und den Patienten über die Krankheit aufklären, sie protokollieren und über Möglichkeiten einer Behandlung von und den Umgang mit Vitiligo sprechen.

Ursachen

Die Ursache der Pigmentstörung ist noch nicht sicher erkannt. Es könnte eine Fehlfunktion im Stoffwechsel (Schilddrüse) sein oder ? etwas wahrscheinlicher ? eine Störungen des Immunsystems, das die eigenen Haut-Melanozytenbekämpft (Autoimmunerkrankung).

Vitiligo tritt nicht immer allein auf, sondern wird teilweise von anderen Autoimmunerkrankungen begleitet. Statistisch betrachtet wird Vitiligo beispielsweise sehr oft von der SchilddrüsenerkrankungHashimoto-Thyreoiditis, aber auch von anderen Schilddrüsendefekten begleitet.

Es gilt als anerkannt, das die Einnahme von Antibabypillenals Verhütungsmittel ein Ausbrechen bzw. Verstärken der Krankheit begünstigt.

Stresskönnte als Katalysatoreines Vitiligo-Ausbruchs wirken. Dies bedeutet, dass die mit dem Stress einhergehenden Auswirkungen das Immunsystem stören können. Damit kann sich die schon vorhandene Autoimmunerkrankung zum ersten mal oder verstärkt bemerkbar machen, indem erste oder mehr bzw. vergrößerte pigmentlose Hautstellen, auftauchen können.

Verlauf

Die Krankheit kann in jedem Alter und auch in anscheinend genetisch nicht vorbelasteten Familien auftreten, wobei Flächen von unpigmentierter Haut an den Extremitäten, aber auch am Oberkörper, am Hals und im Gesicht entstehen können. Die Flächen können wachsen oder in ihrer Größe konstant bleiben. Manchmal bilden sich auch kleinflächig Pigmente zurück, wenn sie wieder von Melanozytenbevölkert werden.

Behandlung

Vitiligo ist bis heute nicht heilbar, teilweise bedingt aus dem mangelndem Wissen über die Krankheit, aber auch aus dem Grund eines oft späten Ausbruchs der Krankheit oder der im Vergleich zu anderen Krankheiten relativ ?harmlosen? Symptome; die weder tödlich sind, noch starke Behinderungen mitsichbringen. Im Allgemeinmund wird oft nur von einem ästhetischem Problem gesprochen. Sämtliche Therapien geben einem Patienten nur eine Chance auf eine Repigmentierung der betroffenen Hautstellen. Die möglichen Erfolge durch heutige Behandlungen geben dem Betroffenen jedoch keine Garantie darauf, dass die Krankheit nicht wieder evtl. sogar verstärkt auftreten kann.

Auf Grund der fehlenden Pigmentekann die Haut sich in Folge von Vitiligo nicht gegen die Sonne schützen, wie sie das bei pigmentierten Hautarealen tut, nämlich, indem sie eine natürliche Bräunung aufbaut. Deshalb sollten die weißen Hautstellen bei Sonnenbestrahlung besonders gut geschützt werden. Dies erreicht man durch hautbedeckende Kleidung oder auch eine Sonnenschutzcreme mit einem Schutzfaktor etwa ab 30 aufwärts (Sunblocker). Schon zeitlich sehr kurze, aber direkte Sonneneinstrahlungen etwa ab 10 Minuten Dauer können bei Vitiligo Sonnenbrand auslösen. Auf Grund dieser stark erhöhten Sonnenbrandgefahr sollten Betroffene im Hinblick darauf, dass häufige Sonnenbrände das Risiko von Hautkrebsfördern, Sonnenbrände generell unbedingt vermeiden.

Medikamention

Steroidewurden zur Behandlung verwendet, haben sich jedoch nicht als besonders wirkungsvoll erwiesen. Einen ähnlichen, ebenfalls immunsuppressiven Ansatz verfolgen die neueren Präparate aus der Gruppe der Calcineurin-Antagonisten. Die abschließende Bewertung der Wirksamkeit dieser Präparate steht derzeit aber noch aus.

UV-Bestrahlung

Weiterhin werden verschiedene Formen der UV-Therapien eingesetzt: 311 nm Schmalspektrum-UVB, UVA-Therapien in Kombination mit Lichtsensibilisierenden Präparaten (z. B. Khellin oder Phenylalanin) sowie 308 nm Excimerlaser. Derzeit erscheint die Bestrahlung mit 311 nm UVB-Licht am vorteilhaftesten, wenn ausgedehnte Areale betroffen sind. Bei kleineren Arealen (bis etwa 5?10 % der Körperoberfläche) sind derzeit die Ergebnisse mit dem 308 nm Excimer-Laser am überzeugendsten, besonders im Gesicht. UV-Therapien müssen über mehrere Monate durchgeführt werden, durchschnittlich sind Therapiezeiten von 6 bis 12 Monaten zu erwarten, die in vielen kurzen Sitzungen regelmäßig erbracht werden müssen. Wenn nach 3 Monaten UV-Bestrahlung noch keine Repigmentierung eingesetzt hat, ist die nunmehr erfolglose Therapieform abzusetzen. Eine Therapie in Form von direkter Sonneneinwirkung ist, wegen der Gefahr von Überdosierung oder Bestrahlung mit ungewollten UV-Strahlen, zu meiden und kann sogar mehr Schaden als Nutzen bewirken (Sonnenbrände, Steigerung der Erkrankungsgefahr durch Hautkrebs oder übermäßige und damit unästhetische Bräunung der nichterkrankten Hautareale).

Transplantation

In Spezialfällen können auch autologe Melanozyten angezüchtet und wiedereingepflanzt werden.

Begleitende Therapiemöglichkeiten

Begleitende Therapien bieten keine Heilungsmöglichkeiten für Vitiligo, könnten jedoch die Erkrankung mildern oder die Therapien begünstigen.

Psychotherapie
In einigen Fällen kann die Psychotherapie eine Hilfe bei der Stressbewältigung bieten und trägt damit zur Verminderung der psychosomatischen Einflussfaktoren bei.
Ernährungstherapie
Eine gesunde und gut geführte Ernährung könnte die mit Autoimmunkrankheiten verbundene überschießende Reaktion des Immunsystems und damit den Abbau von Melanozyten verringern.
Sporttherapie
Ähnlich der Ernährungstherapie könnte regelmäßiger (jedoch kein stressiger) Sport zur Fitness und damit zur Normalisierung des Immunsystems beitragen.

Camouflage

Als Camouflagewerden abdeckende Verfahren bezeichnet, bei denen die hellen Herde mit einem Spezial-Make-upabgetönt werden. ß-Carotinhöherdosiert, in Form von Kapseln, führt zu einer Orangeverfärbung der hellen Hautpartien, so dass der Kontrast zur gesunden Haut geringer erscheint.

Die Krankheitscheint relativ harmlos, doch sind die betroffenen Hautregionen nicht gegen Sonneneinstrahlung geschützt (Sonnenbrandaber keine Bräunung). Allerdings kann das Aussehen bei ansonsten dunkler Haut recht störend wirken. Bei hellhäutigen Personen kann die Krankheit durch Vermeidung von Sonnenlicht, auch auf die nicht betroffenen Hautpartien, verborgen werden.

Sonstiges

In manchen Kulturenist mit Vitiligo für die betroffenen Personen ein Stigmaverbunden. Sie werden teilweise als böse oder verseucht gesehen und deshalb mitunter von den anderen Gruppenmitgliedern gemieden. Es wird behauptet, Michael Jacksonhabe seine Haut bleichen lassen, um die Effekte von Vitiligo zu verbergen.

Weblinks

Bild:Wiktionary-ico-de.png
   
Wiktionary: {{{2|Vitiligo}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
  • Vitiligo-Therapie
  • Ursachen und Therapie
  • Einfluss der Pille auf Vitiligo

Selbsthilfegruppen

  • Deutscher Vitiligo Verein e. V. ? Informationen rund um Vitiligo, Behandlungsmöglichkeiten, Therapien, Camouflage, Selbsthilfegruppen, Hautärzte und vieles mehr
  • Wiener Vitiligo Selbsthilfegruppe
  • Vitiligo-Selbsthilfegruppe im Rhein-Main-Gebiet



Dieser Artikel basiert auf dem Artikel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.