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| Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen siehe Wasser (Begriffsklärung).
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Wasser (H2O) ist eine chemische Verbindungaus den ElementenSauerstoff(O) und Wasserstoff(H). Die Bezeichnung Wasser wird besonders für den flüssigen Aggregatzustandverwendet. Im festen, also gefrorenen Zustand, wird es Eisgenannt, im gasförmigen Zustand Wasserdampfoder einfach nur Dampf.
Bild:Glacial iceberg in Argentina.jpg Wasser in seinen drei bekannten Aggregatzuständen
Inhaltsverzeichnis
- 1 Etymologie und alternative Bezeichnungen
- 2 Vorkommen
- 2.1 Erde
- 2.2 Sonnensystem
- 2.3 Herkunft
- 3 Wassermolekül
- 4 Die Anomalie des Wassers
- 5 Synthese, Elektrolyse und Nachweis
- 6 Geschichte der Wassernutzung
- 7 Bedeutung des Wassers in den Wissenschaften
- 7.1 Wasserchemie
- 7.2 Wasser in den Geowissenschaften
- 7.3 Wasser in der Hydrodynamik
- 8 Kulturelle Bedeutung des Wassers
- 8.1 Wasser in der Mythologie
- 8.2 Wasser in der Religion
- 8.3 Wasser in der Esoterik
- 9 Wasser als Trinkwasser und Produkt
- 9.1 Wasserverbrauch
- 9.2 Wasserversorgung
- 9.3 Gesetzliche Grundlagen und Behörden
- 10 Ausstellungen und Veranstaltungen rund ums Wasser
- 11 Siehe auch
- 12 Literatur
- 13 Weblinks
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Etymologie und alternative Bezeichnungen
Das Wort Wasser leitet sich vom althochdeutschenwazzar ?das Feuchte, Fließende? ab. Das indogermanische Wort wadar ist bereits im Hethitischendes 3. Jahrtausends v.u.Z belegt.
Auch das altgriechische Wort hydor (= Wasser), von dem sich alle Fremdwörter mit dem Wortbestandteil "-hydr(o)-" ableiten, gehört zu dieser Familie.
Andere chemische Bezeichnungen für Wasser sind:
- Wasserstoffoxid (auf deutsch die korrekte, weil einfachste Bezeichnung)
- Diwasserstoffmonoxid, Wasserstoffhydroxid, Dihydrogeniumoxid, Hydrogeniumoxid, Hydrogeniumhydroxid oder Dihydrogenmonoxid
Vorkommen
Erde
Große Teile der Erde sind vom Wasser bedeckt, wobei dies besonders auf der Südhalbkugelder Fall ist und sich als Extrem an der Wasserhalbkugelzeigt. Die Versorgung der Weltbevölkerungmit hygienischund toxikologischunbedenklichem Trinkwasser, sowie einer ausreichenden Menge Nutzwasser, stellt eine der größten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten dar.
Die Wasservorkommen der Erde belaufen sich auf circa 1 386 Millionen km3, wovon allein 1 338 Millionen km3 (96,5 %) auf das Salzwasserder Weltmeereentfallen. Nur 48 Millionen km3 (3,5 %) des irdischen Wassers liegen als Süßwasservor. Das mit 24,4 Millionen km3 (1,77 %) meiste Süßwasser ist dabei als Eisan den Polen, Gletschernund Dauerfrostbödengebunden und somit nicht der Nutzung zugänglich. Einen weiteren wichtigen Anteil macht das Grundwasser mit 23,4 Millionen km3 aus. Das Wasser der Fließgewässer und Binnenseen (190 000 km3), der Atmosphäre (13 000 km3), des Bodens (16 500 km3) und der Lebewesen (1 100 km3) ist im Vergleich rein mengenmäßig recht unbedeutend. Dabei ist jedoch nur ein geringer Teil des Süßwassers auch als Trinkwasser verfügbar. Insgesamt liegen 98,233 % des Wassers in flüssiger, 1,766 % in fester und 0,001 % in gasförmiger Form vor. In seinen unterschiedlichen Formen weist das Wasser dabei spezifische Verweilzeitenauf und zirkuliert fortwährend im globalen Wasserkreislauf.
Diese Anteile sind jedoch nur näherungsweise bestimmbar und wandelten sich auch stark im Laufe der Klimageschichte, wobei im Zuge der globalen Erwärmungvon einem Anstieg des Wasserdampfanteils ausgegangen wird.
Sonnensystem
Außerhalb der Erde kommt ebenfalls Wasser vor - zwar in gigantischen Mengen, dafür aber nur "dünn verteilt": Entweder als Eisauf anderen Himmelskörpern oder als Wasserdampf. Als Eis wurde Wasser in Kometen(?schmutzige Schneebälle?), auf dem Marsund auf einigen Mondender äußeren Planetennachgewiesen. Alleine die Saturnringeenthalten überschlägig etwa 20-30% so viel Wasser, wie auf der Erde vorkommt. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass der Mars in der Frühzeit seiner Entwicklung offene Wasserflächen enthielt. Zu den Monden zählen die Jupitermonde Europa, Ganymedund Kallisto, sämtliche Saturnmonde und Uranusmonde, die Neptunmonde (u.a. Triton, der größte Neptunmond), sowie Charon, der einzige bekannte Mond Plutos. Hinweise auf das Vorhandensein von Eis in Meteoritenkraternin Polnähe gibt es sogar bei Merkur, dem sonnennächsten Planeten. Es ist möglich, dass auf dem Erdenmondin den Polregionen am Grund tiefer Krater Eisvorkommen als Relikte von Kometeneinschlägen überlebt haben. Solche Vorkommen wären wichtige Wasser- und Sauerstoffquellen für künftige Mondbasen, sind jedoch bis auf weiteres spekulativ.
Herkunft
Hauptartikel: Herkunft des irdischen Wassers
Die Herkunft des Wassers auf der Erde, insbesondere die Frage, warum auf der Erde deutlich mehr Wasser vorkommt als auf den anderen erdähnlichen Planeten, ist bis heute nicht befriedigend geklärt. Ein Teil des Wassers dürfte durch das Ausgasen der Magmaentstanden sein, also letztlich aus dem Erdinnerenstammen. Ob dadurch aber die Menge an Wasser erklärt werden kann, ist fragwürdig. Weitere große Anteile könnten aber auch durch Einschläge von Kometen, transneptunischen Objektenoder wasserreichen Asteroiden(Protoplaneten) aus den äußeren Bereichen des Asteroidengürtelsauf die Erde gekommen sein. Messungen des Isotopenverhältnissesvon Deuteriumzu Protium(D/H-Verhältnis) deuten dabei eher auf Asteroiden hin, da in Wassereinschlüssen in kohligen Chondritenähnliche Verhältnisse gefunden wurden wie in ozeanischem Wasser, wohingegen bisherige Messungen dieses Isotopenverhältnisses an Kometen und transneptunischen Objekten nur schlecht mit irdischem Wasser übereinstimmten.
Wassermolekül
Bild:Watermolecule.png
Bild:Wasserstoffbrückenbindungen des Wasser.png
Hauptartikel: Wassermolekül
Das Moleküldes Wassers besteht aus zwei Wasserstoffatomenund einem Sauerstoffatom. Geometrisch ist das Wassermolekül gewinkelt, so dass die zwei Wasserstoffatome und die zwei Elektronenpaare in die Ecken eines gedachten Tetraedersgerichtet sind. Der Winkel, den die beiden O-H-Bindungen einschließen beträgt 104,45°. Er weicht aufgrund des erhöhten Platzbedarfs der freien Elektronenpaare vom idealen Tetraederwinkel (~109,47°) ab. Die Bindungslänge der O-H-Bindungen beträgt jeweils 95,84 Picometer.
Sauerstoffhat in der Pauling-Skala mit 3,5 eine höhere Elektronegativitätals Wasserstoffmit 2,1. Das Wassermolekül weist dadurch ausgeprägte Partialladungenauf. In Kombination mit der dreieckigen Geometrie kommt es auf der Seite des Sauerstoffs zu einer negativen und auf der Seite der beiden Wasserstoffatome zu einer positiven Polarität. Diese bewirkt das Dipolmoment, das in der Gasphase 1,84 Debyebeträgt.
Wassermoleküle wechselwirken miteinander über Wasserstoffbrückenbindungenund besitzen dadurch ausgeprägte zwischenmolekulare Anziehungskräfte. Es handelt sich dabei um keine beständige, feste Verkettung. Der Verbund der über Wasserstoffbrückenbindungen unbeständig verketteten Wassermoleküle besteht nur Bruchteile von Sekunden, wonach sich die einzelnen Moleküle wieder aus dem Verbund lösen und sich in einem ebenso kurzen Zeitraum erneut verketten. Dieser Vorgang wiederholt sich ständig und führt letztendlich zur Ausbildung eines variablen Clusters. Hierdurch werden wichtige Eigenschaften wie die Dichteanomalie hervorgerufen.
Je nach Isotopenzusammensetzung des Wassermoleküls unterscheidet man ?schweres Wasser?, ?halbschweres Wasser? und ?überschweres Wasser?.
Die Anomalie des Wassers
Wasser hat bei 4°C - 6°C das kleinste Volumen und die größte Dichte (0,999972 g/cm³). Daher dehnt es sich, wenn von einer dieser Anfangstemperaturen ausgeht, sowohl bei Erwärmung als auch bei Abkühlung aus. (Dichte sinkt in beiden Richtungen ab)
Hauptartikel: Eigenschaften des Wassers, Stoffdaten des Wassers
Synthese, Elektrolyse und Nachweis
Wasser wurde zum ersten Mal synthetisiert, als Henry Cavendishein Gemisch aus Wasserstoff und Luft zum Explodieren brachte.
Da Wasserstoff in der Zukunft Energieträger werden soll, ist geplant, durch die Elektrolyse des Wassers diesen Wasserstoff zu gewinnen. Allerdings ist ein hoher Energieaufwand für die Elektrolyse nötig. Mittlerweile ist es Forschern gelungen, Wasser durch Anwesenheit eines Katalysatorsnur mittels Sonnenlicht in Sauerstoff und Wasserstoff aufzuspalten:
Wasser färbt weißes Kupfersulfathellblau und blaues Cobalt(II)-chloridpapierwird durch Wasser rot gefärbt, Karl-Fischer-Titration.
Geschichte der Wassernutzung
Hauptartikel: Geschichte der Wassernutzung
Die Geschichteder menschlichen Nutzung des Wassers und somit jene der Hydrologie, der Wasserwirtschaftund besonders des Wasserbaus, ist durch eine vergleichsweise geringe Zahl von Grundmotiven geprägt. Von den ersten sesshaftwerdenen Menschen zu den Hochkulturen der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit stand im Zentrum immer ein Konflikt zwischen einem zu viel und einem zu wenig an Wasser. Ihm war man dabei fast immer ausgeliefert, ob durch Dürren die Ernte einging oder Hochwasser Leben und Besitz bedrohte. Ohne die Kenntnis woher das Wasser kam und wohin es ging, wurde es zu einem Gegenstand der Mytholgie und später auch Naturphilosophie. Noch heute kommt dem Wasser in den meisten Religionen der Welt eine Sonderstellung zu, besonders dort, wo die Frage des Überlebens von der Lösung der zahleichen Wasserprobleme abhing.
Ziel war es allen Nutzungsansprüchen gerecht zu werden und dabei auch jedem Menschen den ihm zustehenden Teil des Wassers zu garantieren. Hierzu wurde das Wasserrechtals eine der ersten Rechtsformen zum Mitbegründer der ersten zentralistischen Zivilisationen von Mesopotamien und Ägypten, bis in die Flusstäler Chinas und Indiens.
Die lange Geschichte der Wassernutzung zeigt sich dabei, wie die Menschheitsgeschichte insgesamt, nicht als ein kontinuierlicher Entwicklungspfad. Sie wurde vor allem durch einzelne Zentren hohen wasserwirtschaftlichen Standards sowie immer wiederkehrende Brüche geprägt, neben oft Jahrhunderte lang währenden Stagnationsphasen. So beeindruckend die frühen wasserbaulichen Anlagen dabei auch waren, wie groß sich Innovationskraft und Kreativität unserer Vorfahren auch zeigte, letztlich war und ist man auch heute noch abhängig von der Natur, die man jedoch erst in vergleichsweise jüngster Zeit anfing wirklich zu verstehen.
Bedeutung des Wassers in den Wissenschaften
Zur Bedeutung für das Leben und die Welt allgemein siehe: Bedeutung des Wassers
Wasser spielt wegen seiner besonderen chemischenund physikalischenEigenschaften, vor allem des Dipolmoments, der Wasserstoffbrückenbindungund der Dichteanomalie, eine zentrale Rolle in vielen Wissenschaften und Anwendungsgebieten. Es ist der wahrscheinliche Entstehungsort des irdischen Lebensund unter Umständen auch eine Bedingung für dieses. In Organismenund in unbelebten Bestandteilen der Geosphärespielt es als vorherrschendes Mediumbei fast allen Stoffwechselvorgängenbeziehungsweise geologischenund ökologischenElementarprozessen eine entscheidende Rolle. Die Erdoberflächeist zu circa 72 % von Wasser bedeckt, wobei Ozeanehieran den größten Anteil tragen. Süßwasserreservenbilden lediglich 2,53 % des irdischen Wassers und nur 0,3 % sind als Trinkwasser zu erschließen (Dyck 1995). Durch die Rolle des Wassers in Bezug auf Wetterund Klima, als Landschaftsgestalterim Zuge der Erosionund durch seine wirtschaftliche Bedeutung unter anderem in den Bereichen der Land-, Forst- und Energiewirtschaftist dieses zudem in vielfältiger Weise mit Geschichte, Wirtschaftund Kulturder menschlichen Zivilisationverbunden.
Die Wissenschaft, welche sich mit der räumlichen wie zeitlichen Verteilung des Wassers und dessen Eigenschaften beschäftigt, bezeichnet man als Hydrologie. Insbesondere untersucht die Ozeanologiedas Wasser der Weltmeere, die Limnologiedas Wasser der Binnengewässer, die Hydrogeologiedas Grundwasserund die Aquifer, die Meteorologieden Wasserdampf der Atmosphäre und die Glaziologiedas gefrorene Wasser unseres Planeten. In flüssiger Form wurde Wasser bislang nur auf der Erdenachgewiesen.
Wasserchemie
Die Chemiebeschäftigt sich unter anderem mit der Analysevon im Wasser gelösten Stoffen, den Eigenschaften des Wassers, dessen Nutzung, dessen Verhaltensweise in verschiedenen Zusammenhängen.
Wasser ist ein Lösungsmittel für viele Stoffe, für Ionenverbindungen, aber auch für hydrophileGase und hydrophileorganischeVerbindungen. Sogar gemeinhin als in Wasser unlöslich geltende Verbindungen können in Spuren im Wasser enthalten sein. Daher liegt Wasser auf der Erde nirgends in reinem Zustand vor. Es hat je nach Herkunft die unterschiedlichsten Stoffe in mehr oder weniger großen Konzentrationen in sich gelöst.
In der Analytik unterscheidet man unter anderem folgende Wassertypen:
- Reinstwasser
- Demineralisiertes Wasser
- Destilliertes Wasser
- Enteisentes Wasser
- Ätherisches Wasser
- Rohwasser
- Regenwasser
- Grundwasser
- Oberflächenwasser(Fließ- und Stehgewässer),
- Süßwasser/Salzwasser/Brackwasser
- Mineralwasser
- Trinkwasser
- schweres Wasser
- Abwasser, (Haushalts-Abwässer, landwirtschaftliche Abwässer, Industrie-Abwässer)
Aber auch bei den wässrigen Auslaugungen (Eluaten) von Sedimenten, Schlämmen, Feststoffen, Abfällen und Böden wird die Wasseranalytik eingesetzt.
Um die Eigenschaften des Wassers und eventuell darin gelöster Stoffe, bzw. damit in Kontakt stehender fester Phasen aufzuklären hat sich die Molekulardynamik-Simulation bewährt.
Siehe auch: Wasserhärte, Gewässergüteklasse, Hydrophobie, Hydrophilie
Wasser in den Geowissenschaften
Bild:StrokkurBubble3.jpg Der isländische GeysirStrokkur kurz vor dem Ausbruch
In den Geowissenschaften haben sich Wissenschaften herausgebildet, die sich besonders mit dem Wasser beschäftigen: die Hydrogeologie, die Hydrologie, die Glaziologie, die Limnologie, die Meteorologieund die Ozeanographie.
Besonders interessant für die Geowissenschaften ist, wie Wasser das Landschaftsbild verändert (von kleinen Veränderungen über einen großen Zeitraum bis hin zu Katastrophen, bei denen Wasser innerhalb weniger Stunden ganze Landstriche zerstört), dies geschieht zum Beispiel auf folgende Weisen:
- Flüsse oder Meere reißen Erdmassen mit sich und geben sie an anderer Stelle wieder ab (Erosion).
- Durch sich bewegende Gletscherwerden ganze Landschaften umgestaltet.
- Wasser wird von Steinen gespeichert, gefriert in diesen und sprengt die Steine auseinander, weil es sich beim Gefrieren ausdehnt (Frostverwitterung).
- Durch Dürrenwerden die natürlichen Ökosystemestark beeinflusst.
Wasser ist nicht nur ein bedeutender Faktor für die mechanische und chemische Erosion von Gesteinen sondern auch für die klastische und chemische Sedimentationvon Gesteinen. Dadurch entstehen unter anderem Grundwasserleiter.
Auch interessiert Geowissenschaftler die Vorhersage des Wetters und besonders von Regenereignissen (Meteorologie).
Siehe auch: Gewässer, Gletscher, Permafrostboden, Binnenmeer, Binnensee, Teich, Meer, Ozean, Fluss, Bach, Flussaue.
Wasser in der Hydrodynamik
Die verschiedenen strömungstechnischen Eigenschaften und Wellentypenauf mikroskopischer und makroskopischer Ebene werden intensiv untersucht, wobei folgende Fragestellungen im Mittelpunkt stehen:
- Optimierung von Bootskörpern und exponierter Baukörper (zum Beispiel Wehre) - Minimierung des Strömungswiderstandes
- Optimierung des Wirkungsgrades von wassergetriebenen Turbinenrädern
- Untersuchung von Strömungsphänomenen und Resonanzkatastrophen (Tsunami, Monsterwellen)
- Untersuchung der Konsistenz und Qualität des Mediums Wasser aus der Analyse seiner charakterisierenden Strömungseigenschaften. Mit diesem Aspekt beschäftigt sich das Institut für Strömungswissenschaftenin Herrischried im Südschwarzwald.
Kulturelle Bedeutung des Wassers
Aufgrund der großen Bedeutung des Wassers wurde es nicht zufällig bereits bei den frühesten Philosophenzu den vier Urelementengezählt. Thales von Miletsah im Wasser sogar den Urstoff allen Seins.
Wasser in der Mythologie
Bild:Tesserale Kombination Pentagondodekaeder mit Oktaeder im Gleichgewicht.png
Wasser ist in der von Empedokleseingeführten und dann vor allem von Aristotelesvertretenen Vier-Elemente-Lehreneben Feuer, Luftund Erdeein Element.
Ebenso ist Wasser in der taoistischen Fünf-Elemente-Lehre(neben Holz, Feuer, Erde, Metall) vertreten. Die Bezeichnung Elemente ist hier jedoch etwas irreführend, da es sich um verschiedene Wandlungsaspekteeines zyklischenProzesseshandelt.
Im antiken Griechenlandwurde dem Element Wasser das Ikosaederals einer der fünf Platonischen Körperzugeordnet.
Wasser in der Religion
In den Religionen hat Wasser häufig einen hohen Stellenwert. Oft wird die reinigende Kraft des Wassers beschworen, zum Beispiel bei den Moslems in Form der rituellen Fußwaschung vor dem Betreten einer Moschee, oder im Hindu-Glauben beim rituellen Bad im Ganges. Im Judentum besitzt so gut wie jede Gemeinde eine Mikwe, ein Ritualbad mit fließendem reinen Wasser, das oft aus einem tiefreichenden Grundwasserbrunnen besteht, wenn Quellwasser nicht zur Verfügung steht. Nur wer sich vollständig untertaucht, wird rituell gereinigt. Notwendig ist dies nicht nur für Frauen nach Menstruation oder Geburt, sondern auch für zum Judentum Bekehrte - ähnlich einer christlichen Taufe - oder bei orthodoxen Juden vor dem Schabbat und vor Feiertagen.</br>
Die christliche Taufewurde bis ins späte Mittelalter durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser als Ganzkörpertaufe vollzogen, im Westen heute meist nur noch durch Besprengen mit Wasser. Die Taufe bedeutet Hinwendung zu Christus und Aufnahme in die Kirche. Sie steht auch symbolisch für Sterben (Untertauchen) und Auferstehen (ankommen am Ufer des neuen Lebens). In der katholischen und orthodoxen Kirche spielt das Weihwassereine besondere Rolle. Vor allem die reinigende Kraft des Wassers gab immer wieder Anlass, über die Bedeutung des Wassers für das Leben und auch für ein Leben nach dem Tod nachzudenken.
Wasser in der Esoterik
In der Esoterikheißt es, Wasser sei in seiner Struktur veränderbar und übertrage so Informationen. Diese Wasser werden als "Polywasser", "levitertes", "formatiertes" oder Belebtes Wasserbezeichnet und gehen zum Teil zurück auf Masaru Emoto, Viktor Schaubergeroder Wilfried Hacheney.
Wasser als Trinkwasser und Produkt
Bild:Stilles Mineralwasser.jpg
Die zur Trinkwasserversorgungnutzbaren Wasservorkommen werden unterschieden in Niederschlagswasser, Oberflächenwasser in Flüssen, Seen, Talsperren, Grundwasser, Mineralwasserund Quellwasser. Die Nutzung der Gewässer wird im Wasserhaushaltsgesetz(in Deutschland, Österreich und der Schweiz (?)) geregelt. In Mitteleuropagibt es eine zuverlässige, weitgehend kostendeckende und hochwertige Wasserversorgung, meist noch durch öffentliche Anbieter. Meist kommt Leitungswasser aus der näheren Region, für die der kommunale Versorger auch ökologisch Verantwortung übernimmt. Der weltweite Wassermarkt hat ein Wachstum wie kaum eine andere Branche. Deshalb haben private Anbieter großes Interesse, Wasser als Handelswarezu definieren, um diesen Markt zu übernehmen.
Auch wenn das normale Trinkwasser nicht direkt eine Handelsware darstellt, so wird auch von manchen Organisationen ins Treffen geführt, dass durch die Globalisierung auch ein indirekter Wasserexport, vor allem der Länder der dritten Welt, stattfindet. Das bedeutet beispielsweise, dass für den Anbau von Bananen 1.000 l/m² Boden notwendig ist. Durch Produktionssteigerungen, die für den Export bestimmt sind, fehlt das Wasser der einheimischen Bevölkerung. (Quelle: Wuppertaler Institut)
Wasserverbrauch
Der Wasserverbrauch ist das für den menschlichen Verbrauch benötigte Wasser. Dieses umfasst den unmittelbaren menschlichen Genuss (Trinkwasser) ebenso wie den zum alltägliche Leben (Waschen, Kochen etc.) sowie für die Landwirtschaft, das Gewerbeund die Industrie(siehe Nutzwasser) gegebenen Bedarf. Wie der Wortsinn - verbrauch darlegt, wird hierbei das Wasser im Hinblick auf seine Menge und Qualität geändert. Der Wasserverbrauch ist daher nicht nur eine Kenngröße für die nachgefragte Wassermenge, sondern zumeist auch für die Entsorgung (Kanalisation, Kläranlage)
Der Wasserbedarf in Deutschland betrug 1991 47,9 Milliarden m3, wovon allein 29 Milliarden m3 als Kühlwasser in Kraftwerken dienten. Rund 11 Milliarden m3 wurden direkt von der Industrie genutzt, 1,6 Milliarden m3 von der Landwirtschaft. Nur 6,5 Milliarden m3 dienten der Trinkwasserversorgung. Der durchschnittliche Wasserverbrauch beträgt rund 130 Liter pro Einwohner und Tag (davon etwa 1 Liter zum Trinken, neben Cola, Bier oder anderen Getränken welche ebenfalls Wasser enthalten).
Siehe auch: Abwasser, Nutzwasser, Verbrauch
Wasserversorgung
Bild:WorldWaterAvailability.png Staaten mit der geringsten Verfügbarkeit an sich erneuerndem Süßwasser pro Einwohner und Jahr
Die Versorgung der Menschheit mit sauberem Wasser stellt Menschen nicht nur in den Entwicklungsländern vor ein großes logistisches Problem. Nur 0,3 % der weltweiten Wasservorräte sind als Trinkwasser verfügbar, das sind 3,6 Millionen km3 von insgesamt ca. 1,38 Milliarden km3.
Um die Wasserknappheit in niederschlagsarmen Ländern zu lindern, wurden schon verrückt erscheinende Ideen erwogen: so wurde vorgeschlagen, mit Schleppern einen riesigen Eisberg über das Meer zu schleppen, der nur zum Teil schmelzen würde, und von dem auftauenden Eisberg Trinkwasser aufzufangen.
Siehe auch: Wasserverteilungssystem, Wasseraufbereitung, Wasseraufbereitungsanlage, Wasserwirtschaft, Wasserreinhaltung
Gesetzliche Grundlagen und Behörden
Hauptartikel: Wasserrecht
Die wasserrechtlichen Grundlagen der Wasserwirtschaft und des öffentlichen Umganges mit den Wasserresourcen bilden in Deutschland das Wasserhaushaltsgesetzund die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. Wichtige Behörden und Institutionen sind:
- Wasser- und Schifffahrtsamt
- LAWA (Arbeitsgemeinschaft)
Ausstellungen und Veranstaltungen rund ums Wasser
- Von 2005 bis 2014 hat die UNOzur Internationalen Aktionsdekade ?Wasser ? Quelle des Lebens?aufgerufen
- Weltwasserforum
- Weltwassertag
- Museum Wasserforum HWW (Hamburger Wasserwerke)
Siehe auch
- Trinkwasser, Mineralwasser, Aquavit- Wasser als Getränk
- Brackwasser, Salzwasserund Süßwasser- Wasserarten nach Salzgehalt
- Gewässer- Allgemeine Bezeichnung für natürliche und künstliche Wasseransammlungen
- Wasser als Handelsware, Umwelt- und Ressourcenkonflikte
- Weihwasser- als Symbol in der Religionsgeschichte
- Wasser - Der Film, einen Film aus Großbritannien, 1985, mit deutschem Titel
- Mpemba-Effekt, abnormaler Gefriervorgang
- Dihydrogenmonooxid
Literatur
Allgemeine Inhalte
- Karl Höll, Andreas Grohmann et. al. (2002): Wasser. Nutzung im Kreislauf. Hygiene, Analyse und Bewertung. 8. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin - New York.
- Dyck & Peschke (1995): Grundlagen der Hydrologie. 3. Auflage, Verlag Bauwesen. ISBN 3345005867
- Philip Ball (2001): H2O ? Biographie des Wassers. Piper Verlag. ISBN 3492041566
Wasserchemie
- Günter Wieland (1999): Wasserchemie. 12. Auflage, Essen. ISBN 3802725425
- Bernd Naumann (1994): Chemische Untersuchungen der Lebensgrundlage Wasser. Herausgeber: Landesinstitut für Lehrerfortbildung, Lehrerweiterbildung und Unterrichtsforschung von Sachsen-Anhalt (LISA)], (=Anregungen zur ökologischen Bildung, Bd. 2), Halle.
Nutzung und Schutz
- Properties of Water and Steam in SI-Units, Thermodynamische Eigenschaften von Wasser und Wasserdampf, 0 - 800 °C, 0 - 1000 bar; Springer-Verlag 1981 ISBN 3-540-09601-9, ISBN 0-387-09601-9
- Christian Opp (Hrsg.): Wasserressourcen - Nutzung und Schutz (=Beiträge zum Internationalen Jahr des Süßwassers 2003) Marburg/Lahn 2004, 320 S., ISBN 388353049
Gesundheit/Esoterik
- Batmanghelidj, F. (2002): Wasser - die gesunde Lösung. Ein Umlernbuch. VAK Verlag. ISBN 3924077835
- Batmanghelidj, F. (2003): Sie sind nicht krank, Sie sind durstig! Heilung von innen mit Wasser und Salz. VAK Verlag. ISBN 3935767250
Weblinks
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| Wiktionary: {{{2|Wasser}}} ? Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen
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Allgemeine Inhalte
- Quarks & Co: Lebensquell Wasser.pdf
- Wasserlexikon der Uni Bremen
- Wasserwanderweg
- Informationen über Wasser
- Forschungsgruppe (Englisch)
Informationen zum Wasser für Kinder
- bei klasse-wasser.de
- Ein Wassertropfen auf Reisen
- Wasser Umwelt
Multimedialinks
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