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Wurm-Krankheit

Als Wurmerkrankung oder Helminthiasis bezeichnet man Erkrankungen ausgelöst durch parasitische Würmer. Je nach Art des Befalles kann man nun unterscheiden, ob es sich beim Wirt um einen Zwischenwirtoder um einen Endwirthandelt.

Die meisten für den Menschen bedeutsamen Würmer zählen zu den Plattwürmern- mit den KlassenBandwürmer(Cestoda) und Saugwürmer(Trematoda) - beziehungsweise zu den Fadenwürmern(Nematoda), die aufgrund ihres runden Querschnitts auch als Rundwürmer bezeichnet werden. Filariengehören als Sammelbegriff für Würmer den FamilienFilariidaeund Onchecercidaean. Auch die Kratzwürmer(Acanthocephala) werden/wurden hier teilweise eingeordnet, dürften jedoch einen eigenen Stammdarstellen.

Die Bilharziosewird von Schistosomenhervorgerufen, die biologisch eine Gattungder Saugwürmer darstellen. Zungenwürmer(Pentastomida) sind wurmähnliche Endoparasiten, die als biologische Klasse wohl den Krebstierenzugeordnet werden und eine Porozephaloseverursachen, aber dennoch bei den Wurmerkrankungen abgehandelt werden können.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Infektionsphasen
  • 2 Wurmerkrankungen
  • 3 Pathogene Arten
  • 4 Ausgewählte Arten
    • 4.1 Rundwürmer (Nematoden)
      • 4.1.1 Enterobius vermicularis (Madenwurm)
      • 4.1.2 Trichuris trichuria (Peitschenwurm)
      • 4.1.3 Ascaris lumbricoides (Spulwurm)
      • 4.1.4 Ancylostoma duodenale und Necator americanus (Hakenwürmer), Strongyloides stercoralis (Zwergfadenwurm)
      • 4.1.5 Trichinella spiralis (Trichine)
    • 4.2 Bandwürmer (Cestoden)
    • 4.3 Bilharziose
    • 4.4 Fadenwürmer (Filarien)

Infektionsphasen

  • präpatente Infektion
    Phaseeiner Wurminfektion von der Aufnahme bzw. dem Eindringen infektionsfähiger Wurmstadien in einen Organismus bis zu deren abgeschlossener Entwicklung zu ausgewachsenen, eierlegenden Würmern und zum Auftreten ihrer Fortpflanzungsprodukte in den jeweiligen Körperausscheidungen des Wirtes.
  • patente Infektion
    Phase einer Wurminfektion ab dem Zeitpunkt der abgeschlossenen Entwicklung der Eindringlinge zu ausgewachsenen, eierlegenden Würmern und dem ersten Auftreten ihrer Fortpflanzungsprodukte in den Körperausscheidungen des Wirtes.

Wurmerkrankungen

Wurminfektionen werden mit Antihelminthikabehandelt. Bei Bandwürmern und Schistosomen ist Praziquantel, bei Rundwürmern Mebendazolam besten wirksam und verträglich.

Die Hervorgerufenen Erkrankungen werden durch die jeweils hervorrufende Wurmart oder Gruppe bezeichnet.

  • Die bedeutendsten Wurmerkrankungen
    • Askariasis
    • Enterobiasis
    • Filariose
    • Taeniasis
    • Echinokokkose
    • Onchozerkose
    • Trichinose


Pathogene Arten

Hier sind nur die jeweils übergeordneten Taxader parasitären Würmer herausgehoben, für eine Gesamtübersicht siehe: Parasiten des Menschen.


Ordnungen:

  • Pseudophyllidea

Familien

  • Echinostomatidae
  • Fasciolidae
  • Opisthorchoiidae
  • Heterophyidae
  • Taeniidae
  • Hymenolepidae
  • Ancylostomatidae
  • Oxyuridae
  • Ascarididae
  • Anisakidae
  • Filariidae
  • Onchocercidae
  • Hirudinea

Arten

  • Schistosoma
  • Paragonimus
  • Pentastomida
  • Trichobilharzia szidati
  • Dicrocoelium dendriticum
  • Gastrodiscoides hominis
  • Watsonius watsoni
  • Fischoederius elongatus
  • Stronyloides stercoralis
  • Dracunculus medinensis
  • Trichuris trichiura
  • Dioctophyme renale


Ausgewählte Arten

Rundwürmer (Nematoden)

Enterobius vermicularis (Madenwurm)

Der Madenwurm ist ein ca. 1 cm langer weißer nichtinvasiver Wurm, der weltweit vorkommt. Er ernährt sich vom Nahrungsbrei im Darm, nachts kriechen die Weibchen nach draußen, um auf der Analhaut ihre Eier abzulegen, was einen starken Juckreiz verursacht. Ansonsten treten bei einer Infektionkeine Symptome auf. Bei genauem Hinsehen kann man die kleinen Würmer auf dem Kot erkennen. Durch den Juckreiz und das Kratzen werden die Eier auf die Umgebung verteilt und über die Finger in den Mund wieder aufgenommen. Zur Diagnosestellung werden die Eier mit Klebeband von der Analhaut abgetragen. Umgebung und Bettwäsche des Patienten müssen desinfiziert, Kontaktpersonen untersucht werden.

Trichuris trichuria (Peitschenwurm)

Der Peitschenwurm hat seinen Namen von seinem langen dünnen Schwanz, mit dem er in der Darmschleimhaut festsitzt. Er betätigt sich als Nahrungskonkurrent, und bei starkem Befall kann er Bauchschmerzen verursachen. Er legt seine Eier in die Darmschleimhaut, die schlüpfenden Larvenentwickeln sich an Ort und Stelle zum adulten Wurm. Ausgeschiedene Eier können von nächsten Menschen mit der Nahrung aufgenommen werden.

Ascaris lumbricoides (Spulwurm)

Der Spulwurm ist weltweit der häufigste Wurm. Sein Vermehrungszyklus ähnelt dem des Peitschenwurms. Die Larven des Spulwurms durchdringen allerdings die Darmwand und gelangen über die Blutbahn in die Lunge. Sie durchbrechen dort die Wand der Lungenbläschen und werden über die Luftröhre in den Rachen aufgehustet und dann über die Speiseröhre und den Magen wieder in den Darm verschluckt. Der Spulwurm zeigt dadurch seine Verwandtschaft zu verschiedenen Tropenwürmern, deren Larven über die Haut aufgenommen werden können, um dann auf dem selben Weg zu ihrer eigentlichen Nahrungsquelle im Darm zu gelangen.

Ancylostoma duodenale und Necator americanus (Hakenwürmer), Strongyloides stercoralis (Zwergfadenwurm)

Die Larven dieser Würmer können bei längerer Kontaktzeit (mindestens 20 Minuten) die Haut durchdringen, beispielsweise beim Barfußgehen über eine Kloake. Ihr weiterer Vermehrungszyklus entspricht dann dem das Spulwurms. Der fertige Wurm legt im Darm Eier, aus denen noch im Darm Larven schlüpfen, die dann ausgeschieden werden. Beim Zwergfadenwurm durchdringen manche Larven wieder die Darmwand des Wirtes, um den Zykluserneut zu durchlaufen (Autoinfektion).

Trichinella spiralis (Trichine)

Dieser Wurm produziert im Darm Larven, die die Darmwand durchdringen, sich über das Blut ausbreiten und in der Muskulatur Zysten (sehr feste Kapseln, die sich von Bindegewebszellen ernähren) bilden, um so vom nächsten Lebewesen aufgenommen zu werden. Der Vermehrungszyklus ähnelt damit dem des Schweinebandwurms. Infizieren kann man sich auch durch Verzehr befallenen Fleisches, was heutzutage durch Fleischbeschau selten geworden ist.

Bandwürmer (Cestoden)

Bei Bandwürmernmuss man unterscheiden zwischen dem Endwirt, er trägt die Würmer im Darm, und dem Zwischenwirt. Der Zwischenwirt nimmt die Larven über verunreinigte Nahrung auf, sie durchdringen die Darmwand und setzten sich in der Muskulatur als Finnenab, die so vom Endwirt (einem Raubtier) gefressen werden sollen. Da der Mensch normalerweise nicht gefressen wird, kommt er nur als Fehlzwischenwirt in Frage.

Der Mensch ist Endwirt beim Schweinebandwurm (Taenia solium) und beim Rinderbandwurm(T. saginata). Der Fischbandwurm(Diphyllobothrium latum) ist mittlerweile weitgehend ausgerottet. Der Wurm bildet im Darm mit dem Menschen eine Kommensale. Bandwürmer sind viel länger als Rundwürmer, der Patient findet ihre abgefallenen Proglottiden (Bandwurmglieder) im Stuhl.

Anders ist die Situation beim Hundebandwurm(Echinokokkus granulosus) und beim Fuchsbandwurm(E. multilocolaris), wo der Mensch Fehlzwischenwirtist. Die Finnen lagern sich meist in der Leber ab, können aber auch andere Organe betreffen und dort Beschwerden verursachen. Der Hundebandwurm kann operativ entfernt werden, die Finnen des Fuchsbandwurms sind in ihrem Wachstum schlechter abgrenzbar und führen unbehandelt auf Dauer zum Tode.

Bilharziose

Die Bilharziosekommt vor allem in Ägyptenam Nil, aber auch an Flüssen im nahen und fernen Osten vor. Sie wird nur beim Baden im ufernahen Wasser übertragen, weil nur dort bestimmte Schnecken vorkommen. Sie legen Eier, aus denen die Gabelschwanzzerkarieschlüpft. Sie ist etwa 1 mm lang und durchdringt die Haut. In der Blutbahn entwickelt sie sich zum etwa 1 cm langen Wurm. Dessen Eier gelangen durch Gefäßverletztungen in den Darm oder die Blase, von wo aus sie ausgeschieden werden. Aus ihnen schlüpft die Wimpernlarve, die wiederum die Schnecken infiziert. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist also nicht möglich. Diese Infektion kann nach Jahren durch blutigen Stuhl oder Urin auffallen.

Fadenwürmer (Filarien)

Filariensind nur einige Millimeter lang. Onchocerca volvolus und Loa loa leben unter der Haut. Die Weibchen gebären Mikrofilarien, die durch Insektenstichin die Haut des nächsten Wirtes übertragen werden. Sie können zu Erblindung führen. Wuchereria bancrofti lebt in Lymphgefäßen. Im Laufe der Zeit entstehen dadurch Entzündungen, die zu Lymphstauund zum Krankheitsbild der Elefantiasisführen können. In Anpassung an die Flugzeit der jeweiligen Vektorensind die Mikrofilarien von Loa loa v.a. am Tag, die von Wuchereria bancrofti vor allem nachts im Blut nachzuweisen.

Von "http://de.wikipedia.org/Wurmerkrankung"



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